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Alle Beiträge von Natural-horses

von Natural-horses, Kategorie Allgemein am 20. September 2010

Endspurt  auf der Zielgerade

Endspurt auf der Zielgeraden

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von Natural-horses, Kategorie Allgemein am 20. September 2010

von Natural-horses, Kategorie Allgemein am 20. September 2010

Mit gemischen Gefühlen bei der Ankunft

Mit gemischen Gefühlen bei der Ankunft

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Angekommen!

von Natural-horses, Kategorie Allgemein am 20. September 2010

Nach 99 Tagen sind wir – Reina, Lupo, Nadia und ich – zumindest körperlich letzten Freitag nach Herlisberg zurückgekehrt. Den 100sten Tag nahmen wir als Ruhetag.

Alle gesund – nur der Geist braucht noch was länger, um nach so einer Reise wieder anzukommen.

Der Ritt war fantastisch, anstrengend, ermüdend, aufbauend, erfahrungsreich und noch Vieles mehr was man sich denken kann. Es sind ja gewiss nicht die ersten Wanderreiterfahrungen, welche ich gesammelt habe, aber was meine Pferde diesmal über die 24 Alpenpässe an technischen und körperlichen Anforderungen gleistet haben, ist kaum zu glauben. Kein Berg war zu steil, kein Abgrund zu tief, keine Schwelle zu hoch. Einige Unfälle gehörten dazu, doch waren unsere Schutzengel stets aufmerksam.

An dieser Stelle sei allen herzlich gedankt, welche mir dieses Abenteuer überhaupt ermöglicht haben, insbesondere meinen grossartigen Pferden und Helfern!
Den Mitreitern ein grosses Kompliment für ihre Leistungen und schönen Beiträgen auf dem Blog.
Für weitere Infos stehe ich gerne alten und neu angehenden Wanderreitern zur Verfügung.
Es grüsst euch
Caroline, Reina, Lupo und Nadia
www.natural-horses.com

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Ein Wochenende unterwegs

von Natural-horses, Kategorie Allgemein am 18. August 2010

Helvetia 2010, 30.juli bis 3.August 2010

Vom Bündnerland ins Tessin

Vals, zuhinterst im Valsertal, war Ausgangspunkt unserer Etappe. Zuerst gönnten wir uns noch einen Besuch im mondänen Thermalbad von Vals. Ganz besonders genoss Caroline wieder einmal eine warme Dusche.  Unsere Unterkunft war ein ausgedienter Schafstall auf einem Bauernhof am Dorfrand und recht gegensätzlich zum Thermalbad. Aber wir waren gut aufgehoben, ausser dass es  in der klaren Nacht saukalt war. Am Samstag  Aufbruch Richtung  Vrin im Lugnez.  Erstmals ging’s  der Hauptstrasse entlang  das Tal hinunter (ca. 10 km), hoch zu Ross kamen wir da auch gut voran. Dann  hinein ins Lugnezertal und auf guten Fahrwegen hinauf ins malerische Vrin. Im Dorfladen fanden wir nebst Verpflegung  eine begeisterte Verkäuferin,  die uns sofort  eine Unterkunft beim Ziegenhirt, ganz zuhinterst im Tal  in Puzach (nochmals 3km), organisierte. Ein 7Std.-Tag ging zu Ende.

Die Pferde erhielten eine kräftige Kräuterweide und wir den Heustock über dem Ziegenstall. Und dann kamen sie, die Ziegen, 170 Stück,  von ganz hoch oben in den Steilhängen zurück in den Stall zum melken, jede mit einem Glöcklein am Hals. Neue Ziegenställe sind mit Melkmaschinen ausgerüstet, so dass das Milchabzapfen in zwei Stunden getan war. Wir nahmen an, dass nach dem Melken die Ziegen wieder auf die Weide gingen , sodass wir ruhig im Heustock  hätten schlafen können. Doch das ging ganz anders,  denn rund um den Stall liessen sie sich nieder und  wiederkäuten ihre Tagesration an Kräutern in eine weitere Milchration,  die dann ab 0500h wieder abgezapft wurde. Pro Tag gibt dies 1,5 Liter pro Ziege! Nur mit Schlafen war’s  nicht weit her. Trotz Klopapier in den Ohren und Schlafsack bis ganz oben geschlossen war‘s kaum  auszuhalten. Waren mal alle beim Dösen, hat‘s  wieder eine gezwickt und ding, ding, ding ding….ging‘s wieder los. Den Erfinder der Kuhglocke hätte ich in jener Nacht erwürgen können!

