Chief Joseph Memorial Trail Ride 2014

Geschrieben von appyflash am 27. Juni 2016 | Abgelegt unter Allgemein

Wanderritt
Sonntagmorgen fuhren wir mit 4 Pferden, 1 Hund, 4 Reitern und 3 Begleitern von Beckstedt gen Osten. Nur unser Chief Mia Mahto wusste genau wo es hingeht. In Neu Darchau fuhren wir mit der Fähre über die Elbe um kurz danach im Garten eines verlassenen Gehöfts die Pferde abzuladen, und anschließend zu beladen. Wir nahmen noch gemeinsam ein Stärkung zu uns und ließen die Pferde grasen, bevor wir Reiter auf unsere hochbeladenen Pferde kletterten und unsere Begleiter mit den Anhängern wieder zurück in die Heimat reisten.
Wir, das  sind Mia Mahto, (Martin Bornfleht), mit seinem Paint Hengst Buddy, seine Frau Tawyela( Carola Müller) mit ihrem unverwüstlichen Buddy Sohn Honka Peh und ihrem Australian Shepherd Cacsi, Jens Meyer mit  seinem treuen Paint Jack und ich (Silja Wilckens) mit meiner Appaloosa Stute Birdy.
Jens und Jack sind unsere Küken, aber in diesem Fall auch unsere Führer, denn Jens nutzt moderne Technik, um uns durch das unbekannte Gelände zu navigieren.
Ein Packpferd war vorgesehen, aber ist leider Krankheit bedingt ausgefallen, so dass wir alles am Pferd mitnehmen mussten, was wir brauchten.
Es war vorgesehen, unterwegs Nachschub zu erwerben, was sich aber als etwas schwierig erwies.
Froh endlich auf dem Pferd zu sein und es tatsächlich bis hierhergeschafft zu haben und das bei strahlendem Himmel begaben wir uns auf die Reise. Grobes Ziel : Pullman City und dann nach Hause.
Wir ritten am Obstbaumlehrpfad entlang und Mia Mahto und Jens fotografierten jedes Storchennest, das bewohnt war (also jedes)
Ein Abstecher zum Elbdeich ließ uns brav wieder umkehren, denn dort stand ein großes Schild, Betreten der Deichanlage verboten! da wir nicht wussten, was zur Deichanlage zählt und wir nicht gleich am ersten Ärger haben wollten.
Also ritten wir weiter die Straßen entlang, bis wir vor einem alten großen Hof eine schöne saftige Wiese für unsere Ponys sahen, und ein paar Pferde auf einer Weide vor dem Deich. Wir ritten dorthin, um zu fragen, ob wir dort unser Nachtlager aufschlagen durften. Sehr freundliche Holländer erlaubten uns das und so banden wir Honka Peh und Buddy an Weidepfählen an und Birdy und Jack durften in den Winterpaddock.
Nikoletta und Kees besorgten Wasser, boten uns die Nutzung ihres Bades und ihrer Dusche an und luden uns auf einen Tee ein. Als wir dann abends s bei den Zelten saßen, kam Nikoletta und druckste etwas herum. Jeder von uns hatte eine andere Befürchtung (bitte stellt die Zelte/ Pferde um, oder so), aber sie wollte uns auf einen Abend Drink einladen. Das dann ein sehr lustiger, netter Abend, vor allem weil Jens schon sein „ Waschzeug mitgenommen hatte und sein neues Handtuch; Lendenschurz, Halstuch, Multifunktionsmikrofasertuch so schön ORANGE leuchtete. Oh oranje entfuhr es sogleich Nikolette und morgen ist doch Königinnen Tag.
Am Morgen wurden wir zu einem sensationellen Frühstück eingeladen, es gab frischen Obstsalat, frisch gepressten Saft, Ei und tolle Käsesorten. Nelkenkäse, sehr zu empfehlen..
Mit solcher Kost hatten wir ja gar nicht gerechnet, unsere Lebensmittel konnten wir noch aufsparen,
Begleitet von guten Wünschen und mit dem Tipp, dass wir sehr wohl auf der Elbseite reiten dürften nur nicht AUF dem Deich, ( wir wissen, dass man nicht auf dem Deich reitet, aber wie weit die „Deichanlage“ geht, kann unterschiedlich ausgelegt werden) begaben wir uns in die Elbauen.
Das war sooo schön dort, ein sonniger Tag Cacsi nutzte alles Wasser, was er fand. Ich denke er könnte die Etappe anhand des Wassergeschmacks wiederfinden. Die Ponys waren artig, die Störche waren immer wieder zu sehen, aber keine Menschen, Rehe weideten überall und an manchen Bäumen konnte man erkennen, wie hoch das Wasser bei Hochwasser stand. Nach ca.  20 km begannen wir uns nach einem Nachtlager und einer Möglichkeit, Pferdefutter zu erwerben umzusehen. Der einzige Bauer den wir fanden, war bereit uns Silo zu schenken, aber keinen Lagerplatz. Also zogen wir zurück an die Elbe, schlugen die Zelte auf und ließen die Pferde im üppigen Gras fressen. Das Silofutter fraßen sie nicht, obwohl Birdy zu Hause am liebsten Silo frisst. Buddy und Honka Peh wurden an ihren Seilen angebunden und für Birdy und Jack spannten wir die mitgebrachte (zu kurze) Litze zwischen drei Eichen. Jens ließ Jack mit seinem Halsband und einer langen Frei laufen, auf Zuruf kommt der Kerl ja auch einfach wieder. Birdy kann ich in Hengstnähe nicht frei laufen lassen. Sie hat dann nur ein Ziel, und das wollen wir verhindern.
Wir lagerten an einem umgestürzten Eichenbaum und legten die Sättel unter den Stamm, um sie vor Regen zu schützen. Jens zog mit Jack zur Elbe, sie wollten schwimmen gehen, aber das war Jens dann doch nur bis zu den Knien warm genug.
Ich wollte Birdy auch ein Bad in der Elbe gönnen, und fragte, ob es okay sei, wenn ich da mal zur Elbe lief. Ich wollte mit auch die Schwitzhütte näher ansehen, die dort aufgebaut war. Sehr schön gelegen.. Birdy plantschte schon eifrig und trank gutes Elbwasser, als es auf einmal hinter uns donnerte.
