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Abenteuer in Australien – Tassiriki Ranch III

von horsepower, Kategorie Allgemein am 22. September 2014

Helen (links) und ich auf Jethro und Leroy

Helen (links) auf Leroy und ich mit Lethro

CAVALLO ver√∂ffentlicht an dieser Stelle f√ľr Kathrin Friedrich, die zur Zeit durch Australien reist. Im Moment arbeitet sie auf der Tassiriki-Ranch in South Ballina. Dieses Mal: Horse Shows mit unbekannten Aufgaben, spontanen Meldungen und pr√§mierten Meerschweinchen.

22.9.2014
Am Wochenende war ich hier das erste Mal bei einer Horse Show. Oder zu deutsch: einem Turnier. Zuhause fand ich Turniere f√ľr mich pers√∂nlich immer weniger spannend. Zumindest Reitturniere. Als Voltigierer war ich viel und gern unterwegs und einen angenehmen Umgang miteinander gew√∂hnt, egal ob Konkurrent oder nicht. Beim Reiten habe ich das auf Turnieren – und ich spreche von dem, was man ‘Dorfturnier’ nennt, also nichts Gro√ües – leider anders erlebt und hatte daher nie viel Spa√ü dran.

Sei’s drum, am Sonnabend waren wir auf der Nimbin Horse Show, dass ist ca. zwei Autostunden von der Ranch entfernt. Und ich war begeistert. Alles war sehr entspannt (was in dem Fall wohl nichts damit zu tun hatte, das Nimbin eine landesweit bekannte Hippiekommune ist). Die Leute waren super und das Ganze hat irre viel Spa√ü gemacht. Wir waren mit den beiden Show Pferden Leroy und Jethro da. Dass die beiden so hei√üen, hat laut Ranch- und Pferdeeigent√ľmerin Helen √ľbrigens mal nichts mit einer Fernsehserie zu tun: Die Deckungsgleichheit der Namen mit dem einer bekannten Serienfigur ist Zufall. Die beiden sind mit vier (Jethro) und sieben (Leroy) noch jung. Beide f√ľr ihr Alter aber sehr ruhig, ausgeglichen und total sch√∂n zu reiten.

Die Horse Show unterscheidet sich wesentlich von allem, was ich aus Deutschland von Turnieren her kenne. Nicht nur, weil alle nett zueinander waren. Die Pr√ľfungen gliedern sich gr√∂√ütenteils nach den Pferderassen. Es gab zum Beispiel Palomino, Galloway (das bezeichnet hier keine K√ľhe, sondern Endma√üponys), Australian Stockhorse und Part Bred Arabian. In der Klasse sind wir gestartet. Au√üerdem gibt es keine getrennten Reitpl√§tze. Das Ganze fand auf einem gro√üen Grasplatz statt, auf dem die Arenen eins, zwei und drei allesamt versammelt waren – und zwar ohne weitere Abgrenzung zueinander. Die Reiter m√ľssen eben aufpassen, damit sie sich gegenseitig nicht in die Quere kommen. Das gilt auch f√ľr alle, die gerade nicht im Wettbewerb sind, denn abgeritten wird am Rande des Platzes ebenfalls. Im Gegensatz zum Regularien liebenden Deutschland kann hier auch spontan entschieden werden, in welche Pr√ľfung man gerade m√∂chte. Was allerdings dazu f√ľhren kann, dass Einiges kurzerhand ausf√§llt, weil niemand teilnehmen will.

Ich war mit Jethro in der Part Bred Arabian Konkurrenz, da gab es Platz drei. Im einh√§ndigen English Pleasure mit Leroy sogar Rang zwei. Nicht so schlecht, daf√ľr das ich beide vielleicht dreimal geritten habe.

Noch ein ziemlich deutlicher Unterschied ist, dass es keine vorher bekannten Lektionen gibt, die geritten werden (wie etwa in einer A-Dressur). Die Richter sagen den Teilnehmern im Wettbewerb, was sie sehen m√∂chten. In der Regel auf jeder Hand einen getrabten und einen galoppierten Zirkel und evtl. zum Schluss noch R√ľchw√§rtsrichten.

Auch drum herum war Einiges geboten. Neben den √ľblichen St√§nden f√ľr S√ľ√üigkeiten – da gab’s die Wegzehrung f√ľr die R√ľckfahrt – und Snacks gab es eine Hundeschau. Wobei die Hunde mir, Helen und der mitgereisten Freundin Gerry leid taten. Sie sa√üen die ganze Zeit in K√§figen, um dann in d√§mlichen Positionen bewertet zu werden. Au√üerdem gab es Rennenten, eine Reptilienshow und – was ich am abwegigsten fand, weil es gar nichts mit dem Thema Pferde oder Landwirtschaft zu tun hatte – eine Schau f√ľr Meerschweinchen. Und ja, die sind auch pr√§miert worden. Sollte sich an dieser Stelle jemand geneigt f√ľhlen, in einem bekannten Zitat vom allseits beliebten Obelix ‘R√∂mer’ durch ‘Aussies’ zu ersetzen – so ging es mir auch.

N√§chstes Wochenende fahren wir zur n√§chsten Show. Ich freu’ mich schon.

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Abenteuer Alpenritt

von VFD_Sonja, Kategorie Allgemein, Mit Pferden reisen am 21. September 2014

Nach monatelanger Vorbereitung hie√ü es am 09.09.2014 f√ľr vier VFDler packen f√ľr das gro√üe Abenteuer.

Packen f√ľr das gro√üe Abenteuer

Am 10.09. erfolgte die Anfahrt, um am 11.09.2014 zu starten.

2013 feierte die VFD ihren 40. Geburtstag. Die Rekener Charta wirbt um Unterst√ľtzung f√ľr die Erhaltung, Pflege und besondere Wertsch√§tzung der Pferde und f√ľr das Grundrecht von Mensch und Pferd auf einen freien Zugang zur Natur. Durch Zustimmung vieler Pferdefreunde und m√∂glichst auch politischer Entscheidungstr√§ger sollen diese Positionen in Deutschland, Europa und weltweit unterst√ľtzt werden. Die Charta sollte als politisches Signal verstanden werden.

VFD ganz nach dem Motto Reiten.Fahren.Grenzenlos

VFD ganz nach dem Motto Reiten.Fahren.Grenzenlos

Sbrinz-Route

Alpenblick

David Wewetzer ritt an einem Tag 29,5km in 8h durch eine tolle Bergwelt mit Peter van der Gugten, Hanspeter Hartmann, Martina Markgraf, Henrike Bl√§sig-Lang, G√ľnter Wamser uva.

