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Meine Appaloosa Geschichte

von appyflash, Kategorie Mit Pferden reisen am 12. April 2016

eine Appaloosa Geschichte

1978 besuchte ich Studienfreunde meines Vaters in Houston, Texas.

Was für ein Erlebnis für jemanden aus einer Kleinstadt wie Emden.

Die Familie nahm mich mit auf eine Urlaubsreise von Houston  durch die Wüste bis nach Bandera, Texas.

Auf der Twin Elm Ranch begegnete ich zum ersten  Mal diesen für mich so ungewöhnlichen Pferden.

Dort wurden hauptsächlich Appaloosa für die geführten Schrittausritte in die Umgebung gehalten.

Diese Pferde wurden  für wenige Stunden am Tag mit “Stranger” geholt, ansonsten liefen sie im Herdenverband im Gebiet um die Ranch herum.

Stranger vertrug sich nicht mit den anderen Pferden , blieb deshalb auf der Ranch und musste bei den Ausritten immer als erstes Pferd gehen.

Wie stolz war ich, als ich nach ein paar Tagen Stranger reiten durfte. und dann auch noch mit einem Bosal. einer Zäumung, die ich im heimischen Ostfriesland noch nie gesehen hatte.

Mir gefielen diese bunten Pferde, deren Größe und außergewöhnliche Farbe. Bilder aus dieser Zeit habe ich leider nicht.

Wieder zu Hause in Deutschland las ich über diese Pferderasse,, was ich finden konnte. Das war damals  noch nicht sehr umfangreich, die ersten Westernpferde waren gerade erst in Europa angekommen .

Joker Cedar Autumn, der wunderschöne Hengst, der auf fast allen Rassetafeln damals abgebildet war, wurde mein Traumpferd.

Ein eigenes Pferd durfte ich nicht haben, aber träumen –das ging.

Ich ritt weiter  die Oldenburger, Hannoveraner, Trakehner und gelegentlich Norweger Ponys.

Einen Appaloosa sah ich life nicht; und meine Freunde vom Reitstall fanden das Interesse für diese Pferde äußerst befremdlich, da wir doch viel schönere Pferde im Stall haben, schön einfarbig und groß.

Im Sommer 1979 bewarb ich mich für ein Austauschjahr in den  USA.

Mein Traumziel: Texas, Montana oder Wyoming.

Gelandet bin ich in Toledo, Ohio (Ich vermute heute, weil ich angab, Heu Allergiker zu sein) und musste erstmal lernen, mitten in einer Industriestadt zu wohnen und mit 1200  Mitschülern in einem Jahrgang zur Schule zu gehen.

Pferde gab es in der Stadt nicht , auch leider keine 4 H Clubs.

Erst nach einem halben Jahr bekam ich die Gelegenheit in einem Reitstall Anfänger Unterricht geben zu können und dafür selber Unterricht zu bekommen.

Und zwischen all den Vollblütern und einfarbigen Quarter Horses gab es dann ROCKY.

Einen braunen Appaloosa mit Schabracke und großen Punkten. Er gehörte Privat Leuten und ich durfte ihn reiten. nur dreimal, weil meine Gastfamilie mich dann nicht mehr zum Stall fahren wollte, und , außer Schulbussen , der öffentliche Nahverkehr in den USA ja –außer in Großstädten – eher unterentwickelt ist.

Aber der Eindruck, den Rocky hinterließ, unterstrich meinen ersten , sehr guten Eindruck von dieser besonderen Pferderasse.

Nach Ende meines Austauschjahres erlaubten mir meine Eltern,  ein Pferd zu halten.

In der Zeitschrift ” Pferdemarkt” wurden gelegentlich Appaloosa angeboten, also suchte ich dort ; während meine Freundinnen die Lokalzeitung durchforsteten.

Natürlich wollte ich kein einfarbiges Warmblut, oder einen Norweger, es sollte schon eine bunte , gerittene Stute sein.

In Wyk auf Föhr gab es eine tragende Appaloosa Stute namens Princess, aber es war unmöglich ohne Auto an einem Wochenende dorthin zu kommen um sie auszuprobieren, ganz abgesehen von einem Transport nach Emden ohne Auto und Anhänger und Führerschein.

Ausserdem durfte ich EIN Pferd halten, nicht zwei, also suchte ich weiter.

Bei einem Pferdehändler fand ich dann ,

TIMMY

Timmy Februar 1981  Timmy- ein Jahr später

Klein, einfarbig braun, nicht eingeritten, aber im Preislimit.

Er war alles, was ich NICHT wollte: einfarbig braun, nicht eingeritten, voller Läuse und Würmer, mit völlig verklebtem Fell, aber dieser Blick…

Timmy begleitete mich über 30 Jahre,

Timmy und  ich 1983

Timmy und ich 1983

Als er so 20 wurde, sollte ein Nachwuchspferd her.

Diesmal nun aber wirklich ein Appaloosa, Timmy sollte ihn mit erziehen.

Ich suchte in ganz Deutschland nach einem bunten Hengstabsetzter oder Jährling. Angeboten wurden mir koppende Jährlinge, 4 Monate alte abgesetzte Fohlen für 5 stellige Summen ( okay,  waren noch DM, aber trotzdem weit mehr als ich bezahlen wollte) oder eben Stuten. Einmal war ich mit Züchtern verabredet, hatte meine Wünsche am Telefon geäußert, bin 3 Stunden dorthin gefahren , um vor Ort zu erfahren, daß die Jungpferde leider nicht vor Ort seien, sondern im Aufzucht Betrieb ca 300 km entfernt.

Das war doch sehr frustrierend.

Schliesslich las ich auf der ApHC Schau in Aachen eine Anzeige von einem Jährling und einem Zwei Jährigen , gar nicht weit weg von uns.

Die Pferde wuchsen in einer Jungpferdeherde mit einer Stute zur Erziehung auf, so wie ich es mir vorgestellt hatte.

Sehr brave, junge Pferde in einer natürlichen Umgebung, und ich entschied mich für Sammy Freckles Flash.

Cante 2005

Flash zog bei uns ein, er lernte schnell und begleitete uns – noch als Hengst – als Handpferd.

Bei einem Kinderbodenkurs fehlte uns ein Pferd, also versuchten wir es mit dem zweijährigen Jung-Hengst, der sich artig wie ein altes Schulpferd durch die Aufgaben leiten ließ. Traumhaft—so hatte ich mir das vorgestellt.

Zweijährig brachte ich ihn zurück zum Züchter, um dort noch ein paar Monate mit den Jungs herumzutollen, kastriert zu werden und dann wieder zurück zu kommen.

Ich war so stolz auf meinen Appaloosa, ich wollte ihn gern auf Turnieren zeigen.

Was lag näher als eine Vorstellung in der Heritage Class, die doch die  bemerkenswerte Geschichte der Pferde  zum Ausdruck bringen kann.

Auf der Suche nach Menschen , die mir bei der Erstellung der indianischen Ausrüstung helfen konnten, bekam ich Kontakt  zu einer Gruppe von Hobbyisten der Indianistik.

Diese Menschen teilen  meine Faszination von der Geschichte der Appaloosa Pferde und ihrer Züchter, der Nez Perce Indianer.

Auch sie möchten mit ihren Auftritten die Nez Perce Indianer ehren und an ihre traurige Geschichte erinnern.

Über einige Jahre hörte ich immer wieder von  „ dem Indianer „ aus Wildeshausen, der doch auch so ein “Appaloosa Verrückter “sei.

2002 lernte ich ihn und seine Frau kennen.

Mia Mahto führte seit vielen Jahren immer um den 21.September, den Todestag von Chief Joseph , einen Chief Joseph Memorial Trail Ritt

durch , und als Flash 4 Jahre alt war, nahmen wir das erste Mal daran teil.

Chief 09

Um eine lange Geschichte kurz zu machen. Flash und ich kamen am Boden wunderbar miteinander aus, beim Reiten aber nicht.

Wenig später hatte ich eine Appaloosa Stute, die zwar etwas speziell war. Ich musste sie zum Reiten regelrecht einfangen, Verladen war anfangs ein großes Problem, später sah es nur spektakulär aus.  Bequem war sie auch nicht, aber sehr schnell.

Wir kamen gut miteinander aus, und erlebten viele schöne Stunden , vor allem auf Wanderritten.

Birdy war schon etwas älter, und hatte  diverse gesundheitliche Probleme, man riet mir, sie nicht mehr zu reiten.

Ich schwankte zwischen Import eines geeigneten, bequemen Pferdes und der Idee , Birdy ein Fohlen bekommen zu lassen.