Honka Peh war der Meinung gewesen, dass Seine Birdy doch nicht ohne ihn gehen könnte, und war uns zusammen mit seinem Anbinde Pfahl einfach hinterher gerannt. Dann kam Tawyela auch schon, um ihn einzusammeln und Mia Mahto ließ seinen Hengst auch noch eben in die Elbe.
Nachdem langsam die Sonne untergegangen war, kochte Mia Mahto für uns ein leckeres Gulasch. Und wir krabbelten in die Zelte.
Am nächsten Morgen besuchten uns ein Storch und ein Rudel Rehe, wir sattelten die Ponys, suchten uns (alten Leuten) Aufsteighilfen um über den Gepäckberg aufsteigen zu können. Ich nahm unseren Müll mit, aber es sollte noch Stunden dauern, bis wir einen Mülleimer fanden.
Wir sahen Schäfer, Rot Milane, Fischadler, Biberspuren, und viele Störche und Rehe. Und dann sahen wir Bistroschirme. Mia Mahto meinte, dort können wir sicher ein Eis essen, und ich dachte, und einen Mülleimer finden!
Von der Deichseite sahen wir  nur ein Dach und die Schirme. Jens und ich ließen die Pferde an einem Busch angebunden bei Mia Mahto und Tawyela und gingen über den Deich in … ein vornehmes Lokal.
Ein gepflegter Kellner kam uns sogleich entgegen und bot uns einen Tisch an. Unsere Bitte nach „Coffee to go und einer Eistüte“ wollte er nicht nachkommen, aber er brachte uns die Eiskarte. Jens und mir gefiel das Mandeleis mit Mohn und Apfelkompott am besten und so bestellten. Wir wollten aber immer noch keinen Tisch, aber baten dafür um Tabletts um die Spitzendeckchen verzierten Kaffeegedecke und die Eisbecher über den Deich zu bringen. Wir versicherten, dass wir dann auch gleich zum Bezahlen wieder kommen würden.
Wir genossen unser Eis und da kam der Kellner über den Deich zu uns. und blieb wie angewurzelt stehen, So was habe in dem ganzen Jahr, dass er hier nun schon arbeitet noch nie gesehen.
Ob denn alles recht sei, und was so ein Teil kostet wollt er wissen. (er meinte ein Pferd)
Wir versicherten, dass alles Bestens sei und freuten uns über den aufmerksamen Kellner, der kurz danach wieder über den Deich kam. Wir versprachen ihm, gleich das Geschirr zurückzubringen und zu bezahlen. Er sagte, er wolle gern mal schauen, dann könne mal kurz aus dem Restaurant weg.
Gestärkt ritten wir weiter Richtung Dömitz.
Dort berieten wir uns auf, in welche Richtung wir weiterreiten wollten, als ein rasender Reporter nach dem Woher und Wohin fragte- Leider wusste er auch keinen Reiterhof in unserer Reiserichtung, also machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Deich. Er sagte, da können wir auch ruhig oben reiten, die Camper würden da ja auch alle stehen, obwohl es offiziell nicht erlaubt sei.
Wir ritten weiter bis Lenzen und wollten mit der Fähre übersetzen. Etliche Autofahrer ließen wir vor, um dann aber doch das Wagnis zu begehen, mit den Pferden Fähre zu fahren. Keiner von uns hatte was gesagt, aber alle hatten sich Sorgen gemacht, wie das wohl gehen würde. Keines unserer Pferde war je zuvor Fähre gefahren  UND drei hatten für den Ritt zum ersten Mal Hufeisen bekommen.
Aber Jack macht was Jens ihm sagt, und folgt ihm überall hin, dann sind unsere einfach hinterher gegangen. Sorgen machten mir die Autos, die sehr dicht hinter den Pferden standen, aber alle kamen heil drüben an.  Wir ritten die Schwedenschanze hoch und hatten als Tagesziel die Wanderreiterstation vorn Erika Ahnert, die von ihrem Glück gar nichts wusste.
Von der Schwedenschanze ritten wir über voreiszeitliche „Teppichfalten“  Richtung  Heubeck.
Erika war denn doch zunächst etwas überrascht über die Truppe die da auf Ihrem Hof um Einlass bat, aber sie richtete uns flugs eine Gartendusche her, die Pferde durften auf dem Spielplatz fressen und entspannen, und unsere Zelte durften wir auch aufschlagen. Sättel und Gepäck konnte unter einem Dach regensicher aufbewahrt werden. Erika wollte eigentlich gerade Mittagsschlaf machen, als wir einfielen, Aber alles klappte, sie machte verspätet Mittagschlaf, wir duschten, berieten über die nächste Etappe und genossen einen Sommertag.
Zum Abendessen grillten wir Erikas Vorräte und beim Frühstück ließ sie sich dann überreden sich zu uns zu setzten. Unseren Vorschlag uns ein Stück des Wegs zu begleiten nahm sie dann auch an, und so machten wir uns dann wieder auf die Reise ans Grüne Band. Zuvor gab sie uns noch ein Büchlein mit topografische Karten aus der Umgebung mit einigen interessanten Ausflugszielen. So eine liebe Frau. Erika fuhr mit dem Fahrrad und wir ritten in einen weiteren sonnigen Tag.
Erika hatte uns empfohlen nach Ziemendorf zu reiten, dort könnten wir Futter für die Pferde bekommen  und wir hofften darauf, irgendwo unterwegs sowohl Weidelitze, Batterien, Hundefutter sowie Hustensaft Vorräte aufnehmen zu können.
Also folgten wir unserem Jens  mit seinem Navigationsgerät und ritten durch einen riesigen Wald. Irgendwann begannen die Jungs zu tuscheln, und ich vermutete, sie hatten irgendwelche wilden Reiterspiele vor ( Man muss wissen, dass wir Flachlandtirolerinnen nicht immer begeistert sind, wenn’s ans Klettern geht, und Jens hat schon am ersten Tag davon geträumt, die Düne zu erklimmen , die etwa in Höhe Sixte zu sehen, aber nicht auf unserem Weg war, zumal ich  meinem Birdy Tier zu dem Gepäck nicht auch noch allzu große Experimente zumuten wollte.)
Wir ritten in eine Sandlichtung, in der einige riesige Pfützen volle Kaulquappen waren, Birdy wollte sich am liebsten reinlegen, aber es ging weiter. nur wohin?? Die Lichtung war begrenzt durch einen 20 M hohen Sandkessel…
Aber natürlich, da gings dann hoch.. alle haben es geschafft, kein Gepäckstück ging verloren… und Spaß hat es schon gemacht. Danach suchten wir ein Weilchen im Unterholz den Weg. leider war die falsche Jahreszeit, sonst hätten wir größere Mengen Blaubeeren ernten können.
