Archiv für die Kategorie Aus dem Leben mit Pferden

Englische Vollblüter Fluch oder Segen?

Geschrieben von Noble Directa am 3. Mai 2013 | Abgelegt unter Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden

Hallo

ich möchte mich erst mal Vorstellen meine Name ist Marie und mein Pferd heist Noble Directa und ist ein Englisches Vollblut und definitiv kein Fluch.Ich habe ihn jetzt seit 7 Jahren und ich hätte nie gedacht das ich auch mal ein Englisches Vollblut besitze aber ich hätte kein besseres Pferd bekommen können.

Ich weiß wenn man einen Blüter besitzt ziemlich komisch angesehen wird, weil diese Pferde nur rennen können. Es kommen dann auch so Kommentare ” Ob ich mich umbringen will?”. Im Reitstall wird man geschnitten, nur weil man ein Pferd besitzt das Pferderennen gelaufen ist. Es ist dann auch egal ob das Pferd total ruhig ist. Man glaubt das alle Englische Vollblüter nur rennen, spinnen und alle krank sind,weil sie so früh gearbeitet werden. Manche sind das bestimmt aber ich glaube das man genauso viele Warmblüter diesen Stempel aufdrücken könnte.

Ich kann ehrlich gesagt nur gutes über die Engländer sagen. Sie sind schlau, sensibel( reagieren deshalb auf kleinste Bewegungen), gutmütig und sozial. Ich kann mit meinem Pferd alles machen ob es Bodenarbeit oder einen Springparcour. Dadurch das diese Pferd im Renntraining so keine Hilfen geben kann man das Pferd so Ausbilden wir man das gerne hätte, ob es jetzt klassische Reitweise ist oder Western oder doch was ganz anders.

Wenn die Pferde aus dem Training sind verändern sie sich noch mal aber ich kenne es nur zum guten. Ich schwärme für diese Pferde denn wenn mal einmal das Herz von einen Englischen Vollblüter erobert hat bringt es sich für dich um.

Und wenn man einmal eine Blüter hatte will man kein anders Pferd mehr.

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06.03.2013 Friedrichshafen am Bodensee zu Gast in der Weilermühle

Geschrieben von Journey Europe am 6. März 2013 | Abgelegt unter Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Mit Pferden reisen, Problempferde

Karen und Lapo

Weilermühle

Der Ort an dem ein Pferd noch Pferd sein darf

An idyllischer Lage hinter Friedrichshafen und neben Ailingen, gleich hinter einer Apfelplantage an der Rotach gelegen bietet dieser aussergewöhnlich schöne Stall nicht nur den Reitern, sondern vor Allem den Pferden eine Betreuung der Sonderklasse:

Täglichen Koppelgang in einer Herde auch im Winter oder bei schlechter Witterung! Die Pferde werden aufgeteilt in eine Robustpferdeherde , eine Offenstallherde und eine Boxenherde und haben somit nicht nur garantierten Kontakt mit anderen Pferden, sondern darüberhinaus noch die Gelegenheit, soviel als möglich an der frischen Luft zu sein.

Eine Utopie? Die Pferdehaltung der Zukunft? Gesunde und glückliche Pferde, motivierte und engagierte ReiterInnen sowie eine lange Warteliste  sind der Beweis dafür, dass es funktioniert!

Die Familie Wintermantel steht denn auch voll hinter ihrem Konzept und wer das Pferdemusical gesehen hat, welches sie vor 2 Jahren aus eigener Feder und unter Mitwirkung von mehr als 50 Reitern produzierten, der versteht dass hier ein ganz besonderer Ort ist, an dem Pferde genauso gefördert werden, wie die Reiter.

„Pferde haben den Rhythmus im Blut“ , da sind sich KarenHardy und ihre Gastgeber einig; und die beiden Cowgirls verbringen einen angeregten Abend, eine ruhige Nacht und einen gemütlichen Sonntagmorgen mit ihren Gastgebern, 2 Generationen von Pferdemenschen, bei denen das Wohl ihrer Schützlinge und die Partnerschaft zwischen Mensch und Tier an erster Stelle stehen.

