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Alt 19.06.2010, 09:55   #61 (permalink)
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Standard Urteil in Perleberg

Die Cavallo Redaktion wollte darüber ja selbst berichten, aber da ich bis jetzt noch nichts gefunden habe, erzähle ich Euch gern vom Prozess gestern in Perleberg gegen Frank E., den ich für ein größeres Medium besucht habe (der Name dürfte jetzt eigentlich voll genannt werden, da er rechtmäßig zu einer Strafe ohne Bewährung und Berufsverbot bezüglich Pferdehaltung verurteilt wurde. Der Mann lebt jetzt wohl auf Rügen und hat sich dort eine Rinderhaltung als Landwirt angeschafft. Die Namen der Pferdebesitzerinnen wurden ja in der Märkischen Zeitung auch genannt).

Sunny und Clynhoj hatten schon Recht, es gab bei den Zeugenaussagen einige Dinge, die sehr ungereimt wirkten, was die Taten des Angeklagten nicht besser macht. So ist die eine Zeugin, die jetzt in Flensburg wohnt und vorher in Stolzenau sein Opfer wurde, sehr ungeschickt als Zeugin aufgetreten und hat erhebliche Zweifel an ihren Aussagen geweckt. Sie hatte 20 Pferde, lebte mit einem Zeitsoldaten zusammen und bezog Leistungen aus der Sozialhilfe. Der Anwalt rechnete dem Gericht und den Zuhörern vor, dass die Frau von gemeinsamen Einkünften mit dem Lebensgefährten und Hartz IV unmöglich diese 20 angeblich hochklassigen Zuchtstuten gut ernähren konnte. Der Verteidiger bezweifelte Wert und guten Zustand der Tiere bei der Übergabe. Es war zu erfahren, dass sie selbst von den Behörden in Verden ein Halterverbot hat. Das wird aber offenbar nicht wirklich kontrolliert und so konnte sich die Frau mit dem Umzug nach Flensburg allem entziehen. Sie gab von den 20 Pferden 13 an den Angeklagten ab, darunter eine Stute, die tragend gewesen sein soll.

Ein geladener Zeuge, der bei Gericht nicht mehr aufgerufen wurde, berichtete auf dem Flur bereitwillig von seiner Beteiligung beim Aufdecken der Zustände: Ein älterer Nachbar habe im Winter trotz mehrfacher Herzinfarkte mühselig Stroh zu den Pferden auf die Weide gekarrt, dass ihm selbst dabei schon bange wurde, als er das beobachtete. Die Polizei habe sich trotz mehrfacher Anrufe durch ihn nicht sonderlich bemüht. Er selbst habe den Angeklagten mehrfach mit dem Anhänger durch das Dorf fahren sehen und daher geahnt, wo sich die Pferde aufhalten könnten. Einige von ihnen sollen in Schlachthöfe in der nahen Umgebung transportiert worden sein, das sagte der Pferdehändler aus, der von Frank E. mehrere Pferde gekauft hatte. Einige könnten aber auch längere Wege nach Belgien, Italien oder Frankreich gefahren worden sein. Auch das Veterinäramt hat zwar kontrolliert, aber die zuständige Tierärztin Sabine Kramer sagte aus, wie das abgelaufen ist: So sei eine ihrer Mitarbeiterinnen vor ihr vor Ort gewesen. Aber auch ihr habe der Hofbesitzer eine heile Welt vorgegaukelt, ihr viele Pferde in den engen Verließen gar nicht gezeigt. Die Ämter kündigen für gewöhnlich ihre Besuche auf den Höfen an. "Für uns ist relevant, dass man für die gewerbliche Haltung und den Handel mit Tieren eine Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz benötigt. Diese Erlaubnis war hier weder beantragt, noch erteilt", erzählte Sabine Kramer. Sie hatte allerdings auch berichtet, dass die Zustände nicht unbedingt Relevanz für den Tierschutz gehabt hätten, obwohl einige Pferde in einem bedenklichen Zustand gewesen sein sollen. Es war damit zu rechnen, dass der Angeklagte in diesem Punkt nicht schwer belastet würde.