Die Kühle im Wald war gut für meinen Sonnenbrand und die Pferde.
Im Wald gab es immer wieder Anzeichen für Pferdeverkehr, Spring Hindernisse, aber sehr zugewachsene Wege. Dann kamen wir in einen Ort, dort fragten wir nach einem Geschäft. „ Nein so was haben wir hier nicht, aber vielleicht einen Getränkemarkt…“
Den fanden wir dann, aber die hatten wirklich nichts außer ein paar Sorten Brause und sehr ausgewählte Sorten Alkohol.
Also gings nach ein paar (gefühlten ) Litern Cola weiter.
Irgendwann näherten wir uns dem Arend See, das blau des Wassers lockte, aber überall Reitverbotsschilder.
Aber wir waren fast da. Dann sahen wir eine ehemalige NVA Kaserne und ich vermutete, dass das unser Ziel sei.
Hm dachte ich, dass ist ja nicht so familiär und rustikal wie zuvor,, überall große Schilder, Pferdehotel , aber es gibt dort sicher Litze und Futter.
Wir ritten auf den Hof, misstrauische beäugt von den Anwesenden. Eine Frau fragte uns, ob wir den angemeldet seien? Ich dacht, oh nein, so sind die hier.. Mia Mahto sagte  dass wir nur einen Platz zum Zelten und Futter für unsere Pferde suchen..
Und dass wir einen Hengst dabei hätten.. Oh dann n müssen wir unseren schnell einsperren, sagte die Dame . Mia Mahtos Einwand, dass sein Hengst angebunden werde und keine Schaden anrichten würde , beantworte sie nur, mit.:. Deiner  mag ja brav sein, aber unserer nicht, der geht durch jeden Zaun, den sperre ich mal lieber in die Box, (es war ein kleiner Schetty Hengst)Okay, das gab es.. Also wieder einmal Abladen, Pferde entspannen lassen ( es gab sogar eine Pferdedusche). Und dann sind Tawyela und ich mit dem Rad nach Arend See gefahren ( immer bergrunter gings und ich dachte nur, oh je , und den Rückweg mit Einkäufen wieder hoch), um unsere Vorräte aufzufüllen. Litze könnte man eventuell im Baugeschäft bekommen, die haben auch Hundefutter.
Das mag richtig sein, aber wir waren um 17.05 Uhr da und die schließen um 17.00Uhr. Das soll mal hier im Westen einer machen. Wir fuhren dann zurück, wir hatten einen Schleckermarkt gesehen, an einem sehr schön gelegenen Altenheim, Kirche und Kloster(!) vorbei.
In dem Markt erstanden wir dann alles Notwendige ( bis auf Tabak!), und trafen eine Mitarbeiterin aus Ziemendorf, die freundlicherweise unsere Einkäufe mit zurücknahm.
Wir fuhren dann mit dem Rad zurück, ich bestaunte die Häuser und Tawyela erzählte, dass in der ehem. DDR alle Kindergärten gleich ausgesehen hatten.. und siehe da, da war dann auch gleich ein Anschauungsobjekt.. es gab eine Apotheke zu kaufen, und einen schönen Campingplatz unter Bäumen gegenüber von einem großen Badepark, direkt am See. Mit vielen Bäumen..
Und dann waren wir auch schon wieder zurück, Komischerweise ging es wieder nur bergab.
Mia Mahto und Jens hatten derweil die Pferde versorgt und die Zelte aufgebaut. Man zeigte uns die Dusche, ( um Reinigungskräfte zu sparen, schlug man vor nur die „Mädchen Dusche zu benutzen, ich sagte, dass sein schon okay, hatte aber nicht damit gerechnet, dass Jens damit ein Problem hatte.. ( Ich kann doch nicht in die Mädchendusche gehen… wer hätte das gedacht.
Abendessen gab es dann auch noch und Frühstück war auch vorgesehen!
Litze fand sich dann auch noch, gute Litze , die wir am nächsten Abend noch zu schätzen wussten.
Inzwischen war auch klar, warum wir so zurückhaltend empfangen worden waren. Die Andrea hatte uns nicht auf der Liste, und fragte sich woher wir kommen, ob da eine Information verlorengegangen sei.. Aber war nicht, wir kamen spontan.
Dann bekamen wir noch einige Informationen über Brieftauben, die dort in Ziemendorf gehalten und trainiert werden. Man erzählte uns, dass die schlimmsten Räuber nicht die Raubvögel, sondern die Krähen sind, die nicht nur Tauben töten und nur die Innereien verspeisen, sondern AUCH Rotmilane und Bussarde so langen attackieren bis die zu Boden gehen.
Am nächsten Morgen , nach einem schönen Frühstuck, zu dem sich eine weitere Wanderreiterin zu uns gesellte, machten wir uns wieder auf den Weg. Andrea gab uns den unbedingten Rat doch noch zur Pferdeschwemme zu reiten und dort die Geschichte vom Arend See zu lesen.
Das ist mal was, da wird an einem See in unmittelbare Nähe zu einem Fischer und seinem Restaurant eine Bademöglichkeit für Pferde unterhalten und gepflegt. Jens und Jack wollten das gleich testen, und dann verlor der Jack eine seiner Streichkappen. Sie schwamm im See, aber das war zu weit im See um sie vom Ufer , trockenen Fußes herausangeln zu können und beim Herunterbeugen verlor Jens seine Kamera, mit dem Foto von dem schiefen Grenzturm. Glücklicherweise war eine der Damen die gerade ihre Warmblüter hatten baden lassen im Bikini bereit, die Glocke wieder zu holen.
Weiter gings.. Irgendwann hielt Mia Mahto plötzlich , holte einen Stuhl aus dem Gebüsch(?) und zurrte Honkapehs Gepäck noch mal fest.. Dann Stellte er den Stuhl wieder auf den Weg,– zum Aufsteigen..
Ich sah in der Ferne etwas seltsames,  mehrere braune Rücken und was Weißes dazwischen ich zeigte das Mia Mahto, er meint es seien Kühe, weil da was weißes  zwischen sei,, ich sagte Du schau mal noch mal hin, da kommt ein Kopf hoch, und ich glaub ein Weißes hat ein Geweih! Ich glaub, das sind Hirsche!