Am nächsten Morgen wird vor dem Abritt noch die Reiseapotheke um ein homöopathisches Mittel ergänzt weil Lapos Bauch etwas sensibel ist, Dali bekommt ein weiches Rehfell um sein Fell vor dem Abscheuern durch den Packsattel zu schonen und Clyde der in der Mitte zwischen den Beiden steht und der schon am Vorabend reichlich Zufutter gekriegt hat, bekommt zum Abschied eine grosse Möhre.

Danke und liebe Grüße.

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06.03.2013 Karen Bericht über schöne Tage in der Schweiz

Geschrieben von Journey Europe am 6. März 2013 | Abgelegt unter Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Mit Pferden reisen, Problempferde

Der Ritt durch Europa

Diese Woche fühle ich mich so ein bisschen wie Alice im Wunderland. Nichts läuft so wie erwartet, aber das Unerwartete bringt mehr, als ich jemals gehofft hatte.

Wir kamen von Italien her nach einer Fahrt im Transporter über eine respekteinflössende verschneite Alpenlandschaft und durch den San Bernardino Tunnel in die Schweiz.  Die Bergstrecke kann es durchaus mit den Rocky Mountains aufnehmen, aber die scharfgezackten Gipfel sind einzigartig europäisch. Der Transporter arbeitete sich langsam die Bergstrasse hoch, und unser Blick auf die Berge wurde immer wieder durch Tunnels unterbrochen, von denen der längste 9 Kilometer lang ist. So kann man, anstatt über den Pass zu fahren, bequem durch den Berg reisen; das ist effizient aber nichts für Leute, die unter Klaustrophobie leiden!

Nachdem wir auf der anderen Seite des Berges noch durch ein paar Tunnels gefahren waren, kamen wir endlich zum Startpunkt unserer Reise durch die Schweiz. Ich war bestimmt genauso glücklich, dem Transporter entronnen zu sein, wie die Pferde und wir richteten ihnen ihr temporäres  Zuhause ein, bevor wir uns aufmachten , um ein typisch schweizerisches Käsefondue zu verspeisen .

Gut ausgeschlafen und frisch geduscht waren wir am nächsten Morgen bereit, für unseren ersten öffentlichen Auftritt in der Schweiz. Zuerst besuchten uns zwei sehr nette Mädels von einem lokalen Radiosender. Sie interviewten unsere schweizerischen Gastbegerinnen Dolma Bamert und Birgitta Holenstein auf sehr nette Art und kriegten auf Wunsch sogar ein richtiges Pferdewiehern aufgezeichnet. Zum Glück für uns waren in der Schweiz kurz vor unserer Ankunft in gefrorenen Fleischprodukten wie Lasagne Pferdefleischanteile aufgetaucht und über Nacht waren Themen wie  „Pferdeschlachten“ und „Wohl des Pferdes“ in die Schlagzeilen geraten. So kam es, dass uns auch die grösste Tageszeitung der Schweiz mitsamt Video Team und Reporterinnen besuchte. Sie stellten einen wundervollen Video über uns in ihren Blog und brachten am nächsten Tag einen fantastischen Artikel mit Foto auf der zweiten Seite . So schafften wir es, dank Dolma und Birgitta innerhalb weniger Stunden nach unserer Ankunft einen Grossteil der Bevölkerung mit unserem Anliegen zu erreichen.

Eine erste „Swiss Surprise“ kam jedoch zwischen den Interviews. Wir hatten gerade die Pferde gebürstet und gefüttert, und gingen ein Bisschen die Landschaft erkunden; da sahen wir einen Panzer auf uns zufahren, umringt von Soldaten.  Ich weiss nicht, wer mehr überrascht war; die Soldaten die plötzlich mitten auf einem Feld einem Cowgirls in voller Montur gegenüber standen, oder ich, die solcherweise herausfand, dass es wirklich eine Armee zu diesen Messern gibt. (Schweizer Taschenmesser heissen in den USA Schweizer Armeemesser)

Am folgenden Tag machten wir uns bereit zum Abreiten, als ein Einheimischer auftauchte, der uns eine Adlerfeder schenkte, welche ich gleich in Lapo’s Mähne einflocht. Der Abschied war leicht surreal – wir ritten los begleitet von Indianermusik und Leuten die, im Schatten der Alpen stehend, uns Abschiedsworte und gute Wünsche für die Reise in einem halben Dutzend Sprachen nachriefen. Wir sind wahrlich Europa-Reisende!

