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Meine Appaloosa Geschichte :Ein Traum wird wahr Teil 2

von appyflash, Kategorie Allgemein am 30. August 2016

Mitte Juli fuhren wir mit unseren Pferden Whiskey, Lou und Scamp zum  Ausgangspunkt des diesjährigen Chief Joseph Trail Ride  in Zortman, nahe Roy, Montana.

Der ApHC führt seit 52  Jahren diesen Ritt durch, der entlang der Fluchtroute der Nez Perce aus dem Jahr 1877  verläuft.

Alle Teilnehmer sind Mitglieder im ApHC, alle teilnehmenden Pferde Appaloosa, mit Ausnahme der Pferdeder Team Mitglieder wie Tierarzt, Hufschmied, und Packtiere.

Die ca . 1300 Meilen lange Fluchtroute wird in dreizehn Etappen unterteilt und in aufeinanderfoldenden Jahren geritten.

Dieses Jahr wurde der Ritt zum 4. Mal Am Bear Paw Mountain Battlefield  südlich von Chinook  Montana , beendet.

Anne Mischel hat alle 52Jahre-teils geritten- miterlebt und wurde dafür besonders geehrt.

In der Anfangszeit wurde in Zelten übernachtet , inzwischen haben fast alle Teilnehmer Wohn- Pferde Anhänger, die von großen Geländewagen gezogen werden.

Ein Tanzboden wird aufgebaut, die mobile Küche aufgestellt, Port a Potties und große Wannen verteilt – nein -nicht zum Baden, sondern als Pferde Tränken.

Seile werden gespannt, an denen die Pferde angebunden werden können.

Eine kleine Stadt mitten im High Desert  wird aufgebaut, jeden Morgen abgebaut und zum nächsten Lager Ort gebracht— normalerweise.

Samstags gibt es üblicherweise ein Cookout, Potluck, jeder nennt es etwas anders, aber es wird etwas mitgebracht,

oder zubereitet, und alles wird geteilt.

Bobby und Suzie bringen aus Florida traditionell Alligator mit, der von vielen bereits freudig erwartet wird.

Dr Rustebakke, der Tierarzt, hat auch immer was Spezielles dabei, diesmal waren es “Rocky Mountain Oysters”, die er braten wollte.

Rocky Mountain Oysters

Rocky Mountain Oysters

Er wurde dann aber zu einem Notfall gerufen und ich durfte dieses mir fremde Gericht zubereiten.. ( zu deutsch: Bullen Hoden braten)

Am Sonntag konnte dann jeder so reiten , wie er wollte.

Ausritt vom Basecamp

Ausritt vom Basecamp

Der Landbesitzer hatte gr0ßzügig zugestimmt und sich sogar bereit erklärt , uns am Montag zu begleiten.

Wir ritten ca 2 Stunden , etwa 15 km,

Sonntag Abend gab es das erste gemeinsame Abendessen , einige wichtige Punkte wurden besprochen und Dr. Hill erklärte die Bedeutung von genügend Wasserzufuhr anhand von einfachen Bildern, die jeder verstehen konnte.

Marcos Domingues spielte zum Tanz auf  und so klang der Abend mit

Blitzlicht Show,  gefolgt von heftigen Regengüssen, aus.

Blitzlicht Donner Show ( Foto von Karen Bumgarner

Blitzlicht Donner Show ( Foto von Karen Bumgarner

Picket Line ( Foto von Karen Bumgarner)

Picket Line ( Foto von Karen Bumgarner)

Diese Regengüsse verhinderten, daß die Trailer am Montag morgen weiterziehen konnten, und so machten wir , geführt von Rancher Travis, einen Rundritt, der, anders als erwartet, nicht 2 Stunden, sondern 5,5 Stunden dauerte und 20,38 km lang war .

Teils folgten wir der Fluchtroute, kehrten dann aber um, ohne am Cow Creek, oder Spencer Ridge vorbei zu kommen.