Mia Mahto zückte seine Kamera, und auf den Bildern kann man deutlich sehen, dass es sich um ein Hirschrudel mit einem weißen Bullen und einem weißen Kalb handelt.. WOW.
Später erfuhren wir, dass dieses Rudel schon länger in der Gegend lebt. Hätten wir  das gewusst, wären wir traurig gewesen, wenn wir sie nicht gesehen hätten.. aber so .. war es ein weiteres Geschenk auf dem Weg..
In der nächsten Ortschaft hatten wir das Glück, dass ein älteres Ehepaar nicht hinter verschlossenen Türen verschwand , als wir uns näherten, sondern uns ansprach und sofort Wasser für unsere Vierbeiner herbei holte.. sie fragten uns nach dem Weg und gaben uns einen Tipp, der sich aber leider als ungeeignet zeigte. Wir ritten weiter, suchten einen Weg, der im Navi und auch auf den Karten eingezeichnet , aber nicht mehr vorhanden war. Auf dem Rest des Weges sind wir in eine Fuchsfamilie geritten, die leider schneller wieder weg war, als Mia Mahto die Kamera zücken konnte. Wir versuchten den Weg zum umgehen, kamen aber in sumpfige Wiesen, die dann ihren Tribut in Form eines verlorenen Hufeisens beim Hengst forderte.
Irgendwo suchten wir uns dann einen Lagerplatz, nicht ohne vorher einen Hasen zu Tode erschreckt zu haben. Wir banden die Buddy und Honka Peh an, und nutzten unsere in Ziemendorf ( im Reiterhof) erworbene lange Litze um ein Stück Wiese für Birdy und Jack abzutrennen. Die Pferde waren sehr durstig, aber es gab nur einen tiefen Graben, an den kein Pferd freiwillig herunterkletterte. Also nutzten Tawyela und ich einen Suppenteller als Schöpfkelle, und die Mampfbeutel als Wassereimer , um Wasser zu schöpfen ( das war mühsam, da es nur wenig Wasser gab und das war voller Pflanzen und Eisenschlamm)
Wir stellten diesmal keine Zelte auf sondern übernachteten in einem Viehunterstand, der aus Mauerresten gebaut war. Die abendliche Vorleserunde fand wegen Mückenalarm mit Rotlicht statt, gut dass uns da keiner gesehen hat.  Ein Rotlichtbezirk mitten auf der Wiese.
Der nächste Tag sollte der anstrengendste in der ersten Woche werden. Aufgrund des verlorenen Hufeisens musste eine Station angelaufen werden, von der wir lediglich eine Adresse, aber keine Telefonnummer hatten. Navigieren sollten diesmal wir Mädels, aber unser Kartenmaterial war nicht zuverlässig. Wir ritten wieder am ehemaligen Grenzverlauf entlang, der diesmal durchs Moor ging. Es gab sehr löcherige Beton Plattenwege, aber daneben begann sofort der Sumpf. Cacsi begann zu humpeln und musste mit auf den Hengst und Tawyela lief ein Stück ,als Honka Peh sie immer wieder anstupste.. Sie wollte aber gar nicht kuscheln, , bis sie sich dann irgendwann zu ihm umsah und feststellte, dass der ganze Sattel mitsamt Gepäck nicht mehr auf Dem Pferderücken lag, sondern seitlich am Bauch hing. Mit vereinten Kräften schoben und zogen wir den Sattel wieder in Position..
Das geschah aber noch mal wieder, erstaunlich , wie ruhig Honka Peh dabei blieb, und noch erstaunlicher, dass er gar keine Druck oder Scheuerstellen bekam.
Nun war es auch schon ein langer Tag gewesen, als wir in Dähre ankamen, unserem vermeintlichen Reiseziel.. Nur um von dort weiter ( und zurück)geschickt zu werden, nach Dahrendorf( Das liegt zwar in der Gemeinde Dähre, aber die ist groß),, also mussten wir noch 5 km weiter.
Erschwerend kam diesen Tag hinzu, dass die Raucher unter uns nichts mehr zu Rauchen hatten, da wir unterwegs nicht mal einen Kiosk gesehen hatten
. Bei Anja angekommen , die ebenso von unser Ankunft überrascht wurde, wie Erika und Andrea zuvor, wurde Jens beauftragt, mit Anja , die sich dankenswerteweise dazu bereiterklärte  in den nächsten -15km- entfernten Ort mit einem Geschäft zu fahren um Vorräte einzukaufen.
Anja rief dann auch gleich einen Hufschmied an, der im  Schein der Laterne Buddy ein neues Eisen verpasste. Auch Anja wurde  -nachdem sie über den ersten Überraschungsschreck hinweg war – sehr freundlich und bot uns jede Unterstützung , die man sich wünschen kann. Nicht zuletzt gab sie uns einen Tipp für unser nächstes Ziel.. wir sollten nach Neuenstall zu Klaus  die Maus reiten, da könne man nicht jeden hinschicken aber uns schon,
Diese Strecke sollten wir Mädels navigieren, Jeans wollt mal ohne Verantwortung für die Strecke reiten. Das war mit ohne Kartenmaterial nicht ganz einfach , aber wir sind dann doch( mit Jens Unterstützung) heil bei Bea und Klaus angekommen, die bereits von unserem Kommen unterrichtet waren.. Auf dem sehr schönen Weg , mit einem Galopp über das Grüne Band , bei dem wieder ein  Hufeisen vom Hengst verlorenging, kamen wir in Neuenstall an. Bea hatte schoneingekauft, und so wurden sowohl die Ponys als auch wir sehr gut versorgt. Allerdings hatte Bea kein Kraftfutter mehr und so baten wir Rolli, der mich am nächsten Morgen abholen sollte, darum zwei Rationen Kraftfutter mitzubringen.
Bea macht einen höllisch guten Kaffee, für alle, die mal vorbeireiten,
Der Nachbar hatte dann glücklicherweise ein passendes Eisen für Buddys zweiten Huf, so dass dem Start der Dreiergruppe am nächsten Morgen nichts im Weg stand. Birdy ging artig auf den Anhänger und für mich ging eine tolle, für Birdy eine anstrengende Woche zu Ende.
Bea begleitete die drei anderen noch ein Stück mit ihrer ungesattelten Norwegerstute.
Wanderritt Mai 2014
Sonntag morgen fuhren wir mit 4 Pferden, 1 Hund, 4 Reitern und 3 Begleitern von Beckstedt gen Osten.