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Journey Europe 01.03.2013 Wer ist Karen Hardy und was ist ihre Message

Geschrieben von Journey Europe am 1. März 2013 | Abgelegt unter Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Mit Pferden reisen, Pferdeliebe zum Beruf gemacht, Szene-Geflüster, Turbulenter Pferde-Alltag

Karen Hardy

Warum reisen wir auf ehemaligen Schlachtpferden quer durch Europa?

Die kürzeste Antwort die mir einfällt ist diese: Wir wollen die Aufmerksamkeit der Menschen die wir unterwegs antreffen auf die Not der Pferde weltweit aufmerksam machen und mit ihnen Wege zu einer Verbesserung der Situation erarbeiten.

Für die längere Antwort-Version muss ich ein bisschen weiter ausholen:

Wir sind zwei amerikanische Cowgirls, Mutter Karen und Tochter Olivia, genau gesagt. Wir leben auf einer Ranch im Staat New Mexico mit 20 Pferden, 4 Hunden, meinem Mann und  Olivia’s Schwester. Ich führe einen Reitstall, in welchem wir Touristen  auf Ausritten über Naturpfade durch die Umgebung von Santa Fe führen. Beide Töchter helfen bei den Ausritten, dem Füttern der Pferde und allgemeinen Rancharbeiten. Es ist ein gutes Leben!

Im Winter des Jahres 2007 retteten wir unsere ersten Wildpferde. Wir fanden die Stute mit ihrem Fohlen, welche wir später Izzy und Popcorn nannten, von der Herde versprengt, hungrig und kalt in den Bergen.

Ihre Herde war wohl mit Jeeps und Helikoptern zusammengetrieben, in einem Korral gefangen und zu einem Schlachthof transportiert worden. Weil Izzy ein Fohlen hatte, war sie zurückgeblieben und hatte die Spur der Anderen schlussendlich verloren. Wenn wir Izzy und Popcorn nicht mitgenommen hätten, wären die Beiden bestimmt erfroren. Ich weinte an dem Tag an dem wir sie fanden und auch an dem Tag, an welchen sie in ein neues Zuhause umzogen. Dazwischen lagen 2 Jahre und auch wenn ich noch genau weiss, dass Izzy und Popcorn die ersten versprengten Mustangs waren, die wir fanden, so verlor ich doch im Verlauf der darauffolgenden Jahre den Überblick darüber, wieviele ihnen folgten. Heute bin ich es müde, die Symptome zu behandeln ohne eine Lösung für die Missstände zu finden

Unsere Reise ist deshalb mehr als ein Reit- Abenteuer, denn in ihrem Verlauf wollen wir Kontakte knüpfen und die Daten von zahlreichen grossherzigen Menschen in dieser Welt sammeln, welche ihre Leben der Pflege kranker und verletzter Tiere widmen.

Unser Ziel ist es, uns mit diesen Menschen darüber auszutauschen, wie man den Pferden am Besten helfen kann und unsere gemeinsam erarbeiteten Ideen und Inspirationen mit der Welt zu teilen, so dass wir die Umstände in welchen Pferde weltweit leben und sterben müssen verbessern können..

Indem wir nicht nur mit den traditionellen Medien, sondern auch mit den neuen “Sozialen Medien” arbeiten, wollen wir die Menschen auf einer Ebene der Liebe zum Tier erreichen und ihnen Lösungen anbieten, die sie in ihren Alltag und ihr soziales Leben einbinden können.

Unsere Reise ist ein Abenteuer, aber auch eine große Hoffnung. Wir werden langsam unterwegs sein und auf unserer Reise durch  Europa immer wieder Zwischenhalt einlegen, um Menschen zu treffen, ihnen zuzuhören und ihre Geschichten, zusammen mit unserer, weiter zu tragen. Wir wissen, dass wir die Welt durch unseren Ritt durch Europa nicht verändern können, aber wir hoffen dass wir Eure Welt verändern, indem wir Euch unsere Geschichte erzählen.

