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#81 (permalink) |
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Benutzer
Registriert seit: 17.06.2011
Beiträge: 44
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Ich würde niemals einen Schritt zurück gehen und meine Pferde wieder einstellen. Mein Mann und ich sind ja zu zweit und haben unsere Arbeitszeiten so eingeteilt, daß immer jemand da ist, schon alleine wegen der Kinder. Urlaub liegt mir nicht so. Dann bekomme ich, ohne scheiß, Heimweh, weil ich ja nicht alle Viecher mitnehmen kann. Und weil es mir zu Hause viel besser gefällt als irgendwo sonst. Urlaub auf dem Bauernhof liegt außerdem voll im Trend! Da geben andere Leute einen Haufen Geld für aus.
Schattenseiten der Eigenregie sind für mich: wenn die Pferde abends total unter Strom stehen und ich muß sie alleine rein holen. Mir ist das dann zu riskant, die Kinder zur Hilfe mitzunehmen und ich schau dann irgendwie, wie ich das alleine schaffe, ein paar Pferde müssen dann nämlich auf der Koppel warten, und wenn ich Pech hab, gibt es Klopperei am Tor und die Hälfte haut im Dunklen ab. Geil, sag ich euch. Krankheitsbedingt hatten wir nur einmal Pech, nämlich als wir beiden Alten und die Kinder auch alle gleichzeitig den Noro-Virus hatten. Ich bin morgens beim Füttern kollabiert und mittags noch mal beim Misten. Meinem Mann und den Kindern gings nicht besser. Aber zusammen haben wir es irgendwie geschafft. Ich kann auch im Schlafanzug füttern, brauch das Heu nur vom Heuboden runter zu werfen und zu verteilen, Wasser gibts aus dem Gartenschlauf mit Pistole, und der wird im Heizungskeller gelagert. Das dauert insgesamt 20 min. Misten dauert etwa ne Dreiviertel bis eine Stunde. Das ist Bewegung an frischer Luft, der Hund freut sich und mir gehts gut dabei. Der Misthaufen ist am Hof und braucht nur 2mal im Jahr geholt zu werden. Da kann ich wirklich nicht meckern. Die Schattenseiten der Stallgemeinschaft: ich bin nun wirklich ein diplomatischer Mensch und hab auch einiges gelernt von Psychologie und Kommunikation. Trotzdem bin ich so einige Male unten an der Straße wieder umgedreht wenn ich gesehen habe, welche Autos oben an der Reitanlage standen. Ich will mich mit meinem Pferd entspannen und nicht über Leute ärgern die halb so alt sind wie ich, leider keine besonders gute Erziehung genossen haben und sich irgendwo her das Recht nehmen mir auf den Nerven herumzutrampeln. Das können übrigens auch Leute die genauso alt sind wie ich. Und richtig gereicht hat es mir dann, als die Stallkolleginnen gemerkt haben, daß sie bei mir nicht weiter kommen und statt dessen angefangen haben, mein Kind zu mobben. Strick ans Pferd und ..... tschüß. Deshalb nehme ich auch keine Einsteller und keine Weidegemeinschaft und lasse meine Pferde nicht von anderen Leuten reiten. Ich hab mir hundert mal gesagt, daß ich bekloppt bin, weil ich alles nur genauso haben will wie ich es mache. Tja, das hat aber auch seinen Grund, nämlich trial and error. Es hilft mir überhaupt nichts, wenn ich mich auf jemanden verlassen hab, der irgendwas vergißt. Wenn ich was vergesse, fällt es mir wenigstens selber wieder ein. Z.B. Reitanlage: jemand holt meine Pferde rein und am nächsten morgen stehen die mit Regendecke in der Box. Oder ich fahre nach Hause mit dem Versprechen, das mir jemand die Abschwitzdecke vom Pferd nimmt.... oder eben nicht... Natürlich gibt es Ausnahmen, nette Stallkollegen und gute Einsteller, das will ich überhaupt nicht bestreiten. Es ist aber auch hinreichend bekannt, daß die nette, glückliche Stallgemeinschaft eher die Ausnahme ist, und ab einer gewissen Entfernung ist es nicht mehr realisierbar. Aber, wie ihr ja schon schreibt, wir werden älter und in manchen Dingen einfach weniger belastbar. Meine Ruhe zu haben ist für mich im Laufe der Jahre immer wichtiger geworden. Ich will mich einfach nicht noch mal auf das Projekt Stallgemeinschaft einlassen.Und auch wenn mein Mann und ich nicht immer einer Meinung sind, aber wir können uns auf einander verlassen. Was der eine für seine Pferde möchte, wird der andere selbstverständlich akzeptieren. Da braucht man auch nicht mehr nachfragen, ob alles geklappt hat. Und die Kinder haben zumindestens kapiert, daß mit meinem Standard-Spruch "An erster Stelle steht die Versorgung von abhängigen Lebenwesen" nicht nur meine Verpflichtung ihnen gegenüber gemeint ist, sondern daß sie die auch haben ihren (und wenns drauf ankommt allen) Viechern gegenüber. Ich bin stolz drauf, daß sie wirklich mitdenken und mit handeln, wenn Not am Mann ist. Die haben sogar schon mal die Pferde alleine wieder eingefangen und auf die Koppel zurück gebracht und die beiden sind wirklich noch nicht groß. Die Pferde allerdings schon. Keiner von uns hat den Schritt in diese Unabhängigkeit bereut. Dafür ist uns jedes Opfer recht. |
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#82 (permalink) | |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 26.02.2010
Beiträge: 2.804
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@Mephisto@
Schöner hätte man´s nicht schreiben können. Meine Ruhe ist mir heilig. Was ich allerdings nicht verstehe ist: Zitat:
Hast Du ne Möglichkeit zu sortieren, nach dringend und weniger dringend? Oder die Wartenden (natürlich sicher) anzubinden, damit sie keine Chance zum randalieren haben? Das ist ja eine nicht ganz ungefährliche Sache. Da bin ich GsD glücklicher dran, ich kann bei Bedarf auch mal alle zusammen reinholen.