Nur unser Chief Mia Mahto wusste genau wo es hingeht.
In Neu Darchau fuhren wir mit der Fähre über die Elbe, um kurz danach im Garten eines verlassenen Gehöfts die Pferde abzuladen, und anschließend zu beladen.
Wir nahmen noch gemeinsam ein Stärkung zu uns und ließen die Pferde grasen, bevor wir Reiter auf unsere hochbeladenen Pferde kletterten und unsere Begleiter mit den Anhängern wieder zurück in die Heimat reisten.
Wir, das  sind:  Mia Mahto, mit seinem Paint Hengst Buddy, seine Frau Tawyela mit ihrem unverwüstlichen Buddy Sohn Honka Peh und ihrem Australian Shepherd Cacsi, Jens M. mit  seinem treuen Paint Jack und ich mit meiner Appaloosa Stute Birdy.
Jens und Jack sind unsere Küken, aber in diesem Fall auch unsere Führer, denn Jens nutzt moderne Technik, um uns durch das unbekannte Gelände zu navigieren.
Ein Packpferd war vorgesehen, aber ist leider krankheitsbedingt ausgefallen, so dass wir alles am Pferd mitnehmen mussten, was wir brauchten.
Es war vorgesehen, unterwegs Nachschub zu erwerben, was sich aber als etwas schwierig erwies.
Froh, endlich auf dem Pferd zu sein und es tatsächlich bis hierher geschafft zu haben, und das bei strahlendem Himmel, begaben wir uns auf die Reise. Grobes Ziel : Pullman City und dann nach Hause.
Wir ritten am Obstbaumlehrpfad entlang und Mia Mahto und Jens fotografierten jedes Storchennest, das bewohnt war (also jedes)
Ein Abstecher zum Elbdeich ließ uns brav wieder umkehren, denn dort stand ein großes Schild:” Betreten der Deichanlage verboten”! denn wir wussten nicht genau, was zur Deichanlage zählt und wollten nicht gleich am ersten Tag Ärger haben.
Also ritten wir weiter die Straßen entlang, bis wir vor einem alten,großen Hof eine schöne saftige Wiese für unsere Ponys sahen, und ein paar Pferde auf einer Weide vor dem Deich. Wir ritten dorthin, um zu fragen, ob wir dort unser Nachtlager aufschlagen durften.
Sehr freundliche Holländer erlaubten uns das und so banden wir Honka Peh und Buddy an Weidepfählen an und Birdy und Jack durften in den Winterpaddock.
Nikoletta und Kees besorgten Wasser, boten uns die Nutzung ihres Bades und ihrer Dusche an und luden uns auf einen Tee ein.
Als wir dann abends  bei den Zelten saßen, kam Nikoletta und druckste etwas herum.
Jeder von uns hatte eine andere Befürchtung (bitte stellt die Zelte/ Pferde um, oder so), aber sie wollte uns auf einen Abend Drink einladen.
Das dann ein sehr lustiger, netter Abend, vor allem weil Jens schon sein „ Waschzeug mitgenommen hatte und sein neues Handtuch( 0der auch: Lendenschurz, Halstuch, Multifunktionsmikrofasertuch)so schön ORANGE leuchtete. “Oh oranje “entfuhr es sogleich Nikolette und morgen ist doch Königinnen Tag.
Am Morgen wurden wir zu einem sensationellen Frühstück eingeladen, es gab frischen Obstsalat, frisch gepressten Saft, Ei und tolle Käsesorten. Nelkenkäse, sehr zu empfehlen..
Mit solcher Kost hatten wir ja gar nicht gerechnet, unsere Lebensmittel konnten wir noch aufsparen,
Begleitet von guten Wünschen und mit dem Tipp, dass wir sehr wohl auf der Elbseite reiten dürften nur nicht AUF dem Deich, ( wir wissen, dass man nicht auf dem Deich reitet, aber wie weit die „Deichanlage“ geht, kann unterschiedlich ausgelegt werden) begaben wir uns in die Elbauen.
Das war sooo schön dort, ein sonniger Tag Cacsi nutzte alles Wasser, was er fand. Ich denke er könnte die Etappe anhand des Wassergeschmacks wiederfinden. Die Ponys waren artig, die Störche waren immer wieder zu sehen, aber keine Menschen, Rehe weideten überall und an manchen Bäumen konnte man erkennen, wie hoch das Wasser bei Hochwasser stand. Nach ca.  20 km begannen wir uns nach einem Nachtlager und einer Möglichkeit, Pferdefutter zu erwerben umzusehen. Der einzige Bauer den wir fanden, war bereit uns Silo zu schenken, aber keinen Lagerplatz. Also zogen wir zurück an die Elbe, schlugen die Zelte auf und ließen die Pferde im üppigen Gras fressen. Das Silofutter fraßen sie nicht, obwohl Birdy zu Hause am liebsten Silo frisst. Buddy und Honka Peh wurden an ihren Seilen angebunden und für Birdy und Jack spannten wir die mitgebrachte (zu kurze) Litze zwischen drei Eichen. Jens ließ Jack mit seinem Halsband und einer langen Frei laufen, auf Zuruf kommt der Kerl ja auch einfach wieder. Birdy kann ich in Hengstnähe nicht frei laufen lassen. Sie hat dann nur ein Ziel, und das wollen wir verhindern.
Wir lagerten an einem umgestürzten Eichenbaum und legten die Sättel unter den Stamm, um sie vor Regen zu schützen. Jens zog mit Jack zur Elbe, sie wollten schwimmen gehen, aber das war Jens dann doch nur bis zu den Knien warm genug.
Ich wollte Birdy auch ein Bad in der Elbe gönnen, und fragte, ob es okay sei, wenn ich da mal zur Elbe lief. Ich wollte mit auch die Schwitzhütte näher ansehen, die dort aufgebaut war. Sehr schön gelegen.. Birdy plantschte schon eifrig und trank gutes Elbwasser, als es auf einmal hinter uns donnerte.
Honka Peh war der Meinung gewesen, dass “seine” Birdy doch nicht ohne ihn gehen könnte, und war uns zusammen mit seinem Anbinde Pfahl einfach hinterher gerannt. Dann kam Tawyela auch schon, um ihn einzusammeln und Mia Mahto ließ seinen Hengst auch noch eben in die Elbe.