Hanspeter und Henrike

Hanspeter und Henrike

Sbrinz Route = Weg der S√§umer √ľber glatten Fels

Sbrinz Route = Weg der S√§umer √ľber glatten Fels

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Abenteuer in Australien – Tassiriki Ranch II

von horsepower, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden am 17. September 2014

CAVALLO ver√∂ffentlicht an dieser Stelle f√ľr Kathrin Friedrich, die zur Zeit durch Australien reist. Im Moment arbeitet sie auf der Tassiriki-Ranch in South Ballina. Dieses Mal: Bekanntschaften mit Chamberlain und John Deere, √ľberraschende Walsichtungen und endlich ein entspannter Strandritt.

Kathrin Friedrich mit Chamberlain

Kathrin Friedrich mit Chamberlain

15.9.2014
Juhu! Ich hatte tats√§chlich einen v√∂llig unaufgeregten und total entspannten Ritt am Strand. Und zwar auf Dustin. Einem eher d√ľrren braunen Endma√ü-Pony, das im Paddock recht hektisch wirkt. Am Strand war er aber ganz toll und absolut ruhig. Der Ritt war sogar doppelt gro√üartig: ich hatte das Gl√ľck, zwei Wale zu sehen, obwohl die hier um diese Jahreszeit eigentlich schon vorbei gezogen sind. Sie waren zwar weit drau√üen im Ozean, aber die Font√§nen und das Eintauchen der Finnen waren deutlich zu sehen. Ich war ziemlich beeindruckt.

Au√üerdem habe ich im wahrsten Sinne des Wortes neue ‘Erfahrungen’ gemacht. Zum ersten mit meinem neuen Kumpel, einem gelben 3380 Chamberlain. Das ist der ortsans√§ssige Trecker, mit dem ich die Wiese m√§hen durfte. Da sich so ein Traktor dabei ziemlich langsam bewegt und das Ganze eine Weile dauert, hat diese Arbeit durchaus meditative Z√ľge. ¬†Macht auf jeden Fall Spa√ü. Nicht ganz so cool, aber auch ziemlich gut war der Rasenm√§her. Ein echter John Deere. Ich war ganz kurz versucht ‘mehr Power’ zu schreien und ordentlich Gas zu geben, aber es war niemand da f√ľr ein gepflegtes Rasenm√§herrennen. Wo ist Bob Vila, wenn man ihn mal braucht?!

Auf einem Pferd sa√ü ich, nebenbei bemerkt, nat√ľrlich auch mal wieder. √úbrigens kann ich nach zwei Wochen endlich alle Trail-Pferde unterscheiden. Das war gar nicht so einfach – die sind n√§mlich alle braun. Und dass jedes nach einer Ber√ľhmtheit benannt ist, hilft anfangs auch nicht unbedingt. Jedenfalls wurde ich wieder mal zu Bereiterin auserkoren und auf Sawyze gesetzt. Der ist erst f√ľnf Jahre alt und damit der Youngster hier. Das erste Mal war er am Strand ziemlich aufgeregt. Ein K√§nguru hatte ihn erschreckt und den Schatten eines echt gro√üen Adlers fand er auch nicht eben toll. F√ľr mich eigentlich kein Problem, w√§re ich nicht von der Tatsache gestresst gewesen, dass die Kunden bei diesem Ritt absolute Anf√§nger waren, ein bisschen Angst hatten und auf keinen Fall traben wollten. Folglich war ich die ganze Zeit damit besch√§ftigt, ¬†Swayze am Wegspringen oder Antraben zu hindern. Mittlerweile war ich noch ein par Mal mit ihm drau√üen und er macht sich immer besser. Der Knabe entspannt langsam. Dann gab es die Woche √ľber noch einen Verlust hier. Die Gans Daisie, die ihr Nest auf einem der Paddocks (ein Paddock hier ist gleichbedeutend mit einer Koppel bei uns) eingerichtet hatte, wurde leider vom Fuchs erwischt. Gans und Eier sind dahingerafft.

Zum Wochenabschluss stand noch die Feier von Helens Geburtstag an. Dabei konnte ich wieder feststellen, dass die Aussies sehr viel aufgeschlossener und kontaktfreudiger als Deutsche sind. Ich wurde aufgenommen, als hätte ich immer schon dazu gehört, und ich konnte mit dem Geburtstagskuchen punkten. Es gab Stollen. Mal sehen, was die kommende Woche bringt.

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Abenteuer in Australien – Tassiriki Ranch

von horsepower, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden am 11. September 2014

Die Tassiriki-Ranch

Die Tassiriki-Ranch

CAVALLO ver√∂ffentlicht an dieser Stelle f√ľr Kathrin Friedrich, die zur Zeit durch Australien reist. Im Moment arbeitet sie auf der Tassiriki-Ranch in South Ballina. Dieses Mal: Fahrversuche mit dem Quad, gez√§unte Pferde und noch nicht ganz entspannte Strandritte.

9.9.2014

Der kleine Unfall, von dem ich das letzte Mal berichtet habe (zum Gl√ľck war nichts gebrochen), sorgte hier noch einige Tage f√ľr Gespr√§chsstoff. Und das nicht nur auf der Ranch. Der Helikoptereinsatz wurde im Radio, in der Onlineausgabe der Zeitung und sogar im Fernsehen erw√§hnt. Der Ort Ballina ist gar nicht so klein, wie das jetzt klingt. Ich war inzwischen auch dort, das ist ca. 20 Auto-Minuten von der Tassiriki-Ranch entfernt. Trotzdem kennt da jeder jeden. Helen, die Rancheigent√ľmerin, kannte sogar den Piloten des Rettungshubschraubers. Ich wei√ü auch nicht, wie die Aussies das machen. Liegt vielleicht daran, dass alle hier sehr viel aufgeschlossener sind als in Deutschland.

Wie schon erw√§hnt, werden die Pferde mit Hilfe des Quads versorgt. Motorisiert werden die im Anh√§nger befindlichen Futtereimer so direkt zu den Vierbeinern geliefert. Inzwischen habe ich auch gelernt, wie das Quad zu bewegen ist. Dass das schwieriger ist als es aussieht, merkte ich sp√§testens beim ersten Versuch, als ich erst knapp vorm Zaun stoppen konnte….Mittlerweile funktioniert das deutlich besser. Da ich hier schon Fahrtraining hatte, ging es dann auf der richtigen Stra√üe gleich weiter. Helen und ihr Mann Chris hatten Hochzeitstag, weswegen wir im Pub essen waren. Neben einen super Pie hatte ich dort das erste Mal Austern probiert. Die schmecken deutlich besser, als ich erwartet hatte. Jedenfalls hatten Chris und Helen beide was getrunken und ich bin zur√ľckgefahren. Mit 80 Sachen, im Dunkeln und das bei Linksverkehr. Beim Schalten musste Chris mich unterst√ľtzen, bis zum zweiten Gang lief es super, danach eher schleppend.