Ihre drei Stutfohlen, die sie vor der Zeit bei mir bekommen hatte , schienen charakterlich nicht so schwierig zu sein wie sie.

Daher nahm ich Kontakt mit Züchtern von Foundation Appaloosa ,Bill Wicklund und Rosa Yearout, aus den USA, auf, deren Pferde teils auch den Indian Shuffle ( eine Art Tölt) vererben.

Erst  kürzlich erfuhr ich , dass Mia Mahto Rosa Yearout vor vielen Jahren  persönlich auf einem Powwow kennen gelernt hatte.

Ein anderer meiner Appaloosa Freunde hatte vor wenigen Jahren einige Wochen auf ihrer Ranch verbracht .

Rosa Yearout ist zur Zeit die Älteste des Nez Perce Stammes, und bemüht sich um die Rückzüchtung der Appaloosa,

so wie sie einst Chief Joseph begleiteten.

Dazu wurden  alte Foundation Linien mit Achal Tekkiner Pferden gekreuzt, um die Ausdauer und Eleganz wieder zurückzubringen, die seinerzeit ein sogeschätztes Merkmal war.

Diese Nez Perce Pferde  sind  noch sehr selten. aber dazu komme ich später noch mal.

Schliesslich entschied ich mich, selber zu züchten, aber eine künstliche Besamung mit einem Hengst aus USA  kam aufgrund von Birdys schwierigem Charakter nicht in Frage.

Bill Wicklund half mir bei der Auswahl des am besten geeigneten Hengstes für meine Stute, in dem er die Pedigrees studierte und riet mir zu

Geronimos Pathfinder

Bereits als feststand, daß Birdy trächtig war, stand fest, daß das Fohlen Tonweya heißen würde ( Lakota Wort für Scout ,Pfadfinder)

Birdy brachte dann am 17.5.2009 ein braunes Hengstfohlen mit Spitzendeckchen zur Welt, direkt in meine Hände.

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Timmy und Tonweya

Timmy  Mai 2011

Timmys letzter Tag Mai 2011

Birdy musste ich im Sommer 2012 leider über die Regenbogenbrücke schicken.

Zum Glück hatte ich ja noch Tonweya.

Tonweya hatte von Geburt an einen Kehlkopfdefekt, ob er ein ausdauerndes Reitpferd werden könnte, war noch nicht absehbar.

Ich bereitete Tonweya vom Boden aus auf vieles vor, nahm ihn oft als Handpferd mit

Birdy und Tonweya 2010

Birdy und Tonweya 2010

Mit 2  wurde er kastriert,

aber zum Einreiten brachte ich ihn in in den Fehnstall, weil meine Freunde ihn für zu gefährlich hielten, um es selber zu machen.

Der Fehnstall ist ein Dressur- und Ausbildungsstall, in dem auch Tinker gehandelt werden, so daß es dort auch immer wieder zu Kundenverker kommt, und gegebenenfalls auch ein Reiter für Tonweya gefunden werden könnte.

Aber seit dem April 2013 reite ich meinen selbstgezogenen Appaloosa, der zwar keinen Indian Shuffle hat, aber ansonsten ein wahres Traumpferd für mich wurde.

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Tonweya und ich  nehmen an Lehrgängen teil, reiten aus, machen Wanderritte, Nachtritte ,waren schon auf Neuwerk,auch Pony Express Reiter sind wir schon gewesen.  Am Wichtigsten aber ist, daß ich mit Tonweya ein Traumpferd habe, mit welchem ich alles machen kann, was mir als Reiter Spaß macht. Wir treffen uns einfach mal mit Freunden und Hunden zum gemeinsamen Ausritt, oder machen Bodenarbeit

Das einzige, was wir nicht machen, ist an Turnieren teilzunehmen..

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Nun kam es letztes Jahr durch ein  Missverständnis über Facebook zum Kontakt zu einem Menschen ,der mir anbot, am Chief Joseph Ritt in den USA teilzunehmen.

was für ein Angebot. Ich hielt Rücksprache mit Bill und Merry Wicklund, die mir versicherten, daß der Herr durchaus existiert und sein Angebot ernst zu nehmen sei.

Seit etwa einem Jahr nun schreiben wir uns über Facebook und haben die meisten Details der Reise geklärt.

Mit seiner Frau habe ich telefonisch weitere Details besprochen und nun nähert sich die Abreise.

Als Höhepunkt für einen Appaloosa Freund  wie mich( man nennt uns auch Appaholics), darf ich diesen Sommer am Chief Joseph Trail Ride 2016 in Montana teilnehmen, der dieses Jahr dort endet, wo  Chief Joseph am 5.10.1877 kapitulierte und seine berühmte Rede gehalten hat.

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Darüber möchte ich gern berichten, wenn es interessiert.

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Blindes Pferd und nun ?

von Adriana, Kategorie Allgemein am 21. Januar 2016

Blindes Pferd und nun ?

Silke B. ein Friese blüht auf

Silke B. ein Friese blüht auf

Als ich damals die Diagnose bekam “Periodische Augenentzündung” und “100%Blind” wusste ich erstmal nicht was dies bedeuten sollte für mich und Sil. Ich fuhr ohne Kenntnisse über Blindheit bei einem Pferd mit meinem geliebten Sil aus der Tierklinik nachhause.

Zuhause angekommen

Zuhause angekommen

Zuhause führte ich ihn erstmal in seine Box zurück, damit wir alle bisschen zur Ruhe kamen. Bereits beim Führen war ich anfangs sehr unsicher und wusste überhaupt nicht wie wir dies nun anpacken sollten.

Mich erreichten in kürzester Zeit immer mehr Narichten von Menschen, die uns Mut zusprachen und somit nahm ich unser Schicksal in die Hand und lernte viel über diese Krankheit und wie wir damit arbeiten können.

Die ersten 3 Wochen waren wohl die schwierigsten. Sil war anfangs sehr unsicher gewesen und fühlte sich nur in seiner Box sicher.Anfangs führte ich ihn nur und putze ihn, ans reiten war noch garnicht zu denken. Beim Führen hatte ich grosse Angst, dass er gegen läuft, sich erschreckt oder los rennen würde.

Zusammen mit meinem Trainer setzten wir uns hin und überlegten wie wir Sil ein Pferdegerechtes Leben ermöglichen können auch mit Handicap.

Ich lernte Sil richtige Kommandos zu geben beim führen, wo er aufpassen soll oder halten soll. Ich achtete sehr auf den Boden, zum Beispiel wenn sich der Boden veränderte gab ich ihm ein Kommando, damit er keine Angst hatte wenn sich unter ihm etwas veränderte.

Anfangs passierte es mir oft dass, ich Kommandos vergass weil man es nicht gewöhnt ist und Sil lernte mich schnell dass, ich ständig auf ihn achten muss.

So vergingen die ersten 3 Wochen und so langsam kam die Routine rein und ich dachte mir, wir können es echt schaffen aber irgendwann zeigte mir Sil auch dass, er auch wieder beschäftigt werden will.

So kam unsere 1te Blinde Reitstunde. Ich war höllisch aufgeregt und wusste garnicht was mich erwarten würde. Würde er mich sofort wieder runterschmeissen oder wird er es zulassen ?

1te Reitstunde

1te Reitstunde

Ich stieg mit mulmigem Gefühl auf sein Rücken und hielt erstmal die Luft an als er die ersten Schritte tat. Unser Trainer gab uns das Gefühl nicht allein zu sein und macht mir sehr viel Mut und so ritten wir die ersten 30 Minuten durch und er war so brav. Natürlich war ich sehr unsicher und hatte Angst und Sil war ebenfalls etwas unsicher aber mit jeder weiteren Reitstunde kommen wir immer einen Schritt voran. Da Sil ein sehr ausgeprägtes Gehör hat, reagiert er besser und sensibler auf Geräusche und da passiert es natürlich ab und zu mal dass, er auch wegspringt oder Angst vor etwas bekommt aber in diesen Situationen darf ich ihn nie alleine lassen und ihm zeigen dass alles ok ist.

Mittlerweile haben reite ich Sil mit sehr viel Feingefühl und jeder kleine Fehler könnte fatal enden. Sil ist so sensibel geworden in seinen Hilfen dass, er immer sofort auf mich reagiert und mich sofort darauf hinweist, wenn ich ein Fehler mach.  Anfangs sind wir aus Sicherheit auf dem 2 oder 3 Hufschlag geritten, da dass Gleichgewicht noch nicht ganz so stabil war aber mittlerweile reiten wir ganz normal auf dem Hufschlag. Wir nehmen 1 bis 2 die Woche Dressur Unterricht bei unserem Trainer und kommen auch super gut voran.

