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Alt 12.10.2008, 19:44   #1 (permalink)
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Benutzerbild von Hevonen
 
Registriert seit: 28.09.2008
Beiträge: 49
Standard Horsemanship-Vertrag für Einsteller?

Dieses Thema ist ein Vorschlag an die Cavallo-Redaktion, sich darüber Gedanken zu machen, ob der Fall Christine W. nicht Anlass genug sein könnte, den Entwurf eines Horsemanship-Vertrages seitens der FN anzustossen.
Ein Vertrag, der klar festlegt, was über die Grenze duldbarer "Erziehungsmaßnahmen" hinausgeht und den jeder Einsteller, Reitschüler, Pfleger und Trainer zusammen mit dem Einstell- oder Arbeitsvertrag zu unterschreiben hat.

Vielleicht gibt es so etwas ja schon, es weiß aber niemand davon. Es wäre Sache der Presse, die Bereitstellung eines solchen Vertrages publik zu machen und das Unterschreiben eines solchen Vertrages als moralische Pflicht erscheinen zu lassen. Auch wenn es im Einzelfall nicht verhindert, daß Gestörte mit Pferden umgehen, hätten so Miteinsteller oder Stallbesitzer eine sehr viel leichtere Rechtliche Handhabe, einen solchen Stallkollegen zu kündigen, weil es sich dann bei nachweisbarer Brutalität im Umgang um Vertragsbruch handeln würde.
Hevonen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.10.2008, 12:02   #2 (permalink)
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Benutzerbild von Antaris
 
Registriert seit: 01.10.2008
Ort: bei Wiesbaden
Beiträge: 278
Ausrufezeichen Apell an die Redaktion

Die Idee von Hevonen finde ich sehr gut!

Die Betreiber eines Stalls sollten sich zumindest die Tierschutzbestimmungen unterschreiben lassen (anscheinend kennen diese einfach zu Wenig!...) und diese ggf. durch eigene Schutzmaßnahmen erweitern können (z.B. keine Hilfszügel/Ausbinder wie ein Betreiber eines Beitrags aus CAVALLO oder-ebenfalls aus einem CAVALLO-Artikel- wie der Betreiber eines Schulbetriebs seine, dessen Pferde nur noch gebisslos gehen!). Vielleicht könnte man dann manch tierschutzwiedrige Handlung unterbinden oder zumindest einen Trend setzen, wie es CAVALLO ja mit der GHP gelungen ist!?

Man sollte diese Schweinereien einfach nicht länger dulden!
__________________
Wer nie im Morgentau auf leichtbehuftem Pferde die Welt durchstreift, weiß nichts um des Lebens höchstes Glück!

http://hobby-reiten.npage.de
Antaris ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.10.2008, 09:55   #3 (permalink)
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Benutzerbild von Lis79
 
Registriert seit: 27.09.2008
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Beiträge: 127
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die idee ist ja sehr nett und ich bin auch dafür, dass insgesamt härter durchgegriffen werden muss, aber ich sehe da echte probleme an einer realisierung....

1. hab ich leider schon sehr oft erlebt, dass gerade der sb der "gröbste" ist im stall. ich hab schon fluchtartig pensionsställe verlassen, nachdem ich mal unerwartet auftauchte und sah, wie der sb mein pferd (oder die anderen behandelte). was ich sagen will, mal ganz doof ausgedrückt: der sb muss ja selbst "überwacht" werden. so gute sbs, die sich da gedanken machen und auch selbst aufpassen, hab ich leider noch nicht gesehen.

2. was sollen denn die konsequenzen sein? der sb könnte als zuwiderhandlung eine schriftlose kündigung bringen. dann wird aus dem eh schon armen tier ein nomadentier, das ständig umzieht.

3. ich kenne sehr viele leute, die ihre pferde in eigenregie und am haus halten (ich auch). die wären da ja dann vollkommen raus...