Zeitig zogen wir los Richtung Pass Diesrut 2428 m, dank Pferdepower kamen wir zu Beginn ganz   zügig voran,  doch es wurde immer steiler , so dass wir zu Fuss durch die Geröllhalden aufsteigen mussten. Auch Wanderer waren unterwegs, und davon gibt es zweierlei. Die einen lassen einen verlorenen Hufschuh liegen und melden dies dann beim nächsten Halt  und andere, die mit dem  Hufschuh in den Händen  angerannt kommen.

Auf dem Pass genossen wir die schöne Aussicht zurück ins Bündner Vrin und vorwärts in die weite Greina-Ebene Richtung Bleniotal. Nach einem happigen Abstieg passierten wir die Greina-Ebene  über Sumpfwege, knietiefe Wasserläufe und schmalen Säumerpfad. Auch hier ein neues Erlebnis – in welchem Sumpfloch steckt der verlorene Hufschuh ? – wir haben  ihn gefunden!  Nochmals Aufstieg zum Passo della Greina (2357m) und dann  wieder runter durch eine  Steinwüste in engsten Serpentinen, eine Zumutung für Pferd und Reiter, doch wir haben es gottlob gut geschafft. Der Abstieg  über den Fahrweg nach Campo im Bleniotal,  1215m,  nach 9 Stunden Fussmarsch,  hat uns  dann allen den Rest gegeben.  Heute ist  1. August, wo  übernachten wir?  Im ersten Grotto hat die alte Wirtin Verständnis für unsere Sorge und hat uns ihre Weidescheune mit Brunnen zur Verfügung gestellt. Pferde versorgen und dann auf Essensuche. Das einzige Restaurant im Dorf: „Chiuso“ . Super, doch der Wirt hat Erbarmen, und  mit einem Teller Gnocchi , Tagliatelli und viel Bier war der Abend gerettet. Sogar ein unerwarteter Fototermin und  Interview mit einer Hobbyjournalistin wurde überstanden. Danach war nur noch Schlafen (ohne Ziegen)  angesagt. Und kaum unter der Decke,  fing‘s  an zu regnen.

Nächstes Ziel: Aquacalda , 1753m , im Valle Santa Maria am Lukmanierpass. Absteigen nach Olivone auf 890 m und dann die Passtrasse hinauf war eine Variante, die andere  von Campo den Weg über den Bergrücken nach Dötra nehmen und dann Abstieg nach Aquacaldo. Auf der Karte eine gangbare Route, deshalb nahmen wir den Aufstieg in Angriff. In gemächlichem Zickzack ging der Weg aufwärts, doch je höher am Berg wurde der Weg immer zackiger, so steil, dass an Umdrehen gar nicht mehr zu denken war. Die grosse Frage war, wie geht’s hinten wieder runter?  Es ging so runter wie rauf!!!  Irgendwie haben wir es geschafft bis oben. Runter wurde Reina zur Führerin, gesteuert von hinten mit Zurufen durch Caroline, welche Nadja mit den Packtaschen an der kurzen Leine führte,  um zu verhindern, dass diese in der Direttissima  nicht nach unten  kollerte, ich  hinterher mit Lupo. Auch dieser Abstieg hatte ein Ende, wir alle waren glücklich, es geschafft zu haben. Ein riesiges Kompliment an die Pferde, allen voran an Nadja mit den ca. 50kg Packtaschen auf dem Rücken. Es gab nicht eine Verweigerung, nein,  ein unbändiger Wille trieb sie vorwärts, sie wollten uns nicht enttäuschen. Kompliment auch an Caroline. Trotz Zweifel an ihrer Routenwahl hat sie die Ruhe bewahrt. Geflucht aber haben wir alle!

In Dötra fings dann noch kräftig an zu regnen. Doch mit der guten Nachricht von Natalie aus Aquacalda, dass Kraftfutter und Heu bereit stehen und auf uns ein warmes Zimmer mit Dusche wartet,  war der letzte, wiederum sehr steile  Abstieg gut zu bewältigen. Ein weiterer  7 Std.Tag fand sein glückliches Ende.

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Woche 7 Champfèr -Vals

von Natural-horses, Kategorie Allgemein am 18. August 2010

SA 24.7.2010

Am Samstag, den 24.Juli 2010 fuhren die Familie Minder und ich (Antonia) in Champfèr GR ein. Die Minders, die Besitzer Nadias, waren nicht schlecht erstaunt über ihre hübsch und kräftig gewordene Haflingerstute – sie hat wirklich ein dickes Lob verdient für die grossartige Arbeit, die sie als unser Packpferd täglich leistet. Am Abend traf dann Irène ein, welche Caro und mich bis Sonntag begleitete.

