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Alt 16.11.2011, 12:50   #1 (permalink)
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Standard Reitschultest 12/2011 Dreipunktsitz

Hallo, anlässlich dieses Tests habe ich mich doch mal registriert. Es kann nicht ernsthaft sein, dass eine Reitlehrerin die vom Dreipunktsitz spricht, bei dem man auf dem Schambein sitzen soll, mit 3 Hufeisen bewertet wird????????? Und wenn man den Oberkörper dreht, SOLL ein Pferd abwenden! Und die allermeisten PFerde werden kräftiges Ausatmen mit einer Parade quittieren- logischerweise (Galopp-Schritt funktioniert mit so)! Brustbein und Bauchnabel rausstrecken, ja, das heisst, gerade sitzen= Gewicht wirkt ein (was es immer soll). Eventuell wird hier das Ausatmen mit einer minimalen Rückwärtsbewegung des (angespannten) Kreuzes verbunden, das wäre dann eine logische Hilfe, die auch jedes Pferd annehmen sollte. Vielleicht ist ein kräftiges Pusten gemeint mit diesem Ausatmen, denn das gäbe Druck am Beckenboden, Ausatmen entspannt!!!!
Dieser Artikel macht mich sauer. Ausserdem wüsste ich gerne, ob die Reitstunde SO auch auf dem "schlechtesten" Pferd funtkioniert bzw. Spass gemacht hätte. Der schlechter bewertete Westerntrainer hat das Gewichtsverhalten übrigens besser erklärt, finde ich.
Ah, ein letztes noch: In Kraichtal soll die Testerin mit dem inneren Oberschenkelmuskel treiben???? Spannung von Kreuz bis Unterschenkel????? Sorry, aber wie soll das gehen?? Dann ist der Allerwerteste auch gespannt und das darf er nie sein, weil sonst ja kein Pferd mehr die Gesäßknochen spürt. Man treibt nicht mit dem Oberschenkel. Sondern mit Kreuz und im Berdarfsfall impulsmäßig mit den Waden. So war mein Leben lang mein Verständnis- und weder FN noch alte Meister sagen grundlegend Anderes..... ODER????
Und das sollte auch die TEsterin mittlerweile gelernt haben. So nützen diese Tests herzlich wenig. Puhh, jetzt geht es mit besser--soll kein persönlicher Angriff sein, ist meine ganz persönliche Meinung, aber vielleicht kann man darüber diskutieren? Im Interesse des möglichst guten Reitens....?
latti ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.11.2011, 14:09   #2 (permalink)
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Zitat: Die Basis des dressurmäßigen Reitens stellt der stabile Sitz des Reiters dar. Stabil ist hierbei nicht zu verstehen als starr und fest sondern als ruhiges und flexibles Mitgehen jeder Bewegung des Pferdes . Der Körperbereich dem dabei die zentrale Bedeutung zukommt ist der Bereich vom oberen Unterschenkel bis zur Hüfte. Das Bein sollte leicht und unverspannt am Pferd anliegen und der Reiter unverkrampft und aufrecht einen Dreipunktsitz auf dem von den Beckenknochen und dem unteren Bereich des Schambeinastes gebildeten Dreiecks einnehmen. Ein zu stark vorgekipptes Becken führt dabei zum sogenannten Spaltsitz ein zu weit nach hinten gekipptes Becken zieht die Beine mit hoch und führt dadurch zum Stuhlsitz.

Lese auch das Buch " Balance in der Bewegung" von Susanne von Dietze u. Isabelle von Neumann-Cosel.
In der Tat wendet ein gut ausgebildetes Pferd dorthin ab wo man sich wendet. Kräftiges Ausatmen spannt die Bauchmuskulatur u. drückt die Beckenknochen in den Sattel. Diese Aussagen muß man erfühlen. Sie sind besser wie Kreuz anspannen, was nicht geht, weil das Kreuz dazu keine Muskulatur hat. . Das ist genau so unsinnig wie Absatz tief!!!!
Auf einem verrittenen unkorrigierten Schulgaul funktioniert das nicht!