Herzliche Grüße Eure Karen

+++++++

Heute ist die Truppe noch in Österreich  bei Familie Hofer im Gestüt Wichenstein, ab Sonntag begrüßen wir sie in Deutschland! Wasserburg, unser  Gastgeber ist der Reiterhof Lang. Wir werden weiter berichten!

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Journey Europe 2 Frauen retten Schlachtpferde und sind auf dem Weg durch Deutschland

Geschrieben von Journey Europe am 28. Februar 2013 | Abgelegt unter Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Mit Pferden reisen, Problempferde

Dali und Lapo auf dem Weg mit Olivia HArdy

Dieser Blog wird nun mind. 6 Wochen lang die beiden Frauen Karen und Olivia Hardy aus USA/Santa Fe begleiten. Sie haben in Italien bereits vor 3 Wochen die Pferde Lapo, Dali und Clyde dem Schachter abgekauft, sie in Italien gepflegt und liebevoll aufgepäppelt und nun haben sie sich auf den Weg gemacht. Nicht geplant waren die aktuellen Nachrichten “Pferdefleischskandal ” . Ihr Weg führt sie von Italien, über die Schweiz, Österreich, Deutschland, Niederlande bis nach England.
Im 15km – 25 km Abständen reiten sie von Pferdestall zu Pferdehof.. von neuen Freunden zu neuen Freunden und haben dabei sehr interessantes zu berichten. Alle Stationen auf ihrem JOURNEY EUROPE, werden täglich neu koordiniert, auf der Homepage www.zeitfuerpferde.de und auf unseren Facebook-Seiten Journey Europe und Zeit Für Pferde. Dort erfahrt ihr Details wie man uns und unser Projekt unterstützen kann. Bitte macht alle mit. Geht mit uns gemeinsam diesen Weg und seit Gastgeber für Karen, Olivia, Clyde, Dali und Lapo.

Wer ist Karen Hardy und was ist ihre Message
Warum reisen wir auf ehemaligen Schlachtpferden quer durch Europa?
Die kürzeste Antwort die mir einfällt ist diese: Wir wollen die Menschen, die wir unterwegs antreffen, auf die Not der Pferde weltweit aufmerksam machen und mit ihnen Wege zu einer Verbesserung der Situation erarbeiten.

Koordinatorin Schweiz Journey Europe
Deutschland für Journey Europe

Mit freundlichem Gruss vom schönen Thunersee
Birgitta Holenstein Ramsurn
Mail bgholenstein@bluewin.ch
Mobil 0041 78 679 8221
Ulrike Beck und Helga Berrenrath
Mail zeitfuerpferde@yahoo.de
Mobil 0049 152 098122369

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Teil 1: Das Leben IST ein Ponyhof… Wie alles anfing

Geschrieben von vera2386 am 23. Januar 2013 | Abgelegt unter Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Pferdeliebe zum Beruf gemacht

Hallo Ihr Lieben!

Auch ich möchte mich hier mal kreativ ausleben….

Wo soll ich anfangen?

Dann mal am Anfang

Vor ca. 21 Jahren habe ich im zarten Alter von 6 Jahren meine Leidenschaft für Pferde und das Reiten entdeckt. Nicht sehr vorbildlich ging es damals auf dem recht dickköpfigen Shetty meiner Freundin los. Kein Reitunterricht, keine Betreuung… nichts. Nur die Bücher, die ich mir später in der Bücherei geliehen habe, gaben die ersten Hilfestellungen.
Etwas gutes hat mir diese Zeit vermittelt: Sitzen bleiben- auch wenn das Pony im unkontrollierbaren Galopp, wild buckelnd über die Wiese schießt…

Zu meinem 12. Geburtstag kam dann die Überraschung: Von meinen Eltern bekam ich ein Reiterwochenende geschenkt und durfte auch danach auf dem Hof bleiben. So kam 6 Jahre später der erste Reitunterricht. Nach einigen, wenigen Longenstunden durfte ich bereits in der Abteilung reiten…

Nach etwa 1 Jahr wurde mir das ständige im Kreis reiten zu öde. Schnell war meine erste Reitbeteiligung gefunden, jede Sommerferien ging es in die Reiterferien und später zu Seminaren. In den 3 Jahren hatte ich die unterschiedlichsten Pferde geritten und gepflegt. Zuletzt die 5 Jahre alte Friesenstute Karina meines Nachbarn.