Das übliche Montags Morgen Rodeo fand statt, ein Pferd riss sich in der Mittagspause los und wurde mit einem Lasso wieder eingefangen. Bilanz des ersten Tages, eine gebrochene Rippe,( der Reiter aus Texas war aber bis zum Schluss mit geritten), ein gebrochenes Handgelenk, und einige unfreiwillige Abstiege ohne Verletzungen.

Monday Morning

Monday Morning

Mittagspause

Wir boten dem Ehepaar aus Texas an, ihre Pferde am Dienstag morgen als Handpferd mitzunehmen, damit sie sich an die große Gruppe gewöhnen könnten. Denn Trish wollte  ihren  Mann ins Krankenhaus zur Untersuchung bringen und den Trailer wieder aus dem ” Termination ” Camp abholen, damit er nicht weiter im Zelt schlafen muss.

Ponying downhill, ( Foto von Debbra Matthews)

Ponying downhill, ( Foto von Debbra Matthews)

In der Nacht gab es dann wieder Gewitter– mit Hagel in Mentos Grösse.. die Pferde blieben ertsaunlich ruhig und entspannt.

Wie passend– der Donner grummelte in den Bergen, Blitzlichter leuchteten am Horizont auf.

Chief Josephs Name in Nez Perce bedeutet: Donner, der in den Bergen grollt.

Unsere Pferde sind ja Handpferd erfahren, allerdings ihre nicht gewohnt als Handpferd mit zu laufen, wie sich herausstellte.

Der versprochene ” einfache” Rundritt  war dann auch deutlich schwieriger als erwartet. zumindest zweimal auf dem Hin und Rückweg  mussten wir tiefe Täler durchqueren, der Abstieg war matschig und rutschig, der klebrige Lehm übertrifft Emder Kleiboden um einiges, was Klebrigkeit und Gewicht angeht.

Aber wir würden mit einer wunderbaren Aussicht über den Missouri belohnt.

Blick auf den Missouri ( Foto von Debbra Matthews)

Blick auf den Missouri ( Foto von Debbra Matthews)

Unterwegs fotografierte Mark Bedor für sein neues Buch und interviewte Teilnehmer, auch mich, über ihre Beweggründe, an diesem Ritt teilzunehmen.In seinem neuen Buch wird der Chief Joseph Trail Ritt, kurz Joe, wohl ein Kapitel bekommen.

Am Abend nach dem Abend Essen berichtete Otis Hafllfmoon von den Nez Perce über die mit dem Ritt verbundene Geschichte und räumte einige Missverständnisse aus.

Zum Beispiel , daß nur aufgrund vom Einsatz des Telegrafen eine weitere Armee unter General Miles die fliehenden Nez Perce aufhalten konnte. In wahrheit gab es damals noch keine Telegrafen, Scouts anderer Indianerstämme hatten die Nachhricht über den Aufenthalt weitergegeben.

Otis mahnte jedoch zum Frieden, denn es sei nicht an uns zu urteilen. Jeder Mensch war  und ist auch ein Kind seiner Zeit, und Soldaten müssen Befehle befolgen, auch wenn sie ihnen nicht gefallen. Beeindruckend.

Mittwoch morgen nach dem Frühstück packten wir dann alles ein, zerstreuten die Pferdeäpfel und liegengebliebenes Heu, um die Inspekteure des BLM ( Bureau of Landmanagement) zufrieden zu stimmen, auf deren Land wir geritten waren und das Camp aufgestellt hatten.

Zum ersten Mal in der Geschichte des Chief Joseph Trail Ride verliessen die Pferde das Camp in Trailern und alle reisten gemeinsam zum neuen Lager Platz am Benson Lake.

Abreise aus dem Basecamp

Abreise aus dem Basecamp

Die Karawane zieht weiter- Transporter soweit das Auge reicht

Die Karawane zieht weiter- Transporter soweit das Auge reicht

Wunderschön gelegen, mitten in der Prärie an einem See voller Blutegel.

Lager am Benson Lake ( Foto von Debbra Matthews)

Lager am Benson Lake ( Foto von Debbra Matthews)

Nach der Ankunft konnte jeder reiten, wie er wollte.

