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Alt 20.10.2011, 09:02   #1 (permalink)
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Benutzerbild von Ares
 
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Standard Die Sonnenseiten und die Schattenseiten in der Pferdehaltung in Eigenregie

Nachdem sich mal mehr mal weniger positiv über Pferdehaltung in Eigenregie geäußert worden ist habe ich gedacht nehme ich das mal als Grund dazu einen neuen Thread zu eröfnen,wo jeder seine Erfahrungen egal ob positiv oder negativ mitteilen kann und somit vieleicht auch der eine oder andere nützliche Tipps,Kniffs und Tricks erfahren kann...

Es gibt sie die Sonnenseiten und die Schattenseiten in der Pferdehaltung...
__________________
Solange Menschen denken,daß Pferde nicht fühlen,
müssn Pferde fühlen,das Menschen nicht denken....
Ares ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2011, 09:38   #2 (permalink)
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Definitiv - man sollte sich schon vorher genau überlegen, was man will

auf jeden Fall gehört zur Haltung in Eigenregie schon eine gehörige Portion Idealismus dazu
__________________
hafipower ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2011, 10:14   #3 (permalink)
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@hafipower
Wohl wahr, wohl wahr. Idealismus ist wichtig.

Wie anders könnte man sonst locker wegstecken, dass nahezu sämtliches Geld in Haus und Hof verschwindet.
Manchmal wird man ja auch seltsam angeguckt wenn man so im Gespräch sagt : "Nee, alles gut, alle Dächer sind fest" oder "abends wenn ich alle Türen abgeschlossen hab".

Die meisten haben ein Dach und eine, maximal zwei Türen. Das ist für mich nur so ein winziges Beispiel dafür, wie anders man eigentlich doch lebt.
Unser Hof ist weiß Gott nicht groß, aber es gibt viele Gebäude und damit viele Dächer und Türen . (die werden gar nicht alle abgeschlossen, nur die wichtigen)

Geld ist meistens weg oder zumindest knapp. Bei mir geht es gar nicht alles in die Pferde, sondern einfach für Haus und Hof weg.
Friseur ? Selten, nur wenn die Matte mal ab muss...Kosmetiktermin??? Sowas hab ich nicht. Neueste Klamotten, immer up to date ? Lieber leicht rustikal und zeitlos..

Das soll nicht heißen, dass ich in Sack und Asche mit Trauerrändern unter den Fingernägeln rumlaufe, aber es ist meistens einfach das Geld nicht da, um mir solche Extras zu leisten.
Ich vermisse es auch nicht . Oder ich hab`s mir einfach abgewöhnt. Es gab bei mir auch mal andere Zeiten, aber da hatte ich hier ein Pferd und ein Pony oder ein paar Esel und -ganz wichtig- hab jeden Monat fette Kohle verdient und war sooo.
Inzwischen hab ich - das ist die abgespeckte Version - 4 Pferde und verdiene wenig Geld im Monat.
Bin ich zufriedener ? JA

@Ares
Gaanz gute Idee, hier das Thema zu eröffnen!! Sonnenstrahl hatte ja schon gefragt, ob es sinnvoll wäre und wir haben gleich soviel zu erzählen gehabt, das die Frage unterging. Vielleicht könnte man die Beiträge aus der allgemeinen Gemütslage hier rüber kriegen ??? Hab ja mal wieder keine Ahnung, ob das geht...

Geändert von clynghoj (20.10.2011 um 10:17 Uhr)
clynghoj ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2011, 10:29   #4 (permalink)
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Ich hatte ja schon beides, wobei ich Einsteller im Selbstversorgerstall war (100 m Luftlinie von Zuhause). Aber da mußte richtig mit angepackt werden, morgens Pferde raus bringen, abäppeln, eigene Box misten und füttern, Zäune in Stand setzen etc. etc. etc.

Nun bin ich seit 2,5 Jahren im Pensionsstall und ich weiß, beides hat Vor- und Nachteile.

Ich habe 2 Reithallen, 2 Reitplätze, jede Menge nette Gesellschaft zum Ausreiten, das fehlte mir zuvor. Mein Pferd ist dort richtig aufgeblüht, viel zufriedener geworden. Der Auslauf im Winter ist zwar kürzer, dafür kann ich besser trainieren, bei jedem Wetter.
Rotbäckchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2011, 11:02   #5 (permalink)
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ja - Halle haben die wenigsten am Haus... das ist im Winter ein kleiner Nachteil..

aber es ist schön, dass man - egal wann - in den Stall kann, wenn man mal wegmöchte, den Stall eben früher fertigmachen. wobei ich jetzt aus Sicht eines SB mit Einsteller spreche. hast du noch andere Pferde mit drin, dann kannst du so was selten machen. ich muss keinen fragen. ob und wie lange oder kurz ich meine Pferde rausbringe.

