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Alt 13.04.2011, 16:09   #1 (permalink)
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Standard Biogas

Wer kennt sich in Sachen alternativer Energie-Gewinnung wie Biogasanlagen aus? Bedeuten diese eine Verknappung von Futter und Einstreu ?

Danke für Eure Meinungen!
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Diana Maier
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Alt 13.04.2011, 18:48   #2 (permalink)
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Also eine Verknappung in Sachen Heu ist schon deutlich zu merken. Die meisten Bauern in meiner Gegend machen schon garkein Heu mehr, die füllen ihre Silos und der Rest wandert in die Biogasanlage.
Bedenklich find ich die riesigen Maislager, guter Futtermais, der einfach verheizt wird. Das ist irgendwie dekadent, so mit Lebensmitteln umzugehen.

Ich hab mal nen "Biogaser" gefragt, wieso man da keinen Mist von Rindern oder Schweinen nimmt. Die Antwort hat mcih schon geschockt: Im Mist der Nutztiere sind soviele Antibiotika, dass die Bakterien, die in der Anlage das Gas produzieren, eingehen.
Leider ist Pferdemist nicht effektiv genug, sonst hätt ich mir schon lang was überlegt.

Ich hätte Lust, einen Wärmetauscher in meinen Misthaufen einzubauen, kann mir vorstellen, dass das zumindest unseren Bedarf decken könnte.
__________________
Das 11. Gebot:

Du sollst den Atomkern nicht spalten
sunny2000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.04.2011, 19:08   #3 (permalink)
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@Sunny2000, stimmt,wir haben hier alleine 2 Biogasanlagen in den Nachbarorten...leider finde ich geht dadurch die Optik der Landschaft kaputt weil überall die Maisfelder sind um die Biogasanlage zu füttern oder Maismieten für die Rinder angelegt werden.

Ich hab aber mal bei uns in der Tagespresse mal vor urzeiten ein Artikel gelesen,das es irgendwen gibt der mit Pferdemist Energiegewinnen will...ich weiß nur nicht mehr wann dieser Artikel war und wer es war und geschweige wo...aber irgendwie bei uns in der Eckeich meine das wäre es doch...
Ares ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.04.2011, 19:26   #4 (permalink)
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die Biogasanlagen in unserer Gegend wollen den Pferdemist nicht, sie sagen, das erzeugt zuwenig Energie.
Aber einen Wärmetauscher im Misthaufen haben schon einige Leute gebaut. Das Problem dabei ist leider, dass man eine relativ grosse Menge Mist braucht. Und ich habe nicht genug Lagerfläche, um eine dauerhafte Mistlege zu bauen, ich bin darauf angewiesen, dass das Zeugs alle paar Monate abgeholt wird.
Man könnte mit dem Mist von drei Pferden auf einer dauerhaften Mistlege zumindest seinen Bedarf an Warmwasser decken. Das lohnt sich doch schon, oder? im zuge der Energiewende kommen da bestimmt noch ulkige Erfindungen auf den Markt.
Hab schonmal einen Bericht gesehen, von einem Landwirtschaftstag in USA, da haben sie mit einem Pferd auf einem Laufband eine Ballenpresse, einen Holzspalter und einen Springbrunnen betrieben.
Wär doch mal was: Der Cavallo-Innovations-Preis für aussergewöhnliche Erfindungen rund ums Pferd
__________________
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sunny2000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.04.2011, 08:44   #5 (permalink)
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Ganz bestimmt wird das Futter knapp.

In dem Landkreis, in dem ich wohne gibt es unglaublich viele Biogasanlagen. Man hat ein bisschen verpennt, die Geschichte in irgendeiner Form zu begrenzen. Nun wollen sie alle ganz modern sein und bauen diese Dinger. Wird ja auch gefördert. Letztes Jahr Juli war deadline für Anträge, aber es gibt noch reichlich Genehmigungen. Der deutsche Bauer macht anscheinend alles, was die Politik sich ausdenkt, Hauptsache es gibt Fördergelder, Prämien usw..