Fortsetzung weiter unten, Text wird zu lang **g**
LG. Kat

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*frei nach dem Buchtitel "Frau Freud wurde wieder mal vergessen" über die Gattin des fragwürdigen Psychiaters

Geändert von FrauFreud (19.06.2010 um 10:10 Uhr)
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Alt 19.06.2010, 10:10   #62 (permalink)
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Standard Fortsetzung

Der als Zeuge geladene Pferdehändler konnte nur vage Angaben über die Anzahl der gekauften Pferde machen. Brisant ist dagegen schon, dass eines der Pferde der Tochter eines Juristen gehörte und das junge Mädchen mit dem Tier auf Turnier so gar nicht klargekommen sei, deshalb "musste es weg" und damit das Kind nicht dem Spott der anderen ausgesetzt wird, weil andere Reiter das Pferd durchaus "bedienen konnten", bekam der Händler den Auftrag, es auf jeden Fall schlachten zu lassen. Es kamen also nicht nur alte und angeblich unheilbare Pferde in die Wurst. Diesen Aspekt nutzte der Verteidiger aus, um sein Wort an die Geschädigten zu richten, die in seinen Augen zwar moralisches Recht hätten, ihr Urteil zu fällen, aber der wirtschaftliche Schaden sei doch recht gering und sein Mandant hätte sich wahrlich nicht bereichert, während er sich einer wahren Hetzkampagne ausgesetzt sehen würde und beruflich ruiniert sei. Ihm wurde die Wohnung gekündigt und er sei auch als Landwirt diskreditiert. Das hätte er sich überlegen müssen, bevor er Wiederholungstäter wurde. Wirklich demütig wirkte er bei seinen letzten Worten vor dem Richterspruch nicht, obwohl er brav einräumte, er hätte die Aktivitäten in diesem Bereich inzwischen eingestellt.
Allerdings mussten sich die Pferdebesitzerinnen auch einige Rüffel gefallen lassen: Eines der Pferde wurde an einer Bushaltestelle übergeben, noch dazu ein wertvolles, das mit einer Erkrankung an Borreliose und einem neuen Schub in dem Glauben abgegeben wurde, Frank E. hätte eine Tierärztin, die auf die Behandlung spezialisiert sei. Die Frau hat das Papier behalten und den Pass mitgegeben, besteht aber darauf, dass sie noch Eigentümerin sei und das Pferd nach der Behandlung zurückhaben wollte. Dagegen spricht, dass sie vor Gericht zugeben musste, dass sie drei Pferde für hohe Boxenmiete hält und dieses nicht allein aus wirtschaftlichen Gründen abgegeben haben kann. Der Verteidiger: "Es entsteht hier schon der Eindruck, dass sich einige der Damen einfach elegant dieser Pferde entledigen wollten". Schutzverträge, über die sich die Juristen bei Gericht für gewöhnlich ähnlich erst informieren müssen wie über andere Sachverhalte in diesem speziellen Metier, machen keinen Sinn, wenn darin keine Rückgabe der Pferde ausdrücklich vereinbart wird. Der Verteidiger stellte sogar in Frage, ob solche Verträge nicht nur dem Gewissen der Pferdebesitzer dienen und sie von ihrer Verantwortung freisprechen sollen, die sie unweigerlich für ihre Pferde haben. Niemand kann sein Pferd krank oder gebrechlich jemandem geben, der es gesund pflegt auf eigene Kosten und dann gesund dem Besitzer zurück gibt, das ist in den Augen des Anwalts naiv gedacht.

Der Staatsanwalt hatte sich von den Argumenten der Gegenseite nicht beeindruckt gezeigt und legte seinen Antrag für das Strafmaß an der oberen Grenze an: Zwei Jahre und sechs Monate ohne Bewährung, dazu ein Berufverbot mit der Auflage, für drei Jahre keine Pferde mehr halten zu dürfen.