@ clynghoj

hand-schüttel - für was schicke udn topmodische Klamotten? Lohnt sich ja nicht für einmal weggehen und mit den Pumps ist das auch so eine Sache. ich steh immer davor; denke " ach, die Schuhe gefallen mir. aber WANN ziehe ich sie an?" und dann laufe ich halt weiter.


und immer wenn man meint, mit dem Geld geht es besser, passiert irgendwas unvorhergesehenes.... (siehe Unimog - wissen wir immer noch nicht, wie übel die Sache ist. Samstag wird er abgeschleppt zu einem Unimogschraubspezialisten.)

ich könnte mir ein Leben ohne Pferde am Haus nicht vorstellen. hatte sie aber auch noch nie woanders. wobei ich bestimmt ein schrecklicher Einsteller wäre - habe meine bestimmten Vorstellungen bei der Fütterung und würde auch wollen, dass das eingehalten wird. udn mit dieser Leckerchenverteilerei vieler Einsteller -die grosszügist an sämtlcihe Pferde der Gruppe reinstopfen, auch wenn das der jeweilige Besitzer nicht so gern sieht - stehe ich sowieso auf Kriegsfuss....hatte deshalb meine Pferde imme separat zu den anderen.
__________________
hafipower ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2011, 11:19   #6 (permalink)
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nun mal meine sicht auf die dinge:

haltung am haus
sonnenseite
  • man kann alles nach eigenen wünschen gestalten
  • über häufigkeit und länge des koppelgangs kann man selbst entscheiden
  • heu, stroh und hafer kann man selbst nach qualität aussuchen
  • häufigkeit und menge der rau- und kraftfuttergaben bestimmt man selbst
  • man ist immer in der nähe der pferde und muss nicht erst weit fahren, eine bessere kontrolle bei krankheiten u.ä. ist möglich
schattenseite
  • immenser arbeitsaufwand, da man alles selbst machen muss, auch so umfangreiche dinge wie koppeln einzäunen und pflegen
  • futter muss selbst beschafft werden (kann in schlechten erntejahren zu einem großen problem werden, erlebe ich gerade in meinem unmittelbaren umfeld)
  • man muss sich gedanken darüber machen wo man den mist lässt
  • die allerwenigsten halter in eigenregie haben so viel geld, dass sie sich einen allwetterreitplatz, geschweige denn eine reithalle leisten können, wenn nichts in der nähe ist, was man umsonst oder zu einem überschaubaren preis nutzen kann, ist das in der kalten und dunklen jahreszeit ein problem, wenn man nebenher noch vollzeit arbeiten muss und sein pferd trotzdem regelmäßig arbeiten will
  • urlaubsreisen oder auch eine längere schwerere krankheit werden zum problem
insgesamt überwiegen für mich die vorteile im pensionsstall, auch wenn man da mit vielen einschränkungen leben muss. ich möchte pferde nur in eigenregie halten, wenn ich einen so großen betrag im lotto gewinne, dass ich mir eine anlage mit allen schikanen und mindestens einem angestellten hinklotzen kann und ich auch bei explodierenden futtermittel- und energiepreisen nicht in schwierigkeiten gerate.
slider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2011, 11:58   #7 (permalink)
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@slider
Bei Deiner Aufstellung überwiegen die Nachteile, was ich verständlich finde aus Deiner Sicht. Einiges finde ich aber als Pferdehalter nicht so schlimm, bzw., empfinde es nicht als Problem oder Belastung, es ist einfach normal.

Vielleicht kommt es auch darauf an, wo man die Pferde hält. In der Nähe einer Wohnsiedlung oder jwd. Da gibt`s ja große Unterschiede...
Der Misthaufen ist sicher so ein Thema. Manche müssen auf einen Anhänger misten und den dann wegfahren (im schlimmsten Falle lassen). Das ist mühsam.
Mein Misthaufen wird immer mit dem Trecker hochgeschoben oder ich packe vernünftig, dann passt mehr drauf und irgendwann bestelle ich den Lohnunternehmer und der fährt es weg. Das ist bequem und kostenmäßig zu schaffen, ich glaube 130 Euro. Das hab ich zweimal im Jahr.

Reitplatz im Winter ist natürlich ein Thema.