Da größte Mengen an Mais benötigt werden, ist hier jeder Fleck mit Mais bebaut. Es ist fürchterlich. Dauergrünland wird umgerissen, Mais drauf. Egal, ob das ok ist. Vorschriften sind dazu da, Schlupfwinkel zu finden.

Dieser massive Eingriff in die Natur kann auf Dauer nicht gut gehen. Grünland hat Pachtpreise, die kaum ein konventionell wirtschaftender Bauer bezahlen kann. Wer Land hat, verpachtet an Biogas-Leute zu horrenden Preisen und Flächen, die immer der Futtergewinnung dienten, sind weg.
Getreideanbau wird deutlich weniger, Getreidesorten sind z. T. sowieso schon kurzhalmig, sprich weniger Stroh.

Wir "leisten" uns hier zu Hause 4 ha und in Dithmarschen auf unserem Resthof ungefähr 7 ha Grünland, das wir an Leute verpachtet haben, die dort gräsen lassen, bzw. Futter gewinnen. Klar könnten wir mehr Geld kriegen wenn wir an Biogas-Leute verpachten würden. Machen wir aber nicht, weil wir hier zu Hause schon leider mehr als genug Mais um uns rum haben und in Dithmarschen dem langjährigen Pächter das Land nicht einfach wegnehmen.
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Das bringt kein Geld, fühlt sich aber ganz gut an..

Neuere Versuche in der Gegend hier lassen hoffen : Zuckerrüben scheinen sich auch gut zu eignen.
clynghoj ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.04.2011, 13:16   #6 (permalink)
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Ja das Futter wird knapp und die Pachtpreise steigen stark.
__________________
Gruß
Michael
Member of EVKdFSMiD

Qui tacet, consentire videtur
oldMichael ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2011, 18:13   #7 (permalink)
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...um das Thema nochmal aufzugreifen: ich habe gehört, dass In Deutschland täglich 80 ha Grünfläche versiegelt werden durch Bebauung. Hoch - und Tiefbau. Statistischer Mittelwert.

Da wird mir ganz anders, denn das ist nicht so schnell rückgängig zu machen, wenn überhaupt. Alle Maisanbauflächen dagegen könnten ja theoretisch wieder in Grünland umgewandelt werden.
Weiß da jemand was Genaues?
clynghoj ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.06.2011, 21:38   #8 (permalink)
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Mit follgendem post werde ich mir hier bestimmt den einen oder anderen Feind schaffen, aber egal.

Ich kenne einige Biogasanlagen (BGA) und deren Betreiber und hatte zudiesem Thema schoneinmal einen Beitrag gestartet.

Zunächst einmal muss ich euch Recht geben: Ja es Stimmt viele Bauern und Landwirte, wie ich selbst einer bin, verpachten Ihre Fläschen an BGA-Betreiber.
Und es stimmt auch, dass seit dem die BGA´s vermehrt gebaut werden, mehr Mais angebaut wird.

was jedoch nicht Stimmt sind folgende Punkte:

Zunächst wird nirgens Bestandgrünland (Fläschen die seit min. 5 Jahren mit Dauerweite bestellt sind) umgebrochen um BGA.Mais daruf anzubauen. Dies ist garnicht so ohne weiteres möglich, da es bei bestandsgrünland einer besonderen Genehmigung bedarf um es umzubrechen.

was auch nicht Stimmt, ist das die BGA-betreiber keinen Mist haben wollen, weil er angeblich den Anlagen schaden würde.
Die Betreiber möchten keinen hohen Strohanteil im Mist haben, da Stroh bei der zersetzung viel Stickstoff verbraucht und man somit sehr viel Stickstoff, in Form von Glülle, der BGA zuführen muss.
Deshalb ist es auch nicht richtig, dass die BGA´s den Einstreu vernichten.
Ich miste bewusst so, dass ich möglichst wenig Stroh in meinem Mist haben und ich bekomme ihn regelrecht aus der Hand gerissen. Ich bekomme sogar noch Geld dafür!
Wenn das Stroh bereits etwas zergangen ist nehmen die Betreiber den Mist liebend gerne.
Ich weiß schon von mehren BGA´s die ausschlieslich mit Mist, Klärschlamm Und den Abfällen aus braunen Tonne und der Land- und Komunalwirtschaft betrieben werden. Sie dienen also auch in einem gewissen Rahmen der Abfallbeseitigung.