Dann kam der Abschied…
mit 16 ging es ein Jahr nach Neuseeland. Auch die Zeit dort war von Pferden geprägt. Jedes Wochenende ging es auf die Farm von Bekannten, die nebenbei noch Connemaras züchteten. Jeden Tag bis zu 6 Pferde unterm Sattel, ca 40 zu versorgen… Es war ein Traum.
Ein Traum, der leider zu schnell vorüber ging.

Wieder in Deutschland kam der Schock. Als ich wieder in den Stall kam, wurde mir die traurige Nachricht überbracht: Karina war bei der Geburt ihres Fohlens gestorben und auch das Fohlen hatte es nicht überlebt.

Die nächste Zeit war der Reitsport für mich gestorben.
Bis zu dem Tag als meine Mutter zu mir sagte: Du bist unausstehlich! Steig ins Auto!
Gesagt getan… und auf ging es zu den verschiedensten Reitställen in der Region. Über einen jungen Dülmener Hengst kam ich wieder zurück in den Sattel.

Dann stand das Abi vor der Tür und letztendlich die Frage: Wie geht es dann weiter?!
Die Entscheidung war schnell getroffen: Der Studiengang Equine: Leisure & Sports in den Niederlanden sollte es sein.
Und so kam es auch: 5 Jahre lang voller Praktika und Lernstoff rund um Haltung, Training, Betriebswirtschaft etc. waren im nu rum.
Ich hatte mich auf den wirtschaftlichen Zweig mit den Schwerpunkten Marketing, Management und Finanzen spezialisiert und trat meine erste Stelle als Betriebsleiter in einem Reit- und Zuchtstall an. Leider wurde mir schnell klar, dass vom Leiten des Betriebes nicht viel zu spüren war. Viel mehr wurden mir meine Aufgaben jeden Morgen zugeteilt: Füttern, Misten, 3 Pferde reiten, Mittagspause, 2 Pferde reiten, Reitunterricht geben, Füttern, Feierabend.
Das ganze bei Arbeitszeiten von 6 bis meistens 20:00 Uhr, wovon nur 9 Stunden a €6 bezahlt wurden.
Es wurde mir schnell zu blöd, da ich zudem auch noch 6 1/2 Tage in der Woche gearbeitet habe.

Anfang letzten Jahres kam ich zurück nach Deutschland. Mit einem kurzen Zwischenstopp bei meinen Eltern hatte ich eine Anstellung 600km entfernt gefunden. Mitarbeiter im Marketing und Vertrieb im Reitsport. Hörte sich ja gut an…
Als nach einem Arbeitsunfall 6 Monate später die Kündigung kam, stand ich wieder da: Und was jetzt?!

Ganz einfach! Jetzt mache ich mich selbständig! Ein Hof in der Nähe steht zum Verkauf… Inkl. allem drum und dran und 30 Pferde….

So nahm das Schicksal seinen Lauf:

Das Leben ist halt doch ein Ponyhof…. Zumindest für mich!

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Ein Haflinger geht zur Schule Pt.6 – Winter- und Longearbeit

Geschrieben von Allegra am 15. Dezember 2012 | Abgelegt unter Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, So trainiere ich mein Pferd

Lange hat es gedauert, bis ich hier wieder in die Tasten klopfen kann. Allerdings geschah das Nicht-Zeit-finden nicht aus Ruhe und Besinnlichkeit, die meine Stunden füllten, sondern im Gegenteil, aus Hektik und Stress heraus. Das Schneechaos hier tat natürlich sein Übriges. Allerdings bedeutet diese Wetterlage auch etwas positiv, denn bei geschlossener Schneedecke steht dem ganztäglichen Koppelvergnügen für Herrn Haflinger nichts im Wege.
Durch die lange Aufwärm- und Trockenreitzeit jetzt in den kalten Tagen werden natürlich die intensiven Trainingseinheiten entsprechend kürzer, aber wir sind trotz allem auf einem guten Weg, auch wenn ich noch intensiv an der Verbesserung unserer Schwächen arbeite. Durch Übungen wie Reiten in Außenstellung, Arbeit an den Übergängen, ideenreiche Hufschlagfiguren und Kombinationen derer, Tempiwechsel und Trab am zweiten Hufschlag kann ich mittlerweile eine Verbesserung im Raumgriff der Grundgangarten und der Geraderichtung feststellen. Zirkelverkleinern und -vergößern schulen das Gleichgewicht (auch beim Reiter) und fördern die erwünschte Längsbiegung. Besonders wichtig ist mir zu betonen, dass gerade bei jungen Pferden Pausen wichtig für Psyche und Körper sind. Nach jeder gelungen Übung legen wir eine Schrittpause am langen Zügel ein.