SO 25.7.2010

Wir hatten ein gemütliches Nachtlager auf Heuballen in Willis Stall und zogen am Sonntagmorgen los Richtung Maloggia. Der Wanderweg führte am Silvaplanersee entlang und wurde rege von Wanderern, Bikern, Spaziergängern und Sportlern benutzt. Nicht selten wurde fotografiert und nachgefragt, so dass wir nach einigen Stunden müde und auch etwas erleichtert in Maloggia eintrafen, wo weniger Menschenverkehr herrschte. In Maloggia verabschiedete sich Irène, um mit der Bahn zurück nach Hause zu fahren, und wir zogen zu fünft weiter Richtung Casaccia über den Römerweg Malögin… Hui das war eine Herausforderung! Zuerst mussten wir mindestens zwei Hufschuhe im Schlamm suchen, während der Weg immer enger wurde, dann folgten Steinplatten, die sehr steil hinunterführten. Caro mit Reina an der Hand und Nadja im Schlepptau voran – eine verstrickte Sache, ich mit Lupo hinterher, nicht ohne ab und an die Augen zu schliessen vor diesem kriminellen Anblick. Aber auf die Vierbeiner ist Verlass; wir kamen heil und ganz unten an, konnten ausatmen und uns gratulieren. In Casaccia (1458 m.ü.M.) durften wir für die Pferde einen Wiesenteil der Familie Bischof einzäunen und schliesslich unser Zelt aufschlagen.

MO 26.7.2010

Gestärkt durch ein leckeres Frühstück mit den Bischofs, welche uns wertvolle Tipps für den weiteren Weg gaben und uns Einblick in ihr Leben gewährten, nahmen wir den Anstieg zum Septimerpass (2310 m.ü.M.) in Angriff. Dort oben soll ganz in der Nähe ein Dreigewässerpunkt liegen, wo das Wasser entweder in die Nordsee, ins Mittelmeer oder ins Schwarze Meer fliesst. Die Alpwiesen wurden langsam durch Geröll und Stein abgelöst, der Wind wurde eisiger, aber der Ausblick war wunderschön. Nach einer kurzen Pause beim Septimerpass überquerten wir auch gleich noch den Forcellinapass (2672 m.ü.M.) – und wieder hatten wir eine eindrückliche Sicht hinunter und hinüber zu den anderen Bergen. Wir stiegen ca. 600 Höhenmeter hinunter bis nach Juf, wo wir nach einem langen und anstrengenden Tag bei einem Bauern und seiner Tochter praktisch im Garten einen Teil für die Pferde einzäunen konnten und zelteten. Es war wirklich kühl in dieser Höhe und ich war froh um die Pferdedecken. Aber dafür durften wir die Dusche benutzen ;) und am Morgen wurden wir auch noch mit heissem Kaffee begrüsst.

DI 27.7.2010

Am Dienstag ritten wir grösstenteils entlang der wenig befahrenen Strasse hinunter durchs Tal und erfreuten uns am schönen Flussverlauf des Averserrheins mit den Schluchten und Wasserbecken – etwas das man mit dem Auto wohl kaum sehen würde. Tagesziel war Sufers (1420 m.ü.M.), idyllisch am Sufernsee gelegen, wo wir dank eines kurzen Gesprächs mit einem Fischer unterwegs auch schon einen Bleibetipp für die Nacht erhielten. Eine fette Wiese für die Pferde und ein gemütlicher Heustock warteten auf uns, auch eine Abendunterhaltung mit dem Bauern und dem Fischer über Regaeinsätze (Schweizerische Rettungsflugwacht) und Lawinen fehlte nicht, und eine grosszügige Gastwirtin servierte uns sogar trotz Ruhetag zwei Stangen.

MI 28.7.2010

Von Sufers gings am nächsten Tag weiter nach Splügen und hinauf über den Safierberg (2486 m ü. M.). Wieder erwartete uns eine andere, wunderschöne und verlassene Berglandschaft, wir waren uns einig, dass jeder Berg seinen Charakter und seine eigene Schönheit hat, es lohnt sich wirklich, dafür ein paar Schweisstropfen zu verlieren. Der Abstieg war etwas mühsam, aber machbar. Wir kamen auf eine Alp, wo wir bei einer sympathischen Älplerin mit ihren wenigen Ziegen, Hühnern, Schweinen und Hund in einem leeren Schafstall übernachten durften. Die Pferde freuten sich über das Gerstenznacht und wir uns über das gut! gesalzene Reis von Caro, welches uns zu einem Abendspaziergang bewog, um ein im Brunnen ertränktes Bier zu erlösen.