Noch ein Punkt der nicht ganz richtig ist, ist der, dass die Pachtpreise enorm angesteigen. Die Preise sind in den letzten gestiegen, soweit Stimmt es. Allerdings sind die Preis zur Zeit wieder rückläufig.


Außerdem seine wir mal Ehrlich!
Spätestens seit Fukushima will wieder jeder "weg" von der Atomkraft. Es überlegt aber niemand mal, wo die dann fehlende Energie herkommen soll.
Von dem bischen Wind-, Wasser- und Sonnernenergie bestimmt nicht.
Und Kohle und Öl ist bekanntlich nicht mehr viel da!!!

Ich weiß ihr werdet mich jetzt hassen für diesen Beitrag. Ich bin damit schon in viel Foren angeeckt. aber ist nunmal so, dass viele das genau Prinzibe einer BGA noch nicht verstanden haben. Und es vielleicht auch einfach nicht wollen.
reiter1991 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.06.2011, 22:13   #9 (permalink)
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Zitat:
Zunächst wird nirgens Bestandgrünland (Fläschen die seit min. 5 Jahren mit Dauerweite bestellt sind) umgebrochen um BGA.Mais daruf anzubauen. Dies ist garnicht so ohne weiteres möglich, da es bei bestandsgrünland einer besonderen Genehmigung bedarf um es umzubrechen.
Da in einigen Gegenden nun aber die Jahre für die Brachen abgelaufen sind, (vorallen hier in weiten Teilen in Sachsen) sind diese Maiskulturen und anderen Pflanzen für die Biogasanlagen aus dem Boden geschossen.
Früher konnte ich mit dem Pferd von Brache zu Brache reiten und nun nix mehr. Ich bin auf viele Straßen und Feldwege mit fiesen Belag angewiesen.

Hinzukommt, dass die Heubeschaffung uns immer schwerer fällt. Gute Beziehungen sind das Zauberwort.

Und mal ehrlich, wieso werden Lebensmittel vernichtet. Ich halte davon nichts.

Zitat:
Und Kohle und Öl ist bekanntlich nicht mehr viel da!!!
Seit den Ölktastrophen ist uns doch mehr als bewusst, dass wir noch genug des Öl haben. Sparsamer Umgang, aber es reicht noch eine Weile. Selbst in den Medien wird das nicht mehr propagiert und das nicht aus dem Grund, dass wir es ja schon alle Wissen.
iboM ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.06.2011, 07:52   #10 (permalink)
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Zitat:

"was jedoch nicht Stimmt sind folgende Punkte:

Zunächst wird nirgens Bestandgrünland (Fläschen die seit min. 5 Jahren mit Dauerweite bestellt sind) umgebrochen um BGA.Mais daruf anzubauen. Dies ist garnicht so ohne weiteres möglich, da es bei bestandsgrünland einer besonderen Genehmigung bedarf um es umzubrechen. "

Da muss ich Dir widersprechen: Man kauft sich Umbruchrechte und schon kann Dauergrünland gepflügt werden und man kann Mais -oder was man möchte - anbauen.

Wir machen das gerade mit einer unserer Flächen in Dithmarschen ,Schleswig-Holstein. Ein Stück, das seit weit mehr als 5 Jahren Grünland ist. Wahrscheinlich eher 100 Jahre.

Warum machen wir das ? Unser Pächter hat aufgehört mit Viehhaltung, braucht das Land nicht mehr und wir werden es verkaufen. Wir rechnen damit, mehr Geld /Hektar zu bekommen, wenn dort gepflügt werden darf. So einfach geht das.
clynghoj ist offline   Mit Zitat antworten
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