Alles ist möglich, auch Stangenarbeit

Alles ist möglich, auch Stangenarbeit

Wir haben uns sogar an Trabstangen versucht, was super geklappt hat. Ich belächelte mein Reitlehrer anfangs als er zu mir sagte, ich sollte doch mal über die Stangen traben aber ich staunte nicht schlecht.

Mein Trainer gab Sil die Kommandos wann er seine Beine heben soll und ich sollte den Rest machen, anfangs verfehlte er natürlich die Stangen und berührte Sie aber nach einigen Runden trabte Sil wie ein ganz normales Pferd drüber ohne die Stangen zu berühren. Alles ist möglich auch mit einem blinden Pferd.

Im August standen alle Pferde auf den Wiesen nur meiner stand alleine drinnen. Ich wollte ihm seine Wiese zurück geben, damit er auch Pferd sein kann. So diskutierten wir lange darum wie wir es schaffen könnten ihn auf seine Wiese zu lassen ohne dass er Panik bekommt oder durchgeht.

Sil & Nico auf der Wiese

Sil & Nico auf der Wiese

So kamen wir zudem Entschluss dass, Sil´s Boxennachbar “Nico” mit auf seine Wiese kommt. Die Weide lag sofort an Sil´s Box an und trennte nur seine Boxentür. Nico und Sil kannten sich schon seitdem wir im neuen Stall waren. Mein Trainer und ich führten Sil und Nico zusammen raus auf die Weide und ich drehte mit Sil ein paar Runden auf der Wiese um Sil zu zeigen wo seine Weide beginnt und wo Sie endete. Seine Weide ist nicht allzu gross und auch nicht allzu klein, so dass er sich super zurecht finden kann. Die Weide ist ausserdem mit Elektro Zaun gesichert, dies spürte er sofort wenn er sich dem Zaun näherte ohne den Zaun überhaupt zu berühren. Zusammen liessen wir die beiden los und Nico begrüsste Sil freundlich und Sil folgte Nico auf anhieb sofort.

Anfangs blieb Sil immer sehr nah an Nico´s  Seite aber mittlerweile kennt Sil seine Wiese auswendig und geht selbständig rein und raus aus seiner Box. So kann ich ihm ein artgerechtes Pferdeleben ermöglichen.

Mittlerweile läuft Sil selten noch irgendwo gegen oder panikert. Er kennt nun seinen Stall, Box und Wiesen. Ab und zu vergesse ich sein Handicap und sehe ihn wie jedes andere Pferd auch, er ist eben mein bester Freund und beste Freunde gibt man nicht auf.

Schneeshooting Lia Faliniski Photography

Schneeshooting Lia Faliniski Photography

Heute arbeiten wir zusammen mit meinem tollen Trainer an Dressurlektionen und Bodenarbeit. Im Jahr 2016 haben wir noch vieles vor wie : Ausreiten gehen, Turniere und vieles mehr.  Solange er spass bei der Arbeit hat bin ich glücklich. Mittlerweile ist er wie jedes andere Pferd auch, nur mit einem Handicap und ich will euch allen zeigen dass, ihr keine Angst haben solltet sondern Mut haben solltet um immer weiter zu machen. Für mich kam einschläfern niemals in Frage und heute bin ich sehr glücklich über diese Entscheidung, denn ich kann mein geliebtes Pferd trotzdem an meiner Seite haben und ihm ein schönes Leben schenken, denn du lebst nur einmal gebe dies nicht so schnell auf ;)

Mein Tattoo

Mein Tattoo

Im Januar 2016 habe ich unser Schicksal auch auf meinem Arm veröffentlicht und dies gibt mir Mut niemals aufzugeben und wir leben alle nur einmal also lebe es ;)

Ich werde diesen Beitrag natürlich weiterhin ausführen, wenn mal wieder etwas Unmögliches Möglich geworden ist :)

Liebe Grüsse Adriana & Sil

Ende

Besucht uns doch auch mal hier :

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Wildes Winter-Wunder … Besucher auf der Weide

von Steffi Skidmore, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, So trainiere ich mein Pferd, Turbulenter Pferde-Alltag am 30. Dezember 2015

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Hier in den Colorado Rocky Mountains gibt es Wild, das wissen und schaetzen wir. Baeren, Bergloewen, Luchse, Kojoten, Stachelschweine, Stinktiere, Dachse, Bieber, und natuerlich auch Rehe und Hirsche. Man lebt mit ihnen und laesst ihnen ihren Freiraum. Hin und wieder aber gibt es besondere Begegnungen und Momente, die sich fuer immer einpraegen.

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Anfang Dezember diesen Jahres bin ich am spaeten Nachmittag, mit Hund und Ziegen im Schlepptau und Trense ueber der Schulter, losgezogen, um die Pferde einzufangen und das letzte Tageslicht fuer einen Ausritt im frischen Schnee zu nutzen.  Die drei – Schimmelstute Blanca, Rappwallach und Mustang’kind’ Legend und die winzige Schecke Sauce – grasten friedlich im Abendlicht. Ich war ihnen schon recht nahe gekommen, als ich Bewegungen auf der hinteren Weide bemerkte. Hirsche!

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Die hiesige Hirschherde umfasst zwischen 300 und 400 Tiere. Von der Paarungszeit im Spaetherbst bis in den Winter hinein sieht man sie oft alle zusammen – Kuehe, Kaelber und Bullen. Hirsche haben weitlaeufige Territorien und legen taeglich grosse Strecken zurueck. Es ist daher ein besonderes Geschenk wenn man die Herde aus naechster Naehe und im Tageslicht grasend beobachten kann. Die Tiere verstaendigen sich mit hohen Zirplauten (Kuehe und Kaelber) und tiefen Grunzlauten (Bullen). Das beruehmte Roehren der Bullen hoert man eher waehrend der Paarungszeit oder bei gelegentlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Herren. Die Kuehe und ihre Kaelber zirpten hin und her und ich war gefesselt. Dann fiel mein Blick auf meinen schwanzwedelnden, voellig ahnungslosen Hund. Der musste ins Haus bevor er die Hirsche doch noch bemerkte.

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Also wieder zurueck, Hund weggebracht und neuer Anlauf. Ich schwang mich auf meine unerschrockene Stute und, gefolgt von den anderen beiden Pferden und den unvermeidlichen, anhaenglichen und wanderlustigen Ziegen, machten wir uns auf um uns die Herde aus der Naehe anzusehen. Solche Experimente sollte man waehrend der Paarungszeit und wenn die Kaelber jung sind, dringend bleiben lassen. Hirsche sind, wenn sie gereizt sind oder sich bedraengt fuehlen, nicht ungefaehrlich. Anfang Dezember ist die Jagdsaison im Wesentlichen vorbei, die Paarungszeit auch, und die Tiere brauchen Ruhe und Gras um durch den langen Winter zu kommen. Hirsche sind normalerweise und aus gutem Grund menschenscheu, und herumscheuchen will und darf man sie nicht. Vor Pferden hingegen haben sie keine Angst, sodass sich ein vorsichtiger Reiter oftmals bis auf wenige Meter naehern kann.

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Blanca, die sich von nichts aus der Ruhe bringen laesst,  das neugierige Jungpferd und das freche Pony beaeugten die Hirsche interessiert aber gelassen. Ziegen scheinen sich fuer ihre grossen Cousins eher nicht zu interessieren. Bis auf etwa 20m konnten wir uns naehern. Dann trat die Herde gemaechlich den Rueckzug an und brachte weitere 30m zwischen sich und uns. Wir standen noch fuer einige Minuten am Zaun, beobachteten die Herde und lauschten.

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Dann war es Zeit fuer einen kleinen Ausritt durch umliegenden Wald und Wiesen. Mit vier Freilaeufern ist auch das manchmal abenteuerlich. Von Zeit zu Zeit hielten wir an um dem Zirpen der Hirsche zuzuhoeren. Als wir spaeter im Dunkeln zurueckkehrten hatten die braunen Wildlinge bereits den Zaun uebersprungen und grasten auf der grossen Weide bevor sie sich spaeter nach unten zum Bach begeben wuerden. An diesem Abend habe ich die Pferde und Ziegen besonders dankbar und mit einem breiten Laecheln in ihre Auslaeufe gebracht und gefuettert.

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Sommerekzem bei Sil

von Adriana, Kategorie Allgemein am 19. November 2015

Sommerekzem bei Sil

Hier geht es aussschliesslich über sein Sommerekzem, wie es dazu kam und wie wir lernten dies in den Griff zu bekommen und wie wir heute damit umgehen.

