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Alt 12.10.2010, 09:30   #1 (permalink)
ABS
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Standard Fairness Award vs. miserable Haltungsbedingungen

Hallo,

vielleicht (auch für viele Pferde in Deutschland zu hoffen) ist dieser Fairness Award ein Anstoß für Stallbetreiber sowie Einsteller ihre Pferde vernünftig und pferdegerecht zu halten. Noch immer müssen etliche Tiere in Boxen (Holzverschlägen), unter katastrophalen Bedingungen, ihr Dasein fristen. Das Argument, sie kämen ja täglich raus, lasse ich, in Hinblick auf 24 Std. eines Tages, nicht gelten. In dem, auf den Fotos abgebildeten Stall, stand ich früher auch einmal. Glücklicherweise bewohnten meine Pferde einen Offenstall und mussten nicht rund um die Uhr eine Bretterwand anstarren. Dort kamen und kommen heute noch, die Pferde sehr unregelmäßig und bei Regen gar nicht auf die Weide, sie werden lediglich zum Ausmisten kurz außerhalb ihrer Box angebunden. Selbst wenn sie auf der Weide sind (Sommer wie Winter), befindet sich dort kaum noch Fressbares. Die notwendigen Fresszeiten dieser Tiere können niemals eingehalten werden. Dadurch entstehen gefährliche Leerlaufzeiten. Diese Haltung kostete meinem Pferd damals das Leben. Die Shetlandponys an diesem Stall trifft es noch schlechter. Wenn sie aus ihren Boxen kommen, stehen sie angebunden an verschiedenen Bäumen oder Pfosten.
Miniaturansicht angehängter Grafiken
fairness-award-vs-miserable-haltungsbedingungen-1.jpg   fairness-award-vs-miserable-haltungsbedingungen-2.jpg   fairness-award-vs-miserable-haltungsbedingungen-3.jpg  

Geändert von ABS (12.10.2010 um 10:11 Uhr)
ABS ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2010, 14:44   #2 (permalink)
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Fairness-Award gut und schön, aber welcher halbwegs vernünftige Reiter stellt sein Pferd in so einer Dunkelkammer heute noch unter? Es liegt doch auch immer an einem selbst, welches Zuhause man für sein Pferd aussucht.
Rotbäckchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2010, 15:06   #3 (permalink)
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seh ich genauso. diese pferde sterben, weil die halter gleichgültig sind. und danach dann meckern.
sunny2000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2010, 20:44   #4 (permalink)
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schließe mich rotbäckchen und sunny an.

in einem solchen stall sollte man sein pferd von vornherein gar nicht erst einstellen und wenn das alle pferdebesitzer so durchziehen würden, hätte sich das thema ganz ohne award über kurz oder lang erledigt, weil die ställe mangels kundschaft dichtmachen müssten.
leute, die ihre eigenen pferde so halten, werden sich auch für irgendwelche awards nicht weiter interessieren, weil sie es ja schließlich seit 100 jahren schon immer so gemacht haben und was es noch so für unsinnige begründungen gibt...
slider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.10.2010, 21:03   #5 (permalink)
ABS
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Wie gesagt, meine Pferde standen in einem Offenstall. Ich hätte meine Pferde nicht in diesen Boxen untergebracht. Anfänglich funktionierte auch die Fütterung der Tiere. Nur kann ich aus langjähriger Erfahrung an verschiedenen Ställen berichten, daß sich die Versorgung der Pferde nach einiger Zeit verschlechtert. Ich setze voraus, daß ich in einem Dienstleistungsunternehmen (nichts anderes ist ein Einstellerbetrieb), für meine Zahlungen Leistung erhalte. Zumal man zuvor die Konditionen ausführlich abklärt. Ich kann nicht die ganze Zeit daneben stehen und das nachkontrollieren. Bedauerlich ist dabei tatsächlich, daß die Tiere darunter leiden müssen, oder sogar zu Tode kommen.
Inzwischen halte ich meine Pferde in unserem eigenen Stall.
ABS ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.10.2010, 07:51   #6 (permalink)
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und würde der stallbesitzer mir auch versichern, dass mein pferd den arsch mit haklefeucht superflausch abgewischt bekommt und nur das feinste fresschen, dann stell ich ein pferd nicht in einen stall, der solche boxen hat. ob meins da jetzt drinsteht, oder nicht. und natürlich habe ich immer ein auge auf mein pferd, seine haltung und die fütterung. da dann zu sagen, das wurde im laufe der zeit schlechter, ist ja schon fast unverschämt. soll also heissen, am anfang achtet man noch drauf, und dann lässt mans schleifen.
stallbesitzer sind halt menschen und menschen können manchmal ganz schön gleichgültig anderer leute tiere gegenüber sein. das is nu mal so. da nutzt es auch nicht, sich auf den dienstleister zu berufen. klar isser dienstleister, aber dir als kunden steht es frei zu gehen, wenns dir da nicht passt.
sunny2000 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.10.2010, 10:54   #7 (permalink)
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Hallo ABS, ich weiß ja nicht genau, woran dein Pferd eigegangen ist. Sicher gibt es in vielen Ställen aufs und abs, aber wenns richtig schief läuft, dann steht es mir frei zu gehen. Wenn man seine Tiere nur alle paar Wochen besucht, dann muß man sich nicht wundern, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Klar ist der SB dann nicht seinen Verpflichtungen nachgekommen, aber warum merkt man sowas denn erst so spät?