Jon und die Kinder gingen auf einen Rundritt mit Trab und Galopp, wir ritten ohne Sattel ums Camp herum.

Rosa und Bonny bauten ihre Stände auf.

Das Geld aus den Verlosungen wird verwendet, um weiteren Nez Perce Kindern zu  helfen, den Bezug zu den Pferden zu bekommen und optimaler weise am CJTR teilnehmen zu können.

In diesem Jahr hatten 7 Kinder diese Gelegenheit bekommen.

Kellens Beadwork, Breastcollar

Kellens Beadwork, Breastcollar

Am Donnertag morgen ritten dann etwa 150 Reiter los .

laut Gps 15,75 meilen

laut Runtastic 22, 5 km in 5 Stunden, inklusive einer langen Mittagspause an einem kleinen See.

entlang der Barney Olsen Road zum Mc Kann Butte

entlang der Barney Olsen Road zum Mc Kann Butte

Diese Etappe war leider nicht so schön zu reiten, immer nur entlang einer Schotterstrasse, der Barnie Ohlsen Rd.

21.7. Mittagspause im Schatten der Pferde

Am Ziel begrüßte Seymor Youngdog die Reiter, die ihn von vorherigen Ritten kannten, und sich freuten, daß er es doch noch geschafft hatte zu kommen.

Abends war dann ” Awards Night”, es wurden Anerkennungen, Urkunden verliehen für 5, 10, 13, 26,39 und 52 malige Teilnahme am Ritt, auch 9 Pferde wurden ausgezeichnet, die in 10 aufeinanderfolgenden Jahren teilgenommen hatten.

Lucy Samules und ihr Pferd wurden geehrt für 13/10 Jahre Teilnahme

Lucy Samules und ihr Pferd wurden geehrt für 13/10 Jahre Teilnahme

!3 Jahre Teilnahme

!3 Jahre Teilnahme

Am Freitag , dem letzten Tag, legten wir unseren Pferden den Brustschmuck an und begaben uns auf die letzte Etappe zum Bear Paw   Battlefield südlich von Chinook, Montana.

22 km in 5 Stunden.

22.7 letzter Tag

22.7 letzter Tag

Mark Bogar vor dem Pelikan See

Mark Bogar vor dem Pelikan See

Geführt von der Rancherin, die auf Drängen ihrer 13 jährigen Tochter Brittany am Donnerstag im Camp erschienen war.

So mussten wir nicht auf der Schotterstrasse bleiben, sondern konnten eine sehr schöne Strecke über Privatgrund zurücklegen.

Vorbei an einigen Rindern, deren Knochen und Seen mit Pelikanen näherten wir uns dem Ziel.

An der Gedenkstätte  angekommen umrundeten alle Reiter die auf Halbmast geflaggte Fahne und ritten dann ins Camp.

Bear Paw Battlefield

Bear Paw Battlefield

Silja at Flagpole

Silja at Flagpole

Die Nez  Perce bereiteten sich auf die Zeremonie vor und wir gingen mit unseren Stühlen hinüber um der Feier beizuwohnen.

Beeindruckend, wie die festlich gekleideten Pferde und Reiter  jeglichen Alters um die Gedenkstätte ritten.

Karte der Fluchtstrecke

Karte der Fluchtstrecke

Kellen leading into the Battlefield

Kellen leading into the Battlefield

Rosa Yearout ( by Reggie Polfer)

Rosa Yearout ( by Reggie Polfer)

Eine Trommelgruppe spielte und Gebete wurden gesprochen . Emmet  Taylor jun.und Otis Halfmoon begleiteten die Zeremonie mit bewegenden Worten, Veteranen jeglichen Hintergrundes wurden geehrt und um Vergebung gebeten.

Otis Halfmoons weise Worte:  ”Wir leben alle unter einem Himmel, kehren alle in eine Erde zurück, Also sind wir ein Volk.

Bestehende Unterschiede verschwinden langsam, aber , wie in einem guten gemischten Salat ,brauchen wir uns alle, damit   was Gutes enttstehen kann.”