Vor seiner Krankheit:

Bevor ich Sil kaufte, lebte er bei einer liebevollen Frau. Später erfuhr ich dass, Sil nicht immer einfach war und immer nur nachts auf die Wiesen kam, da er ja Hengst war und so auch ruhiger war.

Zum Zeitpunkt als ich ihn kaufte war es noch Winter und er stand in einer Box und teilweise auf einer Wiese mit einer Decke draußen. Es waren keine Anzeichen von Sommerekzem oder ähnliches zu erkennen.

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Zuhause:

Als Sil endlich meiner war, fiel auch einige Wochen später die Entscheidung ihn nachhause zu holen.

Seine Hengstmanieren kamen zuhause dann auch schnell zum Vorschein aber ansonsten ging es ihm super.

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Frühjahr und Sommer :

Die Weidesaison wurde eröffnet und Sil durfte langsam aber sicher auch auf die Wiese. Anfangs nur Stundenweise und später dann 24 Stunden. Ihm ging es pudelwohl aber schnell stellte sich heraus irgendwas stimmte nicht. Sil hatte zu dem Zeitpunkt eine Meterlange Mähne bis zur Schulter und plötzlich war eines Tages eine großes Loch in der Mähne. Ich dachte mir es sei in einem Baum hängen geblieben, da ich später auch Mähnenhaare an den Bäumen gefunden hab.

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Aber irgendwann erwischte ich Sil dabei, als er sich genüsslich an einem Baum kratzte. Daraufhin zäumten wir alle Bäume ein aber das hielt ihn nicht lange auf. Soglangsam war von seiner langen Mähne nichts mehr zu sehen. Das kratzen wurde immer schlimmer.

Irgendwann lies Sil sich nicht mehr anfassen und hatte sich die Mähne und Schweifrübe abgerubbelt. Ich informierte mich überall, warum er sich so kratzte. Natürlich denkt man nicht sofort an das schlimmste.

Später holte ich sicherheitshalber doch eine Fachkraft an die Seite. Leider konnte dieser Tierarzt nichts feststellen. Dieser behauptete dass es Käfer und Kleintiere sein könnten von den Bäumen. Soweit so gut, er lies mir Waschlotion und Lotionen da, aber auftragen musste ich selber, was zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht witzig war.

Ich versuchte mich zusammen mit Freunden ihn zu waschen und Lotionen aufzutragen. Einer stand vorne und hielt ihm am Halter fest, ein anderer versuchte ihn abzulenken und ich versuchte so sc

hnell wie möglich an ihn ran zu kommen aber so leicht ging es nicht. Sil stieg, rannte und biss zu. Er liess sich nur mit Futter überreden.

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2 Wochen später sah er einigermassen okay aus. Mittlerweile bemerkte er, dass ich ihm nur gutes tun wollte. Leider baute er sehr stark ab und an ihm war nicht mehr viel Pferd.  So überstanden wir das 1te Jahr erstmal.

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Winter 2012-2013:

Im Winter war alles wieder gut, er kratze sich nirgendwo mehr und ich dachte mir das Problemchen wäre gelöst aber falsch gedacht.

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Sommer 2013 und die Diagnose:

Über den Winter ist seine Mähne wieder etwas zurückgekommen und er sah bisschen mehr nach Pferd aus. Allerdings kam der Sommer ja auch wieder zurück. Ich freute mich ihn endlich wieder auf die Wiese zu lassen aber meine Freude verflog relativ schnell.

Er stand nicht mal 1 Stunde draußen fiel er wieder ins alte Muster zurück und kratzte sich genüsslich an allem was da war. So wollte ich diesen Sommer nicht mitmachen. Ich rief sofort Tierarzt wieder und diese gaben mir wieder Lotionen und konnten nichts erkennen. So versuchte ich mein Glück mit Lotionen und Spray´s. Alles half nur ein paar Stunden und er machte da weiter wo er aufgehört hatte. Ich entschloss mich seine Mähne auf Stehmähne zu kürzen, da man keine Mähne erkennen konnte und seine Schweifrübe auch total abgeschubbert war.

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Im Laufe des Sommers wechselte ich den Tierarzt und da wurde mir so einiges klar.

Es war an einem Sonntag, mein damaliger Freund und ich waren unterwegs und wir kehrten so gegen 17 Uhr wieder nachhause. Ich wollte noch kurz zu Sil um ihn zu füttern aber da traf mich der Schlag. Sil lief rauf und runter auf der Wiese, er wälzte sich minutenlang auf dem Boden und hustete stark. Mir war klar irgendwas stimmt hier nicht. Ich rief meine TA ( Tierärztin) an und diese war in 10 Minuten vor Ort. Sie  schaute sich ihn an und dann kam schnell die Diagnose: “Sommerekzem”

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Sie erklärte mir um welche Krankheit es sich handelt und wie ich damit umgehen muss. Sie erklärte mir, dass seine Lungenbläschen sich verschlossen haben da er stark auf Mückenstiche und Sonnenstrahlen reagierte. Hätte ich nicht sofort reagiert, wäre er heute nicht mehr hier.

Ich holte Sil sofort in seine Box und lies ihn erstmal paar Tage sich ausruhen von den Medikamenten.  In der Zeit informierte ich mich genau über Sommerekzem. Ich holte mir Rat und leste viele Bücher.

Nach 1 Woche Boxenruhe entschloss ich mich dazu, Sil eine Ekzemerdecke zuzulegen und sein Futter umzustellen.

Ich gebe zu Modisch sieht anders aus, aber ihr glaubt nicht was für ein Wundermittel es ist. Seithher haben wir das Sommerekzem im Griff.

Wie lebt Sil heute mit seinem Sommerekzem ?

Heute haben wir sein Ekzem super im Griff. Im Oktober 2014 haben wir den Stall gewechselt und dies ermöglichte uns ein artgerechtes Leben für Sil.

Winter :

Im Winter sind die Wiesen geschlossen, aber es gibt Winterwiesen. Ich gebe zu wir leiben die Winterzeit, da Sil sich vom Sommer erholen kann und ich mir keine Sorgen machen muss über sein Ekzem. Im Winter bleibt er allerdings immer drinnen, aber er hat ja auch eine sehr grosse Box und wird regelmässig bewegt. Zu dieser Zeit braucht er seine Ekzemerdecke zum Glück nicht und seine Haut und Haare können sich erholen. Anfang des Winters bekommt er oft Schuppen aber dies ist ein gutes Zeichen, da sich die Haut dann neu regeneriert.

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Sommer:

Wenn die Weidesaison eröffnet ist und anweiden ansteht, heisst dies für uns, eindecken! Beim 1ter Weidegang bekommt Sil schon seiner Ekzemerdecke drauf, da das Anweiden am Tag gemacht wird und später kommt sein Weidekumpel zu ihm. Wenn dies alles gut verläuft wird Sil mit seinem Weidekumpel in der Nacht und mit Ekzemerdecke auf die Wiese gelassen. Meistens braucht er auch eine Maske aber dies hängt davon ab wie das Wetter ist. Nachts ist es oft viel kühler und dann ist er auch viel ruhiger, weniger Mücken und wenig Sonne.

Sein Futter hab ich nicht besonders umgestellt, er bekommt normales Müsli und ab und zu Leinöl für sein Fell.

Beim Reiten sind wir nicht eingeschränkt und falls viele Fliegen und Stechmücken da sind nehmen wir meistens Fliegenspray.

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Schlusswort:

Ein Pferd mit Sommerekzem zu haben bedeutet sehr viel Pflege, dies sehe ich jedesmal wenn ich bei meinem Pferd bin. Es ist nicht mal eben reiten und zurück in die Box stellen. Ich begutachte jedes mal seine Mähne und Schweif ob er sich wieder gekratzt hat oder nicht, weil jedes früh erkennen kann man auch schnell behandeln. Ich besitze eine ganze Kiste nur für sein Ekzem und seine Wehwehchen.

Ab und zu wenn man nicht schnell genug ist, dann kann es sein dass innerhalb von 2 Tagen ein ganzes Stück Mähne weg ist und ja es ist mir auch schon oft passiert aber nun weiss ich damit umzugehen um seine Mähne zu retten und ihm ein angenehmes Leben zu geben. Damals wusste ich es einfach nicht besser und hab eben zu spät erkannt welche Krankheit ihn plagte aber zum Glück gibt es die lieben Tierärzte :)

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Liebe Grüße Adriana & Silke

Links:

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Youtube:

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Unsere Geschichte

von Adriana, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Problempferde, Szene-Geflüster am 30. Oktober 2015

Mein blinder Friesenhengst
We see blind with the heart
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Mein Name ist Adriana Graas, ich bin 21 Jahre alt und komme aus Luxembourg.

