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#1 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 27.02.2011
Beiträge: 4
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Hallo.
Ich bin neu im diesem Forum und würde mich gerne mit einem Problem an die anderen User wenden: In meiner Nachbarschaft steht ein extrem verwahrlostes Pferd. Dieses Pferd wurde nie gut gehalten, da es immer alleine stand. Nach einigen Wochen(es schien zuvor woanders zu stehen) habe ich es wieder auf der Weide stehen sehen und es ist mittlerweile in einem katastrophalen Zustand! Die Rippen sind deutlich zu sehen( die Weide ist komplett abgefressen und es wird offensichtlich nicht zu gefüttert) und die Stute ist stark verwurmt. Den allgemeinen Gesundheitszustand würde ich ebenfalls als kritisch bezeichnen, die Stute scheint auch schon über 20 Jahre alt zu sein. Die regionale Zeitung berichtete über diese Verwahrlosung, das Veterinäramt redete sich aber heraus. So weit mir bekannt ist, gab es zuvor in unserer Stadt einen Fall von Verwahrlosung zweier Shettlandponys, die sterben mussten, weil das Veterinäramt nichts unternommen hat. Ich befürchte, dass es diesem Pferd genauso ergehen könnte und ich frage mich, was ich/man dagegen unternehmen kann?! (Übrigens bin ich durch einen Artikel in der CAVALLO vom Dezember letzten Jahres, in dem es um ebenfalls um verwahrloste Pferde ging, auf dieses Forum aufmerksam geworden.) |
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#2 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 15.09.2009
Beiträge: 2.190
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woher nimmst du dein wissen? also woran meinst du erkennen zu können, dass das pferd stark verwurmt ist? und dass nichts zugefüttert wird? hast du einsicht in die koppel zu jeder tageszeit?
ich habe selbst regen kontakt zu unserem hiesigen vet-amt bezüglich eines sogenannten gnadenhofes mit schlechter, teilweise wirklich tierschutzwidriger tierhaltung. und ich kann aus erfahrung sagen, dass das amt zumindest mal jedem hinweis nachgeht. wenn sich da dann aber nichts herausstellt, bekommt das der aussenstehende garnicht mit. die informieren nämlich die anderen leute nicht über ihre aktivitäten. wenn ein pferd schon so alt ist, kann es durchaus sein, dass es stark an gewicht verliert, ohne dass eine vernachlässigung vorliegt. wenn du dir aber 100% sicher bist, dass es sich hier um eine tierschutzrelevante haltungsform handelt, wende dich an die polizei. die wird dann das vet-amt hinschicken, was erfahrungsgemäss schneller geht, als wenn man als privatperson dort anruft. wenn du ernst genommen werden willst, ist es unerlässlich, die anzeige nicht anonym zu tätigen. allerdings muss dir dann bewusst sein, dass auch der angezeigte deinen namen mitgeteilt bekommt. |
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#3 (permalink) | |
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Erfahrener Benutzer
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Zitat:
Und das Amt muß jedem Hinweis nachgehen, auch wenn das anonym gemacht wird. Die Erfahrung die ich machen mußte ist leider auch so, daß man als Pferdehalter vieles kritischer sieht als das Amt. In vielen Fällen wo man denkt "da muß doch was passieren" scheint vom Amt her alles in Ordnung, denn es tut sich kaum was. Wenn in deinem Fall das Pferd schon alt ist so wird hier sicher schwer zu unterscheiden sein ob das mangelnde Fütterung oder das Alter ist. Meine Stute, inzwischen 19 ist tragend und hat Fohlen bei Fuß, und trotz viel Futter hat sie Tage, wo man die Rippen sehen kann, dann wieder gehts mal. Kennst du den Besi und kannst den erstmal ansprechen? |
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#4 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 15.09.2009
Beiträge: 2.190
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naja, zwei stunden,nachdem die polizei auf meinen hinweis hin bei unserem sog. gnadenhof aufgelaufen ist, war der gute mann bei mir und hat terz geschoben.
und leider ist es wirklich so, dass das amt erst in wirklich krassen fällen einschreitet. allerdings müssen die auch erst eine fundierte rechtliche grundlage haben, sonst verläuft alles im sande und fällt im ungünstigsten fall auch noch aufs amt zurück. im übrigen führt eine erfolgreiche anzeige beim vet-amt fast immer und zwangsläufig zu einer gerichtsverhandlung, in der man dann als zeuge aussagen muss. man sollte sich dann auch über etwaige urteile keine illusionen machen. tierhaltungsverbote sind äusserst selten, auch die zwangsweise wegnahme einzelner tiere wird nur in wenigen fällen praktiziert. in meinem fall damals wurden die halter des halbtoten fohlens zur zahlung von 1000 euro an einen tierschutzverein verdonnert, das war aber auch alles. |
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#5 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
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In den meisten Fällen gibt es erstmal Auflagen, die erfüllt werden müssen und von denen ein Außenstehender auch nichts erfährt. Verhandlungen sind auch eher selten.