Auf einem Pferd f√ľhle ich mich deutlich wohler, egal ob es links- oder rechtsherum l√§uft. Angefangen habe ich mit Jessica, einer von nur vier Stuten hier. Morgens muss sie hin und wieder aus dem Zaun befreit werden, da klettert sie nachts gerne durch und bleibt manchmal stecken – was sie aber nicht weiter zu st√∂ren scheint. Auf dem Platz war sie dann zwar triebig, aber recht rittig. Daf√ľr, dass die Pferde hier so viele verschiedene Leute tragen, sind sie – zumindest die, auf denen ich bisher sa√ü – noch sch√∂n zu reiten.

Zaun? Wo?

Jessica

An den Strand ging es auch wieder. F√ľr mich pers√∂nlich war aber noch kein richtig entspannter Ritt dabei. Einmal war ich mit Max drau√üen, einem fuchsfarbenen Paint mit auff√§lliger Blesse. Eigentlich ein nettes Pferd, allerdings kann er es nicht ertragen von seinem besten Freund Sylvester getrennt zu werden. Beim Reiten macht er dann¬†gerne kleine Bockspr√ľnge. Das ist nicht weiter schlimm, am Strand auf Dauer aber anstrengend. Das zweite Mal hatte ich dann besagten Sylvester. Ebenfalls ein Paint, mit blauen Augen, und nicht so mein Fall. Sylvester war morgens bereits ein bisschen nerv√∂s, nachmittags ging gar nichts mehr. Der Weg hin und zur√ľck zum Strand war problemlos, aber am Strand ging es bestenfalls hoch, seitw√§rts oder r√ľckw√§rts. So schlimm, dass ich ihn auf dem R√ľckweg den Strand entlang f√ľhren musste. Schon wieder zwei Kilometer durch den Sand laufen…Wie es aussieht, avanciere ich hier zur ‘Bereiterin’ f√ľr die schwierigeren F√§lle. Kunden werden nat√ľrlich nur auf die unaufgeregten Kandidaten gesetzt. Ich darf es, wegen meiner Reiterfahrung, eben mal mit den anderen probieren. Aber eine entspannte Beachtour schaffe ich bestimmt auch noch.

Strand, so weit das Auge reicht

Strand, so weit das Auge reicht

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4 VFD’ler beim gro√üen Abenteuer

von VFD_Sonja, Kategorie Allgemein, Mit Pferden reisen am 30. August 2014

4 VFD’ler beim gro√üen Abenteuer

Vom 11.-20. September sind 4 VFD Mitglieder unter der Leitung
von VFD’ler Peter van der Gugten auf gro√üer Tour.
Sie reiten vom Vierwaldst√§tter See in der Schweiz √ľber 4 Alpenp√§sse bis
nach Italien. Einmal quer √ľber die Alpen – ein unvergleichliches
Erlebnis, ein An-die-Grenzen-gehen, atemberaubende Natur und
unberechenbare Naturgewalten. Das Abenteuer beginnt…..

Jack von Henrike beim Training in der Pfalz

Jack von Henrike beim Training in der Pfalz

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Reiten Grenzenlos: Schweiz-Deutschland: Wutacher-Charta Ritt 2014

von VFD_Sonja, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Mit Pferden reisen am 11. Juni 2014

16 Reiter aus der Schweiz und Deutschland trafen sich am 29.5 in Schwaningen am Fusse des Schwarzwaldes, um gemeinsam vier Tage das Wanderreiten zu geniessen. Um 10 Uhr war Abritt in zwei Gruppen gef√ľhrt von Bianca und Peter aus der Schweiz.

Schweiz-Deutschland: Wutacher-ChartaRitt 2014

Schweiz-Deutschland: Wutacher-ChartaRitt 2014

√úber die obere Alp f√ľhrte der Weg durch das romantische Steinatal hinauf nach Holzschlag zur VFD-Wanderreitstation Stallegg wo wir von Martin herzlich begr√ľsst wurden. Seine neuen Paddocks und das gute Essen liessen uns das regnerische Wetter schnell vergessen und das abendliche Lagerfeuer war der kr√∂nende Abschluss der ersten Tagesetappe.

Am n√§chsten Tag ging es Richtung Schluchsee nach Faulenf√ľrst √ľber luftige H√∂hen und durch dunkle Tannenw√§lder, immer mal wieder malerischen Fl√ľsschen und B√§chen folgend, gelangten wir zum Aussichtspunkt auf dem Riesenb√ľhl. Von dort war es dann nur noch ein kurzer Ritt bis wir in Lenzkirch in der Wanderreitstation Rogg Unterschlupf fanden. Die 16 Pferde waren bald versorgt und wir genossen die M√∂glichkeit zu Duschen und den Abend am Wirtshaustisch ausklingen zu lassen.

Der dritte Tag brachte dann endlich den versprochenen Sonnenschein. Auf verschlungenen und sehr abwechslungsreichen Wegen ritten wir nach Osten der Wutach entlang, bis wir vor Titiseeneustadt die Gutach √ľberquerten und Richtung Norden durch den F√ľrstenwald ritten. Nach einer Mittagsrast auf einer Waldlichtung bei strahlendem Sonnenschein, lud kurz vor dem Ziel der Kirnbergsee zum Baden ein. Der Girenhof, die VFD-Wanderreitstation bei Waldhof, bot uns Erfrischung und Unterkunft f√ľr Ross und Reiter in Schweizer Qualit√§t. Beim Abendessen wurde von einer 2er Combo Unterhaltung geboten und die Reiter konnten die gem√ľtlichen Zimmer beziehen.

Leider schon der letzte Tag der Tour √ľber 120 km. Nach einem gem√ľtlichen und reichhaltigen Fr√ľhst√ľck verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern und f√ľhrten unsere Pferde Richtung S√ľden, wieder der Wutach entgegen. Die Wege schl√§ngelten sich durch W√§lder, √ľber Weidefl√§chen und H√∂hen und luden immer wieder zum Trab und auch Galopp ein. Schon der zweite Tag bei gutem Wetter erlaubte ein Picknick an der Wutach und gest√§rkt machten sich die zwei Gruppen auf die letzte Etappe zur√ľck zum H√§ngerparkplatz in Schwaningen.