Seit 4 Jahren begleitet mich mein treuer Freund Silke.

Er ist ein 10 jähriger Friesenhengst.

Damals hab ich mich sofort auf den ersten Blick in ihn verliebt. Mir war klar er ist perfekt.

Dass er Hengst war störte mich zunächst nicht wirklich obwohl ich keine Erfahrung mit Hengsten hatte.

Aber es sollte alles anders kommen.

Bild 2011

Bild 2011

Unser Anfang gestaltete sich äußerst schwierig denn als wir ihn zuhause hatten, kamen die Hengst-Gebaren zum Vorschein. Er stieg mich an, schlug nach mir aus, versuchte mich zu beißen und lies sich nicht anfassen.

Ich war aus lauter Verzweiflung kurz davor ihn wieder abzugeben, aber das wollte ich irgendwie nicht und versuchte von Vorne anzufangen.

Schritt für Schritt kamen wir uns näher jedoch auf die Anfangsprobleme folgten gleich weitere….

Bild 2014 Lektion Steigen

Bild 2014 Lektion Steigen

Im Hochsommer fing er plötzlich an sich an allem zu kratzen was in seiner Nähe war das ging soweit das sein Mähnenkamm blutete und seine schöne Mähne war dahin.

Ich rief meinen Tierarzt und bekam die Diagnose: Sommerekzem.

Er sah schrecklich aus, ich wusste nicht mehr weiter, fast jede Woche stand der Tierarzt da um zu helfen. Decken zerlegte er mir innerhalb kürzester Zeit.

Durch viel nachlesen, bei Tierärzten und anderen Betroffenen nachfragen informierte ich mich über diese Krankheit. So bekam ich es nach 2 Jahren mit Futterwechsel, eindecken und regelmäßigem Waschen weitgehend in den Griff

Sil 2012 Sommerekzem

Sil 2012 Sommerekzem

Alles war fast perfekt bis im Winter 2013.

Es lag Schnee und es regnete. Da die Wiesen voller Matsch waren beschloss ich mit ihm spazieren zu gehen. Es sollte ein Alptraum werden.

Wir spazierten entlang eines Feldes als ich mit ihm ein bisschen trabte. Auf einmal bockte Sil und stieg, daran erinnere ich mich noch, dann ging bei mir das Licht erst mal aus.

Sil ist gestiegen und traf mich mit dem Huf am Kopf. Dabei blieb ich im Seil hängen und er erschrak sich so sehr dass er nochmal nachtritt und sich losriss. Ich fiel auf den kalten Boden mit dem Kopf auf einen Stein und war sofort bewusstlos. (So wurde es später anhand von Spuren rekonstruiert)

Als ich wieder wach wurde war mein Pferd verschwunden und ich war dusselig. Mein Bein und mein Kopf taten höllisch weh….

Sil ist entlang der Hauptstraße gelaufen wo Passanten ihn aufhielten und einfingen erzählte man mir.

Ich hatte Glück im Unglück aber nun hatte ich richtige Angst vor ihm bekommen.

Ich ging nur noch selten zu ihm in den Stall.

Winter 2012

Winter 2012

Im Sommer nahm ich meinen Mut zusammen und nahm an einem Seminar mit ihm teil. Dort lernten wir uns wieder zu vertrauen und entdeckten Zirkuslektionen für uns.

Nach paar Wochen wieder zu Hause weigerte Sil sich aber das erlernte zu machen, nichts klappte mehr. Lag es an mir oder war er womöglich doch nicht der richtige Partner für mich?

Ich war also wieder bei 0.

Seminar 2013

Seminar 2013

Dieses Jahr war sein Sommerekzem extrem schlimm und meine Abschlussprüfungen standen bevor. Ich war am Ende.

Schweren Herzens beschloss ich im Juli 2013 meinen Hengst abzugeben. Sil ging zu seiner neuen Besitzerin nach Dortmund aber nach 3 Wochen bekam ich einen besorgten Anruf ihm würde es nicht gut gehen, er stehe bereits seit 3 Wochen in einer Box ohne raus zu kommen

Ich fuhr am nächsten Tag 3 Stunden nach Dortmund und fand mein Pferd in einem grausigen Zustand vor. Mir war sofort klar er gehört nach Hause zu mir.

Ich holte ihn sofort wieder ab und so war er wieder zuhause wo er hingehört ich wusste es würde nicht leicht werden und dennoch fühlte ich mich besser…

Er war also schneller wieder bei mir als gedacht. Das war in der Form nicht voraus zu sehen.

Juni 2013 in Dortmund beim Verkauf

Juni 2013 in Dortmund beim Verkauf

Wieder zu Hause bekam Sil ein Pinto Fohlen als Freund auf die Weide damit er nicht alleine war. Alles lief soweit gut, durch viel Arbeit bauten wir wieder ein tolles Vertrauen auf und sein Hengstverhalten und Sommerekzem bekamen wir wieder in den Griff.

Er machte auch wieder Zirkuslektionen mit und ich dachte es könnte nicht schöner sein, aber es sollte so nicht lange bleiben.

Sil mit seinem Besten Kumpel Jack 2013

Sil mit seinem Besten Kumpel Jack 2013

Im Oktober 2014 musste ich Sil aus privaten Gründen von seinem Freund trennen und wir sind in einen Reitstall mit großer Halle umgezogen.

Bei meiner Nachfrage dort sagte man mir dass der Stall eigentlich nicht auf Hengsthaltung ausgelegt sei und man sich doch große Sorgen macht dass wir dort eventuell wieder weg müssten falls es zu Schwierigkeiten käme.

Wir bekamen eine Chance, man gab uns eine Box in welcher sich Sil sehr wohl fühlte, ich nahm regelmäßig Reitstunden und wir übten weiter an Zirkuslektionen.

Das Vertrauen wuchs, nicht nur zwischen uns beiden sondern auch das der anderen Pferdebesitzer und wir bereiteten uns auf die Teilnahme an E-Dressuren vor.

Im neuen Stall 2014

Im neuen Stall 2014

Im Sommer 2015 sind wir auf die ersten Turniere gegangen, wir starteten in E – Dressur.

Alles lief so super im neuen Stall und ich war so glücklich. Dann im Juli 2015 geschah das was sich niemand wünscht.

Unser 1tes Turnier

Unser 1tes Turnier

In letzter Zeit war sein Auge häufiger geschwollen aber nachdem Tierarzt da war ging es immer wieder weg. Niemand machte sich Gedanken.

An einem Dienstag Morgen bekam ich ein Anruf vom Stallbesitzer. Sil würde nicht mehr in seine Box gehen. Er stände zitternd auf der Wiese und er rennt überall gegen.

Daraufhin kam der Tierarzt, untersuchte seine Augen und wir wurden in eine Pferdeklinik überwiesen.

Dort bekamen wir die Diagnose: Periodische Augenentzündung!

Auf dem linken Auge gab es keine Reaktion mehr daraufhin wurde das Auge entfernt um eine Weiterverbreitung und damit das Übergreifen auf das rechte Auge zu verhindern.

Es gab Hoffnung da er noch Reflexe auf dem rechten Auge hatte.

Wir wurden weiter überwiesen in eine andere Pferdeklinik um eine OP am rechten Auge durchzuführen.

Sein linkes Auge in der Uten Pferdeklinik

Sein linkes Auge in der 1ten Pferdeklinik

Entfernung des Linkes Auge nach der OP

Entfernung des Linkes Auge nach der OP

Nach der OP immer an seiner Seite

Nach der OP immer an seiner Seite

Nach vier Stunden Fahrt erhofft man sich vieles in der zweiten Klinik.

Nach einer Stunde Aufenthalt kam das niederschmetternde Untersuchungsergebnis und wir konnten wieder nachhause fahren.

Ich weiß noch wie es mir ging als der Professor mir sagte: ”Tut mir leid, aber ihr Pferd ist zu 100% blind “!

Auf dem rechten Auge sei nichts mehr zu machen. Ich brach zusammen, es zog mir den Boden unter den Füßen einfach weg. Wie soll es nun weitergehen?