Nachdem langsam die Sonne untergegangen war, kochte Mia Mahto für uns ein leckeres Gulasch. Und wir krabbelten in die Zelte.
Am nächsten Morgen besuchten uns ein Storch und ein Rudel Rehe, wir sattelten die Ponys, suchten uns (alten Leuten) Aufsteighilfen um über den Gepäckberg aufsteigen zu können. Ich nahm unseren Müll mit, aber es sollte noch Stunden dauern, bis wir einen Mülleimer fanden.
Wir sahen Schäfer, Rot Milane, Fischadler, Biberspuren, und viele Störche und Rehe. Und dann sahen wir Bistroschirme. Mia Mahto meinte, dort können wir sicher ein Eis essen, und ich dachte, und einen Mülleimer finden!
Von der Deichseite sahen wir  nur ein Dach und die Schirme. Jens und ich ließen die Pferde an einem Busch angebunden bei Mia Mahto und Tawyela und gingen über den Deich in … ein vornehmes Lokal.
Ein gepflegter Kellner kam uns sogleich entgegen und bot uns einen Tisch an. Unsere Bitte nach „Coffee to go und einer Eistüte“ wollte er nicht nachkommen, aber er brachte uns die Eiskarte. Jens und mir gefiel das Mandeleis mit Mohn und Apfelkompott am besten und so bestellten. Wir wollten aber immer noch keinen Tisch, aber baten dafür um Tabletts um die Spitzendeckchen verzierten Kaffeegedecke und die Eisbecher über den Deich zu bringen. Wir versicherten, dass wir dann auch gleich zum Bezahlen wieder kommen würden.
Wir genossen unser Eis und da kam der Kellner über den Deich zu uns. und blieb wie angewurzelt stehen, So was habe in dem ganzen Jahr, dass er hier nun schon arbeitet noch nie gesehen.
Ob denn alles recht sei, und was so ein Teil kostet wollt er wissen. (er meinte ein Pferd)
Wir versicherten, dass alles Bestens sei und freuten uns über den aufmerksamen Kellner, der kurz danach wieder über den Deich kam. Wir versprachen ihm, gleich das Geschirr zurückzubringen und zu bezahlen. Er sagte, er wolle gern mal schauen, dann könne mal kurz aus dem Restaurant weg.
Gestärkt ritten wir weiter Richtung Dömitz.
Dort berieten wir uns auf, in welche Richtung wir weiterreiten wollten, als ein rasender Reporter nach dem Woher und Wohin fragte- Leider wusste er auch keinen Reiterhof in unserer Reiserichtung, also machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Deich. Er sagte, da können wir auch ruhig oben reiten, die Camper würden da ja auch alle stehen, obwohl es offiziell nicht erlaubt sei.
Wir ritten weiter bis Lenzen und wollten mit der Fähre übersetzen. Etliche Autofahrer ließen wir vor, um dann aber doch das Wagnis zu begehen, mit den Pferden Fähre zu fahren. Keiner von uns hatte was gesagt, aber alle hatten sich Sorgen gemacht, wie das wohl gehen würde. Keines unserer Pferde war je zuvor Fähre gefahren  UND drei hatten für den Ritt zum ersten Mal Hufeisen bekommen.
Aber Jack macht was Jens ihm sagt, und folgt ihm überall hin, dann sind unsere einfach hinterher gegangen. Sorgen machten mir die Autos, die sehr dicht hinter den Pferden standen, aber alle kamen heil drüben an.  Wir ritten die Schwedenschanze hoch und hatten als Tagesziel die Wanderreiterstation vorn Erika Ahnert, die von ihrem Glück gar nichts wusste.
Von der Schwedenschanze ritten wir über voreiszeitliche „Teppichfalten“  Richtung  Heubeck.
Erika war denn doch zunächst etwas überrascht über die Truppe, die da auf ihrem Hof um Einlass bat, aber sie richtete uns flugs eine Gartendusche her, die Pferde durften auf dem Spielplatz fressen und entspannen, und unsere Zelte durften wir auch aufschlagen.
Sättel und Gepäck konnten unter einem Dach regensicher aufbewahrt werden.
Erika wollte eigentlich gerade Mittagsschlaf machen, als wir einfielen, Aber alles klappte, sie machte verspätet Mittagschlaf, wir duschten, berieten über die nächste Etappe und genossen einen Sommertag.
und Erikas Kuchen ,den sie auch noch eben für uns gezaubert hatte.
Zum Abendessen grillten wir Erikas Vorräte und beim Frühstück ließ sie sich dann überreden, sich zu uns zu setzten.
Unseren Vorschlag uns ein Stück des Wegs zu begleiten nahm sie dann auch an, und so machten wir uns dann wieder auf die Reise ans Grüne Band.
Zuvor gab sie uns noch ein Büchlein mit topografische Karten aus der Umgebung mit einigen interessanten Ausflugszielen. So eine liebe Frau. Erika fuhr mit dem Fahrrad und wir ritten in einen weiteren sonnigen Tag.
Erika hatte uns empfohlen nach Ziemendorf zu reiten, dort könnten wir Futter für die Pferde bekommen  und wir hofften darauf, irgendwo unterwegs sowohl Weidelitze, Batterien, Hundefutter sowie Hustensaft Vorräte aufnehmen zu können.
Also folgten wir unserem Jens  mit seinem Navigationsgerät und ritten durch einen riesigen Wald. Irgendwann begannen die Jungs zu tuscheln, und ich vermutete, sie hatten irgendwelche wilden Reiterspiele vor ( Man muss wissen, dass wir Flachlandtirolerinnen nicht immer begeistert sind, wenn’s ans Klettern geht, und Jens hat schon am ersten Tag davon geträumt, die Düne zu erklimmen , die etwa in Höhe Sixte zu sehen, aber nicht auf unserem Weg war. Zumal ich meiner Birdy  zu dem Gepäck nicht auch noch allzu große Experimente zumuten wollte.)
Wir ritten in eine Sandlichtung, in der einige riesige Pfützen volle Kaulquappen waren.
Birdy wollte sich am liebsten reinlegen, aber es ging weiter, nur wohin??
Die Lichtung war begrenzt durch einen 20 m hohen Sandkessel…
Aber natürlich, da gings dann hoch.. alle haben es geschafft, kein Gepäckstück ging verloren… und Spaß hat es schon gemacht.
Danach suchten wir ein Weilchen im Unterholz den Weg. Leider war die falsche Jahreszeit, sonst hätten wir größere Mengen Blaubeeren ernten können.