Suzie und ich machten dann noch einen Spaziergang um das Battlefield, markante Punkte waren dezent markiert.

Standort von Chief Josephs Hütte

Standort von Chief Josephs Hütte

Bear Paw Batlle Field   Thunder rolling in the mountains

Bear Paw Batlle Field Thunder rolling in the mountains

Was für ein schöner Ort. Wie tragisch das Schicksal, das in vielen Büchern nachzulesen ist.

Noch heute liegen die Gebeine der gefallenen Nez Perce in  dieser Erde, so kurz vor ihrem Ziel.

Nach dem Abendessen gab es  ein Abschlussgebet und dann wurde Abschied gefeiert.

Selbstverständlich wurden die Pferde zwischendurch nicht vergessen, getränkt und gefüttert, nahmen sie teil.

Pause

Pause

Am Samstag Morgen luden wir dann unsere Pferde auf und fuhren nach Billings, wo ich am nächsten Tag mein Flugzeug nach Deutschland besteigen sollte.

Der Abschied war nicht so traurig, denn ein Wiedersehen ist fest geplant.

Schliesslich will Bobby auch noch mal Tinker reiten.

Da hatten wir dann auch wieder Internet Empfang

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Meine Appaloosa Geschichte. ein Traum wird wahr. 1

von appyflash, Kategorie Allgemein am 30. August 2016

Ende Juni diesen Jahres flog ich dann ins Unbekannte:

Am Flughafen in Sun Valley Idaho holte mich Bobby ab, den ich bis dahin nur über Facebook kannte.

Sun Valley Idaho

Sun Valley Idaho

Am nächsten Tag gings über die Bitterroot und Sawtooth Mountains, am Stanley Bassin vorbei entlang des Salmon River zur Rockin EZ Ranch von Jim und Lynda Evans.

USA 2016 29.6

29.6.2

Dort waren “unsere” Pferde Prize, Lou und Whiskey untergebracht.

Abends unternahmen wir den ersten Ausritt in diese für mich doch fremde Umgebung.

High Desert genannt.

29.6. die Kids 1

Zwischen Felsen und Salbei Büschen lagen Knochen von verendeten Rindern , die der Natur überlassen werden.

Ich müsste mich rasch an die teils steilen “Reitwege” gewöhnen, die zu Hause wohl kaum jemand  ohne Schutzausrüstung mit seinem Pferd hätte erklimmen wollen.Diese Pferde kannten sich aus, das war deutlich zu spüren.

Am 30. Juni  unternahmen wir einen Ausflug zum Big Hole Memorial Center, einem wichtigen Schauplatz der tragischen Geschichte der Nez Perce Indianer. Entlang des Weges standen zahlreiche

Tafeln, die sowohl die Geschichte der Nez Perce, als auch von Sacajaweya  und Lewis und Clark erzählten.

Tief beeindruckt wanderten wir durch das verlassene Tipidorf der Nez Perce.

Tipi Village Big Hole

Tipi Village Big Hole

Salmon Idaho Parade 1.7.

Salmon Idaho Parade 1.7.

Am 1. Juli ritten wir in der Parade zum Unabhängigkeitstag der USA mit.( in Salmon schon an diesem Tag , um nicht mit anderen Paraden zu konkurrieren.)

Ich lernte einige der Reiter aus der Gegend kennen, Clem mit seinem Paso, seine Frau Mary mit ihrem Isländer, Shirley ( 82) hatte ihre Paint Stute gesattelt.  Mädchen in ihren Rodeo Queens Outfit bereicherten die Parade durch Salmon.

Wir wurden gefragt, ob wir Lust hätten , am Sonntag morgen ein  paar Rinder zu schubsen. Bob fragte mich,

und natürlich hatte ich Lust dabei zu sein,- wenigstens mitreiten wollte ich.

Also ritten wir morgens um 7 zu den Nachbarn, luden unsere Pferde mit auf die Anhänger und fuhren zur ” Weide”.

