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#1 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 22.12.2008
Beiträge: 14
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Wirklich bedauerlich, daß immer wieder, auch in einer so großen Zeitschrift wie Cavallo, darauf hingewiesen werden muß, daß Fresspausen von mehr als 4 Stunden bei Pferden nicht tierschutzgerecht seien, dies dennoch an vielen Pferdeställen die traurige Normalität darstellt.
Meine Isländer standen in solch einem Stall. Anfänglich waren die SB sehr bemüht. Sie fütterten die Pferde sogar noch spät abends mit Heu. Die Fürsorge ließ nach einiger Zeit stetig nach. Ich beobachtete immer häufiger, daß die Pferde am Tag, egal ob Sommer oder Winter, Fütterungspausen von mehr als 8 Stunden ertragen mußten. Eigenständig füttern konnte ich meine Isländer nicht, da es den Einstellern einige Zeit zuvor verboten wurde, in das Heulager zu gehen. In der Futterkammer war nur noch selten Heu zu finden. Abgemagert war keines der dort eingestellten Pferde verschiedener Rassen. Ich denke, daß sie, für evtl. schlechtere Zeiten, Fett einlagern (ist das schon erforscht?). Ähnlich wie beim Menschen der Jojo-Effekt. An einem Abend im November wurde ich von einer Miteinstellerin angerufen, weil mein Isländer eine Kolik hätte. Die kurz zuvor eingetroffene SB berichtete, daß ein anderes Pferd des Stalles am selben Tag wegen einer Kolik in der Tierklinik eingeschläfert worden sei. Ein Miteinsteller erlaubte sich trotz allem die Frage, ob denn die Pferde noch was zu Fressen bekämen. Daraufhin entgegnete die SB, daß sie selber den ganzen Tag nichts gegessen hätte und dies jetzt erst einmal tun würde. Freundlich machte ich sie darauf aufmerksam, daß die Tiere inzwischen fast 12! Stunden kein Futter mehr bekommen hätten und die Kolik meines Pferdes sicher eine Ursache hat. Nur dem beherzten Eingreifen einer Freundin hatte ich zu verdanken, daß die SB nicht handgreiflich geworden ist. Ich hatte alle Hände voll zu tun, meine anderen beiden Isländer und mein kolikendes Pferd zu versorgen. Zwei Tierärzte bemühten sich bis spät in die Nacht. Die Tierklinik war bereits verständigt. Wir kümmerten uns bis 8 Uhr morgens bei minus 10° um meinen Wallach. Vom SB war nichts zu sehen. Im Gegenteil, man behauptete, wie hätten diesen Vorfall inszeniert und unserem Pferd hätte nichts gefehlt. Auch die Zeit danach und bis heute wird mit der Fütterung nicht anders verfahren. Glücklicherweise durften meine Pferde einen Monat später in unseren eigenen Offenstall umziehen. Hier haben die Isländer 24 Std. täglich die Möglichkeit Raufutter aufzunehmen. Meine Sorge, sie könnten zu dick werden, bestätigte sich nicht. Die anfängliche Gewichtszunahme regulierte sich nach kurzer Zeit. Ein Wermutstropfen hat die Geschichte allerdings. Ein Jahr bevor ich meinen Pferden den Umzug ins eigene Heim ermöglichen konnte, an einem sonnigen Novembertag, hatte ein anderer Isländer von mir auch eine schwere Kolik. Man sah ihn wohl schon länger auf der Koppel liegen, berichtete mir aber später, man dachte es sei ein Erdhügel gewesen (auf einer ebenen Wiese…). Als die SB mir Atli überreichte, war er bereits schweißgebadet und konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Der TA wurde erst durch mich verständigt!!! Der Kampf um sein Leben endete in der Tierklinik. Atli starb an einer Dickdarmverdrehung. Wie diese entsteht ist landläufig bekannt. Ich bin inzwischen der festen Überzeugung, daß die SB dieses Pferd ebenso auf dem Gewissen haben. |
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#3 (permalink) |
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Moderator
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Leider sieht man diese Fütterung in vielen Ställen ... traurig und auch gefährlich !
Auch in unserem Stall war es normal, daß die Pferde nur morgens und abends Heu + Futter bekamen. Mittlerweile fütteer ich aber alle gegen Mittag nochmal, damit sie was in den Magen bekommen. Ich selbst würde gerne eine Rundraufe aufstellen, damit die Pferde auf dem Paddoch fressen können, wann sie wollen. Leider sind die Preise so hoch, daß ich so eine Raufe nicht finanzieren könnte. Bei uns im Stall gab es auch noch keine Koliken - allerdings kenne ich das aus einem Nachbarstall, wo die armen Pferde viel zu wenig gefüttert werden. Da ist ständig der Tierarzt wegen Koliken zu Gast ...
