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#1 (permalink) | |
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Mitglied
Registriert seit: 14.02.2011
Ort: Hohenlohe
Beiträge: 2
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Hey Leute,
ich hab hier noch nie was geschrieben, stöbere aber häufig im Forum. Jetzt brennt mir auch mal ein Thema auf den Nägeln: Der 2. Preis beim Cavallo-Preisausschreiben um die Kaufgewohnheiten der Reiter. Ich denke, das Objekt dieses Preises - ein Wohlfühlwochenende für 2 mit 3stündigem Ausritt - wurde NICHT vorher begutachtet. Schade für die Gewinnerin, ich beneide sie kein Stück. Wir haben uns ein solches Wochenende selbst gebucht, weil mein Mann meinte: "Das gewinnen wir eh nicht, lass es uns doch einfach selbst in die Hand nehmen." Wir haben uns sehr drauf gefreut. Mein Mann ist Reitanfänger, ich reite seit rund 40 Jahren, überwiegend Gelände. Es wurden im Prospekt sichere Pferde versprochen, ein einfühlsamer Reitlehrer, der die Kenntnisse der antretenden Reiter vor dem 3-Stunden-Ritt prüft. Gepflegte Halle und Aussenreitplatz sind vorhanden. Am Anreisetag haben wir bei der gerade stattfindenen Reitstunde zugeschaut, so als erste Info quasi. Fazit: Miriam Kreutzer hätte den Betrieb und den RL ans Kreuz genagelt..... Die Pferde in kleinen Boxen ohne Möglichkeit, den Kopf aus dem Fenster zu strecken, nicht gemistet, Hufe und Sattelzeug ungepflegt und eine Putzkiste für alle. Dafür sieht aber drumrum alles schön aus... Die Reitstunde: Volles Chaos, jedes Pferd latschte oder rannte wild irgendwie herum, Zügelgezerre, einzige Hilfe des RL: "Handwechsel, Paraden geben." Nach einer viertel Stunde Zuschauen waren wir nicht sicher, ob wir auf so unregulierbaren Pferden im Alpengelände unterwegs sein wollten. Wir haben es dann doch gewagt. Auch ohne dass der RL zumindest die Kenntnisse meines Mannes geprüft hätte. Es stellte sich heraus, dass die Pferde alle dem Tetenpferd blind hinterher liefen. In jeder Gangart. Trab auf Asphalt, auch bergab, ein RL, der sein eigenes Pferd nicht im Griff hat, von 5 Reitgästen 4 Anfänger (3 davon Jugendliche), auf deren Wünsche zum Tempo in keinster Weise eingegangen wurde. Wir mussten z. B. einen Waldweg bergabreiten, unten umdrehen, aber schon bevor alle wieder in einer Richtung waren, galoppierte der RL wild vorne los, der ganze Trupp unkontrollierbar hinterher. Schon vor dem Ritt hatte ich den RL informiert, dass bei meinem "Sioux" die Hintereisen komplett lose waren, das eine konnte ich fast fingerbreit vom Huf abheben (!), das war ihm egal ("Jo, der ghört halt neu bschlagn, ower des mocht nix, des hebt scho no"). Ich hätte den Ritt nicht angetreten, wäre es nicht wg. meinem Mann gewesen (bin froh, dass er überhaupt so Interesse zeigte und er wollte dann halt echt mitmachen - und ich ihn nicht allein lassen). Schon auf den ersten Metern auf der Strasse durchs Dorf stolperte mein Pferd ständig und rutschte hinten dauernd weg. Später im Trab und Galopp hatte ich nur Angst, das Eisen könnte einem hinter mir reitenden Mädchen an den Kopf fliegen... Die Pferde der Mädchen gingen auf der Galoppstrecke heftig durch und überholten keilend mein Pferd auf engem Waldweg, die Kiddies waren hinterher fast am Heulen und wollten keinesfalls nochmal galoppieren. Der RL wollte darauf bestehen - ich habe ihm das dann mit etwas harschen Worten ausgeredet. ![]() Auch die unsichere Anbindung der Pferde ausser Sichtweite während der Pause ist ein Unding. Prompt haben sich zwei total gegenseitig im Reithalfter bzw. Zügel verheddert und den Zaun samt Pfählen aus dem Boden gezogen. Das RL-Pferd hat sich losgemacht und war ein Stück weggelaufen. Der RL bekam einen Anruf deswegen (gesehen haben wir ja nichts). Als mein Mann meinte "Oh, ich komm mit, helfen" und ich mich vorsichtshalber anschloss, ....setzte er sich wieder hin, als er sah, dass mein Mann und ich losgingen, um das wieder in Ordnung zu bringen! Wie