Im Moment arbeite ich auch viel an der Longe, allerdings longiere ich unausgebunden. Viel besser als ein ausgebundenes, “in Haltung gebrachtes” Pferd gefällt mir nämlich eines, das sich freiwillig über den Rücken nach unten dehnt. So erkennt man auch sehr gut, was das Pferd löst. Hafi löst sich wunderbar über frisches vorwärtsgaloppieren. Geht er Anfangs noch ohne viel Schwung und Elastizität tritt er nach einem fleißigen Galopp gut unter und dehnt sich zufrieden. Zirkel verkleinern und vergrößern und Tempiwechsel bereichern die Longearbeit in jeder Gangart. Tritt man mit kürzer gefasster Longe näher an das Pferd heran sind auch kleinere Wendungen umzusetzen und auch mal eine Runde Ganze-Bahn, aber das kommt auf die Bahnlänge und die eigene Kondition an. Longieren muss also nicht unbedingt immer starres im Kreis laufen mit festgebundenen Pferdeköpfen sein. Vielleicht versuche ich mich auch mal an der Doppellonge.

Auch an kleinen Spielen haben wir uns versucht, zB ein Stangenlabyrinth durchschreiten, indem das Pferd einem Target Stick (in meinem Fall eine Gerte) folgt. Allerdings hatte das zur Folge, dass mein immer hungriges Pferd die Gerte nun mit Leckerlies verknüpft und dauernd versucht hineinzubeißen.

Natürlich nütze ich die lange Dunkelheit auch zum Studium der Fachliteratur (was oft die Zeit für mein echtes Studium einschränkt) und habe für mich wieder einige Erkenntnisse gewonnen. Es gibt viele, sehr viele Pferdemenschen. Manche schreiben Bücher, industrialisieren, vermarkten IHRE Idee vom Umgang mit dem Pferd. Doch wer sagt uns, dass sie Recht haben? Was denkt das Pferd wirklich? Und sind wir nicht alle, die jeden Tag mit ihren Pferden arbeiten, Pferdemenschen? Ich glaube man muss sich seinen eigenen Weg ein bisschen zusammenschustern. Überall das nehmen, was sich und seinem eigenen Pferd am meisten liegt und hat man mehrere Pferde, muss man sich ein paar Wege zusammenschustern.

Mit diesen Worten schließe ich den Blog heute fotolos und wünsche allen noch ein paar ruhige Tage vor den Festtagen und natürlich auch Ihren Pferden ;) .

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Ein Haflinger geht zur Schule Pt. 4 – Über die menschliche Hektik und die Losgelassenheit beim Reiten

Geschrieben von Allegra am 20. November 2012 | Abgelegt unter Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, So trainiere ich mein Pferd