Das Treiben mit dem Oberschenkel ist natürlich Quatsch! Ein guter Dressurlehrer fordert immer dazu auf die Oberschenkel zu öffnen. Gettieben wird nach wie vor mit Kreuz (Beckenknochen)u. Unterschenkel. Es sei denn das Pferd ist unkorrekt einegeritten. Aber auch das dürfte nur leidlich funktionieren. Jedenfalls ist ein mit den Oberschenkeln treibender nicht mehr am Pferd.
All diese Dinge sind schwer zu beschreiben u. wurden in der klassischen Reitlehre zu lange falsch beschrieben!

Rolf
wabbl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.11.2011, 19:07   #3 (permalink)
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hmm, also, wenn ich auf einem Teil des Schambeins sitze, habe ich definitiv einen Spaltsitz, das Becken muss dabei (zumindest bei Frau) zu weit vor. Vielleicht wenn ich versuche, mein Pferd z.Bsp. im Galopp zu versammeln per Sitz, kippe ich etwas vor, aber ich sitze nie auf dem Schambein. Wo stammt denn das Zitat her? HAbe ich das überlesen?
Und ICH kann mein Kreuz anspannen! Die Muskulatur links und rechts neben der Wirbelsäule meine ich damit. Vielleicht kann man das falsch verstehen. Aber wenn das Kreuz gerade nach oben gestreckt ist und der Allerwerteste vollkommen entspannt (ebenso die Oberschenkel), dann langt ein geringfügiges Zurücklehnen des Oberkörpers zum Antreiben. Einfach, weil dadurch der Druck auf die Gesäßknochen verstärkt wird. Das kann jeder auf einer Bank nachempfinden. Wenn ich zu weit vorne bin, oder kein gerades Kreuz habe, spürt man die Knochen nicht (Pferd auch nicht). Und das Ausatmen hat bei mir und allen meinen Reitschülern den Effekt, zu parieren. Weil das Pferd diese "Entspannung" sofort annimmt. Ich bekomme beim besten Willen keinen Druck auf den Beckenboden, wenn ich ausatme, AUSSER, wenn ich kurz und heftig puste, das ist aber gemeinhin nicht das, was man unter ausatmen versteht, oder? Und gerade verrittene PFerde oder "alte Schulgäule" reagieren erstaunlich gut auf guten Sitz. Wenn man sie aufweckt und deutlich lobt, und (selbst) einem Anfänger die Hilfen wirklich gut erklärt und darauf achtet, dass sie auch richtig ausgeführt werden, kann das Pferd und Reiter erstaunlich viel Spaß machen.
Finde ich. Aber ja, der Rücken des Reiters oberhalb des Beckens muss steif sein, sonst wird das nie wirklich gut. Und die SChulterblätter müssen weit genug zurückgenommen sein. Finde ich. Und finden unzählige Reiter auch, wie man sehen kann, wenn man guten Reitern einmal auf den Oberkörper schaut. Darauf achtet aber kaum jemand, leider. Da lässt man die Reitschüler krumm und lasch und auf dem Oberschenkel sitzend oder mit den Beinen klammernd (oder alles zusammen) reiten, meckert an den unruhigen Händen rum (die ja vom schlechten Sitz kommen) und scheucht den Reitschüler durch die Bahn (denkt dabei wohl meist "der/die ist einfach talentfrei). Dass der/die Reitschüler ohne gute Anleitung schlichtweg nicht in der Lage ist, es besser zu machen, wird nicht bedacht. Und man muss eben erst am Sitz korrigieren/lehren. In Anbetracht der Unmengen schlechter Freizeitreiter, die es nie schaffen, ihr Pferd locker über den Rücken zu reiten (was eigentlich kein Hexenwerk ist), wundern mich immer wieder die Reitschultests. Die Testerin -falls es immer wieder dieselbe ist- müsste ja langsam auf S Niveau reiten, oder?? Bei so viel oft "sehr gutem" Unterricht. Wie oft erlebt man Leute, die sagen, dass sie seit Jahren oder Jahrzehnten reiten, man sieht sie und denkt, dass so mancher Anfänger nach 6 Monaten genausoviel kann. Das liegt nicht an den Leuten, sondern an den Trainern. Finde ich. Traurig. Aber in der Theorie sieht das ja immer ganz anders aus.
Frustrierte Grüße
latti
latti ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.11.2011, 20:07   #4 (permalink)
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Zitat:
Die Testerin -falls es immer wieder dieselbe ist- müsste ja langsam auf S Niveau reiten, oder?? Bei so viel oft "sehr gutem" Unterricht. Wie oft erlebt man Leute, die sagen, dass sie seit Jahren oder Jahrzehnten reiten, man sieht sie und denkt, dass so mancher Anfänger nach 6 Monaten genausoviel kann. Das liegt nicht an den Leuten, sondern an den Trainern. Finde ich. Traurig. Aber in der Theorie sieht das ja immer ganz anders aus.
es gibt mehrere "miriam kreuzer" - das haben wir in einem anderen thread hier schon mal geklärt. und jede/r der tester/innen hat natürlich sein eigenes, persönliches empfinden, was den jeweiligen unterricht betrifft.