Du hast ja nun deine Konsequenzen gezogen und hast deine Pferde zuhause. Wobei es auch genug engagierte Stallbetreiber gibt, nur eben nicht für 100 Öcken pro Monat.
Rotbäckchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.10.2010, 13:01   #8 (permalink)
ABS
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Vollkommen richtig. Hab auch nicht "nur 100" Öcken für meine Pferde bezahlt.

Jeder kann sich glücklich schätzen, wenn er einen Stall in angemessener Entfernung gefunden hat, der die Pferde annähernd ordentlich hält.

Ich habe meine Pferde nun schon über 20 Jahren und in der Zeit leider einiges erleben müssen, ebenso diverse Stallwechsel hinter mir. Häufig ähnelten sich die Bilder, egal ob ein Stall aus Bretterverschlägen oder gefliesten Boxen bestand. Das ist so was von egal. Meine Pferde hatten zudem das Glück, daß ich jeden Tag am Stall war und wenigstens fast immer ein Auge drauf haben konnte, sonst wäre noch viel mehr passiert. Dies konnte ich ausgiebig bei anderen eingestellten Tieren beobachten, egal an welchem Stall. Das Leben meines Pferdes konnte ich nicht retten, weil ich eben nicht von früh bis spät daneben stand. Aus diesem Grund zahlt man ja Geld, damit man sein Pferd gut versorgt weis. Vielen SB ist es allerdings gar nicht recht, daß man sich täglich blicken läßt. Zitat eines solchen:"Die liebsten Einsteller sind mir die, die nie da sind!"

Und ja, anfänglich läuft alles gut, die Abmachungen werden soweit eingehalten. Warum und weshalb früher oder später an etlichen Ställen die SB zu schlampen anfangen kann ich nicht beurteilen. Dies ist nicht ausschließlich meine Beobachtung sondern die anderer Pferdehalter, die ich in den letzten Jahren kennen gelernt habe, ebenfalls.

Nachdem allerdings an dem oben beschriebenem Stall ein weiteres Pferd Mitte Dezember gestorben ist, auch mein Pferd am selben Tag eine Kolik hatte und die anderen eingestellten Tiere nach 10! Stunden immer noch kein Fressen hatten, hab ich recht schnell meine Konsequenzen gezogen. Meine Pferde hatte ich an jenem Tag glücklicherweise häufiger besucht und mit eigenem Heu gefüttert, weil man nicht mehr ins Heulager kam und auch kein Futter mehr in der Futterkammer lag. Wir blieben ohnehin bis in die frühen Morgenstunden bei -10°C, weil es meinem Pferd nur langsam besser ging. Vom SB war nichts zu sehen. Auch diese Entwicklung zeichnete sich äußerst langsam ab. Kurze Zeit später hab nicht nur ich, sondern auch eine weitere Einstellerin mit ihren zwei Pferden, den Hof verlassen.

Noch heute stehen da einige Pferde. Ich habe die Besitzer damals schon als sehr gleichgültig erlebt und daran wird sich bis heute nichts geändert haben. "Was solls, ist der Gaul tod kauft man eben für 500 einen neuen."