Die Kühle im Wald war gut für meinen Sonnenbrand und die Pferde.
Im Wald gab es immer wieder Anzeichen für Pferdeverkehr, Spring Hindernisse, aber sehr zugewachsene Wege. Dann kamen wir in einen Ort, dort fragten wir nach einem Geschäft. „ Nein so was haben wir hier nicht, aber vielleicht einen Getränkemarkt…“
Den fanden wir dann, aber die hatten wirklich nichts außer ein paar Sorten Brause und sehr ausgewählte Sorten Alkohol.
Also gings nach ein paar (gefühlten ) Litern Cola weiter.
Irgendwann näherten wir uns dem Arend See, das blau des Wassers lockte, aber überall Reitverbotsschilder.
Aber wir waren fast da. Dann sahen wir eine ehemalige NVA Kaserne und ich vermutete, dass das unser Ziel sei.
Hm dachte ich, dass ist ja nicht so familiär und rustikal wie zuvor, überall große Schilder, Pferdehotel , aber es gibt dort sicher Litze und Futter.
Wir ritten auf den Hof, misstrauisch beäugt von den Anwesenden.
Eine Frau fragte uns, ob wir den angemeldet seien? Ich dachte, oh nein, so sind die hier.
Mia Mahto sagte  dass wir nur einen Platz zum Zelten und Futter für unsere Pferde suchen.
Und dass wir einen Hengst dabei hätten.
“Oh, dann  müssen wir unseren schnell einsperren”, sagte die Dame . Mia Mahto`s Einwand, dass sein Hengst angebunden werde und keinen Schaden anrichten würde , beantworte sie nur, mit: ” Deiner  mag ja brav sein, aber unserer nicht, der geht durch jeden Zaun, den sperre ich mal lieber in die Box.”, (es war ein kleiner Schetty Hengst)
Also wieder einmal Abladen, Pferde entspannen lassen ( es gab sogar eine Pferdedusche).
Und dann sind Tawyela und ich mit dem Rad nach Arend See gefahren ( immer bergrunter gings und ich dachte nur, oh je , und den Rückweg mit Einkäufen wieder hoch), um unsere Vorräte aufzufüllen. Litze könnte man eventuell im Baugeschäft bekommen, die haben auch Hundefutter.
Das mag richtig sein, aber wir waren um 17.05 Uhr da und dort schliessen die Geschäfte um 17.00Uhr.
Das soll mal hier im Westen einer machen.
Wir fuhren dann zurück, wir hatten einen Schleckermarkt gesehen, an einem sehr schön gelegenen Altenheim, Kirche und Kloster(!) vorbei.
In dem Markt erstanden wir dann alles Notwendige ( bis auf Tabak!), und trafen eine Mitarbeiterin aus Ziemendorf, die freundlicherweise unsere Einkäufe mit zurücknahm.
Wir fuhren dann mit dem Rad zurück, ich bestaunte die Häuser und Tawyela erzählte, dass in der ehem. DDR alle Kindergärten gleich ausgesehen hatten.. und siehe da, da war dann auch gleich ein Anschauungsobjekt..Es gab eine Apotheke zu kaufen, und einen schönen Campingplatz unter Bäumen gegenüber von einem großen Badepark, direkt am See mit vielen Bäumen..
Und dann waren wir auch schon wieder zurück, Komischerweise ging es wieder nur bergab.
Mia Mahto und Jens hatten derweil die Pferde versorgt und die Zelte aufgebaut.
Man zeigte uns die Dusche, ( um Reinigungskräfte zu sparen, schlug man vor, nur die „Mädchen Dusche zu benutzen, ich sagte, dass sein schon okay, hatte aber nicht damit gerechnet, dass Jens damit ein Problem hatte.
(” Ich kann doch nicht in die Mädchendusche gehen”- wer hätte das gedacht.
Abendessen gab es dann auch noch und Frühstück war auch vorgesehen!
Litze fand sich dann auch noch, gute Litze , die wir am nächsten Abend noch zu schätzen wussten.
Inzwischen war auch klar, warum wir so zurückhaltend empfangen worden waren.
Die Andrea hatte uns nicht auf der Liste, und fragte sich woher wir kommen, ob da eine Information verloren gegangen sei.
Aber die Buchhaltung stimmte, wir waren  nur einfach ohne Anmeldung spntan gekommen.
Dann bekamen wir noch einige Informationen über Brieftauben, die dort in Ziemendorf gehalten und trainiert werden.
Man erzählte uns, dass die schlimmsten Räuber nicht die Raubvögel, sondern die Krähen sind, die nicht nur Tauben töten und nur die Innereien verspeisen, sondern AUCH Rotmilane und Bussarde so langen attackieren bis die zu Boden gehen.
Am nächsten Morgen , nach einem schönen Frühstück, zu dem sich eine weitere Wanderreiterin zu uns gesellte, machten wir uns wieder auf den Weg.
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Andrea gab uns den unbedingten Rat, doch noch zur Pferdeschwemme zu reiten und dort die Geschichte vom Arend See zu lesen.
Das ist mal was, da wird an einem See in unmittelbare Nähe zu einem Fischer und seinem Restaurant eine Bademöglichkeit für Pferde unterhalten und gepflegt.
Jens und Jack wollten das gleich testen, und dann verlor der Jack eine seiner Streichkappen. Sie schwamm im See, aber das war zu weit im See um sie vom Ufer , trockenen Fußes herausangeln zu können und beim Herunterbeugen verlor Jens seine Kamera, mit dem Foto von dem schiefen Grenzturm. Glücklicherweise war eine der Damen die gerade ihre Warmblüter hatten baden lassen im Bikini bereit, die Glocke wieder zu holen.
Weiter gings.. Irgendwann hielt Mia Mahto plötzlich , holte einen Stuhl aus dem Gebüsch(?) und zurrte Honkapehs Gepäck noch mal fest.. Dann stellte er den Stuhl wieder auf den Weg,– zum Aufsteigen..
Ich sah in der Ferne etwas seltsames,  mehrere braune Rücken und was Weißes dazwischen.
Ich zeigte das Mia Mahto, er meint es seien Kühe, weil da was Weißes  zwischen sei, ich sagte : “Du schau mal noch mal hin, da kommt ein Kopf hoch, und ich glaub ein Weißes hat ein Geweih! Ich glaub, das sind Hirsche!”