Reiten Grenzenlos: Schweiz-Deutschland: Wutacher-ChartaRitt 2014

Reiten Grenzenlos: Schweiz-Deutschland: Wutacher-ChartaRitt 2014

Ein toller Ritt mit viel Abwechslung, sch√∂nen Wegen und gem√ľtlichen Unterk√ľnften ging seinem Ende entgegen. Die Teilnehmer rundum zufrieden und erholt, fuhren ihrer Heimat in zwei verschiedenen L√§nder wieder entgegen. Alle hatten sch√∂ne Tage mit Ihren Pferden erlebt und grenz√ľberschreitend Erfahrungen ausgetauscht.

Bilder und Text: Peter van der Gugten

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Sauerlandstafette

von VFD_Sonja, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Mit Pferden reisen am 5. Juni 2014

Vom Sauerland ins M√ľnsterland
Sommer, Sonne, den B√ľrostress endlich hinter sich lassen und Urlaub machen…Mitte August
2013 ist es endlich wieder so weit: Die Pferde werden gesattelt und los geht’s. 250 km liegen
vor uns… die VFD feiert ihr 40jähriges Bestehen in Reken … ein Grund unser Wanderritt-Ziel
diesmal ins M√ľnsterland zu legen.
Hier einige Tagebuchausz√ľge vom Wanderritt der SauerlandReiter Susi, Miri und Ropi:
21. August 2013, 15:32 Uhr, Listertal, s√ľdlichster Zipfel des M√§rkischen Kreises
Giaccomo und Vino stehen gestriegelt, gesattelt und bepackt an der Anbindung und warten
sehns√ľchtig auf ihre zwei Ladies, die einfach mal wieder nicht fertig werden‚Ķ. Naja, ein
letzter WC-Gang muss sein und dann los… nee warte mal, wo ist mein Hut… und wo ist
Marita… die soll doch noch Fotos vom Abritt machen! Weitere 15 Minuten später sind wir
endlich die Dorfstraße in Berlinghausen rauf und im Wald verschwunden. Unsere erste
Etappe f√ľhrt uns entlang der Listertalsperre zum Biggesee und dann durch endlose W√§lder
ins 30km entfernte Repetal, wo wir bei Freunden auf einem Ferienhof √ľbernachten. Hier
sind wir immer willkommen, besonders in der Ferienzeit, wenn viele Kinder auf dem Hof
Urlaub machen …
22. August 2013, Petmecke ‚Äď Wildewiese, ca. 30km
‚Ķwir sind im herrlichen Sonnenschein unterwegs. Von weitem k√∂nnen wir die Freilichtb√ľhne
Elspe sehen. Hier finden im Sommer immer die Karl-May-Festspiele statt. Mitten im Ort
machen wir eine kurze Pause, um k√ľhle Getr√§nke zu holen und lustige Fragen der
Einheimischen zu beantworten: ‚Äě‚Ķ nein, wir haben uns nicht verlaufen.‚Äú Und ‚Äě‚Ķ nein, wir
sind nicht die Cowboys (-girls) von der Freilichtb√ľhne.‚Äú‚Ķ.‚ÄúJa, wir wissen, dass Karneval
vorbei ist.“ Aber im Grunde sind alle nur neugierig und möchten gerne erklärt haben, wie
dass so bei einem Wanderritt abläuft. Wir erzählen dann, dass wir Urlaub zu Pferd machen
und auch nebenbei f√ľr die VFD unterwegs sind. Erkl√§ren die Charta, die wir dabei haben und
auf der sie sich gerne verewigen k√∂nnen. … Etwas sp√§ter, wir sind wieder im Wald
unterwegs, habe ich das bl√∂de Gef√ľhl, dass irgendwie die Wanderkarte nicht mit den Wegen
√ľbereinstimmt. Wir verlassen uns auf meinen Orientierungssinn und biegen ab und siehe da,
am Wegesrand steht ein riesiges Info-Schild: Waldbesitzer, Bauern, Grundst√ľckseigent√ľmer
und andere Menschen haben im Zuge der ‚ÄěFlurbereinigung Elspe‚Äú kurzerhand Grenzen und
Wege komplett neu eingeteilt. Aber wie hei√üt es so sch√∂n? Der Weg ist das Ziel und f√ľr eine
neue Wanderkarte ist es jetzt eh zu spät… kaum eine Stunde später trauen wir unseren
Augen kaum… da stehen oben auf dem Berg riesige Zelte, Kinder machen eine
Wasserschlacht und … ja da steht es wirklich, in riesigen bunten Buchstaben, fast 5m hoch…
HOLLYWOOD …
23. August 2013, Wildewiese ‚Äď Balve
Wir starten heute auf 600 Höhenmetern in Wildewiese und reiten erst mal nur bergab, bis
wir den Sorpesee erreichen. Diese Gelegenheit lassen wir nat√ľrlich nicht ungenutzt und
g√∂nnen unseren Pferden eine kleine Abk√ľhlung im Wasser. Erfrischt schaffen wir die
restlichen Kilometer bis zum Schloss Wocklum in Balve, weithin bekannt durch das jährlich
stattfindende ‚ÄěBalve Optimum‚Äú. Hier im traditionellen Turnierstall f√ľr Dressur und Springen werden wir aufs herzlichste empfangen. Neugierig schauen uns alle zu, wie wir Packtaschen
und schwere Westerns√§ttel von den Pferden heben. Schnell sind wir tief im Gespr√§ch √ľber
Pferde, Reiten, Wetter und vieles mehr…
24. August 2013, Balve ‚Äď Schloss H√∂llinghofen
….mittlerweile sind wir wieder irgendwo im Wald unterwegs, als uns plötzlich lautes
Männergeschrei aus unseren Gedanken reißt. Unsere Pferde spitzen die Ohren, Musik? Der
Wald wird lichter, auf einmal finden wir uns zwischen Männer in karierten Röcken wieder,
die mit √Ąxten auf Strohballen werfen, Baumst√§mme durch die Luft wirbeln und leckeren,
dunklen Gerstensaft trinken…Schotten? Schottland? So weit wollten wir heute doch gar
nicht, eigentlich m√ľsste hier doch H√∂vel sein? Ist es auch. Aber heute finden hier Highland
Games statt. Toll, erst mal Pause machen und etwas gegen den Durst tun. Nichts ahnend
sind wir auf einmal die Attraktion. Männer, die eher einem Kleiderschrank gleichen aber ihre
R√∂cke au√üen tragen, lassen die Baumst√§mme fallen und werden zu Pferdefl√ľsterern‚Ķ
25.August 2013, Schloss H√∂llinghofen ‚Äď Unna Hemmerde
Nach einer erholsamen Nacht mit leichtem Regen verlassen wir nur ungern diesen tollen
Hof. Unsere heutige Wegstrecke ist nicht so lang, daher lassen wir uns Zeit und schauen in
aller Ruhe erst einmal diesen Aktivstall an. Es gibt einen riesigen Laufstall, halb offen, halb