zum zweiten teil:
ich gebe dir insofern recht als dass es wirklich zuwenig gute trainer/reitlehrer gibt. aber zu einem guten teil liegt es doch auch schon an den leuten selbst: manche sind einfach relativ talentfrei und werden trotz guten lehrern niemals wirklich gute reiter, wieder andere denken, dass sie so toll sind, dass sie getrost auf weiterführenden unterricht verzichten können und dann gibt es noch die fraktion, die zwar gerne unterricht nimmt, aber nicht mehr als 10 oder 15 € pro stunde dafür ausgeben will und wenn man nur peanuts zahlen will, muss man sich nicht wundern, wenn nur affen kommen...
slider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.11.2011, 20:17   #5 (permalink)
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Klar, rechts u. links der Wirbelsäule liegen Muskelstränge. Aber die sind passiv und können nicht gesteuert werden. Also Das Kruz kann nicht angespannt werden! Das was du beschreibst passt zu den Heerscharen Stocksteifer in leichter Rückenlage, mit Gewalt zurückgezogenen Schultern, welche verzweifelt versuchen die deutsche Reitlehre zu erklären. Das Dramatische daran ist, dass die deutsch Reitlehre genau diese Haltung missbilligt. Nur wenige Profis können das richtig vermitteln!
Gott sei Dank bin ich an solche Profis geraten mein Kreuz u. mein Pferd danken es mir!

Rolf
wabbl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.11.2011, 20:34   #6 (permalink)
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ist das schön, wenn man krank ist und Zeit fürs Internet hat