4. wo zieht man die grenze? ich hab körperlich meinem pferd nichts entgegenzusetzen, wiege nunmal ein paarhundert kilo weniger. so, dass ich nunmal "grob" werden muss, bevor es ernst wird (hab ein problempony, das anfangs gezielt steigend auf menschen losging). das dauert aber schon recht lange. ich werde meist erst laut, was bei meinem vollblut natürlich wunderbar funzt. das hört aber jeder, also bin ich die böse, die ihr pferd angemotzt hat. hätt ich ihm gedoch eine gelangt, hätte das keiner mitgekriegt. jeder zieht da die grenze anders... ich finde es schon unschön, wenn jemand sein pferd mit hilfszügeln zusammenschnürt. das ist aber bei den meisten leuten, die ich kenne vollkommen normal.

und zu dem angesprochenen artikel: gebisslos reiten ist für mich nicht gleich tierfreundlich. ich bin früher selbst häufig und jahrelang ausschließlich gebisslos geritten, das lag an zahnproblemen meiner stute. und genau da isses schon wieder: jeder bewertet "sein" horsemanship anders.

grundsätzlich ist es ja ne gute idee. ich denke aber, dass das tierschutzgesetz vielleicht eher etwas verschärft werden sollte. aber DARAUF können wir wohl noch lange warten...
Lis79 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.10.2008, 12:22   #4 (permalink)
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Benutzerbild von catsmagicmoe
 
Registriert seit: 15.10.2008
Beiträge: 2
Standard Horsemanship sollte Pflicht für Jeden sein der sich mit Pferden beschäftigt

Es ist traurig jeden Tag zu sehen wie viele unwissende Menschen sich mit Pferden beschäftigen, junge Pferde "ausbilden", Probleme verursachen die absolut unnötig sind und die Pferde leiden lassen. Solche Ausbilder, Pensionsstallbetreiber und Bereiter haben nur eine Chance weil es so viele Menschen gibt die sich selbst nicht weiterbilden, ihre Pferde in unsachgemäße Obhut geben oder ihr Tier bei einem Pensionsstall einstellen in dem es dem Pferd zwar schlecht geht aber die Lage oder der Preis für den Besitzer/Reiter einfach optimal sind. Ich arbeite selbst in einem Reitstall, es ist erschreckend zu sehen wie sehr die Menschen verrohen wenn es um Erfolg oder Ansehen geht, da ist es egal wenn das Pferd mit Sporen traktiert wird und die Kandarre permanent am Anschlag steht, hauptsache es sieht einigermassen gut aus für all die Anderen die auch keine Ahnung haben. Kommentare wie "Ah ist dein Pferd heute wieder gut gelaufen, so eine tolle Aufrichtung" sind gang und gebe. Kein warmreiten, keine Ahnung vom richtigen Longieren, keine Ahnung von Horsemanship.
Es gibt viele gute Möglichkeiten sich selbst weiterzubilden bei der FN, Basispass, Longierabzeichen, Reitabzeichen sind schon mal die richtige Richtung in die man sich bewegen kann, wenn man dazu niemals die eigene Skepsis verliert, kann man auch nicht zum Gurutum überwandern, was ja auch all zu häufig passiert und auch nichts mit Pferdeliebe zu tun hat. Ich finde horsemanship sollte für Jeden Pflicht sein der sich mit Pferden umgibt, Sachkundenachweise sollten Pflicht sein und JEDER sollte sich Gedanken machen was für die PFERDE am BESTEN ist.
catsmagicmoe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2008, 08:51   #5 (permalink)
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Benutzerbild von Hevonen
 