Dieser Fall wirft wieder einmal deutlich auf, wie umfangreich das Thema ist und dass eine Bewertung der Taten schwierig ist, ohne dass die Frage gestellt wird, wie einfach es sein kann, sich von einem Pferd zu trennen, das möglicherweise über Jahre gute Dienste geleistet hat, dann aber schwierig oder krank wird. Außenvor wahre wirtschaftliche Gründe, wenn jemand finanziell in Not gerät und sein Pferd nicht mehr halten kann! Bei den Zeugenaussagen tauchten allerdings häufiger Formulierungen auf wie "das Pferd musste weg" oder sollte "abgeschafft werden". Alles eben zwiespältig und fragwürdig. Bezeichnend war das Verhalten der Zeugin mit dem Borreliosepferd, die auf die freundliche Anfrage, was sie verananlasst hatte, ihr Pferd an einer Bushaltestelle zu übergeben, sichtlich erbost reagierte und sich angegriffen fühlte, aber keine plausible Erklärung geben konnte.

@Excalibur: Wenn Du also in der Nähe von Rügen wohnst, würde es sicher helfen, wenn Du mal einen Ausflug machst und schaust, ob die Lebensgefährtin von Frank E. (mit einem Doppelnamen, also vermutlich inzwischen mit ihm verheiratet) den Hof betreibt!

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Alt 19.06.2010, 12:41   #63 (permalink)
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@fraufreud
vielen dank für den ausführlichen, interessanten bericht!

trotzdem finde ich das ganze nach wie vor mehr als mysteriös und bin der meinung, dass die jeweiligen pferdebesitzer nicht ganz unschuldig am schicksal ihrer angeblichen lieblinge sind...

gut finde ich, dass der staatsanwalt für ein strafmaß an der obergrenze plädiert.
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Alt 19.06.2010, 12:49   #64 (permalink)
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@FrauFreud

Mensch, Du bringst mich um die Mittagsstunde..

Vielen Dank für die Mühe, hier alles so genau einzustellen. Ich habe , bevor ich Deine Beiträge gelesen habe, erstmal alles von vorne gelesen.

So war unsere allgemeine Skepsis doch recht angebracht, wie sich jetzt rausstellt.

Natürlich sind die Machenschaften dieses Gaunerpärchens nicht zu entschuldigen, bzw., in irgendeiner Form zu rechtfertigen.
Aber wie leicht machen die Menschen es sich zum Teil wenn sie ein Pferd loswerden wollen. Die Rechtsanwaltstochter vorneweg. Wie perfide ist das, die eigene Eitelkeit auf Kosten des Pferdelebens zu "bedienen".

Wie feige aber auch von den Leuten, die Pferde nicht selbst zum Schlachter zu bringen.
Als ich die Geschichte mit dem Borreliose-Pferd las, hätte ich das hier können : Mehrfach !! Was denkt diese Tante sich? Das ist nicht naiv, das ist unverschämt, maßlos dreist und absolut unfair dem Pferd gegenüber.

Apropos unfair : KEINER dieser Leute, die ein Pferd dort hingebracht haben, hat fair gegenüber seinem Pferd gehandelt.

Die ganze Angelegenheit läßt ja auch noch andere Fragen hochkommen : wie war das mit den Pässen? Meint wirklich immer noch irgendjemand, man bräuchte einen Pass (zum Pferd passend, meine ich ) , um ein Pferd schlachten zu lassen?? Doch wohl hoffentlich nicht.

Mein Job auf den Schlachthöfen lehrt mich die absonderlichsten Dinge : Pässe, die nicht zum Pferd gehören, falsches Geschlecht des Pferdes und als Krönung "Nicht zur Schlachtung bestimmt", aber die Besitzer haben sich anders entschieden. Bei Hinweis darauf gibt`s zur Antwort :"Ach, das hatten wir ganz vergessen..." Jau, super.

Gut, daß dieser Frank E. verurteilt wurde, aber die nächsten Gauner stehen schon bereit.

P.S.: der Frau aus Flensburg spreche ich hiermit das Recht ab, sich" aus Flensburg kommend" zu nennen. Kannst mal sehen, kommt ja eigentlich auch von ganz woanders her.Mehr oder weniger hierher geflüchtet.