zu, mit automatischer F√ľtterung und Besch√§ftigungsecken. F√ľr Pferdebesitzer, die nicht
regelm√§√üig gen√ľgend Zeit mit ihren Pferden verbringen k√∂nnen, ist dies sicherlich eine super
Alternative um ihr Pferd artgerecht einzustellen. Kurz nach elf machen wir uns dann auf. Die
Sonne scheint auch schon wieder und die Berge bleiben nun endg√ľltig hinter uns. Wir freuen
uns schon auf heute Abend, denn dann stößt Ropi mit seiner Cindy zu uns. Nach
Sonnenuntergang sitzen wir nun zu dritt draußen auf einer Bank, trinken ein Bierchen und
zählen die Sternschnuppen, die in dieser Nacht wirklich zu Hunderten unterwegs sind…
26.08.2013, Unna Hemmerde ‚Äď Werne
Heute liegen knapp 40 km vor uns ‚Äď quer durch den Kohlenpott. Wir kreuzen Autobahnen,
durchqueren mehrere Orte und stehen pl√∂tzlich in einer Sackgasse, zumindest f√ľr unsere
Pferde. Die Links-Rechts-Schikanen f√ľr schnelle Radfahrer sind so eng, dass wir mit den
beiden gro√üen Pferden das Risiko nicht eingehen wollen. Also zur√ľck und n√§chsten Abzweig
versuchen. Etwas weiter im Ort halten wir Ausschau nach einer Essgelegenheit und sehen
auch schon weiter vorn einen Drive In. Wir wechseln die Straßenseite und parken unsere
Pferde auf dem angrenzenden Parkplatz. Der Wirt bringt erst einmal Wasser f√ľr die Pferde,
der Nachbar kommt und stellt Tische und St√ľhle um, damit wir bei den Pferden sitzen
können. Kinder kommen heran und kraulen unsere Pferde, wir bestellen etwas zu Essen.
Kurze Zeit später kommen Frau und Tochter des Wirtes vorbei, setzen sich zu uns und
erzählen, dass sie auch Pferde haben, fragen wo wir her kommen und wo es noch hin geht.
Wir erz√§hlen von unserem Ritt und von der VFD. Unterschriften f√ľr die Charta kommen
zusammen. Es werden jede Menge Fotos gemacht… Und alle genießen eine lange
Mittagspause. Später unterwegs treffen wir immer wieder auf neue nette Leute, mit denen
wir ins Gespr√§ch kommen. Die Begeisterung f√ľr Wanderreiter ist enorm und regelm√§√üig
werden unsere Pferde gelobt, die so brav und unerschrocken im dicksten Autoverkehr
stehen. Am fr√ľhen Abend kommen wir dann in Werne an. F√ľr unsere Pferde sind auch hier
schon Boxen und Futter hergerichtet. Wir holen unsere Autos und Anhänger nach und sitzen bis spät in die Nacht noch draußen und schauen einem strahlenden Halbmond beim
Aufgehen zu…
27.08.2013, Werne ‚Äď Olfen
‚Ķgleicher Ort, gleiche Stelle: Wir treffen uns zum Fr√ľhst√ľck. Unsere Pferde gucken, schon
voller Erwartung auf den neuen Tag, √ľber ihre Boxent√ľren dem Sonnenaufgang zu. W√§hrend
Miri die Pferde fertig macht, packen wir die Anhänger und verschaffen uns einen Überblick
√ľber die vor uns liegende Etappe. Nachdem wir am vorigen Tag zu fast 98% Teerstra√üe
hatten, freuen wir uns heute auf die gr√ľnen W√§lder mit ihren saftigen Lichtungen, die
unsere Pferde besonders mögen… Zur Kaffeezeit in Selm steuern wir das Stadtzentrum mit
seinen Einkaufsm√∂glichkeiten an. Im dortigen Supermarkt mit B√§ckerei holen wir M√∂hren f√ľr
unsere Vierbeiner und Kaffee und Kuchen f√ľr uns. So sitzen wir nun mitten auf einem
Parkplatz und lassen es uns im Schatten gut gehen, während erstaunte Kunden mit ihren
Einkaufswagen fast gegen eine Laterne fahren, weil sie die Augen nicht von uns wenden
können… Kurz vor unserer nächsten Übernachtungsstation treffen wir auf einige andere
Wanderreiter, die das gleiche Ziel und dasselbe Quartier f√ľr die n√§chste Nacht haben ‚Äď es
sind alte Bekannte von Ropi. In Rönhagen angekommen, werden wir gemeinsam mit ca. 25
weiteren Wanderreitern, die auch nach Reken wollen, freundlich vom B√ľrgermeister
empfangen und erhalten alle einen kleinen Olfen-Esel.
28.8.2013, Olfen ‚Äď Merfeld
Unsere vorletzte Etappe f√ľhrt uns an den Halterner Seen vorbei in die Uphuser Mark
Richtung Silbersee. Ziel ist eine Bauernschaft in der Nähe von Merfeld. Die wunderschöne
Landschaft mit den k√ľhlen W√§ldern erleichtert uns das Vorankommen. Ganz in der N√§he der
D√ľlmener Wildpferdebahn √ľbernachten wir auf dem Islandgest√ľt Borgarstadur. Auch hier
werden wir herzlich von einer Bande M√§dels begr√ľ√üt. W√§hrend wir unsere Pferde versorgen
schauen wir den Ferienkindern bei der Generalprobe f√ľr die Quadrille am n√§chsten Tag zu.
Alte Erinnerungen an eigene erste Reiterferien auf einem Ponyhof schleichen sich in unsere
Gedanken. Abends sitzen wir noch lange mit den Mädels zusammen und erzählen uns
spannende Pferdegeschichten.
29.8.2013, Merfeld ‚Äď Reken
Das Ende unserer Reise r√ľckt immer n√§her. Ein kurzer gem√ľtlicher Ritt von ca. 3 Stunden
f√ľhrt uns zu unserem Ziel, das Reitzentrum Reken. Dort angekommen werden wir auf dem
Platz von Hans-Peter Hartmann begr√ľ√üt. Wir √ľberreichen unsere Charta mit allen unterwegs
gesammelten Unterschriften und erzählen Einiges von unserer Reise.
30.8. ‚Äď 1.9.2013, Reken
Wir genießen die Feier zum 40jährigen Jubiläum der VFD und treffen auch hier auf alte
Bekannte.
So endet unsere spannende Reise vom Sauerland ins M√ľnsterland. Wir m√∂chten uns auf
diesem Weg bei all den netten Menschen bedanken, die sich Zeit f√ľr uns genommen und uns bei unserem Ritt unterst√ľtzt haben. Nun stecken wir schon wieder mitten in den Planungen f√ľr unseren n√§chsten Wanderritt im kommenden Sommer 2014 zur 20. Eurocheval in Offenburg. Auf das wir uns dort alle wiedersehen. Bis dahin einen allzeit guten Ritt.
Eure SauerlandReiter
Ein Bericht von Susanne und Miriam Sch√ľrholz.