DO 29.7.2010

Bei schlechten Wetterprognosen (Schnee bis auf 2300 Meter) ritten wir am nächsten Morgen bei Niesel trotzdem weiter, informierten uns bei einer Wanderunterkunft über den Weg, assen eine Nussstange (Nuss-und Hopfenstange waren unsere treuen Begleiter) und ritten den gut ausgebauten Weg hinauf. Kuhzaun aufmachen, zumachen, aufmachen, zumachen, aufsteigen, absteigen… dazu immer wieder Niesel bis Regen und Nebel, aber immerhin war der Weg wirklich schön breit, und auch eine nebelschwadige Landschaft hat ihren Reiz. Wir waren überrascht, als wir nach gut eineinhalb Stunden aufwärts schon oben am Tomülpass (2412 m ü. M.) ankamen. Während der Mittagspause schien sogar kurz die Sonne. Der Abstieg nach Vals (1254 m ü. M.) schien fast endlos, von oben konnten wir die Valserwasserfabrik sehen und das Thermalbad. Zwei hilfreiche Kinder und nette Bewohner bemühten sich eifrig, uns eine Unterkunft zu suchen, die wir schlussendlich auch bei netten Bauernsleuten erhielten. In Vals scheinen Pferde eine Rarität zu sein, immer wieder kamen Kinder und Spaziergänger vorbei und bewunderten die Vierbeiner. Am Abend waren wir zum Kaffee eingeladen und erfuhren viel interessantes über das Leben in Vals und als Bergbauer.

FR 30.7.2010

Am Freitag war „Ruhetag“: Hufpflege, Besuch von Caros Eltern, Packtaschen flicken, Thermalbadbesuch, Sonnenschein und auch schon mein Abreisetag mit Carolines Mutter. Walter, ihr Vater,  wird die nächsten zwei, drei Tage mit Caro unterwegs sein. Vielen Dank an Caro, die Pferde und all die netten und hilfsbereiten Menschen unterwegs und vom Waldhus.

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Woche 6 Scoul-Champfèr

von Natural-horses, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Mit Pferden reisen am 18. August 2010

Woche 6: Scuol – Champfèr

Meine (Eliane) Reise begann am 17. Juli in San Jon bei Scuol. Nicht wissend was mich erwartet (da dies mein erster Wanderritt überhaupt war), begab ich mich mit leichtem Gepäck auf den Reiterhof San Jon bei Scuol. Dort warteten auch schon Isa, Pia, Jaime und Caro auf mich. Eigentlich wollte Caro noch die Hufe der Pferde feilen, da Petrus jedoch den Wasserhahn aufdrehte, mussten wir dieses Vorhaben vertagen. Dafür durften wir die Gastfreundschaft auf dem sympathischen Reithof San Jon geniessen, wo wir den Abend ausklingen liessen.

Tag 1 – Von San Jon nach Lü über den Pass da Costainas. Am nächsten Morgen war es soweit: Das erste Mal Lupo putzen, Hufschuhe anziehen und satteln (ich kann nur sagen: Übung macht den Meister und ich brauche noch welche…ist doch was anderes als mit Hufeisen und Sattel ohne „Anhängsel“). Nachdem wir alles aufgeladen, Abschiedsfotos gemacht (siehe Isas Beitrag der Vorwoche) und Tschüss gesagt haben, sind Caro und ich mit Reina, Lupo und Nadja losgelaufen. Auf dem Weg nach S-charl, überholte uns ein Kutscher, welcher uns sogleich anbot, Nadjas Gepäck auf dem Wagen mitzuführen. So wurde Nadja ihr Gepäck los und wir konnten sogar etwas traben. Nach einem kleinen Stopp in S-charl ging es dann weiter durch ein sehr malerische Landschaft auf den Pass da Costainas (2251m) und hinunter nach Lü. Dort konnten wir bei einer netten Bauernfamilie die Pferde auf die Weide stellen und im Stall übernachten. Besten Dank!

Tag 2 – Von Lü nach Müstair. Am nächsten Tag wanderten wir dann los nach Müstair. Da Nadja ihre Grippeimpfung brauchte, hatte Caro die Telefonnummer eines Tierarztes im Sack. Dieser gab uns auch gleich den Tipp, dass wir vielleicht auf dem Hof Schons unterkommen könnten. Spontan durften wir mit den Pferden bei Tina und Marco Caratsch, die Besitzer des Hofs, übernachten. Die Pferde hatten eine riesige Weide für sich und wir kamen in den Genuss eines herrlichen Heubettes! Nochmals vielen herzlichen Dank für die tolle Gastfreundschaft die wir geniessen durften und auch, dass ihr keine Mühe gescheut habt, mich kurz ins Spital zu fahren, wegen meinem Stich!