Registriert seit: 28.09.2008
Beiträge: 49
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Zur Frage, wo man die Grenze zieht:
Ich denke, wenn so etwas von der FN ausgearbeitet wird, wird dabei durchaus berücksichtigt, daß eindeutige "Argumente" manchmal notwendig sind.
Aber es ist ein grosser Unterschied, ob man die Gerte einmal kurz einsetzt, wenn das Pferd der Situation nach "testet", und genau versteht, warum, und es nach seiner Reaktion die positive Quittung bekommt, oder ob jemand sinnlos mit umgedrehter Peitsche auf ein Pferd einprügelt.
Es geht auch garnicht darum, die Reiter "fortzubilden", denn ich denke, wer so etwas tut, ist sich durchaus im Klaren darüber, daß das nicht in Ordnung ist (sonst würden ja keine Ausreden angeführt, um Verletzungen zu erklären). Es geht darum, ausführlich und schriftlich festzulegen, wo die Grenze ist, so daß es für diejenigen, die eine Anzeige entgegennehmen sollen und im Endeffekt dafür sorgen müssen, daß ein solches Verhalten geahndet wird, erkennbar ist, denn das sind oft Leute, die nicht reiten, und deshalb nicht "sehen". Die Grundregeln des Umgangs stehen auch in den Richtlinien für Reiten und Fahren.
Wir sind hier in Deutschland, und um etwas strafrechtlich verfolgen zu können, muss erst mal irgendwo stehen, daß es sich um etwas Verbotenes handelt. Ein allgemein gefasstes Tierschutzgesetz hilft da wenig. Und ganz ehrlich: Tierschützer schaden ihrer Sache oft selbst, weil es doch einige gibt, die etwas emotionslastig und missionarisch sind, was dazu führt, daß beispielsweise Polizisten dann erst mal die Hälfte abziehen.
Zusätzlich sollte es aber auch eine Anzeigepflicht für Tierärzte geben, wenn die Verletzungen eindeutig auf Missbrauch hindeuten, das sollte zwar eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber anscheinend auch nicht.

Geändert von Hevonen (16.10.2008 um 09:02 Uhr)
Hevonen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2008, 10:38   #6 (permalink)
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Benutzerbild von Diana Maier
 
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Beiträge: 875
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Hallo Hevonen,
vielen Dank für die Anregung, einen Art "Horsemanship-Vertrag" für Einsteller ins Leben zu rufen und dieses Vorhaben mit der FN anzustossen. Die Redaktion wird an diesem Thema dranbleiben - vielleicht gibt es schon bald mehr darüber zu berichten.
__________________
Diana Maier
Redaktion CAVALLO
www.cavallo.de
Diana Maier ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2008, 16:57   #7 (permalink)
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Beiträge: 12
Standard Horseman Ship Stall

Hallo

ich habe das grosse Glueck in so einem Stall zu stehen. Freiwillige Kontrolle durch die FN und die EWU. Deswegen mein Wort darauf bei uns im Stall der Stallbesitzer ist Profireiter Western wuerde so etwas niemals dulden er sagt sogar etwas wenn wir etwas falsch machen im Umgang mit unseren Pferden egal was es ist die Pferde stehen an erster Stelle.

Gruss Nina
Dee Docs Jason ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.10.2008, 21:18   #8 (permalink)
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Beiträge: 49
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@Diana
Freut mich zu hören

@Dee Doc
Es gibt glücklicherweise viele, die eine solche Einstellung pflegen, die geraten nur selten in die Schlagzeilen, deshalb weiß man nichts davon.

Aber auch im "Sport" oder in der professionellen Reiterei gibt es Reiter, die einen anderen Umgang mit dem Pferd fordern, siehe Michael Putz zB, von dem ja auch schon einiges an Kritik in der Cavallo zu lesen war.
Hevonen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.10.2008, 13:06   #9 (permalink)
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Benutzerbild von Ponypower
 