Für mich kam einschläfern niemals in Frage, also nahm ich meinen geliebten Sil und fuhr mit ihm nach Hause, zunächst ins Ungewisse…

Endlich wieder zuhause

Endlich wieder zuhause

Zuhause gab man uns die Hilfe und Unterstützung die wir brauchten

Jeder gab uns Kraft und half uns weiter. Die Reiter im Stall sprachen mir Mut zu, Stallbesitzer und Trainer sorgten sich um eine Box mit Paddock und Weidezugang in der auch ein blindes Pferd zurecht kommt. Ich arbeite weiterhin an der gemeinsamen Vertrauensbasis mit Zirkuslektionen. Außerdem haben wir die Turnierteilnahme nicht aus dem Kopf verloren, gemeinsam mit dem Trainer stelle ich aktuell meine Reitweise um und vielleicht nehmen wir weiter an Turnieren teil.

Wir brauchen keine Augen um zu sehen, wir sehen mit dem Herzen

Lektion flach liegen

Lektion flach liegen

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Ende
Liebe Grüße Adriana & Silke
Besucht uns doch mal :
Youtube : https://www.youtube.com/channel/UCi1DbAiYoA0TkGfdxb8OR6A?view_as=public

Angebote für Shows gerne unter :
graas.adriana@hotmail.com
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Legend – (K)ein ganz gewoehnliches Jungpferd

von Steffi Skidmore, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Pferdeliebe zum Beruf gemacht, Problempferde, So trainiere ich mein Pferd, Turbulenter Pferde-Alltag am 12. Oktober 2015

Legend heute. Photo: Stefanie Skidmore

Legend heute - 18 Monate. Photo: Stefanie Skidmore

Vor wenigen Monaten habe ich noch in meinem ersten Blog von meinem Wunsch geschrieben, eines Tages einen Mustang mein Eigen zu nennen. Mittlerweile, durch glueckliche Fuegung, gehoert Legend zur Familie.

Bodenarbeit. Photo: Stefanie Skidmore

Bodenarbeit. Photo: Stefanie Skidmore

Legend, geboren im April 2014, ist das Fohlen einer unbekannten Ranch-Stute und des wilden Hengstes Lightning (dt. Blitz). Lightning lebt frei in einer Herd Managemant Area (HMA) und hat einer angrenzenden Ranch offensichtlich einige Besuche abgestattet, resultierend in einer Handvoll ungewollter Fohlen. Diese wurden dann im Alter von nur drei oder vier Monaten abgegeben, da die Stuten im Touristik-Betrieb gebraucht wurden. Legend, zunaechst ein wunderschoenes, silbergraues Hengstfohlen, vertrug das fruehe Absetzen offenbar schlecht und wurde einige Monate spaeter in lebensbedrohlichem Zustand von Kathryn Ory, Inhaberin von Ory Photography, aufgenommen.

Mustang Hengst Lightning, Legends Vater. Photo: Pam Nickoles Photography

Mustanghengst Lightning, Legends Vater. Photo: Pam Nickoles Photography

Legend - 4 Wochen alt. Photo: Unbekannt

Legend - 4 Wochen alt. Photo: Unbekannt

Zu dem Zeitpunkt konnte Legend – damals Aspen –  nicht ohne Hilfe stehen, und waere warhrend der ersten Wochen in seinem neuen Zuhause mehr als einmal beinahe an Schwaeche und schlechtem Ernaehrungszustand gestorben.  Zahllose (fuer seine Menschen) schlaflose Naechte spaeter und sehr langsam fing Legend an, zuzunehmen und seine Angst vor Menschen abzulegen.  Als ich Legend im August 2015 kennenlernte war er bereits ein freundlicher, wohlgenaehrter Jaehrling. Zeugen seiner Vergangenheit sind heute nur noch  weisse Flecken auf seinem Ruecken, an einer Stelle die offen und entzuendet war als Kathryn dem halbverhungerten Fohlen in letzter Minute eine zweite Chance gegeben hat.

Legend im Alter von 6 Monaten, kurz nach seiner Rettung

Legend im Alter von 6 Monaten, kurz nach seiner Rettung. Photo: Kathryn Ory

Im August diesen Jahres (2015) beschloss Kathryn, die Mitglied einer Pferderettungsorganisation ist, dass es an der Zeit war, Legend in ein dauerhaftes Zuhause zu vermitteln. Die Organisation findet Pflegefamilien fuer Pferde in akuten Notsituationen – wie Kathryn in Legends Falle.  Spaeter koennen die Tiere von qualifizierten Pferdemenschen adoptiert werden.  Kathryn und ich kannten uns bis dahin nur durch Facebook und kamen mehr oder minder zufaellig online ins Gespraech. Ich war auf der Suche nach einem Jungpferd, idealerweise einem Mustang, und sie hatte einen solchen abzugeben. Drei Tage spaeter lernten Kathryn, Legend und ich einander persoenlich kennen, und binnen weiterer vier Tage zog Legend bei mir ein.

Legend - Erste Woche im neuen Zuhause. Photo: Stefanie Skidmore

Legend - Erste Woche im neuen Zuhause. Photo: Stefanie Skidmore

Mittlerweile ist Legend kastriert und steht mit meiner –ebenfalls geretteten – Stute Blanca zusammen.

Freunde. Blanca & Legend. Photo: Stefanie Skidmore

Freunde. Blanca & Legend. Photo: Stefanie Skidmore

Legend ist ein kluges und vertrauensvolles Jungpferd und hat in den vergangenen Wochen bereits viel gelernt. Er laesst sich am losen Strick in verschiedenen Positionen fuehren, kann (vorsichtig, langsam und nur kurz der unfertigen Gelenke wegen) longiert werden, macht beim ‘Fahren vom Boden’ prima mit, laesst sich von einem anderen Pferd aus fuehren, bleibt unangebunden stehen (ground tying), und laesst sich – auch unangebunden – putzen, waschen, Hufe ausschneiden, satteln, trensen und mit Planen und Satteltaschen behaengen.

Legend & die Plane. Photo: Stefanie Skidmore

Legend & die Plane. Photo: Stefanie Skidmore

Packtaschen. Photo: Stefanie Skidmore

Packtaschen. Photo: Stefanie Skidmore

Er hat gelernt, auf Kommando zu mir zu kommen, den Kopf zu senken und lernt gerade das Hinlegen auf Kommando, das er sehr gern fuer kleine Schlaefchen nutzt, am liebsten auf dem Schoss seines ‘Menschenkissens’. Letztere Uebung ist eine tolle Aufsteighilfe!

Hinlegen - Legend & Stefanie. Photo: Erin Van Egmond

Hinlegen - Legend & Stefanie. Photo: Erin Van Egmond

Schosspferd - Legend mit Stefanie (rechts) & Havannah (links)

Schosspferd - Legend mit Stefanie (rechts) & Havannah (links). Photo: Erin Van Egmond

Legend und ich spielen und wandern fast taeglich, gern auch im Dunkeln wenn die Kojoten heulen. Dabei sind auch Hunde und Ziegen oft mit von der Partie. Uebungen werden spielerisch eingebunden und wiederholt, und zur Belohnung darf er sich danach im Bach waelzen, zweifellos eine seiner Lieblingsbeschaeftigungen.

Badetag. Photo:Stefanie Skidmore

Badetag. Photo:Stefanie Skidmore

Ich geniesse und schaetze die Ausbildung von Jungpferden – ohne Zeitdruck kann man die Kleinen spielerisch auf all das vorbereiten, was spaeter einmal von ihnen erwartet werden wird. Es geht nicht um Perfektion sondern um Vertrauen, Mut und Respekt, und nicht um grosse Ergebnisse sondern um erste Schritte und kleine Verbesserungen. So wird – hoffentlich – das erste Anspannen und/oder der erste Ritt zum Klacks und nicht zum Rodeo.

Erstes Satteln. Photo: Stefanie Skidmore

Erstes Satteln. Photo: Stefanie Skidmore

Mein Ziel ist es, Legend zu einem vielseitigen Freizeitpferd auszubilden. Tricks, Fahren und Reiten – Western und Englisch – sollen einmal zu seinem Repertoire gehoeren. Vor allem aber moechte ich mich des Vertrauens dieses unverdorbenen, mutigen kleinen Kerls  weiterhin und zunehmend wuerdig erweisen.

Vom Boden fahren. Photo: Stefanie Skidmore

Vom Boden fahren. Photo: Stefanie Skidmore

Mehr zu Legend – Bilder, Vorgeschichte und Updates – findet ihr hier:

Aspen’s Recovery: https://www.facebook.com/aspensrecovery

Legend, Lightning’s Son – aka Aspen: https://www.facebook.com/legendakaaspenstefanieskidmore

Stefanie Skidmore: https://www.facebook.com/stefanie.skidmore

Beste Gruesse aus den Colorado Rockies,

Eure Steffi

Kinderpferd. Legend mit Havannah & Jeremiah. Photo: Stefanie Skidmore

Kinderpferd. Legend mit Havannah & Jeremiah. Photo: Stefanie Skidmore

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Mustang Magic – Des Westens wilde Pferde

von Steffi Skidmore, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden am 16. August 2015

Mustangs verzaubern. Die verwilderten Pferde der Conquistadoren, die bis heute die amerikanischen Steppen bewohnen, lassen heute wie damals Herzen hoeherschlagen und Traeume wahr werden.