Und wenn bekannt ist das du diese Gnadenhof auf dem Kieker hast (und das hier ja auch öffentlich geschrieben hast) dann ist es eigentlich kein Wunder, das der bei dir vor der Tür stand, denn in seiner Wut warst du dafür verantwortlich. |
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#6 (permalink) | |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 15.02.2011
Ort: Niederbayern
Beiträge: 1.379
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Zitat:
Ansonsten wird es schwierig. Sind die Hufe in Ordnung? Wenn ja ist das ein Zeichen dass es nicht verwahrlost ist. Ich kenne das Problem, wir hatten mal ein Pferd mit Stoffwechselprobleme, sehr dünn. Konnten wir dann nicht mehr auf die Koppel lassen, da Menschen nur gesunde Pferde sehen wollen und der Meinung sind solche Tiere sollen erlöst werden! Der AmtsTA hat dann nur noch telefonisch Bescheid gegeben, wenn wieder eine Anzeige vorlag. Woher weißt du, dass das Pferd total verwurmt ist? Ich erkenne es durch Anschauen nicht. Ein Pferd alleine zu halten ist nicht nett, ein Pferd leidet darunter, überlebt es aber. Der ATA kann da nicht viel machen. Wenn es kein Wasser hat, kann er etwas machen, Wenn die Hufe verwahrlost sind kann er was machen. Aber sonst. Ich meine wenn es um tolle Haltung gehen würde, dann würden alle Omas ihren fetten Hund verlieren. Um zu beurteilen zu können, wie der Zustands ist wäre es am Einfachsten für uns, wenn du uns ein par Bilder der Stute zeigst.
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Gruß Michael Member of EVKdFSMiD Qui tacet, consentire videtur |
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#7 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 26.02.2010
Beiträge: 2.826
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Du solltest beim ATA Deinen Namen nennen, kannst aber darauf hinweisen, dass Du ungenannt bleiben möchtest, sofern es nicht zu einer Gerichtsverhandlung kommt ist das möglich. Wenn Du als Zeuge auftreten mußt, damit ein evtl. Tierhalteverbot ausgesprochen wird, geht das natürlich nicht mehr.
Wenn Du die Möglichkeit hast, nimm Dir jemanden zur Seite, der zusammen mit Dir den Allgemeinzustand des Tieres überprüft. Angesprochen wurde zB schon der Zustand der Hufe, wie gepflegt ist das Pferd außerdem, hat es Wasser zur ständigen freien Verfügung und kümmert sich überhaupt jemand um das Tier? Wenn man die Würmer schon in den Pferdeäpfeln sehen kann, sollte dringendst was unternommen werden. Ich kann Dir nur ans Herz legen, kümmer Dich drum. Wenn Du Dich traust, sprich die Besitzer an. Beißt Du auf Granit ruf, wie sunny geraten hat die Polizei zusammen mit dem Amtsarzt, die können wenigstens abklären, ob die Zähne gemacht werden müssen oder halt eben wenn notwendig einschreiten.
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Die inneren Eigenschaften und Werte eines Pferdes fordern dem Menschen die beste der menschlichen Eigenschaften ab: " Die Toleranz "
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#8 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 27.02.2011
Beiträge: 4
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Ich "kenne" den Besitzer schon ewig, da er mein Nachbar ist und er das Feld direkt neben unseren Haus gepachtet hat. Es handelt sich um einen Bauern, der schon seit Jahren pleite ist und der seine Kühe schon mal bis zum Bauch in Mist stehen lässt. Vor ca. 4 Jahren interessierte sich jemand aus Mitleid mal an dem Pferd und wollte es kaufen. Der Bauer meinte allerdings ernsthaft, dass er für das Pferd 10.000€ haben will. Ich glaube er selbst lebt schon gar nicht mehr auf dem Hof, nur noch seine Arbeiter "kümmern" sich um den Hof.
Eine gute Freundin von mir, die jahrelange Erfahrung mit Pferden hat und bei einem Tierarzt arbeitet, beurteilt den Zustand des Pferdes ebenfalls als sehr schlecht. Eine Tränke auf der Weide habe ich nicht gesehen und ich denke wenn die Weide nicht mit Stacheldraht umzäunt wäre, würde die Stute vor Hunger durch den Zaun gehen...Zusätzlich steht sie bei Wind und Wetter draußen ohne Unterstand. Ich hatte selbst ein 25- jähriges Pferd als Pflegepferd und ich weiß, dass alte Pferde auch bei sehr guter Fütterung abgemagert aussehen können. Aber dieses Pferd sah vor 4 Monaten noch nicht so aus und es steht auf einer Weide, die letztes Jahr tot-gespritzt wurde. Am meisten Sorgen macht mir halt die Tatsache, dass obwohl die Zeitung über das Pferd berichtete, sich nichts verändert hat... Ich habe mir vorgenommen, dieses Wochenende mir einer Bekannten zu dem Pferd zu fahren und es mir nochmal genauer anzusehen. |
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#9 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 15.02.2011
Ort: Niederbayern
Beiträge: 1.379
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Ich kenne jetzt nur die Verordnungen in Bayern,
Stacheldraht für Pferdekoppeln ist verboten, Frisches Wasser muss 24 Std vorhanden sein, Als Unterstand gelten auch Bäume, im Winter nur Nadelbäume, ein Unterstand muss vorhanden sein
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Gruß Michael Member of EVKdFSMiD Qui tacet, consentire videtur |
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#10 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 23.05.2010
Beiträge: 1.161
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Wieso machst Du nicht gleich die Anzeige beim ATA? Ich kenne das nur so wie Shetty, bei uns kommt der auf jede Anzeige, auch auf telefonische und anonyme. Dazu ist er verpflichtet. Wenn es sich dann als halb so wild herausstellt, dann um so besser für das Pferd. Die melden sich übrigens auch nicht an und müssen aufs Grundstück gelassen werden.
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