Auf dem Weg nach Reken durchs Sauerland (Schloß Wocklum).

Auf dem Weg nach Reken durchs Sauerland (Schloß Wocklum).

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Oh Gott, was tut sie jetzt?! Kleiner Trostblog f√ľr Angsthasen und Bedenkentr√§ger

von HannasFan, Kategorie Allgemein am 13. November 2013

Shake

Nein, nein, nein! Oder Sturheit siegt

Wie bereits erw√§hnt, war es f√ľr Hanna ein ziemlicher Kulturschock, pl√∂tzlich mein Pferd zu sein, und sie arbeitete sich eine sehr effektive Taktik aus, um mit dieser Situation umzugehen. Diese Taktik l√§sst sich mit einem Wort zusammenfassen: ‚ÄěNein!‚Äú Ihre Grundeinstellung zeigte sich bereits am Boden, und ich m√∂chte den Beginn unserer zun√§chst wenig erfolgversprechenden Kommunikation einmal anhand einiger¬† Beispielszenen illustrieren.

Beispiel putzen:

Reiterin:        So, Pony, hier sollst Du jetzt bitte einige Minuten stehen bleiben, damit ich Dich putzen kann.

Pony.             Nö.

Reiterin:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Das habe ich jetzt ‘mal √ľberh√∂rt” (vers√∂hnliches T√§tscheln am Hals), komm, lass uns anfangen.

Pony:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Also, ich geh dann jetzt ‘mal. Da hinten w√§chst frisches Gras. Tsch√ľs, viel Spa√ü noch ‚Äď

Pony trottet davon.

Was folgt, ist ein umfassendes Konglomerat an Fl√ľchen, der atemlos dem Pony hinterhereilenden Reiterin.

Die nächste Szene: Hufe auskratzen.

Reiterin:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† “Sei bitte so freundlich, Pony, und gib mir deinen linken Hinterhuf.”

Pony¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† “N√∂.”

Reiterin:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† “Doch, komm bitte her”

Pony:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† “N√∂”

Reiterin:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† “Doch”

Pony:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† “N√∂.”

Reiterin (mit quasi innerlich zusammengebissenen Zähnen): Gib mir jetzt endlich diesen Huf

Pony:         Nö. Und wenn du nicht gleich deine Hand von meinem Bein nimmst, dann trete ich aus.

Reiterin:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† “N√∂.”

Pony:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† “Doch”

Reiterin:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† “N√∂.”

Reiterin:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† “Aua!”

Na, die Sache mit den Fl√ľchen kennen Sie ja nun schon.

Nächste Szene: die Trense.

Reiterin:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† “Sei so freundlich, Pony, und √∂ffne dein M√§ulchen ein wenig

Pony:             Nö.

Reiterin:        Doch.

Pony:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† N√∂. Diesche Trensche kommt mir nsch in mn Maul – nie! Nur √ľber meine Leische.

Die Reiterin jedoch hat in der Zwischenzeit gelernt, dass manchmal ein wenig Kreativit√§t durchaus hilfreich sein kann. Sie versucht es mit einer List und z√ľckt eine M√∂hre.

Reiterin:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Du solltest Dir √ľberlegen, das M√§ulchen doch ein wenig zu √∂ffnen, Pony, sonst kann die M√∂hre ja gar nicht hinein”

Pony:             Na gut, aber nur die Möhre, die blöde Trense bleibt draußen.

Reiterin:        Fein, hier ist deine Möhre

Möhre und Trense gleiten miteinander ins Ponymäulchen.

Pony:             Wiescho klebt die Trensche jetscht plötschlisch an der Möhre dran?

Reiterin:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Na also, gut gemacht, Pony.”

Pony; ¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† “Scheische”

Sie sehen selber, zum Thema Reiten ist es in dieser Phase noch gar nicht gekommen, aber bereits ein kleiner gemeinsamer Spaziergang hat der durch so viel Widerborstigkeit verunsicherten Reiterin gezeigt, dass sie m√∂glicherweise gegen 400 ‚Äď 500 kg Pferd einfach keine Chance hat. Das Gespr√§ch setzt wieder ein:

Reiterin:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Hey Pony, h√∂r bitte ‘mal auf, mich st√§ndig √ľber den Haufen zu rennen.

Pony:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† N√∂. – Und √ľberhaupt: du bist mir viel zu langsam, und ich will schnell wieder heim.

Reiterin:¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Aber ein Pferd rennt nicht einfach sein Leittier √ľber den Haufen.

Pony: ¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Tue ich auch nicht. Ich renne nie – mals mein Leittier √ľber den Haufen

Reiterin:        Aha?

Pony:             Aber dich schon.

Und landete die zitternde Reiterin schlie√ülich doch auf dem R√ľcken ihres Pferdes? Ja, das tat sie, aber allein die ersten Bem√ľhungen aufzusitzen begannen zumeist mit den Worten “Sei so freundlich, Pony…, ” und der bereits bekannten Ponyantwort “N√∂.”

