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Alt 01.08.2017, 21:35   #1 (permalink)
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Frage Stehen bleiben beim Führen

Halli hallo, mein lieber Schatz (7-Jähriger Reitpony-Wallach) beschließt öfters einfach, stehen zu bleiben. Ob das nun beim auf den Reitplatz gehen, in die Halle gehen, beim spazieren gehen, beim normalen führen oder ob zum oder vom grasen weg gehen ist (ich habe mit ihm erarbeitet, dass er eben nur auf mein Kommando fressen darf und er nimmt den Kopf auch ohne Probleme hoch, bleibt dann aber beim weg gehen aber eben stehen) spielt für ihn keine Rolle. Ist er einmal auf dem "Arbeitsplatz" angekommen, läuft er super brav, ob mit, ob ohne Seil mit. Nur auf dem Weg scheitert es. Man bekommt ihn nicht weiter. Es handelt sich dann um 10 min ihn 5m weiter zu führen. Ich habe alles probiert, was mir in den Sinn gekommen ist: Druck am Halfter steigern bzw mit größtem mir möglichen Druck (meinem Körpergewicht) halten, das hält er sehr lange aus, geht irgendwann einen Schritt weiter und das ganze wiederholt sich, Druck von hinten machen, ihm auch irgendwann mal eine klatschen, wenn er nach 5 min immernoch keinen Schritt weitergegangen ist; ich habe auch einmal eine Longierpeitsche zur Hilfe genommen (hinter ihm hergeschliffen bzw. auf den Boden geknallt, was bei ihm auch Respekt einflößt). Da ist er der Peitsche zwar ausgewichen, ist aber dann um mich herum gelaufen oder hat auch agressiv (androhen zu steigen, nach einem schnappen) reagiert.
Ich bekomme ihn letztendlich vorwärts, aber es dauert jedes mal Ewigkeiten und es bessert sich auch nicht. Ich weiß nicht was ich in solchen Situationen machen soll..
Habt ihr irgendwelche Ideen wie ich ihm dieses Verhalten austrainieren kann?
Er ist ein dominantes Pferd und testet, damit weiß ich aber dachte ich auch umzugehen. Diese Situationen bringen mich aber zum Verzweifeln. Was mache ich falsch? Wenn ich ihn nicht anschaue und "einfach weitergehe" ignoriert er mich. Wenn ich ihm eine klatsche ignoriert er mich entweder oder geht einen schritt weiter, manchmal vor, manchmal zurück.
Ich hoffe ihr habt Tipps oder Übungen dafür, weil er sonst ein so toller Partner ist..
MiaUnicorn ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.08.2017, 22:30   #2 (permalink)
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Benutzerbild von Priska
 
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Beiträge: 2.363
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Du hast bei Deiner 1. Kommandoarbeit einen Fehler in das Hirn des Pferdes programiert !

Fehler finden und gegen Arbeiten....
__________________
Ich liebe Pferde und diskutiere gern mit Eseln über das Für und Wieder ihrer Hufpflege
Priska ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.08.2017, 06:17   #3 (permalink)
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Ganz klar bei der Bodenarbeit versagt. Deine Körperhaltung und vor allem die Position zum Pferd hat dem Pferd vermittelt, stehen zu bleiben. Wahrscheinlich hast Du es mit einer Vielfalt von Signal zugemüllt, die es nicht verstehen konnte. Was machst Du, wenn Du irgendwo in einer Menschenmenge rumläufst und jemand versucht Dir aufgeregt in einer fremden Sprache, herumfuchtelnd, was mitzuteilen? Gehst Du dann einfach weiter oder bleibst Du verunsichert stehen? So geht es Deinem Pferd. Man muss sich nicht immer irgendwelche Rangordnungen als Ausrede zurechtlegen, Pferde testen nicht, dafür sind sie nicht konstruiert! Sie reagieren auf ihre Umwelt und wenn sie unsicher sind und nicht flüchten können, weil Du am Strick hängst, dann bleiben sie eben stehen. Wie Priska schon geschrieben hat - Du hast den Fehler selber eingebaut.

