Zitat:
Zitat von Pintopower
Aus Euch spricht der Züchter und Euer Geld, denn..wie Du sagst @Devil@ "...gezüchtet wird, was der ZAHLENDE Kunde haben will..." ob die Entwicklung pferdegerecht ist und was aus dem Nachwuchs wird, seht Ihr oft nicht mehr.
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Wenn es heute überhaupt
Reitpferde gibt, dann deshalb, weil es über Jahrhunderte hinweg Menschen gab, die bereit waren, einem Züchter ein Pferd seinem Wert (der sich aus den "Produktionskosten" ergab) entsprechend abzukaufen.
Pferde
zucht ist nämlich nix, was man so aus Jux und mal schnell zwischendurch machen kann. Wenn man wirklich zielgerichtet züchtet, kann man das nur mit dem Wissen über die Vererbung mehrerer Generationen, mit der bewussten Auswahl vor allem der Stuten (!), mit der Fähigkeit, einen Hengst wirklich beurteilen zu können (und nicht nur der Beschreibung im Hengstkatalog zu glauben). Ebenso muss man die Nachzucht sicher beurteilen können (damit man die RICHTIGEN Stuten für die Weiterzucht behält).
Das alles geht nur mit einer gewissen Selektionsbasis (also mehreren Stuten) und funktioniert deshalb nur, wenn es Käufer gibt, die bereit sind, dem Züchter WENIGSTENS den monetären Aufwand für seine Zuchtprodukte zu erstatten - die eigene Arbeitskraft bringt man doch heute schon nicht mehr in Ansatz.
Trotzdem wird ernsthaften Züchtern, die für ein Fohlen schon mal 4.000 € verlangen (müssen), unterstellt, sie wollten auf Kosten der Reiter "Geld verdienen".
Die heutigen Hobbyzüchter kann man in 2 Kategorien einteilen.
Die einen kaufen für relativ viel Geld eine Stute mit berühmten Namen im Pedigree, paaren diese mit einem ebenso berühmt gezogenen Hengst in angesagter Farbe und hoffen, mit diesen Voraussetzungen ihr Geld wieder reinzukriegen.
Die anderen paaren eine zufällig vorhandene Stute (evtl. weil sie sich nicht reiten lässt...) mit einem ebenso zufällig gewählten Hengst - der muss nicht gekört sein, hauptsache, es kostet nicht so viel, weil, es soll ja ein Freizeitpferd werden, und die sind vor allem billig.
Wenn das Ergebnis trotzdem ansehnlich und reitbar ist, triumphiert der Hobby"züchter".
Er verbraucht aber das genetische Potential, das Züchtergenerationen vor ihm in mühevoller Arbeit angehäuft haben.
Zitat:
Ich würde sagen, die Tendenz geht wieder zum knochenstarken, stabilen Pferd mit mehr Lebensqualität und höherer Lebenserwartung, nur ist das noch nicht bis ganz oben durchgedrungen.
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Wer oder was bitte ist "ganz oben"?
Die Pferdezucht ist privatrechtlich organisiert - da kann kein "ganz oben" irgendwas anordnen oder verbieten...
Die Kräfte des Marktes werden es regeln - ob das Zuchtniveau dabei gehalten werden kann? ... wir werden sehen...
Zitat:
Dass sich mit dem Reitenlernen weniger Mühe gegeben wird möchte ich nicht mal behaupten, die Reitschüler und -lehrer sind oft nur an zu schlechten Vorbildern orientiert.
Rosinen im Kopf, Reiten wollen wie MAR und einen Dampfhammer unterm Hintern, da ist das Unglück oft schon vorprogrammiert, leider immer zum Nachteil des Pferdes.
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Die heutige Jugend will immer alles sofort (Ausnahmen bestätigen die Regel) - die wenigsten unterziehen sich doch einer soliden Grundausbildung.
Manche Leute reiten 10 Jahre, würden aber keine A-Dressur, kein A-Springen und auch keinen A-Geländeritt fertig kriegen.
Es wird sich damit rausgeredet, man sei ja kein Turnierreiter, aber darum ging es doch ursprünglich überhaupt nicht!
Jeder Kavallerist musste im Rahmen seiner Grundausbildung lernen, sein Pferd an die Hilfen zu stellen und geradezurichten, weil es was mit Gesunderhaltung des Pferdes und mit Sicherheit für den Reiter zu tun hatte....