Dass diese Form der Kommunikation zwischen Mensch und Pferd wenig aussichtsreich ist, werden Natural Horsemen und ‚Äďwomen ebenso best√§tigen wie Reitlehrer alter englischer Schule, Ganz gro√ües Angsthasenkino also! Dabei ist mir letztendlich klar geworden, dass Hannas Verhalten in ersten er Linie einmal Selbstschutz war. Ein Pferd das f√ľr sich und sein Leben Verantwortung √ľbernimmt, hat quasi die Pflicht, vor der Folgsamkeit gewissenhaft zu √ľberpr√ľfen, ob der Mensch, dem es sich da anvertrauen soll, √ľberhaupt stark, f√§hig und sicher genug ist, um f√ľr des Ponys √úberleben zu sorgen. War ich das als verunsicherte Angsth√§sin? Nein, war ich nat√ľrlich nicht! Und so weigerte sich Hanna denn zu Beginn standhaft, unter dem Sattel auch nur wenige Schritte mit mir von Weide und Herde fortzugehen. Da half kein Treiben und auch keine Gerte (und weiter wollte ich die Aufr√ľstung definitiv nicht steigern). Ihre Antwort lautete ‚ÄěNein!‚Äú, und wenn ich auf ‚ÄěDoch!‚Äú bestand, riss sie den Kopf in die H√∂he, schwang ihn zu einem verzweifelten ‚ÄúNein, nein, neun!‚Äú hin und her, und mein inneres Filmtheater zeigte bereits den Gruselklassiker vom wild steigenden Pferd, dass mich abwerfen, im Steigen st√ľrzen und mich unter sich begraben w√ľrde. Wie gesagt, ganz gro√ües Angsthasenkino eben.

Doch, wie ich in der √úberschrift bereits sagte, ‚ÄěSturheit siegt.‚Äú Warum aber sollte sie nur auf Seiten des Pferdes siegen? Manche/mancher hier und ich, wir m√∂gen vielleicht furchtsam sein, was mich betrifft m√∂glicherweise noch nicht einmal sehr begabte Reiter, aber, glauben Sie mir, stur sein k√∂nnen wir auch! Und auch wenn es mir peinlich sein m√ľsste, es zuzugeben: Hanna lie√ü sich nicht von daheim wegreiten, na und? Also f√ľhrte ich sie zu Anfang nur fort, soweit meine Kraft eben reichte, stieg am weitest entfernten Punkt unserer ‚ÄěReise‚Äú auf und ritt sie heim, wohin sie sich mit gr√∂√üten Vergn√ľgen lenken lie√ü. Irgendwann klappte es mit dem Reiten dann auch in beide Richtungen, sei es, dass Hanna den Schluss zog, dass nach Gerittenwerden etwas Gutes folgt, n√§mlich Heimkommen, sei es dass ich einfach den l√§ngeren Atem hatte. Irgendwann wurde der panische Kopfhochrei√üen von einfachem Auskeilen und einem leichten Bocksprung aus dem Stand abgel√∂st, und ich dachte mir, dass bei einem Sturz aus dieser Position schlimmstenfalls einige leichte Knochenbr√ľche zu erwarten seien. Es folgten aber keine Knochenbr√ľche. Ich beantwortete ihren Protest mit einer leichten Reaktion der Gerte. Es folgte die uns eigene Art zu diskutieren. Auskeilen, Gerte, auskeilen, Gerte ‚Ķund irgendwann hatte Hanna keine Lust mehr, wenn ich so grottenstur war, dann w√ľrde sie eben zwei Schritte gehen, was soll‚Äôs. Nach den zwei Schritten die n√§chste Diskussion, diesmal schon sehr viel k√ľrzer, und nach dem dritten ‚ÄěGespr√§ch‚Äú war das Thema durch.

Ja, ja, ich h√∂re jetzt schon wieder die Pferdefl√ľsterer schreien und die ‚ÄěNichts-bringt-mich runter-Reiter‚Äú sehe ich die K√∂pfe sch√ľtteln ‚ÄěWie doof ist das denn?!‚Äú Ja, ok. Leute, doof vielleicht, aber es hat funktioniert, und zwar ohne, dass eine von uns gr√∂√üeren Schaden erlitten h√§tte. Stattdessen haben Hanna und ich zusammen ¬†etwas √ľbereinander gelernt, und es wurde etwas gelegt: ein winziger, zarter Keim von Verstehen und Respekt, ein Keim aus dem eines Tages eine ganze Baumschule werden soll, wenn es nach mir geht, und das ist doch was.

√úbrigens zum Thema ‚ÄěMach doch einfach mal was anderes‚Äú und zu den Und-nichts-bringt-mich-runter-Reitern ein andermal mehr.

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Oh Gott, was tut sie jetzt?! Kleiner Trostblog f√ľr Angsthasen und Bedenkentr√§ger

von HannasFan, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden am 7. November 2013

Ein paar Worte √ľber Hanna und die Angst an beiden Enden des Z√ľgels

Sie sollen gelassen und entspannt dasitzen und Ruhe ausstrahlen, aber unter Ihnen tobt die H√∂lle! ‚ÄěDie H√∂lle‚Äú hat in diesem Fall ein paar spitzer Ohren, wunderbare dunkle Augen, panisch gebl√§hte N√ľstern, einen zur Kanonenkugel gespannten K√∂rper und vier Hufe, die nur darauf warten, das Inferno loszutreten. Sie h√∂ren vielleicht kurz vor Ihrem tragischen Tod noch eine entfernte Reitlehrerstimme, die Sie auffordert, die Schenkel ‚Äěranzunehmen‚Äú und tief in den Bauch zu atmen. Ganz hilfreich! Sie werden vermutlich in wenigen Sekunden durch einen der spektakul√§rsten Reitunf√§lle der Geschichte ins Jenseits einkehren, und der Typ spricht von Bauchatmung. Ihr Pferd wiederum spricht gar nicht, zumindest nicht mit Worten, dem ist sowieso v√∂llig egal, was Reitlehrer sagen und erst recht, was hilflose Besitzer auf seinem R√ľcken tun, es wird ohnehin gleich nach eigenem Belieben und in Bruchteilen von Sekunden zum M√∂rder mutieren.