Ich kann mir ein Leben ohne Pferde am Haus kaum vorstellen, noch weniger kann ich mir aber vorstellen, anders zu wohnen als jetzt. Ich habe den Hof ja auch nicht wegen der Pferde, sondern wegen des Mannes , der hier wohnte. Die Pferde herzuholen (bzw. das eine, das ich hatte) war dann selbstverständlich und so ergab sich meine jetzige Situation.

Aber diese Freiheit, auf der eigenen Scholle zu wohnen, rauszukommen und alles ist meins, keiner redet dumm rein, keine Nachbarn, auf die ich Rücksicht nehmen müsste. DAS finde ich genial. SO muss ich leben.
clynghoj ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2011, 13:59   #8 (permalink)
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@Clynghoj, wenn ich so wohnen würde wie du, hätte ich evtl. mein Pferd auch zuhause. Da ich aber nur 1 Pferd habe, erlaube ich mir den Luxus, ihn in Pension zu stellen. Das einzige, was mich stört ist, daß der Auslauf im Winter begrenzt ist. Würde mein Hü aufs Laufband gehen, wäre es es beinahe perfekt. Aber dann müssen halt 2 Std. Paddock reichen. Mehr Paddocks wären toll, vielleicht geschieht ja ein Wunder

Zuhause müßte ich mir Stallungen bauen, Weiden pachten, Hänger kaufen und für Gesellschaft sorgen. Ich genieße es, am Wochenende auch mal länger liegen zu bleiben, vor allem wenns draußen kalt und ungemütlich ist. Ich vermisse es nicht, bei minus 10 Grad das Eis im Wasser aufzuhacken, bevor ich zur Arbeit fahre.

Allerdings fand ich es immer schön, mein Pferd mal eben kurz vorm Schlafen gehen auf der Weide zu besuchen. Aber im Pensionstall kann mein Pferd im Sommer auch nachts raus und ich liebe es, sie nach dem Füttern auf die Weide zu bringen und die dicken Popos im Abendlicht verschwinden zu sehen.
Rotbäckchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2011, 15:57   #9 (permalink)
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@clynghoj
ich wollte auch gar nix schlecht reden. ich kann ja nur von meiner persönlichen situation ausgehen. und die sieht wie folgt aus: fulltime-job mit jeder menge überstunden, abend- und wochenendarbeit, trotzdem nicht so viel geld, dass ich mir einen mit deinem grundbesitz vergleichbaren leisten könnte. wenn also pferde am haus, dann wäre höchstens klein/klein möglich, was jede menge einschränkungen für die pferde bedeuten würde. ich kenne ein paar leute, die ihre pferde am haus in eben jener eingeschränkten form halten und sehe, was das für probleme gerade im moment auf grund der miserablen ernte mit sich bringt - nee danke, mein traum wäre das absolut nicht, die schwierigkeiten überwiegen für mich eindeutig, das schöne gefühl, meine pferde immer in der nähe zu haben, würde das nicht wieder wettmachen. wie gesagt: das ist meine ganz persönliche sicht auf die dinge und irgendwie bewundere ich ja auch die leute, die das alles auf sich nehmen - nur tauschen möchte ich nicht. allerdings muss ich auch dazu sagen, dass ich mit meinem pensionsstall inklusive dem sehr rührigen sb wirklich glück habe, das ist auch nicht überall so und insofern verstehe die leute auch wieder, die das nicht mehr haben wollen und eine pferdehaltung in eigenregie anstreben.
slider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.10.2011, 19:30   #10 (permalink)
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Wenn ich in einem Einfamilienhaus wohnen würde, täte ich einen Teufel, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um einen Stall bauen zu können. Im Leben nicht !!
Oder meine Familie überreden, einen Hof zu kaufen, damit ICH mir Pferde halten kann. Auch nicht , wirklich!

Es hat sich einfach so bei mir ergeben. Aufgewachsen bin ich in einem Reihenhaus in einer Kleinstadt mit Eltern die eingefleischte Großstädter waren. Zwar mit Sinn für die Natur, aber Städter eben. Segeln war ok, Pferd nicht. Also hab ich anderer Leute Pferde geritten und mich auch da im Stall aufgehalten. (Die Stimmung zuhause war nicht immer gut, meine Schulzeugnisse auch nicht...)

Wenn ich also nicht so wohnen würde wie jetzt und genügend eigenes Geld verdienen würde, hätte ich mein Pferd ganz sicher auch untergestellt. Möglicherweise hätte ich aber keines, wenn ich nicht verdienen würde. Ich glaube, dann hinge ich an der Flasche....

Geändert von clynghoj (20.10.2011 um 19:31 Uhr) Grund: Immer schreibt man mit 2 "m", nicht mit 3!
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