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Ein Fjordpferd ist nicht stur - es gibt einem nur mehr Zeit zum Nachdenken ... |
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#4 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 26.02.2010
Beiträge: 2.826
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Hallo,
ich klink mich mal ein, wenn ich darf. Also wir haben uns einen Fress-Ständer selbst gebaut, da können unsere 6 schön drum herum stehen und er ist von außen bequem zu befüllen. Außerdem ist es natürlich praktisch und hygienisch, es wird nichts vergeudet oder vertrampelt. Wir füttern Heulage in Rundballen und die Pferde haben immer, rund um die Uhr, Zugang zum Futter, bevor die letzten Halme gefressen sind, wird ein neuer Ballen in den Ständer gerollt. So ist immer sichergestellt, dass alle, auch die rangniederste, jederzeit was zu knabbern haben. So hat es die Natur eigentlich auch vorgesehen für Pferde, die ja im Vergleich zu Ihrer Größe einen relativ kleinen Magen haben und nicht dazu gemacht sind, in einer halben Stunde eine Futterration für den ganzen Tag aufzunehmen. Kraftfutter gibt´s einmal täglich zur Mittagszeit. Grüssle, Mone |
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#5 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 01.12.2008
Beiträge: 3.047
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lange fresspausen sind in der tat kreuzgefährlich. schlimm, dass es immer noch sb gibt, die das wider besseren wissens ignorieren.
bei uns bekommen die pferde früh heu und kraftfutter, mittags geht es auf die koppeln (im winter heu zur freien verfügung, im sommer gras), abends gibt es dann wieder heu und kraftfutter und über nacht können sie dann immer noch von ihrem stroh knabbern (wirklich super qualität aus eigenem anbau). bin jetzt seit 2004 in diesem stall und es gab in der ganzen zeit kein einziges schwerwiegendes kolikproblem. |
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#6 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 30.10.2008
Beiträge: 1.537
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Bin da auch echt pingelig, was in diesem Fall heißt, es geht um meine eigene Disziplin und z.T. um mein Organisationstalent.
Ich bemühe mich, daß sie immer was zu kauen haben. Aber ehrlich, 4 Stunden !!!?, DAS wußte ich nicht. Ich dachte so 6 bis 8 Stunden und hab mich immer danach gerichtet. Lieber 6 Stunden. Neulich hatte ich nur Rapsstroh zum Streuen, geht ja super, aber nix zu kauen. Schlecht. Also gab`s reichlich mehr Silage. Fand ich auch nicht soo gut. Jetzt hab ich wieder Weizenstroh dazu. Das knuspern sie fast alle. Die alte Knabbi-Stute lehnt das -natürlich-ab. Sie hatte übrigens große Magenprobleme als ich sie vor 16 Jahren kaufte. Sie wurde sogar mal gegen Magengeschwür behandelt. Ist aber scheint`s alles weg und sie entscheidet selber , was sie zu fressen gedenkt. Sicher bekommen aber nicht alle Pferde Kolik durch zu wenig fressen, denn dann wären die TA ja in den meisten Reitställen sehr gut beschäftigt. Und nicht nur da, denn ich denke da auch an die armen Ponies, die "auf Diät" sein müssen und nicht mal Stroh zum Knabbern haben, weil die Besitzer/innen es einfach nicht raffen. |
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#7 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 22.12.2008
Beiträge: 14
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Klar ist, daß Koliken die Todesursache Nr. 1 bei Pferden sind. Allerdings sollte man keinesfalls den Zusammenhang zwischen Fütterungsfehlern und Koliken unterschätzen. Sicher könnten etliche Pferde noch leben, wenn sie tierschutzgerecht gehalten und gefüttert worden wären.
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#8 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 13.02.2009
Ort: Oberösterreich
Beiträge: 142
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Hallo,
also meine Pferdis bekommen 3-mal am Tag Heu und da sind von Früh bis zum Nachmittagsheu schon mal 6-7Std Zeitspanne weil Ich auch arbeite.Über Nacht ist auch Futterstroh dabei damit meine Mäuse auch beschäftigt sind.Hatte noch nie Probleme mit Kolik oder sonstigen und meinen Pferdis geht es sehr gut(Futterzustand).Dauernd Heu könnte Ich nie geben weil Ich 2 sehr gute Fresser dabei habe die dann warscheinlich platzen würden. Werde auch weiterhin so Füttern.Gruß G. |
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#9 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 26.02.2010
Beiträge: 2.826
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Hallo Karti,
ich dachte auch immer, meine leichtfuttrigen Hafis platzen, wenn sie Futter ohne Grenzen zur Verfügung haben. Dem ist keineswegs so, wenn ein Pferd immer Futter zur freien Verfügung hat, pendelt sich mit der Zeit ein Rhytmus ein und es frißt nicht mehr so gierig, weil es gelernt hat, dass das Heu ja immer da ist. Ich kann Dir versichern, von meinen Pferden ist keines zu fett. Grüssle, Mone |
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#10 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 13.01.2009
Ort: Kurz vor Dänemark
Beiträge: 121
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Außer von zu langen Fresspausen können Koliken, soweit ich informiert bin, auch durch z.B. unzureichende oder fehlende Entwurmung im Fohlenalter begünstigt werden, weil der Darm von den Parasiten angegriffen ist, was sich mitunter erst beim älteren Pferd bemerkbar macht.
In unserem war ein Wallach, der des Öfteren Koliken hatte (trotz vorbildlicher Fütterung ). Alle anderen Pferde hatten keine. Von einer anderen Bekannten ist das Pferd an einer Verstopfungskolik eingegangen, weil er zu viel Stroh gefressen hat, da meinte man es gut mit uneingeschränktem Zugang zu Rauhfutter, und dann sowas. Weiterhin ist die Gefahr für Sandkoliken groß, wenn die Pferde auf abgeknabberten Weiden im Winter kein Zufutter bekommen und entsprechend zu viel Sand aufnehmen. Flohsamen können den Abtransport des Sandes positiv beeinflussen. @Clynghoj: Magengeschwüre werden oft durch Stress verursacht, vielleicht hatte sie, bevor sie zu Dir kam ja ein nicht so ruhiges Leben? Da gab es, glaub' ich, auch mal einen Artikel in der Cavallo drüber, oder war's im Medizinkompendium...?
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