Hör auf, das Pferd zu dressieren - es ist nur die RB, nicht Dein eigenes, richtig? Wenn da jeder dran rumspielt, verunsichert das zusätzlich noch. Geh mal einen Schritt zurück und führe einfach mal geradeaus, ganz normal, ohne irgendwelche verwaschenen Kommandos, und achte auf deine Körperhaltung dabei. Die allermeisten Missverständnisse resultieren aus der Wischi-Waschi-Haltung des Menschen. Mach mal eine Pause mit Bodenarbeit und bring ihn nicht noch mehr durcheinander. Und rede vor allem mit der Besitzerin!!!

Wenn man sich auf das Pferd konzentriert beim Führen, dann fühlt man den Moment, wo er anfängt zu zögern und stehenbleiben will. Der bremst ja nicht voll. Diesen Moment muss man erwischen und ihn gar nicht erst anhalten lassen. Wenn er doch mal stehenbleibt, renne nicht vorneweg und zieh. Das funktioniert nicht. Geh sofort einen Schritt zurück, an die Pferdeschulter und versuche beim loslaufen das Pferd diesmal gleich mitzunehmen. Meistens klappt das, am besten in einer leichten Wendung. Wenn nicht, dann tippe direkt beim ersten Schritt mit einer Dressurgerte leicht die Hinterhand an und sag "komm", um klarzumachen, ich möchte jetzt, dass Du Dich vorwärts bewegst. Du sollst dem Pferd keine "klatschen"! Geht es dann immer noch nicht vorwärts, dann stell Dich neben ihn und bewege seine Hinterhand. Dann lässt Du die Vorhand weichen. Sobald er sich bewegt, geh vorwärts und LOBEN, LOBEN, LOBEN!!! Der Trick ist, ihn aus der anerzogenen Bremsphase wieder in Bewegung zu bringen, vor allem die Vorderbeine vom Boden zu kriegen. Und das dümmste, was man machen kann, ist, vor dem Pferd zu stehen und am Strick zu ziehen.

Ich rate Dir jetzt mit Absicht nicht, das Pferd rückwärts zu richten, wenn es nicht vorwärts will. Das kann man machen, aber dazu muss man dann auch den Vorwärtsgang einlegen können. Hat man das nicht drauf, dann versaut man sich das Pferd komplett. Ich weiß wovon ich rede. Die unreitbare Stute, die ich vor anderthalb Jahren gekauft habe, die haben verschiedene Trainer zum Schluss so weit versaut, dass sie unterm Reiter keinen Meter mehr vorwärts gegangen ist. Sie blieb stehen wie angewachsen, und wenn man getrieben hat, dann rannte sie mit Karacho rückwärts, egal wohin, oder fing an zu buckeln, bis der Reiter wieder unten war. Soviel zum Thema Rückwärtsrichten als Korrektur! Wir sind übrigens letzten Sonnabend zum ersten Mal ganz locker und entspannt zusammen getrabt, ich konnte leichttraben und sie lief in Dehnung und ganz locker, ohne Vollbremsung

Geändert von Schecki (03.08.2017 um 06:30 Uhr)
Schecki ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2017, 09:54   #4 (permalink)
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Benutzerbild von Annili
 
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Beiträge: 270
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schön erklärt Schecki!
Dem schließe ich mich an... wir sind immer viel zu schnell mit "der will das nicht", "der kann das nicht", "der ist bloß bockig".....
Der Fehler nennt sich in den meisten Fällen einfach "Mensch".
Wir wollen zu viel in zu kurzer Zeit und begreifen oft nicht, das wir unseren Pferden nicht vermitteln können, was es denn nun ist, was wir von ihm wollen.