gesagt: So einen Horror-Reitausflug hatte ich in 40 Jahren Ausreiten mit Jungpferdausbildung, Hengstreiten, Distanz- und Wanderreiten nicht. Bislang hatte ich mich für recht sattelfest gehalten, nach dem Ritt hatte ich total weiche Knie und zittrige Hände. GsD war das Pferd meines Mannes mit angenehmem Gangwerk ausgestattet. Er hatte sich am Sattel festgehalten und es einfach machen lassen, als er merkte, dass er mit dem immer wieder vom RL skandierten "Parrraaaaden geben" nicht durchkam. Aber auch noch was Positives: Der Wellness- und Spa-Bereich des Hotels ist himmlisch, das Personal super nett und zuvorkommend, die Zimmer schnucklig, das Essen lecker. Da würde ich jederzeit wieder hingehen. Aber nicht zum Reiten !!! Zitat:
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#2 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 12.10.2009
Beiträge: 1.573
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Vielleicht läuft der Gewinn ja unter dem Motto "Test the Best" (Leser)
Ne, das hört sich ja echt nach Horror-Ritt an. Finde ich unverantwortlich Anfängern gegenüber - und die, die sich auskennen, würden sich nicht draufsetzen....
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#3 (permalink) |
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 23.05.2010
Beiträge: 1.161
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Wenn Ihr den Wastl-Hof in Niederau meint: tut mir leid, dass da wohl soviel in die Hose gegangen ist. Wir sind dort schon mindestens 10 mal gewesen, das erstemal 1992. Es war der tollstes Reiturlaub meines Lebens! Ich habe in den drei Wochen dort mehr gelernt als in den drei Jahren zuvor. Und wir haben dort 1993 dann unseren Sioux, das Original, nach dem dann dort alle weiteren Schecken benannt worden sind, weggekauft und mit nach Thüringen genommen. Ich habe ihn immer noch, er ist jetzt 27 und er war das bestausgebildetste Pferd, das ich jemals unter dem Sattel hatte. Als ich ihn kaufte, ging und gewann er M-Springen, der machte alles von sich aus passend und sprang selbst noch unter dem größten Idioten alles sicher. Ich ritt ja meistens Dressur und auch da war er, bis er nun in Rente gegangen ist, einfach ein Traum von einem Pferd. Es gab und gibt noch mehr solche Pferde da unten! Soviel zum Thema ausgebildete Pferde...
Wir waren seitdem noch zig mal unten und sind auch jedes Mal geritten. Halle, Geländetouren, Tagesritte aller Schattierungen. Das Hotel hat sich ja seitdem unwahrscheinlich weiterentwickelt und hat mittlerweile, obwohl schon immer sehr gut, auch 4 Sterne. Natürlich haben seitdem, es ist ja nun schon 18 Jahre seit unserem Pferdekauf, allmählich die Pferde gewechselt. Auch die beiden RL sind nun andere. Ja, damals, als der Sohn des Hauses noch die Reitstunden selber gab, war alles besser, das ist wahr. Aber Ihr scheint dabei echt an einen schlechten Tag geraten zu sein. Uns kannte der jetzige RL ja auch nicht, als wir voriges Jahr wieder mal aufkreuzten für ein paar Tage Kurzurlaub. Aber er fragte schon sehr genau nach, was wir können, und er sah sich uns auch sehr genau in der Halle an. Er fragte mich auch, ob ich mir zutraue, ein junges Pferd zu reiten. Es gab und gibt dort immer Pferde verschiedensten Niveaus und da man auch selbst züchtet, immer auch qualitativ hochwertige Jungpferde. Die Reitstunden in der Halle waren gut strukturiert und in Ordnung. Es wurde auf jeden der vier oder fünf Reiter entsprechend eingegangen. Ich habe auch schon oft erlebt, dass sich draußen auf dem Hof vor dem Abritt genau die Reiter angesehen wurde und dann die Pferde umverteilt worden sind, oder ein Pferd noch schnell wieder abgesattelt und ein anderes geholt wurde, weil der Reiter nicht geeignet war. OK, ich war beim letztenmal nicht mit im Gelände, weil ich die Strecken auswendig kenne und daheim mit unseren eignen Pferden genug im Gelände sein kann, ohne dafür bezahlen zu müssen. Ich nehm dann halt lieber endlich mal