Tag 3 – Von Müstair nach Lago S. Giacomo di Fraéle. Ausgeschlafen und gut versorgt wanderten wir los durch das Val Vau hinauf zum Döss Radond (2234m) und weiter durch das Val Mora. Nun, wir waren nicht die Einzigen, die diesen Weg an diesem Tag vor sich hatten. Zufälligerweise fand gerade am gleichen Tag auf dieser Strecke ein Bike-Marathon statt. Etwa tausend Velos sind an uns vorbei gedüst und wir wurden zum beliebten Fotosujet für die Biker, welche sich doch mehrheitlich über uns gefreut haben. Nach der Alp Mora führte unser Weg über einen sehr schmalen Pfad über den Passo Val Mora (1952m) zum Lago S. Giacomo di Fraéle, wo wir übernachteten. Wir waren auf alle Fälle froh, dass die Biker schon an uns vorbei gezogen sind, es wäre wohl etwas knapp geworden auf dem dünnen Pfad. Die Umgebung um den Lago S. Giacomo di Fraéle war ziemlich ausgestorben und wir verbrachten daher die Nacht hinter einem kleinen Hüttchen in Caros Zelt. Die Pferde kamen in den Genuss einer schönen Alpweide.

Tag 4 – Von Lago S. Giacomo di Fraéle nach Livigno. Früh morgens haben wir die Pferde gesattelt und sind aufgebrochen zur Alpisella (2299m). Das Panorama auf dieser Strecke war wieder einmal umwerfend. Der Abstieg von der Alpisella nach Livigno hielt dann noch ein kleines Abenteuer bereit. Kurz vor Livigno gibt es eine Holzbrücke, welche man überqueren muss, um zum Lago di Livigno zu gelangen. Diese Brücke ist jedoch so schmal, dass sogar ein Bike nur knapp durchpasst. Nun, so dick wie wir bepackt waren… Also hiess der Plan: absatteln, Pferde einzeln durchführen und wieder aufsatteln. Nach dem Absatteln führte Caro als erstes Lupo über die Brücke, welcher ohne zu zögern mitlief! Daraufhin lief Nadja auch gleich selber über die Brücke, nur Reina brauchte noch etwas Überzeugungsarbeit, aber ging dann auch bravourös über die Holzbrücke! Also Hut ab vor den Dreien, das macht nicht gerade jedes Pferd! In Livigno suchten wir dann etwas länger nach einem Reitstall. Da wir beide kein Italienisch sprechen, dauerte es etwas bis wir verstanden, wo genau wir hin mussten (vor allem, da es die Italiener mit den Zeitangaben nicht wirklich so genau nahmen….). Nachdem wir ca. 5 Leute nach dem Weg gefragt haben, fanden wir letztendlich unsere „Gauchos“, welche uns ohne zu zögern aufnahmen.

Tag 5 – Von Livigno nach Madulain über den Pass Caschauna. Nach einer gemütlichen Nacht auf dem Sofa draussen in Livigno wartete eine grosse Strecke auf uns: Der Pass Caschauna (2694m) wollte von uns bezwungen werden. Der Anstieg über diesen Pass, welcher uns wieder in die Schweiz bringen sollte, war sehr steil und die Aussicht einfach spektakulär! Oben angekommen legten wir eine Mittagspause ein bevor wir dann den Abstieg in Angriff nahmen. Dieser präsentierte sich dann auch alles andere als einfach. In der Bikersprache würde das ausgedrückt werden als „sehr anspruchsvoller Singletrail“. Oder anders gesagt: ein kleiner, unebener Pfad führte sehr steil den Berg hinunter (also ich hätte nicht mit dem Bike herunterfahren wollen…lebensgefährlich würde ich das nennen….). Aber Caros Pferde haben auch diese Herausforderung wieder sehr gut gemeistert und wir sind alle gesund und munter unten angekommen! Danach sind wir weiter über S-chanf nach Madulain geritten. Nach dem langen Ritt in Madulain angekommen, durften wir bei der Familie Willy auf der Engadin River Ranch übernachten, wo wir sehr herzlich aufgenommen wurden. Wir wurden mit „Chilli con Carne“ bekocht und durften sogar in einem riesigen Hot Pot, der extra für uns aufgewärmt wurde, baden! Vielen lieben Dank an die ganze Familie für diesen tollen Abend und die grossartige Gastfreundschaft die wir erfahren durften!