Immer öfter erwische ich mich, wie ich in der dunklen Jahreszeit Gedanken nachhänge, die mich von Einem zum Anderen führen und mir schließlich doch eine interessante Erkenntnis bescheren. Komisch, im Sommer nimmt man sich für sowas kaum Zeit. Zumindest ich nicht. Was hier weiter interessiert, sind natürlich Gedanken zum Thema Pferdeausbildung. Ich denke, jeder Reiter, Pferdefreund und -narr kennt es. Der hektische Alltag nimmt überhand, Familie, Freunde, Arbeit und andere Hobbys fordern ihren Platz im Alltag ein und man erwischt sich dabei, nur noch von einer Tätigkeit zur nächsten zu Hetzen. Mir geht es da nicht anders. Ich stehe auf, würge mein Frühstück hinunter, lerne bis es mit der Abfahrt zur Arbeit knapp wird, gehe arbeiten, quäle mich durch den Feierabendverkehr, esse schnell zu Abend, fahre zum Pferd, habe daheim viel zu tun, bin in Gedanken schon wieder beim Lernen, möchte noch dies und das tun, ein Freund ruft an usw. Muss denn immer alles so durchgeplant und vollgestopft sein? Und schon wenn darüber nachdenke, was ich noch alles auslassen könnte, um mir endlich ein bisschen Freizeit zu schaufeln, erwische ich mich dabei, wie ich überlege, was ich der Zeit nicht alles erledigen könnte. Ein bisschen verrückt ist das schon, aber wir Menschen sind halt Getriebene. Im Idealfall ist ein Pferd das nicht. Doch erwarten wir nicht alle von unseren Pferden, dass sie losgelassen und entspannt sind, wenn wir mit ihnen arbeiten? Sind wir das denn selbst? Es soll wirklich nicht zu philosophisch sein, aber wir als Reiter schulden unseren Pferden auch, dass wir, bevor wir aufgestiegen sind, unseren Ballast abwerfen und ebenso losgelassen und entspannt sind, wie wir es von unseren Pferden wünschen. Genauso verhält es sich mit dem Leistungsdruck. Wer ist nicht tagsüber damit konfrontiert Leistung zu bringen, unter Druck zu Arbeiten und Stress zu ertragen. Nichts desto trotz müssen wir das alles bei uns behalten und nicht diesen Druck mitnehmen zu unserem Partner Pferd. Mein Pferd zeigt mir jedenfalls deutlich, wenn ich gestresst bin, denn dann ist die Losgelassenheit ein Wunschtraum, bis ich mich entspanne. Ein bisschen mehr Ruhe finden, das ist mein Vorsatz!

Ansonsten konnten wir diese Woche viele Fortschritte machen. Am Sonntag hatte ich die Gelegenheit bei einer tollen Dressurtrainerin unterricht zu erhalten und unser “Ausbrechen aus der Tour” gehört nun der Geschichte an. Der Schlüssel liegt in der Längsbiegung, die mein Pferd nur unzureichend angenommen hatte. Es hat mich sehr glücklich und stolz gemacht, dass wir alle geforderten Übungen, obwohl wir zB noch nie ein Trab-Halt geritten sind, sofort umsetzen konnten. Anfängerglück? ;) . Nicht ganz, denn auch heute hat es super funktioniert. Mein Fokus in der Winterarbeit liegt jedenfalls klar beim Gymnastizieren und dem Verfeinern meiner Hilfen sowie der Verbesserung meines Sitzes. Leider fällt es mir noch schwer, den Haflingertrab nach 15 Jahren Warmblutreiterei (und zwischendurch Isländer) auszusitzen. Aber kommt Zeit kommt Rat. Ich übe auch das wieder auf kurzen Abschnitten. Mal sehen ob ich auch so lernfähig bin wie mein Pferd, oder ob er mir etwas voraus hat ;)

Ob das Bild zum Text passt? Glaub schon, zumindest sieht man darauf ein zufriedenes Pferd, das ist immer gut, oder? ;) .

Liebe Grüße ich + der Hafibär

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Ein Haflinger geht in die Schule. Eine Einleitung.

Geschrieben von Allegra am 31. Oktober 2012 | Abgelegt unter Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, So trainiere ich mein Pferd, Turbulenter Pferde-Alltag

Was gibt es Schöneres als ein Fohlen zu kaufen, es großzuziehen, ihm beim großwerden zuzusehen und sich, nach viel zu schnell vergehenden Jahren, plötzlich auf dem Rücken des Pferdes wieder zu finden, das gestern noch ein Fohlen war… oder sind es wirklich schon 4 Jahre?? Ein großer Moment und wer das schon erlebt hat, wird mir beipflichten. Für mich war es das zweite Mal.

Unser erstes Fohlen bekamen wir, da war ich 11 Jahre alt. Es war ein Koppelunfall zwischen dem stallimmanenten Hengst und der Stute meiner Schwägerin. Man muss betonen, dass dieser Hengst seine Gene an diesem einen Tag wohl sehr fleißig weiter gegeben hat, denn im März  des darauffolgenden Jahres kamen gleich vier Fohlen zur Welt. Lange Rede kurzer Sinn, der kleine Zwerg entwickelte sich bald zu einem stattlichen Hengst mit der ein oder anderen Marotte und tanzte, besonders mir, ganz schnell auf der Nase rum.