Slider, ich habe schon öfter gesagt bekommen, dass der eine oder andere neue Reitschüler talentfrei sei und seit Jahren nichts mehr dazulerne. Und habe dann manchmal den lebenden Beweis liefern können, dass eben dieser Schüler es doch lernen kann, er nur seit Jahren gravierende Haltungs- und Technikfehler hatte und somit "behindert" war, ohne es zu wissen/spüren. Ich hatte bisher genau eine Person, die wirklich resistent gegen jegliche Verbesserungsversuche war., bzw. die immer wieder in ihr Muster zurückfiel. Aber viele andere haben sich super gemacht und wurden fortan nicht mehr talentfrei geschimpft. Es ist halt anstrengend, etwas beizubringen und sich hereinzuversetzen. Und viele talentierte Reiter sind unfähig, zu erklären. Man muss nach einer Reitstunde mehr können und verstehen als zuvor, sonst kann man darauf verzichten. Und wenn man jahrelang mit Unterricht reitet, ohne ein bestimmtes Pferd ohne Hilfszügel(und ohne mit den Händen zu lenken) an die Hilfen stellen zu können und zumindest vorwärts-abwärts (inklusive schwingendem Rücken) reiten zu können, der hat den falschen Reitlehrer. Der Preis ist vollkommen irrelevant, der Ausbildungsstand des Pferdes ist irrelevant, die Fachbezeichnung des Trainers ist irrelevant, es zählt der Erfolg, der von aussen sichtbar sein muss. Das der Zuschauer sagt "Jetzt sah das aber schön aus." Und der Reiter merkt, dass er was kann. Und mehr drin ist. Und man irgendwann vielleicht ganz fein kommunizieren kann manchmal. Alles andere ist Käse und Geldmacherei. Finde ich
Und es ärgert mich seit Jahren, dass soooooooo viele Reiter immer in der Theorie so schön reden und dann so oft unterhaltsstarke, schlecht bemuskelte und abgestumpfte Pferde haben, die aber suuuuuper gehätschelt werden. Und leider immer auf der Vorhand latschen. Aber nieeeeeeeeee mit Hilfszügeln oder Sporen, Gerte usw gequält werden. So auch beim Reitlehrer. Wenn etwas nicht zu funktionieren scheint beim SChulpferd, der Reitlehrer aber insistiert, man müsse es nur richtig machen, dann kann man ganz einfach den Reitlehrer bitten, es auf eben diesem Pferd zu zeigen. Auch die Tester sollten bedenken, dass so manches Pferd nur wrklich toll gehen kann, wenn es auch gut geritten wird...
So, therapeutisches -vonderSeeleschreibenwaslangedrückte- beendet für heute. Entschuldigung für die langen Beiträge, das Thema liegt mir am Herz, weil mir die PFerde (und Mitreiter) am Herz liegen. Und so viele Leute das Reiten sein lassen, weil sie an sich zweifeln, was schade ist. Das sind meist die sensiblen Leute.
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Alt 16.11.2011, 20:43   #7 (permalink)
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@ Rolf
Das ist nicht Dein Ernst, oder? Wen meinst Du mit dem falschen Sitz? Die gesamte Wiener Hofreitschule? Alle Dressurprofis? Westernprofis? Erkläre mir bitte, wie du mit vorgenommenen oder hochgezogenen Schulterblättern gut sitzen möchtest. Oder mit Vorlage. Oder mit Buckel. Das interessiert mich. Ich habe auch noch niemand gesehen, der so aussitzen konnte im Trab.
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Alt 16.11.2011, 20:47   #8 (permalink)
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war jetzt vielleicht auch ein bisschen pauschalisiert, es gibt sicher gute lehrer, die sich unter wert verkaufen und bei denen man für guten unterricht nicht viel bezahlen muss, aber die sind doch eher dünn gesät. vielleicht denke ich auch ein bisschen zu westernlastig und zu regional - hier in der gegend kannst du zwar westernreitunterricht für wenig geld kriegen - aber der taugt auch wenig. das ist jetzt nicht dahergelabert - das habe ich ausprobiert. und bin zu dem schluss gekommen, dass es für mich sinnvoller ist, geld für kurse bei wirklich guten trainern auszugeben, auch wenn dann die regelmäßigkeit fehlt.
slider ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.11.2011, 20:53   #9 (permalink)
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PS: Natürlich kann man die Rückenmuskulatur anspannen! Frag mal in der Rückenschule
latti ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.11.2011, 20:55   #10 (permalink)
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@slider
Klar, wie gesagt, der Unterricht muss etwas bringen, dann ist er auch etwas "wert". Und ich finde auch, lieber ab und zu guten Unterricht, als wöchentlich schlechten.

Nebenbei gesagt, ich denke, gute Westernreiter und gute Dressurreiter (oder was auch immer) sollten viele Gemeinsamkeiten finden können!
latti ist offline   Mit Zitat antworten
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