Tag 6 – Von Madulain nach Champfèr. Nach einer wunderbaren Nacht im Hause Willy und einem ausgiebigen Frühstück sind wir dann weiter nach St. Moritz bis nach Champfèr gezogen. Nach einer sehr warmen und trockenen Woche wurden wir nun doch noch etwas verregnet. Glücklicherweise war die Strecke nicht so lang und daher war der Regen nicht so schlimm. Etwas durchnässt sind wir dann nach ein paar Stunden in Champfèr angekommen, wo Caro mit ihren Pferden einen Tag Pause einlegte.

Für mich war das leider bereits die letzte Etappe. Nach einer Woche, in welcher ich wunderschöne Landschaften, viele Abenteuer und die Nähe zu den Pferden geniessen durfte, ging es für mich wieder zurück in die Realität. Es war wirklich ein super Erlebnis mit dir Caro! Vielen herzlichen Dank an dich, dass Du mir deine Welt des Wanderreitens gezeigt hast und an die wirklich tollen Pferde, welche uns so sicher durch die Gegend getragen haben! Aber auch ein grosses Dankeschön an all die unglaublich gastfreundlichen Menschen, welche uns bei sich aufgenommen haben!

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Helvetia 2010 Woche 5, Davos – Scuol

von Natural-horses, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Mit Pferden reisen am 20. Juli 2010

Ich (Isa) hatte das Glück auf einer der schönsten Etappen der Helvetia Tour mitzureiten. Diese Woche ging leider viel zu schnell vorüber. Um euch einen kleinen Eindruck davon zu vermitteln, schreibe ich hier einige schöne Erlebnisse auf.

 

Tag 1 (Sonntag 11. Juli)

 

Nach einem kleinen Umweg (ja wir haben die Ausfahrt Davos in Landquart verpasst ;-D ) kamen ich mit Tina und Valerie schon einen Tag früher bei Caro an. Wir putzen alle Sättel und Packtaschen und Caro nutze den Erholungstag um die Hufe der Pferde zu pflegen. Nach der ersten Nacht im Zelt ging es dann endlich los. Die erste Etappe führte uns über einen wunderschönen Pass nach Arosa. Obwohl uns 8 Wegstunden vorhergesagt wurden benötigten wir nur knapp 4 Stunden bis nach Arosa. Wir übernachteten bei Caros Cousine Ursina. Die Pferde mussten leider für eine Nacht in Standhaltung verbringen, was Reina überhaupt nicht passte. So bauten wir ihren Stand kurzerhand in eine Box um.

Auf dem ersten Pass

Auf dem ersten Pass

 

Tina und Valerie beim Kochen am Samstag

Tina und Valerie beim Kochen am Samstag

 

Tag 2 (Montag 12. Juli)

 

Frisch gestärkt und gut erholt machten wir uns auf den Weg in Richtung Alvaneu. Trotz ständiger Kontrolle haben wir einen Hufschuh von Flair verloren und fanden ihn auch nach einer langen Suche nicht mehr. Dann mussten wir auch noch einen anderen Weg wählen, da der Wanderweg wegen einem Unwetter zu stark ausgeschwemmt wurde und viel zu schmal war für die Pferde. So änderten wir kurzerhand den Plan und ritten Richtung Lenzerheide über das Urdenfürggli (2548m). Als wir die Pferde an einem Brunnen trinken liessen kamen wir kurzerhand mit einem Bauern ins Gespräch. Er überliess uns für diese Nacht ein Stück Land wo wir für die Pferde eine Weide absteckten und unser Zelt aufbauten. Wir hatten eine lange Etappe hinter uns und waren froh, dass wir nicht mehr nach einem Übernachtungsplatz suchen mussten. In dieser Nacht kam es zu einem heftigen Gewitter und Flair erschrak so stark, dass sie aus Panik aus der abgesteckten Weide sprang. Wahrscheinlich hatte sie den Draht nicht gut gesehen. Unser Zelt war leider nicht sehr Regen dicht, sodass wir uns zusätzlich zu den Schlafsäcken mit Regenmänteln und Jacken zudecken mussten.

Oberhalb von Arosa

Oberhalb von Arosa

 

Tag 3 (Dienstag 13. Juli)

 

An diesem Morgen erwachten wir alle mehr oder weniger trocken und waren beruhigt, als die Pferde alle noch da waren. Die Sonne trocknete alle unsere Sachen und wir machten uns auf den Weg nach Alvaneu. Die Strecke führte über Lenz und Brienz und war im Vergleich zum Vortag ziemlich kurz. Von einem Bekannten erhielt Caro die Adresse von einem Biohof nahe bei Filisur. Wir versuchten unser Glück und ritten zu diesem Hof. Die dortige Familie Heinrich nahm uns sofort auf und lud uns gleich noch zum Abendessen ein. Die Pferde erhielten einen schönen Auslaufstall und endlich auf wieder einmal Kraftfutter, wenn auch solches für Kühe. An diesem Abend kam auch noch Herr Rohner vorbei (der Erfinder des Swiss Horse Boots) und brachte einen Ersatz für Flairs Hufschuh. Den ganzen Abend unterhielten wir uns mit der netten Familie. Gesprochen wurde in Deutsch, Spanisch, Italienisch und Rätoromanisch und es entstanden neue Freundschaften.