Wie stehen denn Eure Pferde, daß Ihr gleich so losdonnert? Vielleicht genau in solchen Ställen und nun fühlt Ihr Euch ertappt? Wisst Ihr was den ganzen Tag mit Eurem Pferd passiert? Oder Ihr habt eben solches Glück, daß in Eurer Gegend genügend atäquate Auswahl herrscht. Und sicherlich sind so manche hellseherisch veranlagt, um zu erkennen, was sich tatsächlich hinter den Stalltüren abspielt, bevor Ihr Eure Pferde dort einquartiert. Diverse Geschehnisse zeichnen sich eben erst nach einiger Zeit ab, oder man bekommt es gar nicht mit. Da spielt die Ausstattung und Optik eines Stalles nur eine untergeordnete Rolle.


Daher meine Hoffnung, daß Cavallo weiterhin aufrüttelt und in Zukunft nicht jeder Hanswurscht, ohne entsprechende Kenntnis von Pflege und Haltung, Pferde einstellen darf.
ABS ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.10.2010, 13:40   #9 (permalink)
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Ich hab kein Problem damit, zu erzählen, wie mein Pferd lebt. Sommer Weide, auch 24 h möglich, nachts Box mit genügend Stroh und Heu, hell und luftig von zwei Seiten (Außenbox). Kraftfutter nach Bedarf. Im Winter täglich Paddock nachts Box. Wird ca. 5-7 mal pro Woche geritten (Dressur und Gelände) oder longiert.

Bevor ich ihn bekam, stand er mal einen Winter lang in einer dunklen Ecke und hat nur Box und Halle gesehen, ohne Tageslicht. Ich tu alles, damit er das nicht mehr erleben muß, hab sogar drei Jahre Selbstversorger gemacht, Stall wurde allerdings aufgelöst. Da wo er jetzt ist, blüht er nochmal richtig auf.

Ja ich weiß, was den ganzen Tag mit ihm passiert, es sind kompetente Pferdeleute, die ihre Einsteller gerne jeden Tag sehen, weil sie nix zu verbergen haben (so einen Spruch habe ich im übrigen noch nie vorher gehört). Man kann sogar beruhigt in Urlaub fahren. Und ich sehe, was und wieviel er zu futtern bekommt und wieviel Gras auf der Weide ist. Zugegeben in meiner Umgebung gibt es viele Reitställe, aber nicht alle entsprechen meinen Vorstellungen. Für einen Hunderter weniger hätte ich es sogar noch kürzer zum Stall.

Wie gesagt, es liegt ganz an mir, wie mein Pferd lebt. Ich habe nur dieses eine Pferd, und ich will, daß es ihm gut geht.
Rotbäckchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.10.2010, 13:43   #10 (permalink)
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nee, so riesig ist bei uns die auswahl auch nicht. mein pferd stand zunächst in einem stall, in dem die haltungsbedingungen auch eher suboptimal waren, wenn auch nicht vergleichbar mit dem, was du hier schreibst. da war aber jeden tag einer von uns vor ort (entweder mein mann oder ich) und hat nach dem rechten gesehen und wir haben uns konsequent auch mit diversen (aus sicht des sb) sonderansprüchen durchgesetzt, z.b. waren wir die einzigen, die konsequent jeden tag gemistet haben und fresspausen von 10 h oder solche faxen gab es auch nicht. das war zwar oft anstrengend und hin und wieder mit brüllerei verbunden, aber das halte ich aus, wenn es um das wohl meines pferdes geht. parallel dazu haben wir jeden stall in der gegend abgeklappert, zu dem die entfernung bei täglichen fahrten im bereich des erträglichen lag, bis wir einen gefunden haben, der wirklich gute haltungsbedingungen bietet. er steht jetzt in einem offenstall mit ausreichend futter in guter qualität und zusätzlich täglichem koppelgang.

in einem stall, der die pferde so unterbrint, wie auf deinen fotos zu sehen, hätte ich mein pferd niemals gestellt, wenn es keine alternativen gegeben hätte, hätte ich eher auf die anschaffung eines pferdes verzichtet so lange, bis in einem vernünftigen stall etwas frei geworden wäre.
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