wieder Dressurunterricht. Aber mein Mann ritt mit raus. Und kam wie immer hochzufrieden zurück. Und über Trab bergab auf dem Asphalt oder unvermuteten Galopp im Gegenverkehr hätte der sich garantiert beschwert! Ja, die Pferde stehen in Innenboxen, es gibt nur ein paar neue Außenboxen vor dem alten Stall. In Tirol ist nunmal im Dorfkern der Platz rar und da kann man nicht endlos Paddockboxen hinsetzen. Man hat da bewußt zugunsten der unter der Reithalle liegenden Weide darauf verzichtet, den Stall auszubauen. Übrigens, die Wiese direkt unter dem Stall gehört schon nicht mehr dem Hotel, sondern dem Nachbarn! Wo soll man dann also Paddocks hinbauen, bliebe nur oberhalb, zwischen Hotel und Stall, dahin, wo jetzt Liegewiese und Kinderspielplatz sind? Doch wohl eher nicht, oder? Es ist auch ein Problem, dass man halt eine Stallgasse mit Innenboxen leichter mal durch eine Kette für den allgemeinen Publikumsverkehr absperren kann als frei zugängliche Paddockboxen. Der Stall liegt nunmal direkt hinter dem Hotel und dem Kinderspielplatz und wenn das Personal auf Ausritt oder mal in der Pause ist, dann finde ich es auch besser, wenn da nicht jeder Fremde blind drinherum stolpert. Wir haben übrigens mit der Besitzerfamilie auch schon öfters mal über die Stallverhältnisse gesprochen - Umbau auf Fensterboxen gibt die Statik nicht her, man hat da sehr wohl schon mal drüber nachgedacht. Es gibt ja sehr viele Fenster, aber die sind halt zu hoch zum Rausgucken, das ist alles. Dafür sind die Boxen vorne offen. Man macht sich da schon seine Gedanken und ist eigentlich ständig am Bauen und Machen, zumal man sehr viele Kontakte nach Deutschland zu renommierten Ställen und Züchtern hat und da natürlich schon auch Ansprüche hat. Aber alles geht halt auch nicht, wie man so möchte. Immer, wenn wir da unten waren, wurden die Boxen zweimal täglich (!), morgens vor und abends nach dem Reitbetrieb komplett ausgemistet. Ja, sie sind nicht besonders groß, aber die Pferde bringen auch nicht ewig drin zu. Wenn sie nicht unterm Reiter sind, wurden sie, solange wir dort waren, immer mittags zumindest ein paar Stunden auf den Reitplatz gelassen in der Herde, oder auf die Wiese, wenn da nicht grad die Fohlenstuten drauf waren. Pferde, die momentan nicht im Reitbetrieb gebraucht wurden oder Wehwehchen auskurieren mussten, gingen komplett raus aus dem Stall auf die große Weide oberhalb der Hotelpension. Es gibt nunmal dort keine Endlosweiden wie in Norddeutschland, da ist halt Management angesagt. Ich habe im Wastlhof jedenfalls noch nie erlebt, dass ein Pferd schlecht behandelt worden ist, und die Reiter auch nicht. Das lose Eisen - dumm gelaufen, da hätte man natürlich reagieren müssen. Tut man da eigentlich auch, denn ich habe schon wiederholt erlebt, dass Pferde wieder abgesattelt wurden, nachdem das lose Eisen entdeckt worden war. Schmied kam dann immer prompt noch am selben Abend. Ich kenne viele erwachsene Reiter, die da schon jahrelang ihren Urlaub verbringen. Alles Leute mit eignen Pferden und Ansprüchen. Ich glaube nicht, dass die, genau wie wir, immer wieder kommen würden, wenn es da wirklich so katastrophal zuginge. Ich kann die obige Schilderung nach 18 Jahren Erfahrungen mit dem Wastlhof jedenfalls überhaupt nicht bestätigen - da sieht man aber wiedermal, wie verschieden die Erfahrungen sein können. Tut mir leid, dass Ihr offenbar einen ganz schlechten Moment erwischt habt. Ich habe übrigens auch mitgespielt gehabt beim Preisausschreiben und wir wären froh gewesen, mal wieder hinfahren zu können Geändert von Schecki (27.09.2011 um 17:46 Uhr) |
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#4 (permalink) |
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Mitglied
Registriert seit: 14.02.2011
Ort: Hohenlohe
Beiträge: 2
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Ja, gemeint ist der Wastlhof. Wie gesagt, das Hotel ist echt super, da würd ich jederzeit wieder hingehen.