Mia Mahto zückte seine Kamera, und auf den Bildern ( durch heranzoomen) kann man deutlich sehen, dass es sich um ein Hirschrudel mit einem weißen Bullen und einem weißen Kalb handelt.. WOW.
Später erfuhren wir, dass dieses Rudel schon länger in der Gegend lebt.
Hätten wir  das gewusst, wären wir traurig gewesen, wenn wir sie nicht gesehen hätten.. aber so .. war es ein weiteres Geschenk auf dem Weg..
In der nächsten Ortschaft hatten wir das Glück, dass ein älteres Ehepaar nicht hinter verschlossenen Türen verschwand , als wir uns näherten, sondern uns ansprach und sofort Wasser für unsere Vierbeiner herbei holte. Sie fragten uns nach dem Weg und gaben uns einen Tipp, der sich aber leider als ungeeignet zeigte. Wir ritten weiter, suchten einen Weg, der im Navi und auch auf den Karten eingezeichnet , aber nicht mehr vorhanden war. Auf dem Rest des Weges sind wir in eine Fuchsfamilie geritten, die leider schneller wieder weg war, als Mia Mahto die Kamera zücken konnte. Wir versuchten den Weg zum umgehen, kamen aber in sumpfige Wiesen, die dann ihren Tribut in Form eines verlorenen Hufeisens beim Hengst forderte.
Irgendwo suchten wir uns dann einen Lagerplatz, nicht ohne vorher einen Hasen zu Tode erschreckt zu haben. Wir banden  Buddy und Honka Peh an, und nutzten unsere in Ziemendorf ( im Reiterhof) erworbene lange Litze um ein Stück Wiese für Birdy und Jack abzutrennen.
Die Pferde waren sehr durstig, aber es gab nur einen tiefen Graben, an den kein Pferd freiwillig herunterkletterte.
Also nutzten Tawyela und ich einen Suppenteller als Schöpfkelle, und die Mampfbeutel als Wassereimer , um Wasser zu schöpfen ( das war mühsam, da es nur wenig Wasser gab und das war voller Pflanzen und Eisenschlamm)
Wir stellten diesmal keine Zelte auf sondern übernachteten in einem Viehunterstand, der aus Mauerresten gebaut war. Die abendliche Vorleserunde fand wegen Mückenalarm mit Rotlicht statt, gut dass uns da keiner gesehen hat.  Ein Rotlichtbezirk mitten auf der Wiese.
Der nächste Tag sollte der anstrengendste in der ersten Woche werden. Aufgrund des verlorenen Hufeisens musste eine Station angelaufen werden, von der wir lediglich eine Adresse, aber keine Telefonnummer hatten. Navigieren sollten diesmal wir Mädels, aber unser Kartenmaterial war nicht zuverlässig.
Wir ritten wieder am ehemaligen Grenzverlauf entlang, der diesmal durchs Moor ging. Es gab sehr löcherige Beton Plattenwege, aber daneben begann sofort der Sumpf. Cacsi begann zu humpeln und musste mit auf den Hengst .  Tawyela lief ein Stück ,als Honka Peh sie immer wieder anstupste.. Sie wollte aber gar nicht kuscheln, , bis sie sich dann irgendwann zu ihm umsah und feststellte, dass der ganze Sattel mitsamt Gepäck nicht mehr auf dem Pferderücken lag, sondern seitlich am Bauch hing. Mit vereinten Kräften schoben und zogen wir den Sattel wieder in Position..
Das geschah aber noch mal wieder, erstaunlich , wie ruhig Honka Peh dabei blieb, und noch erstaunlicher, dass er gar keine Druck oder Scheuerstellen bekam.
Nun war es auch schon ein langer Tag gewesen, als wir in Dähre ankamen, unserem vermeintlichen Reiseziel.
Nur um von dort weiter ( und zurück)geschickt zu werden, nach Dahrendorf( Das liegt zwar in der Gemeinde Dähre, aber die ist groß), also mussten wir noch 5 km weiter.
Erschwerend kam diesen Tag hinzu, dass die Raucher unter uns nichts mehr zu Rauchen hatten, da wir unterwegs nicht mal einen Kiosk gesehen hatten
Bei Anja angekommen , die ebenso von unser Ankunft überrascht wurde, wie Erika und Andrea zuvor, wurde Jens beauftragt, mit Anja , die sich dankenswerteweise dazu bereiterklärte  in den nächsten -15km- entfernten Ort mit einem Geschäft zu fahren um Vorräte einzukaufen.
Anja rief dann auch gleich einen Hufschmied an, der im  Schein der Laterne Buddy ein neues Eisen verpasste.
Auch Anja wurde  -nachdem sie über den ersten Überraschungsschreck hinweg war – sehr freundlich und bot uns jede Unterstützung , die man sich wünschen kann. Nicht zuletzt gab sie uns einen Tipp für unser nächstes Ziel.Wir sollten nach Neuenstall zu “Klaus,die Maus” reiten, da könne man nicht jeden hinschicken, aber uns schon.
Diese Strecke sollten wir Mädels navigieren, Jeans wollt mal ohne Verantwortung für die Strecke reiten.
Das war mit ohne Kartenmaterial nicht ganz einfach , aber wir sind dann doch( mit Jens Unterstützung) heil bei Bea und Klaus angekommen, die bereits von unserem Kommen unterrichtet waren.
Auf dem sehr schönen Weg , mit einem Galopp über das Grüne Band , bei dem wieder ein  Hufeisen vom Hengst verloren ging, kamen wir in Neuenstall an. Bea hatte schon eingekauft, und so wurden sowohl die Ponys als auch wir sehr gut versorgt.
Allerdings hatte Bea kein Kraftfutter mehr und so baten wir Rolli, der mich am nächsten Morgen abholen sollte, darum  von zu Hause zwei Rationen Kraftfutter mitzubringen.
Bea macht einen höllisch guten Kaffee, für alle, die mal vorbeireiten,
Der Nachbar hatte dann glücklicherweise ein passendes Eisen für Buddys zweiten Huf, so dass dem Start der Dreiergruppe am nächsten Morgen nichts im Weg stand.
Birdy ging artig auf den Anhänger und für mich ging eine tolle, für Birdy eine anstrengende Woche zu Ende.
Bea begleitete die drei anderen noch ein Stück mit ihrer ungesattelten Norwegerstute.
was war das für eine schöne Zeit..
Fotos werden später noch eingefügt
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