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Die inneren Eigenschaften und Werte eines Pferdes fordern dem Menschen die beste der menschlichen Eigenschaften ab: " Die Toleranz "
Geändert von Pintopower (29.10.2011 um 07:58 Uhr) |
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#83 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 28.03.2011
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1.913
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...wow mephisto,als ich das gelesen habe dachte ich du sprichst von mir geil....
![]() @Pintopower@solche Actionen sind meisten wenn es regnet,stürmt,alleine ist oder Säbelzahntiger unterwegs sind...die Actionen kenn ich auch und dann kotz ich ab und möchte am liebsten meine Pferde verschenken und fluche vor mir hin bis ich wieder im Haus bin...und kommt einer meiner Familie nach Hause dann platz ich damit raus und alle gucken mich an als ob ich ein Alien bin... ...am schönsten is auch wenn man Feierlichkeiten früher verläßt wegen der Pferde und der Hunde weil man kein "Babasitter" gefunden hat...dann bekomt man entweder ein Spruch an Hals oder mitleidige Blicke...aber all das stört mich nicht im gringsten...
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Solange Menschen denken,daß Pferde nicht fühlen, müssn Pferde fühlen,das Menschen nicht denken.... ![]() |
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#84 (permalink) | |
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Benutzer
Registriert seit: 08.10.2011
Ort: Südheide
Beiträge: 79
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Zitat:
oh wie wahr ... also bin ich doch nicht so andersartig..lalala.. danke für diese Erkenntnis
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Lieber Gruß und hey : Wir atmen alle dieselbe Luft |
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#85 (permalink) | |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 26.02.2010
Beiträge: 2.804
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Zitat:
@slider@ Wie haltet Ihr das bei Euch am Stall, wenn Ihr Abends selber füttert? Macht das dann jeder für sich? Gibt das nicht zu viel Unruhe? Morgens füttert dann der SB? Seid Ihr dann quasi fast Selbstversorger im Pensionsstall? D.h. Rauhfutter und Einstreu wird gestellt, Kraftfutter besorgt jeder selber? Selber misten? Und größtmögliche Handlungsfreiheit? Und wie ist das mit der Hallenbenutzung geregelt? Ich kenn mich da überhaupt nicht aus?