Wild und Frei

Wild und Frei. Foto: Mustang Meg

Sonnenuntergang in der Steppe. Foto: Mustang Meg

Sonnenuntergang in der Steppe. Foto: Mustang Meg

Familienbande. Foto: Mustang Meg

Familienbande. Foto: Mustang Meg

Hengste unter sich. Foto: Mustang Meg

Hengste unter sich. Foto: Mustang Meg

Mustang-Ethik

Mustangs sind nicht nur scheu, zaeh und wild- und mystisch schoen; sie verkoerpern Werte die viele Amerikaner an die ‘guten alten Zeiten’ erinnern und die es zu bewahren gilt: Werte wie Freiheit, Staerke, Mut, Ehrlichkeit und Treue. Die wilden Pferde inspirieren Saenger, Fotografen und Maler zu erstaunlichen Kunstwerken. Tausende – Kinder, Rancher, Stadtmenschen Touristen, Pferde- und Naturfreunde und viele andere die sich von den amerikanischen Mustangs haben verzaubern lassen – setzen sich gemeinschaftlich fuer den Schutz und Erhalt der Herden im zunehmend dichter besiedelten Westen ein, und versetzen im Zuge dessen oftmals wortwoertlich Berge.

Salt River Wild Horses, Arizona. Foto: Eddy Dinero Photography

Salt River Wild Horses, Arizona. Foto: Eddy Dinero Photography

Round-Ups und das Leben Danach

Teil der – umstrittenen – Massnahmen zur Populationskontrolle ist das Einfangen wilder Pferde in sogenannten ‘round-ups’. Die Tiere werden anschliessend entweder an qualifizierte Bieter versteigert oder in staatliche ‘Holding Facilities’ gebracht. Dort findet die Kastration aller Hengste statt, und vor allem juengere Pferde koennen von Privatpersonen adoptiert werden.
Einige der Holding Facilities sind Gefaengnissen angeschlossen. Interessierte Insassen lernen – gute Fuehrung vorausgesetzt – die Pferde vorsichtig an Menschen zu gewoehnen und auszubilden. Zukuenftige Besitzer koennen die Mustanganlagen begehen, Pferde aussuchen und bestimmen ob sie ihre Mustangs roh, halfterfuehrig oder eingeritten heimbringen wollen. Die Gefaengnisinsassen bereiten die Tiere dann dementsprechend auf ihr neues Leben vor, und entwickeln sich dabei selbst persoenlich sowie professionell weiter.
Mustangs erfreuen sich zunehmender Beliebtheit nicht nur unter Gelaende- und Freizeitreitern sondern sind zunehmend auch im Turniersport zu finden: Von Barrel Racing ueber Dressur zu Mounted Shooting und Trickreiten – Pferde mit dem Gefrierbrand am Hals der sie als Mustangs identifiziert findet der aufmerksame Beobachter mittlerweile in vielen Disziplinen.

Jessica Dabkowski mit einem der von ihr ausgebildeten Mustangs. Foto: Pony Peak Stangmanship

Mustang mal Englisch. Jessica Dabkowski mit einem der von ihr ausgebildeten Mustangs. Foto: Pony Peak Stangmanship

Mounted Shooting: Heath Marshall mit seinem Mustang Ricky Bobby - 'The Mustang, the Myth, the Legend'. Foto: Ory Photography

Mounted Shooting: Heath Marshall mit seinem Mustang Ricky Bobby - 'The Mustang, the Myth, the Legend'. Foto: Ory Photography

Weil Adoption entweder durch Privatpersonen oder Organisationen (letztere unterhalten oftmals Schutzgebiete in denen bereits eingefangene aber ungezaehmte oder nicht vermittelbare Wildpferde wieder wild sein duerfen) der einzige Weg aus den holding facilities bedeutet, bemueht sich das Bureau of Land Management (BLM), seine Adoptionsprogramme bekannter und attraktiver zu gestalten. Zu diesem Zwecke wurden Wettberwerbe wie Mustang Magic, Mustang Million und Extreme Mustang Makeover ins Leben gerufen. Trainer bewerben sich und das Los entscheidet wer welches Pferd bekommt. Die Ausbilder haben dann etwa 100 Tage Zeit um die voellig ungezaehmten Tiere in freundliche, sichere Zeitgenossen zu verwandeln. Von Erwachsenen wird erwartet dass die Mustangs zur Show am Ende der Trainingszeit nicht nur eingeritten sondern auch bombensicher sind. Jugendliche bekommen Jaehrlinge die sie zaehmen und an der Hand vorstellen. Ich verfolge den Weg verschiedener Trainer mit ihren jeweiligen Pferden sowohl persoenlich als auch via Facebook, und bin jedes Mal aufs Neue sprachlos wie sich Pferde wie auch Menschen auf diesem gemeinsamen Weg veraendern. Nach der Show werden die Mustangs dann versteigert. Dies ist oftmals ein sehr emotionales Ereignis und mehr als einmal habe ich erlebt dass Trainer – Jugendliche und Erwachsene gleichermassen – entweder mit den Traenen kaempfen oder ihre Ersparnisse aufbieten um ihren vierbeinigen Partner wieder heimbringen zu koennen.

Trainer Heath Marshall mit einem Berittmustang. Foto: Heath Marshall Horsemanship

Vertrauen. Trainer Heath Marshall mit einem Berittmustang. Foto: Heath Marshall Horsemanship

Freunde. Jessica Dabkowski und ihre Mustangstute Friday. Foto: Bob Dabkowski

Freunde. Jessica Dabkowski und ihre Mustangstute Friday. Foto: Bob Dabkowski

Zukunftsmusik

Meine Stute Blanca naehert sich dem Rentenalter, und wenn der Zeitpunkt kommt an dem sie ihre letzte grosse Reise antritt, werde auch ich mich in die naechstgelegene holding facility begeben und aus tausenden Mustangs ein neues Familienmitglied aussuchen. Unabhaengig davon ob das Zaehmen eines wilden Pferdes weit oben auf Ihrer persoenlichen Wunschliste steht, schauen Sie sich gern auf den Facebook-und Webseiten derer um, die freundlicherweise ihre Fotos fuer diesen Blog-Post zur Verfuegung gestellt haben. Die Schoenheit der Bilder, das Koennen der Ausbilder, die sich entwickelnde Partnerschaft zwischen Mustang und Trainer, sowie die all dem zugrunde liegende Liebe zum Pferd und zu allem das die Wildpferde verkoerpern, sprechen fuer sich selbst und beruehren die Herzen von Pferdefreunden in bemerkenswert-einzigartiger Weise. Lassen Sie sich verzaubern!

Mustangfohlen beim Spiel. Foto: Mustang Meg

Mustangfohlen beim Spiel. Foto: Mustang Meg

Heath Marshalls Sohn Dean mit Thunder, Mustang im Besitz der Firma Cowboy Magic. Foto: Ory Photography

Respekt. Heath Marshalls Sohn Dean mit Thunder, Mustang im Besitz der Firma Cowboy Magic. Foto: Ory Photography

Happy Trails und beste Gruesse aus Colorado,
Ihre Steffi
Bildquellen:
Eddy Dinero Photography: https://www.facebook.com/eddy.dinero.3?fref=nf

Heath Marshall Horsemanship: https://www.facebook.com/heath.marshall.10?fref=ts

https://www.facebook.com/pages/Ricky-Bobby- The-Mustang-The-Myth-

The-Legend/257485874303812?sk=photos_stream
Mustang Meg: https://www.facebook.com/mustangmeg1

www.mustangmeg.com

www.mustangwild.com
Ory Photography: https://www.facebook.com/oryphotography?fref=ts

Pony Peak Stangmanship: https://www.facebook.com/PonyPeakStangmanship?fref=ts

Mustang Magic Wettbwerb

Mustang Magic Wettbwerb: Trainer Jessica Dabkowski und Mustang Breeze. Foto: Ory Photography

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Abenteuer in Australien – Mona Farm VIII CAVALLO veröffentlicht an dieser Stelle für Kathrin Friedrich, die durch Australien reiste. Sie arbeitete auf der Mona Farm in Braidwood.