Hoffentlich liest von diesen Leuten hier mal einer was. Könnt`ja auch mal jemand was antworten... Gelle.

Ich guck jetzt den Rest der Mittagsstunde den Schweden bei den Hochzeitsvorbereitungen zu. Das bringt mich wieder runter von meiner Garstigkeit.

Aber, FrauFreud, danke nochmals für Deine Mühe !!
clynghoj ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.06.2010, 12:50   #65 (permalink)
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Gern, war mir ein persönliches Anliegen, weil ich von Luhmühlen aus extra dahin bin, um a. zu sehen, was das für ein Typ ist und b. ein paar Fragen an die Pferdebesitzer hatte. Mir ist klar, wie umfangreich so eine Geschichte ist und dass nicht nur der Angeklagte allein den Schwarzen Peter hat. Außerdem kommen bei solchen Verhandlungen immer zutage, welche Versäumnisse bei Amtsveterinären da sind, bei Equidenpässen, der Entscheidung, welches Pferd wirklich "unbrauchbar" oder Schlachtpferd ist und auch, wie leicht solche Sachen wie Schutzverträge zu umgehen sind.

Abgesehen davon: Mir ist es auch nicht leicht gefallen, für drei Pferde zu sorgen, darunter zwei über 25 Jahre, aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, sie abzuschieben, es findet sich immer ein Weg. Die Dame mit dem Boreliosepferd blaffte mich gleich an, sie käme aus dem Pott und da gäbe es keine Weiden. Das spricht Bände, oder? Hier wurde deutlich, dass mindestens eine der Damen einfach nur ein lästiges Problem abschaffen wollte, weil sie ein Pferd möchte, das Turniere geht. Für eines, das krank ist oder nicht funktioniert, scheint in dieser Welt kein Platz zu sein. Allein, wie ich angemacht wurde, als ich das fragte, sprach schon Bände. Nebenbei gesagt, der Typ, der bei der Dame war, wird wohl für Cavallo den Bericht schreiben? War nicht wirklich gut informiert, machte mich aber auch subtil blöd an.
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Geändert von FrauFreud (19.06.2010 um 12:56 Uhr)
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Alt 20.06.2010, 09:54   #66 (permalink)
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ach mensch, man könnte immer wieder heulen. es ist so traurig, wenn man sieht, wie kreaturen zur wegwerfware werden.
und leidergottes sind solche leute, die ihre pferde einfach nur entsorgen wollen, und sich dann noch hintergangen fühlen der grund, wieso es so schwierig ist, gegen tierquäler vorzugehen.
dieser herr e. (eigentlich ulkig, mein nachbar is ja auch ein herr e. ) konnte seine fiesen aktivitäten doch nur starten, weil es eben leute gibt, denen die verantwortung für ein lebewesen egal ist. klar ist es gut, dass der jetzt verurteilt wird, aber ich finde, man sollte eher bei den besitzern ansetzen. wo keine pferde verantwortungslos verschenkt werden, gibt es keine dubiosen pferde-schlächter,-händler,oder -sammler.
und ich will auch ausdrücklich menschen ausnehmen, die sich aus wirklichen, also wichtigen gründen trennen MÜSSEN.
sunny2000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.06.2010, 21:18   #67 (permalink)
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Sagte ich ja, dass ich für die Verständnis hätte, aber dann gebe ich mein Pferd nicht 350 km weit weg, sondern suche einen Platz, an dem ich es besuchen könnte, so oft es geht. Ich kann doch mein Pferd nicht einfach abschieben, weil ich den Anblick dann nicht ertrage, dass es ihm woanders entweder gut oder sogar schlecht ergehen könnte! Ich sehe bei solchen Geschichten eigentlich eine gute Seite, etwas eigennützig, aber ich sehe, wie gut es unsere haben und es ist mir nicht immer leicht gefallen, auf alles zu verzichten (gerade bei den Honoraren, die inzwischen im Pferdebereich bezahlt werden), meine Pferde zu halten, aber gegen das, was andere ertragen müssen, haben wir für alle paradiesische Zustände, ich schwöre! Gerade vorher fuhr ich noch zu einem Stall, um Flyer zu verteilen, und sah, dass die Pferde zwar tagsüber draußen sein durften, aber die Weide war abgenagt, kein Baum, kein Schatten und kein Unterstand, sie waren den Fliegen und der Sonne am Donnerstag ausgeliefert. Das ist dann auch nicht der wahre Jakob... Es gibt so viel zu tun, das kann Miriam Kreutzer in der Tat nicht allein schaffen... LG. Kat
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Alt 21.06.2010, 07:39   #68 (permalink)
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Manchmal ist die Welt ein so winziges Dorf, es ist nicht zu fassen.