Die Kunst ist, seinem Pferd zuzuhören, also es zu beobachten.
Überleg in Ruhe, wo der Fehler liegt. Was tust du, was das stehen bleiben auslösen könnte? Oder was tust du eben nicht, um dein Pferd zu motivieren bei dir zu bleiben, mit dir weiter zu laufen.

Meistens sind es Kleinigkeiten von uns, die bei dem Pferd eine Reaktion auslösen. Sie nehmen die leisesten Geräusche und Berührungen wahr.... das sollte man im Hinterkopf haben.

Ich hatte vor kurzem etwas ähnliches mit meinem neuen Pferd. Er ließ sich erst toll reiten, klar man muss sich erstmal kennenlernen und so...aber alles war gut. Dann habe ich ihn, weil ich alle meine Pferde gebisslos geritten habe, auf gebisslos umgestellt. Plötzlich blieb er alle paar Meter stehen, war irgendwie "aufgewühlt", drückte den Rücken weg, guckte sich ständig um und lief irgendwie "zackelig".
Erste Idee: er mag die Zäumung nicht, denn sonst hatte ich ja nichts verändert. Beim nächsten Ritt habe ich dann wieder seine gewohnte Trense mit einfach gebrochenem Gebiss genommen, und siehe da: Er lief wieder super entspannt, war locker und aufmerksam bei mir.
Die gebisslose Zäumung wirkt ja anders auf das Pferd ein, vermutlich fühlt sie sich direkt schon ohne Einwirkung vom Reiter am Kopf völlig anders an, das hat ihn offensichtlich so verunsichert, dass er einfach nicht wusste was er tun soll.

Ich könnte jetzt natürlich auch sagen, der dumme Gaul soll sich nicht so anstellen. Andere Pferde laufen auch gebisslos...... Aber ich möchte ja mit meinem Pferd zusammenarbeiten, also muss ich ihm auch zuhören.


Beobachten...sich die Zeit geben, genau hinzuschauen, was hat man vielleicht verändert, was macht man, gerade wenn man RB ist, anders als z.B. der Besitzer,...das kann den Knoten oft schon lösen.
__________________
Annili ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2017, 11:22   #5 (permalink)
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Ich werde es versuchen. Aber das Pferd "nicht anhalten zu lassen" klappt bei mir nicht so ganz. Ich merke natürlich wenn er stehen bleibt. Doch wenn ich dann schnalze, "komm" sag, "auf weiter" sag, wieder leicht beschläunigen will oder ihn weiter mitziehen will bleibt er genause stehen wie wenn ich es ignoriere.
Ich soll neben ihm stehen, ihn auch mit Sprache dazu einladen mitzukommen und wenn ich eine Gerte dabeihabe die Hinterhand von ihm antippen. Habe ich das richtig verstanden? Das habe ich so ja auch schon versucht, es klappt allerdings nicht wirklich. Ich werde es aber nochmal probieren so.

Das mit dem weichen werde ich versuchen.

Wie mache ich dem Pferd per Körpersprache klar, was ich von ihm will? In dem ich neben ihm stehe, die Schulter zu ihm zeigend die Hand mit dem Strick leicht nach vorne nehme. Und treibende Stimmhilfen gebe.
Das verstehe ich doch richtig, oder nicht?

Was heißt schon "dressieren"? Ich habe in der Bodenarbeit legentlich seitwärts, mit der Vorderhand, mit der Hinterhand und zurück mit abstand weichen lassen geübt. Und das er Abstand hält beim führen im Schritt und im Trab. Durch stehen bleiben und wieder antreten und durch Tempoübergänge und Richtungswechsel habe ich mir seine Aufmerksamkeit erarbeitet was gut klappt. Er reagiert auf kleinste Signale in der Körpersprache.
Das nennt sich also dressieren und verwirrt ihn? Da bin ich anderer Meinung.

Danke für die Tipps
MiaUnicorn ist offline   Mit Zitat antworten
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