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Die inneren Eigenschaften und Werte eines Pferdes fordern dem Menschen die beste der menschlichen Eigenschaften ab: " Die Toleranz "
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#86 (permalink) | |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 01.12.2008
Beiträge: 3.029
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Zitat:
also: der größte teil der pferde auf der anlage steht in boxen, die werden ausschließlich vom sb bzw. seiner mutter und seiner frau gefüttert. misten kann man entweder selbst oder das ganze vom sb gegen aufpreis machen lassen. dann gibt es noch zwei offenställe, einen haben wir zusammen mit noch einem pferd, im oberen os stehen vier pferde mit unterschiedlichen besitzern. die offenstallleute misten durch die bank selbst und äppeln die paddocks ab, wir machen das für das zweite pferd mit, da die besitzerin eine ältere dame ist, die das körperlich nicht mehr kann, die anderen vier wechseln sich ab. heu, stroh und hafer stellt der sb, alles andere (müsli, mineralfutter, heucobs u.ä.) muss man selbst besorgen. früh füttert der sb, für die pferde, die keinen hafer oder zusätzlich zum hafer noch andere sachen kriegen, werden die portionen abends durch die besitzer vorbereitet und bereit gestellt. abends füttern wir selbst. die reithalle und den reitplatz kann jeder benutzen, da gibt es keine gesonderten regelungen für die boxen- und die offenstallpferde. |
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#87 (permalink) | |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 03.03.2010
Beiträge: 289
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Zitat:
Seit wir umgezogen sind, fiel mir das auch erstmal so wirklich auf, dass das eigentlich nicht wirklich selbstverständlich ist. Es gibt wirklich Leute, die finden das doof. Z.B. ist Sylvester für mich ab 1 Uhr vorbei, denn da muß ich wenigstens mal am Stall gewesen sein. Früher am Pensionsstall war das nicht erwünscht, da gab es feste Zeiten in denen man da sein durfte! Das war Vertraglich geregelt! Hufschmied am Sonntag???? Ging gar nicht, die Hofbesitzerin wollte ja auch ihr Privatleben haben! Ich schau schon, dass ich, wenn ich abends eingeladen werde, nicht mehr weg muß! Aber wenn so eine Feier ab dem Mittagessen beginnt, und bis spät in die nacht gehen soll, seile ich mich ganz gerne ab! Witzigerweise bin ich damit nie alleine: der einen hat Schafe, der andere Rinder, wieder andere haben Pferde... oder eben Hunde, die nicht mitkönnen...oder eine pflegebedürftige Oma, nach der man mal sehen muß, und die was vom Kuchen ab bekommt! Auf größeren Festen trifft man sich dann immer am Parkplatz beim Gehen (...nach dem Kaffee) und kommt auch meißt wieder zur gleichen Zeit zurück (...kurz vor dem Abendessen!) Auf kleineren Feiern ist es dann immer unangenehm, wenn man mal für 2 Stunden weg ist. Da schau ich dann, dass ich wen für die Pferde habe, oder aber ich füttere mittags vor und dann eben später nach. Sylvester sind wir seit wir an der Mühle sind recht mobil: Wir feiern irgendwo und ziehen dann alle zusammen zur Mühle, um da ab 12 anzustoßen. Ist für die Kinder auch sehr viel spannender, als nur an einem Ort abzuhängen! Wie macht ihr das an Sylvester? Besucht ihr eure Pferde? |
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#88 (permalink) | |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 01.12.2008
Beiträge: 3.029
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#89 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 26.02.2010
Beiträge: 2.804
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Wir feiern Silvester die letzten Jahre immer allein und da ist es selbstverständlich, dass wir kurz vor zwölf im Stall stehen, alle Lichter anmachen und mit unseren Pferden das Feuerwerk ansehen. Wenn dann wieder alles ruhig ist fallen wir auf der anderen Stassenseite bei den Eltern ein, dort trifft sich so nach und nach die ganze Familie und man bleibt dann noch gesellig zusammen sitzen.
Da sich nun fast alle unsere Bekannten Pferde zugelegt haben, erübrigt es sich, jemanden einzuladen. Keiner will von zu Hause, von seinen Pferden weg, also feiert jeder allein. Wir ziehen Silvester mit unseren Freunden i.d.R. einen Tag vor, da wird nicht geschossen und es kann ungestört gefeiert werden.
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Die inneren Eigenschaften und Werte eines Pferdes fordern dem Menschen die beste der menschlichen Eigenschaften ab: " Die Toleranz "
Geändert von Pintopower (29.10.2011 um 22:00 Uhr) |
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#90 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 03.03.2010
Beiträge: 289
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Bei uns am Stall wird auch nicht geböllert!
Dort leben noch drei Mietparteien, aber die Vermieterin hat dutlich klargestellt, dass es auf der Welt soviel Leid und Hunger gibt, dass man das böölern einstellen und Spenden sollte. Von der Mühle gibts immer Geld an Sylvester für Hilfsorganisationen. Ich finde das sehr löblich, wir geben jedes Jahr was dazu. Geböllert wird bei uns nur Bio! Wir alle sammeln ab November Brötchentüten, blasen die auf und lassen die knallen! Das geht auch in Reihenschaltung! Und es macht echt Spaß! Die Knallen, je nach Volumen in unterschiedlichen Tönen, und da sieht man gestandene Männer am arangieren der Brötchentütenhalter! Eine weitere Tradition ist bei uns das Bauen von Partyhüten geworden: Das fing vor Jahren an, als der Film "Signs" ins Kino kam und die da mit Aluhauben saßen. Einmal vorgezeigt wurde das sofort aufgegriffen, und jeder macht mit und konkurriert! Und ich freu mich echt, dass wir soweit ab vom Schuß sind. das Feuerewerk ist da, aber nicht nahe genug! Und unsere Vermieterin vertreibt wirklich jeden, der meint mit seinen Böllern ins Feld zu gehen! Und sie hält dann auch jedem die Soendenbüchse unter die Nase! tolle Frau! |
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