Registriert seit: 24.10.2008
Ort: Billerbeck
Beiträge: 6
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Also, das thema ist klasse. Aber...
Es sollte genau wie bei der Hundehaltung eine Art Führerschein geben.
Leider gibt es auch genügend "professionelle" Reiter und Pferdebesitzer die keine Ahnung von Haltung und Umgang haben.
Leider machen die Menschen den Mund nicht auf wenn sie Mißstände bemerken.
Solange alle die Augen zu machen hat das alles keinen Sinn.
Wenn man auf Abreiteplätze und auch in Prüfungen Tiere sieht die nicht durchlässig sind und mit hochgerissenen Köpfen durch die Prüfung springen wird mir schlecht.
Die Richter auf kleinen Turnieren haben auch fast alle Tomaten auf den Augen.
Wenn man dann mal zu den Hängerplätzen wandert sieht man prügelnde und fluchende Reiter die ihre Pferde nicht auf den Hänger kriegen.
Also, wo fängt man an und wo hört man auf?
Auch unter den Freizeitreitern gibt es eine Menge schwarzer Schafe.
Die lesen ein Buch und denken sie sind Gurus und können alles. Was man da sieht ist manchmal alles andere als Pferdegerecht.
Wenn sich jeder einfach so ein Pferd kaufen kann und weder die Haltung noch die finanzielle Situation geprüft wird dann wird sich wenig ändern.
Genauso in der Turnierszene. Wenn alle nur an den Sieg denken und nicht ans Pferd wird sich auch nichts ändern.
Wer soll das kontrollieren?
Wer übernimmt die Kosten?
Was hat das für kleine Ställe für Konsequenzen und für jeden einzelnen von uns?
Ponypower ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.10.2008, 16:57   #10 (permalink)
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Benutzerbild von Hevonen
 
Registriert seit: 28.09.2008
Beiträge: 49
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Das stimmt schon so, Ponypower, aber es geht ja garnicht um reiterliche Unfähigkeit. Die kann man nicht "verbieten". Es geht darum, etwas in Worte zu fassen, was unterschrieben werden muss.
Denn auch im Fall Christine W. war es so, daß bereits vor Jahren Stallgenossen versucht haben, gegen sie vorzugehen, und ihnen daraufhin vorgeworfen wurde, sie störten den "Stallfrieden".

Ein Beispiel: Bei uns am Hof herrscht Helmpflicht. Für die Reitschüler. Aber auch sehr viele Privatreiter tragen dort Helm, eben weil es dadurch, daß es den Schulpferdereitern vorgeschrieben ist, nichts mehr darstellt, was blöde Kommentare nach sich zieht. Es gibt eben an jedem Hof eine bestimmte "erwünschte Geisteshaltung". Der eine ist mehr sportlich orientiert, der nächste Western, usw, usf. Das erstreckt sich aber auch auf die Art und Weise, wie mit den Pferden umgegangen wird. Und an dieser Art von Gruppendruck durch die Miteinsteller kann man vielleicht etwas ändern. Das ist es, was ich mir davon versprechen würde. Das die Leute, die das Rückrat haben, bei sowas den Mund aufzumachen, Backup kriegen statt als schwarzes Schaf dazustehen.

Und man muss ganz klar trennen zwischen Haltungsfehlern, reiterlichem Unvermögen und den anderen Dingen, die du angesprochen hast, und bewußter Grausamkeit, wie Schläge, die einen massvollen, sinnvollen Gerteneinsatz übersteigen, extrem enges Ausbinden, und andere Dinge, die es gibt, die ich mir aber noch nicht mal vorstellen mag.

Am allerwichtigsten jedoch finde ich, so etwas von Reitschülern unterschreiben zu lassen, denn das sind die Reiter und Pferdehalter von morgen. Es gibt viele Reitlehrer, die im Eifer des Gefechts garnicht mehr merken, wie sie eine Haltung unterstützen, das Pferd für die Reaktion auf eigenes Fehlverhalten zu strafen, einfach weil oft die Zeit fehlt, zu erklären, wie es dazu kommt.

Und es geht darum, schriftlich den "Ermessensspielraum" zu fixieren, wie ich oben schon mal geschrieben habe.

Geändert von Hevonen (25.10.2008 um 17:01 Uhr)
Hevonen ist offline   Mit Zitat antworten
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