 

Tag 4 (Mittwoch 14. Juli)

 

Die heutige Etappe führte uns nach Bergün. Wo wir einen Schlüssel für eine Berghütte abholten. Die Familie vom Biobauernhof gab Caro einige Adressen für weitere Unterkünfte und nach langem Telefonieren fanden wir jemand, der uns für diese Nachte seine Alphütte überlies. Der Wanderweg nach Bergün war wegen Holzschlag nicht begehbar und so mussten wir auf die Hauptstrasse ausweichen. Zwischendurch ging es rechts von uns ca. 200 m in die Tiefe hinunter. Welch ein Glück dass ich Schwindelfrei bin. Unser argentinischer Mitreiter Adrian hatte einige Mühe mit diesem Anblick. Als wir in Bergün dann endlich das richtige Haus gefunden hatten, machten wir uns auf den Weg nach Chants. Für die Pferde fanden wir eine Weide ganz in der Nähe der Hütte und wir konnten uns beruhigt in der heimeligen Hütte ausruhen. Ein netter Nachbar brachte den Pferden sogar noch ein bisschen von Hand geschnittenes Heu und wir machten die „spezielle“ Bekanntschaft mit dem Sohn des Hüttenbesitzers, welcher auf dort schlief.

 

Tag 3 (Dienstag 13. Juli)

Auf der Hauptstrasse, links Autos rechts 200m in die Tiefe

Tag 5 (Donnerstag 15. Juli)

 

Dieser Tag war wohl die schönste, aber auch strengste Etappe dieser Woche. Gleich am Anfang ging der Weg sehr steil hinauf und wir mussten von den Pferden absteigen. Innert 1.5 h überwältigten wir 800 Höhenmeter und kamen ziemlich ausser Puste bei der Keschhütte (2625m) an. Wir wurden dort mit einem wunderschönen Ausblick auf den Keschgletscher belohnt. Wir ritten weiter in Richtung Susaune durch ein wunderschönes Tal ins Engadin hinunter. Ich fühlte mich wie in einem vergessenen Tag wo die Zeit stehengeblieben schien. Doch allzu schnell waren wir wieder in der Zivilisation und ich wurde aus dieser Traumwelt gerissen. Sowohl Pferd als auch Mensch waren schon ein bisschen müde und wir

mussten noch nach Zernez kommen. Je weiter wir hinunter stiegen, desto heisser wurde es. Nach einer sehr langen Strecke kamen wir in Zernez an und hatten gleich beim ersten Bauernhof Glück. Der Bauer übergab und ein Stück Land für die Pferde und wir konnten im leeren Stall schlafen, da sein Vieh auf der Alp war.

Bei der Keschhütte auf 2625m

Bei der Keschhütte auf 2625m Das wilde Tal

Tag 6 (Freitag 16. Juli)

 

Schon war der letzte Tag meiner Woche gekommen. Wir hatten noch einweiter Weg bis nach Scuol (ca. 35 km und 1400 Höhenmeter). So machten wir uns rechtzeitig auf und ritten zunächst nach Susch. Es war wieder sehr heiss und die Bremsen machten vor allem Flair ziemlich zu schaffen. Mit der Zeit fing sie an all 12 Schritte ihr Bein an ihren Bauch zu schlagen. Caro sah aus, als sässe sie auf einem Trampolin. Wir fanden lange keinen Platz für die Mittagspause und so ritten wir bis fast nach Ftan, wo wir dann endlich eine Pause einlegen konnte. Ein Bauer, welcher soeben am heuen war, gab unseren Pferden sogar noch ein bisschen frisches Heu zum fressen. Am frühen Abend erreichten wir dann endlich unser Ziel San Jon. Wir wurden schon erwartet und gleich herzlich begrüsst. Die Pferde bekamen noch eine Dusche und durften sich dann auf einer Weide erholen.

Und dann war mein Abendteuer leider schon wieder zu Ende. Ich blieb noch bis am Sonntag in San Jon. Am Samstag kamen noch unsere Kollegen Pia und Jaime auf Besuch. Wir genossen den Tag auf dem schönen Reiterhof und halfen Caro bei den Vorbereitungen für die nächste Woche. Am Samstagabend kam dann die neue Mitreiterin Eliane. Am Sonntag verabschiedete ich mich von den Pferdchen und Caro und sah ihnen ein bisschen wehmütig hinterher, als sie davon ritten. Doch ich hatte eine wunderschöne Woche mit viel Sonnenschein und fantastischen Eindrücken erlebt. Ich bedanke mich bei Caro und vor allem bei Reina, welche mich die ganze Woche durch so gut unterstütze. Sie ist halt einfach die beste!!!!!