Ich lernte eine Frau kennen, die ihre Pferde an den Typen in Helle "verloren" hat und sie ist genauso wie ich es befürchtet hatte: ein ganz großer Blender.
clynghoj ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2010, 08:01   #69 (permalink)
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Siehst Du, das hatte ich befürchtet, deshalb wollte ich denen einmal in die Augen sehen, die einfach nur mit dem Finger auf einen zeigen und jemanden anklagen, der eigentlich nur für diese Damen die Dreckarbeit erledigt hat. Ich hätte gern auch ihren Pferden in die Augen gesehen, als sie von diesen Frauen an der Autobahn oder an einer Bushaltestelle an den Mann aus Helle übergeben wurden. Wie konnten die das ertragen? Ich war zweimal dabei, als zwei Pferde die Augen zugemacht haben, eins hier bei mir in der Scheune und das andere in der Klinik in Hamburg, beides hat mir das Herz gebrochen. Aber ich würde auch anzweifeln, ob diese Pferde, die abgeschoben wurden, schlachtreif waren. Es sagt sich so leicht, dass ein Pferd mit Rehe nicht heilbar sei, aber ist das nicht nur eine Frage der Mühe und der Art des Umgangs, natürlich auch des Geldes, denn selbst Homöopathie kostet etwas, wenn es ein gut ausgebildeter Tierarzt anwendet, aber unheilbar? Kaum.

Das alles macht nicht besser, was dieser Mann und seine Frau mit ziemlich krimineller Energie auf die Beine gestellt haben, aber bereichert hat der sich nicht wirklich, der hat noch eine Menge Schulden und als ich erfuhr, wie wenig Schlachtpreis im Osten gezahlt wird, war mir klar, warum das alles so lief. Die Pferde also nach Belgien, Frankreich oder Italien transportieren zu lassen, ist deshalb immer noch fragwürdig, aber es spricht die Pferdebesitzerinnen ja nicht von ihrer Verantwortung frei, die sie abgegeben haben, genau wie die Pferde, die bei ihnen ausgedient hatten.

Das junge Mädchen hatte mein Mitgefühl, denn bei ihr waren es wohl die Eltern, die verlangt hatten, "das Pferd muss abgeschafft werden". ICH hätte, an ihrer Stelle, lieber Zeitungen ausgetragen oder anders eigenes Geld verdient, einen Platz für mein Pferd gesucht und es als Patin weiter finanziert. Ich habe auf das Auto, zuerst den Führerschein und später das Studium verzichtet, um meine Stute behalten zu können. Das alles habe ich später selbst finanziert, als ich Geld verdient habe. Da tat es ein altes Auto (wie heute) und studiert habe ich erst viel später. Ging also auch.

Sagt Ihr mir Bescheid, wenn was in der Cavallo über den Prozess steht, bitte? Danke.
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Geändert von FrauFreud (21.06.2010 um 08:05 Uhr)
FrauFreud ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.06.2010, 10:10   #70 (permalink)
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@FrauFreud

die neueste Cavallo ist ja gerade erst erschienen, also frühestens in der nächsten Ausgabe.

Es gibt ja diese besonderen Internetseiten , die hier auch schon mal bekannt gemacht wurden. Bisher habe ich da nichts gefunden ausser natürlich, daß der Typ verknackt wurde. Naja, was sollen sie auch schreiben....Sie werden sich nicht selbst anklagen.
clynghoj ist offline   Mit Zitat antworten
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