Der Reitbetrieb, mit dem die Website des Hotels ja auch heftig Werbung macht, gereichte dem restlichen, sehr gepflegten Betrieb aber wirklich nicht zur Ehre. Klar, die haben zu wenig Platz für Paddockboxen. Aber dann muss der Stall wenigstens SAUBER sein. Von Freitag bis Sonntagmittag wurde aber nur sehr oberflächlich gemistet und einfach Stroh nachgestreut. Das ist einfach nix. Wenn eine Anfängergruppe so durch das ihr unbekannte, z.T. nicht gerade einfache Gelände geheizt wird, geht mir das Messer in der Tasche auf. Ich habe selbst 6 Jahre lang Ausreiten für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten und auch längere Ritte geführt. Sowas wäre mir NIE eingefallen. Das grenzte für mich an Inkaufnahme schwerer Unfälle mit Körperverletzung. Das darf nicht passieren. Vom Hallen-Unterricht in unserer Gegend bin ich auch einiges an nicht vorhandener Qualität gewohnt. Wir haben jetzt GsD eine Reitlehrerin gefunden, die nach Michael Putz Pferde und Schüler ausbildet und das sehr gefühlvoll und erfolgreich. Man lernt wirklich was. Bei diesem RL dagegen... Als gelernte Huftechnikerin bin ich nicht mehr so empfindlich, man sieht viel so Schlechtes an Hufen, dass man neue Relationen setzt. Nicht jedes klirrende Eisen ist lebensgefährlich und als Anzeichen von echter Vernachlässigung zu werten. Das von Sioux war es. Er konnte nicht gut laufen, rutschte, knickte ständig mit den Hinterbeinen ein und stolperte dauernd über seine viel zu langen Vorderhufe. Der Zustand der Hufe war wirklich schlimm. Kein Punkt für Pflege und Haltung. Nach dem Ritt nochmal auf Sioux körperlichen Zustand angesprochen meinte der RL nur: "Der is halt so. Wann er Dir net gfalln hot, dann reitst halt nächst Mal ein' andern Gaul." Was soll man denn davon halten.... ? Es war heiss an dem Tag, die Boxen waren echt dreckig und es hat gemieft. OK, die Pferde laufen viel (3 der Pferde mussten nach dem 3h-Ritt weiter in die Halle), da mag das mit nur gelegentlich Koppel angehen. Die Koppel gegenüber hatten wir vom Zimmer aus im Blick. Da wurden Sonntagvormittag 4 der ca. 10 Pferde draufgelassen. Das war halt der erste Eindruck vom Wastlhof. Wir haben das auch direkt im Hotel angesprochen, es wurde versprochen, ein Auge darauf zu haben. Vielleicht hatte der RL einfach zu Ende der Saison keinen Bock mehr. Egal, so behandelt man weder zahlende Kunden noch die Pferde, mit denen man Geld verdient. Vielleicht bessert sich das ja wieder. Nächstes Jahr gehen wir wieder hin - erst Mal nur zum Wellnessen. Einen Blick in den Stall werde ich auf jeden Fall wieder werfen. Schon aus Neugier, ob sich was getan hat. Ob ich dann reite.... vielleicht, wenn ein anderer Lehrer da ist. Hey, vielleicht meldet sich ja die Gewinnerin des Reit- und Wellnesswochenendes - wär ja interessant, wie es ihr so gefallen hat... |
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