von Diana Maier, Kategorie Allgemein am 25. März 2015

Blog1

Meine Zeit in Down Under – zumindest die mit Pferden – geht leider schon zu Ende. Am Sonntag heißt es auf nach Melbourne! Bis dahin werde ich auf jeden Fall noch mit meinem Projektpferd Luki daran arbeiten, dass er entspannt läuft und schön vorwärts-abwärts geht. Bis zum regelmäßigen galoppieren sind wir nicht gekommen, das ist aber nicht dramatisch. Da er ein Ex-Rennpferd ist, ist der Fokus gewesen ein entspanntes Reitpferd aus ihm zu machen, und dabei macht er gute Fortschritte. Schade, dass ich ihn nicht mit zurück nehmen kann. Rose würde ihn mir schenken, aber leider sind die Transportkosten aberwitzig. Von daher wird Luki ei Aussie bleiben. Rose hat mir versprochen, dass sie ihn nie weggeben wird, ich weiß also, dass er in guten Händen ist.
Am Wochenende hatte ich beim Pferdefüttern das Glück, einen Morgen mit Nebel zu erwischen. Es ist großartig ganz allein draußen zu sein und durch den Nebel zu laufen, der alles ziemlich still macht. Weniger toll fand ich es hingegen, als ich neulich zum Hengstpaddock kam – und Isador nicht drin war. Ich war ziemlich erleichtert, als ich den zerrissenen E-Zaun entdeckt habe und damit klar war, dass er sich selbstständig gemacht hat. Wenn ein Pferd im Paddock nicht zu sehen ist, ist die größte Angst hier nämlich, dass es möglicherweise von einer Schlange gebissen wurde und tot im Grass liegt. Isador habe ich an der Stutenkoppel gefunden (zum Glück nicht darin), er hat sich artig mitnehmen lassen. Ein bisschen ‘Wild West Feeling’ hatten wir, als sich des Nachbars Kühe durch deren Zaun gemogelt hatten. Die Rindviecher stehen auf der Mona-Farm um das Gras kurz zu halten, das können 15 Pferde allein unmöglich bewältigen. Zum Glück hatte der Stier entschieden im Paddock zu bleiben. Seine ausgebüxten Mädels haben wir mit dem Auto (kein Cutting-Pferd vor Ort) zurück hinter den Zaun bugsiert. Also noch mal ein bisschen Action hier zum Abschied.
Die Zeit auf der Mona-Farm war phantastisch und wird mir echt fehlen. Bis Anfang März werde ich jetzt ein bisschen rumreisen (Melbourne, Adelaide, Uluru, Great Barrier Reef etc.). Dann geht es zurück nach Deutschland und auf Jobsuche.

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CAVALLO veröffentlicht an dieser Stelle für Kathrin Friedrich, die zur Zeit durch Australien reist. Im Moment arbeitet sie auf der Mona Farm in Braidwood. Dieses Mal: “Lehrgang mit Luki”.

von Diana Maier, Kategorie Allgemein am 19. Januar 2015

Sommer in Australien. Manchmal ist es ziemlich heiß, aber nicht immer. Hier hat es kürzlich so heftig geregnet, das eine der Boxen geflutet war. Um das zukünftig zu unterbinden haben wir mehrere Tage damit verbracht, die Stallpaddocks Regenfest zu machen. Im Klartext heißt dies: Wir haben einen Mini-Deich plus Entwässerungsgraben darum gezogen. Außerdem haben wir aus allen sechs Paddocks die darin befindliche Erde raus- und Kielselsand reingeschaufelt. Das war ziemlich anstrengend, weil das Wetter sich dabei wieder für ‘heiß’ entschieden hatte. Um für eine Abkühlung zu sorgen sind Marta, eine Backpackerin aus den USA, und ich in voller Montur von der Brücke gute fünf Meter tief in den See gesprungen um dann in nassen Klamotten weiter zu Arbeiten. Stichwort dafür: Bridge-Jump. Die Paddocks waren genau rechtzeitig für den Dressurlehrgang von Anne Timewell fertig, den wir am Wochenende hatten. Das war sehr interessant, denn sie legt einen besonderen Fokus auf das Reiten am langen Zügel. Das Pferd soll am ganz langen Zügel lernen entspannt zu gehen, daraus werden dann langsam und vorsichtig Zügelkontakt und Anlehnung aufgebaut. Mit meinem Lehrpferd Luki hat das super funktioniert, ich werde das garantiert ins Training einbauen. Bei der Bodenarbeit gab es zudem als Ergänzung zum Kontenhalfter einen Kappzaum, auch das war sehr interessant und hat mit Luki super geklappt. Ich habe nur noch zwei Wochen hier in Australien, aber in der Zeit werde ich versuchen, möglichst viel von dem Gelernten umzusetzen. Abgesehen vom Lehrgang war das Highlight der Woche, dass zwei Stuten gedeckt wurden. Hannoveraner Mix Mia wird im kommenden Jahr ein Fohlen von Friesenhengst Isador bekommen und Andalusier-Welsh Mix Nina wurde vom spanischen Hengst Hatero gedeckt. Schade, das ich nicht dabei sein werde, wenn die Fohlen zur Welt kommen.
Blog_Friedr

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Abenteuer in Australien – Mona Farm VII

von horsepower, Kategorie Allgemein am 16. Januar 2015

CAVALLO veröffentlicht an dieser Stelle für Kathrin Friedrich, die zur Zeit durch Australien reist. Im Moment arbeitet sie auf der Mona Farm in Braidwood.
Dieses Mal: “In Love with DC”.

Zunächst einmal ein frohes neues Jahr! Falls sich jemand fragt, in Australien wird Weihnachten am 25.12. gefeiert, da Santa in der Nacht kommt. Wir hatten ein sehr schönes Weihnachten mit der Familie. Natürlich wurde aber auch in den Feiertagen geritten. Zu den gut 20 Pferden die hier leben zählt auch DC. Da kommt vorher noch was anderes in seinem Namen, ich habe aber vergessen was, denn er wird lediglich DC gerufen – oder auch ‘Big Black Monster’, (obwohl ich persönlich ihn eher dunkel braun finde). Bevor jetzt Gedanken in die falsche Richtung gehen, das ‘Monster’ bezieht sich auf seine Größe. DC ist sozusagen ein Landsmann von mir, er ist nämlich ein (riesiger) Holsteiner und, wie unschwer zu erkennen war, sogar in Deutschland gezogen. Warum das unschwer zu erkennen ist? Auf dem Pferd steht sozusagen ‘Made in Germany’, nämlich in Form des Brandzeichens. Es ist ein Holsteinerbrand, das ist ja klar. Was allerdings ein eindeutiges Zeichen dafür ist, das er das Brandzeichen nicht hier bekommen hat ist, dass es nicht weiß ist. In Deutschland wird noch tatsächlich mit heißen Eisen gebrannt, wie bekannt führt das zu Narbenbildung, das Fell wächst aber in ‘Originalfarbe’ wieder drüber (vielleicht wird dass in ganz Europa so gemacht, das entzieht sich meiner Kenntnis). So auch bei DC.
In Australien hingegen wird nicht gebrannt, sondern sozusagen geeist. Anstelle von glühenden Eisen werden sehr kalte benutzt. Dadurch gibt es keine Narbe und das Fell wächst in weiß nach.
Aber zurück zu DC. Er ist bereits 19 und noch in Topform. Rose hat ihn vor gut einem Jahr gekauft, hauptsächlich um von ihm zu lernen, denn er ist bis zum Grand Prix ausgebildet. Daher durfte ich auch auf DC die erste Galoppirouette meines Lebens erfahren. Ein irre tolles Gefühl. Überhaupt ist das ‘Big Black Monster’ super zu reiten. Sehr triebig zwar, aber er kommt toll ans Gebiss und ist insgesamt sehr weich. Bei seiner Ausbildung kann DC auch Piaffe und Passage – leider kann ich das nicht und Rose ebenfalls nicht, so das mir dieses Vergnügen bisher verwehrt blieb. Eine Pirouette zu antizipieren ist hingegen einfach, zumindest wenn man schon mal im Schritt Kurzkehrt geritten hat. Und das dass Pferd die Lektionen bereits beherrscht hilft natürlich auch. Fliegende Wechsel zu zwei Sprüngen oder gar Einerwechsel machen auch Spaß. Man wird dabei ziemlich nach oben gehoben, eine gute Balance und ein sicherer Sitz sind ziemlich hilfreich. Da bin ich aber als Ex-Voltigiererin gut ausgebildet.

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