Die gute Reina auf dem Pass zwischen Davos und Arosa

Die gute Reina auf dem Pass zwischen Davos und Arosa

 

Eliane, Caro, Jaime, Pia und ich mit den Pferden in San Jon

Eliane, Caro, Jaime, Pia und ich mit den Pferden in San Jon

Weitere Eindrücke:

helvetia woche 5 128  helvetia woche 5 149
helvetia woche 5 156  helvetia woche 5 070
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Helvetia 2010, 4.Woche

von Natural-horses, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Mit Pferden reisen am 17. Juli 2010

Durch die Wiesen im Prättigau

Durch die Wiesen im Prättigau

Wir, Moni und Walter, Eltern von Caroline, durften  unser Weihnachtsgeschenk einlösen und haben Caroline auf der Etappe von Mels nach Davos Frauenkirch begleitet. Mit von der Partie waren Christoph (Bruder von Caroline) mit  seiner Frau Tamara und Adrian (argentinischer Freund von Caroline),  es war also ein richtiger Familientrekk  mit sechs Pferden und sechs  Reiter/innen,  davon  4 Anfängern.

In  Mels starteten wir dem  Rhein entlang  Richtung Maienfeld in der Bündner Herrschaft, eine kurze Angewöhn-Strecke mit Uebernachtung auf dem Bauernhof. Von Maienfeld ging‘s  weiter durch die Weinberge nach Malans und dann bei Landquart  durch die Klus ins Prättigau,  wo wir in Jenaz Halt machten.
Am dritten Tag führte uns der Weg  weiter der Landquart entlang nach Klosters. Im Prättigau wurden wir bestens betreut durch unsere Verwandten  (Monika und Madlaina). Wir schätzten ihre Gastfreundschaft, das feine Essen, das Bett und die Dusche.

Der Aufstieg von Klosters nach Davos Laret durch den Bergwald war recht „stotzig“, und fast zuoberst merkten wir, dass Lupo ein Schuh fehlte. Caroline lief kurz entschlossen den Weg zurück und wurde zuunterst beim Einstieg in den Bergwald fündig. „Haben die Pferde noch alle Schuhe“?, diesen  Satz hörten wir in Zukunft immer wieder.  Abends kam am Lagerfeuer vor dem Tipi  echte Trekking-Stimmung auf – es war Romantik pur!!

  • Lagerleben vor dem Tipi
  • Die zweitätige Tour ins Dischma-Tal mit Uebernachtung im Heu in Gadmen und zurück nach Davos-Frauenkirch waren der krönende Abschluss unserer unvergesslichen Pferdereise.

    Alle sind wohlauf, auch wir Anfänger wissen nun  einigermassen, wie man korrekt sattelt und Hufschuhe anzieht und die Druckstellen im Gesäss sind wie weggeblasen.  Das Wetter war  einmalig schön und wir genossen die herrliche Flora der Bergwiesen und nachts den klaren Sternenhimmel.

    Danke Caroline, für deine Geduld mit uns Anfängern.  Danken wollen wir aber auch Tamara und Christoph für das einmalige Geschenk. Es war unglaublich schön! Eine besondere Anerkennung  gilt aber auch unseren Vierbeinern. Sie haben uns sicher von Mels nach  Davos-Frauenkirch getragen, und auf ihren Rücken durften wir uns sicher fühlen. Wir beide sind durch diese neue Erfahrung etwas „ auf den Geschmack“ gekommen. Es hat uns riesig Spass gemacht.

    Am Ziel in Davos Frauenkirch

    Am Ziel in Davos Frauenkirch

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    Auf in die Berge

    von Natural-horses, Kategorie Allgemein, Aus dem Leben mit Pferden, Mit Pferden reisen am 12. Juli 2010

    In der letzte Woche waren wir in der schönen Gegend von Klosters und Davos unterwegs. Mitgeritten ist diese Woche meine Familie – alles Anfänger die sich wunderbar geschlagen haben! Das Übernachten unter dem wunderschönen Sternenhimmel war für alle ein Highlight.

    Nach einem Ruhetag in Davos gehts nun nur noch mit 4 Pferden und 3 Reitern in die Alpen… Am ersten Tag haben wir bereits 1000 Höhenmeter hinter uns gebracht.

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