Es gibt mittlerweile diverse B√ľcher, die sich mit derartig unerstrebenswerten Momenten im Reiterleben befassen und noch viel mehr furchtlos-routinierte Reiter, die m√ľde √ľber Menschen wie vielleicht Sie und ganz bestimmt mich grinsen, weil ihnen die Angst am Z√ľgel ‚Äď tats√§chlich oder angeblich ‚Äď v√∂llig fremd ist. Ich m√∂chte hier weder die Zahl der einschl√§gig gedruckten noch die der menschlichen ‚ÄěRatgeber‚Äú erh√∂hen. Nein ich m√∂chte diesen Blog f√ľr mein Coming out nutzen, f√ľr mein Coming out als notorischer Schisshase zu Pferd! Zugleich m√∂chte ich meinen Leidensgenossinnen und Leidensgenossen unter anderem sagen, dass sie nicht allein sind. Denn wirklich zugeben tun ihre Sorge nur wenige von uns. Wie peinlich! Angst vor dem eigenen Pferd, ist ja l√§cherlich! Ein Reiter/eine Reiterin ist couragiert, sportlich, schnittig, gewisserma√üen Spiderman oder Spiderwoman unter den Tierfreunden. Ich habe sogar vor mehreren Jahren in einem Reitratgeber gelesen (Titel und Autor habe ich umgehend wieder verdr√§ngt), Reiten sei ein Sport, folglich habe ein Reiter normalgewichtig, gut trainiert und gesund zu sein. Vielen Dank auch, lieber Freund und Autor! In Deiner Welt sind vermutlich auch alle Frauen blond und langhaarig und Ponys k√∂nnen Socken stricken.

Aber bevor ich jetzt schon damit beginne, ganz besonders kluge Pferdebesserwisser zu beschimpfen, sollte ich vielleicht doch erst einmal ein paar Worte √ľber mich und mein Pony verlieren (und in den weiteren Zeilen wird das Pony dann an erster Stelle stehen, versprochen!).

Vor etwa 5 Jahren erstand ich mein Connemara Pony Hanna. Ich ritt sie auf ihrem vertrauten Hof zur Probe, und sie war so ruhig und verl√§sslich, dass es fast an Schl√§frigkeit grenzte. Das ideale Pferd f√ľr mich! Aber der Ortswechsel zu uns war dann ein solcher Kulturschock f√ľr das arme Tier, dass die ‚ÄěSchlafpille‚Äú quasi √ľber Nacht zum widersetzlichen Angsthasen mutierte, und unsere gemeinsame Geschichte eher unelegant begann. Oft war diese Geschichte f√ľr uns beide einfach furchtbar stressig und frustrierend. Wir schaukelten einander in jenen so wunderbar funktionierenden Teufelskreis von ‚ÄěIch habe Angst, weil sie Angst hat, und sie hat Angst, weil ich Angst habe‚Äú hinein. Es war schrecklich f√ľr uns zwei, aber r√ľckblickend auch manchmal einfach nur unsagbar komisch. Hinzu kommt, dass ich MS habe, und Kraft, Ausdauer und Balance im Vergleich zu anderen Reitern bei mir gelegentlich recht eingeschr√§nkt sind. Ein weiterer Grund zur Panik am Z√ľgel?! Naja, ich wei√ü nicht, ab und an habe ich schon den dringenden Verdacht (und das gilt jetzt ausschlie√ülich f√ľr mich) , dass hier die k√∂rperlichen Wehwehchen von mir einfach nur gnadenlos ausgenutzt werden, um einen vorzeigbaren Vorwand f√ľr meine Hasenf√ľ√üigkeit zu haben; ein bisschen so wie ‚ÄěAch Liebling, heute nicht, ich hab‚Äė Migr√§ne‚Äú. Also an dieser Stelle auch gleich einen Gru√ü an alle Angsthasen mit physischen Handicaps: Hey Leute, das ist doch prima, WIR d√ľrfen sogar ganz offiziell so sein!

Ich m√∂chte hier also gerne ein paar Geschichten von Hanna uns mir erz√§hlen und dabei gelegentlich ganz altklug wom√∂glich noch das eine oder andere erw√§hnen, das uns sehr geholfen hat, vielleicht kann ja noch jemand da drau√üen davon profitieren.. Aber Vorsicht! Dinge haben bei Hanna und mir m√∂glicherweise gut geklappt, es lohnt sich sicher auch dar√ľber zu lesen, fangen Sie dann aber bitte an, an ihrer eigenen Methode zu basteln. Vielleicht funktionieren die Dinge bei Ihnen und Ihrem Pferd ja ganz anders als bei uns! Denn das soll eine der Grundlagen dessen sein, was ich hier bloggen und erz√§hlen m√∂chte, und gleichzeitig ist es eine Tatsache, die so viele ‚ÄěEs geht nur so und nicht anders ‚ÄďRatgeber‚Äú gerne au√üer Acht lassen: Es geht meiner Meinung nach (und fragen Sie mal Hanna!) fast immer auch anders! Sie sind absolut einzigartig, und Ihr Pferd ist es erst recht, doch Mensch und Pferd zusammen ergeben ein so komplexes System, dass es als solches weder generalisierbar noch wiederholbar ist, und beide m√ľssen gemeinsam Ihren Weg finden, in st√§ndiger Wechselbeziehung zueinander! Da k√∂nnen viele Erkenntnisse helfen, aber das Entdecken des geeigneten Vorgehens k√∂nnen sie uns Angsthasen und Bedenkentr√§gern leider nicht abnehmen.

Wie oft habe ich gedacht, ich m√ľsse doch in der Lage sein, Hanna dieses oder jenes endlich beizubringen (oder abzugew√∂hnen!) und mich als Versager beschimpft, weil es nicht gleich klappen wollte, bis ich gemerkt habe, wir m√ľssen gewisse Sachen ZUSAMMEN lernen, das ist ein Vorgang, der uns beide gemeinsam betrifft und manchmal eben auch Zeit braucht. ‚Äď Jedenfalls so lange ich zu den Schisshasen am Z√ľgel geh√∂re, und seien Sie sicher, das wird noch sehr, sehr lange so sein! Aber wissen Sie was: Ich stehe dazu nach all den Szenen, die dieses Pony und ich uns geliefert haben. Doch zu denen vielleicht besser ein andermal.

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Stafettenritt von Nordkirchen nach Reken

von VFD_Sonja, Kategorie Allgemein am 26. August 2013

Als Pferdefreund erwies sich der B√ľrgermeister von Nordkirchen Dietmar Bergmann am Samstag, als rund 10 Pferde mit ihren Reitern der ‚ÄěVereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland‚Äú(VFD) vor dem Schloss Nordkirchen Aufstellung nahmen. Er streichelte zun√§chst viele Pferdenasen, bevor er die Rekener Charta unterschrieb. Diese Charta vereint die Gedanken zum Erhalt des Pferdes als Kulturgut, Freizeitpartner, Familienmitglied und wirtschaftlich interessantes Nutztier und wirbt f√ľr grenzenloses Reiten auf naturbelassenen Wegen.

Schloß Nordkirchen

Schloß Nordkirchen

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