Nichts desto trotz wurde aus ihm ein tolles Reitpferd, ohne Vorgeschichte!

Nachdem wir dann ein paar Jahre später den Traum vom eigenen Offenstall am Haus verwirklichen konnten mussten wir natürlich ein zweites Pferd kaufen. Dieses sollte mir dann verdeutlichen wie wichtig dieses “ohne Vorgeschichte” sein kann. Mein Traumpferd, für das ich sogar mein Moped, mit dem ich jeden Tag zum Bahnhof gefahren war, verkauft hatte und mein gesamtes Erspartes von der Bank holte, entpuppte sich als… sagen wir mal sehr individuell und verhaltenskreativ. Die Jahre vergingen und es wurde besser, aber dieses schöne Gefühl, mit einem Pferd bei (fast) Null anzufangen lies mich nie los.

Also beschloss ich 2008 das Siegerhengstfohlen des Haflinger Bundeschampionats “Adel verpflichtet” zu kaufen. Ein wirklich wunderschönes Fohlen, ein Modell, mit Temperament und Ausstrahlung. Ich hatte ihn sofort ins Herz geschlossen und so kam er zu uns.

Am zweiten Tag hatte er mich gleich getreten und er war wirklich ein kleiner Sturkopf und konnte wirklich wütend werden. Aber dann war er wieder so ein süßer Schmusebär das man ihm nicht böse sein konnte, das ist bis heute so geblieben. Als 2 jähriger stellte sich dann heraus, dass der Kleine ein Sommerekzem hat. Ich kämpfte wie eine Löwin damit der Kleine bleiben kann, mein Vater stand nicht so ganz dahinter, immerhin sollte diese Erkrankung immensen Aufwand bedeuten und löschte auch seinen Traum von der Zucht aus. Egal ich setzte mich durch. Wir kastrierten ihn 3 jährig und liesen ihm noch ein Jahr bis zu seinem “Schuleintritt”. Er entwickelte sich gut, hatte als 3 jähriger bereits ein Stockmaß von 1,50 m und benahm sich gut. Einzig das Sommerekzem machte uns beiden zu schaffen, noch nie hatte ich mit soetwas zu tun gehabt. Doch mit der Zeit wuchs auch das Wissen und wir sind nun stolz darauf dieses Jahr eine schöne Mähne mit in den Winter zu nehmen!

Im April ging es dieses Jahr los. Mein kleines Fohlen sollte zum Beritt. Zwar hätte ich mir das schon zugetraut, allerdings liesen die Bedingungen (Studium, Arbeit) dies nicht zu, also gab ich ihn schweren Herzens aus der Hand. Die Basics lernte er bei der amtierenden Vizelandesmeisterin der ländlichen Reiter, die mit ihrer Haflingerstute reihenweise auch in der LM die Warmblüter auf die Plätze verweist. Ja, das wollte ich auch. Schnell hatte ich ein Vorbild und ich freute mich auf den Herbst.

Im September kam er nach Hause, das heißt nicht ganz. Er kam in einen nahegelegenen Reitstall, wegen Halle und Trainingsmöglichkeiten und weil bei uns zu Hause die Mückenplage so groß ist, dass er im Sommer kein schönes Leben hätte. Der Start war turbulent. Zuerst sprang er beim Freilaufenlassen aus dem Reitplatz, galoppierte einen Hang hinauf, und wieder runter, stürzte am Asphalt und zog sich Prellungen und Abschürfungen zu. Er hatte sichtlich Schmerzen und wollte sich ungern bewegen. Als seine Verletzungen abgeheilt waren brach ich mir leider auf einem Schulpferd beim Ausreiten den Finger und wir bekamen eine längere Pause auferlegt.

Ab Montag darf ich wieder reiten und ich freu mir alle Gliedmaßen aus! Drückt mir die Daumen, aber unsere Fortschritte, Auf und Abs und was wir sonst so erleben werdet ihr hier lesen können :)

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