Unglaublich, in welchem Gelände Pferde und Rinder gehalten werden Da kommt man auch nur mit einem Pferd hinauf.

ich wurde dann genauso eingesetzt wie alle anderen, es war keine Frage, daß ich auch ” arbeiten” sollte, und überraschenderweise und dank meines Pferdes habe ich es geschafft, einigee Rinder vom Berg zu holen und eine kleine Herde sogar allein zum Tor zu treiben. Klingt einfach, aber das Gelände ist schon eine Herausforderung für mich vom flachen Land.

2.7.16 French Ranch pushing cattle

2.7.16 French Ranch pushing cattle

there they are, Karen will get them

there they are, Karen will get them

In den folgenden Wochen ritten wir immer wieder in anderen Teilen des Tals, meist ca 3 Stunden mit Höhen Unterschieden von durchschnittlich 500 m meist im Schritt.

weitere Impressionen

Wagonhammer

Wagonhammer

Mulkey Creek,

Mulkey Creek,

Ritt von Busters zur Mine

Ritt von Busters zur Mine

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Meine Appaloosa Geschichte (2)

von appyflash, Kategorie Allgemein am 27. Juni 2016

nun ist es fast soweit.

nach reiflicher Vorbereitung geht es morgen ins Flugzeug.

Ich werde im Sun Valley ,Idaho  Robert treffen, der “unsere “Pferde bereits von Florida nach Idaho gebracht hat.

Ab Mittwoch werden wir gemeinsam die Pferde auf den Chief Joseph Trail Ride vorbereiten, der  in diesem Jahr den ca letzten 100 Meilen der Fluchtstrecke vom Chief Joseph folgt.

In Roy Montana werden wir am 16. oder 17. Juli auf unsere Mitreiter und die Versorgungs Crew treffen,

Ich bin als Neuling sehr gespannt, was dieser geschichtsträchtige Ritt so mit sich bringt.

Temperaturen zwischen 0 °und 40 ° Celsius sind ebenso möglich, wie durchgängig Sonne oder Regen , auch wilde Stürme toben dort gelegentlich.. erst kürzlich wurden in Roy riesige Bäume entwurzelt.

in den Wochen zuvor werden wir die Pferde durch ausgedehnte Ritte auf den Trail Ride vorbereiten, bisher hat Robert das allein getan, ab morgen darf  ich mitmachen.

“Mein” Reitpferd heißt Prize und ist sehr erfahren, ich freue mich alle kennen zu lernen

Gestern haben alle Pferde Hufeisen bekommen  , so daß die Vorbereitung jetzt in die Endphase treten kann

Robert trainiert bereits seit Monaten.

Ich bin dankbar für diese Gelegenheit und werde gern weiter berichten

,

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Chief Joseph Memorial Trail Ride 2014

von appyflash, Kategorie Allgemein am 27. Juni 2016

Wanderritt
Sonntagmorgen fuhren wir mit 4 Pferden, 1 Hund, 4 Reitern und 3 Begleitern von Beckstedt gen Osten. Nur unser Chief Mia Mahto wusste genau wo es hingeht. In Neu Darchau fuhren wir mit der Fähre über die Elbe um kurz danach im Garten eines verlassenen Gehöfts die Pferde abzuladen, und anschließend zu beladen. Wir nahmen noch gemeinsam ein Stärkung zu uns und ließen die Pferde grasen, bevor wir Reiter auf unsere hochbeladenen Pferde kletterten und unsere Begleiter mit den Anhängern wieder zurück in die Heimat reisten.
Wir, das  sind Mia Mahto, (Martin Bornfleht), mit seinem Paint Hengst Buddy, seine Frau Tawyela( Carola Müller) mit ihrem unverwüstlichen Buddy Sohn Honka Peh und ihrem Australian Shepherd Cacsi, Jens Meyer mit  seinem treuen Paint Jack und ich (Silja Wilckens) mit meiner Appaloosa Stute Birdy.
Jens und Jack sind unsere Küken, aber in diesem Fall auch unsere Führer, denn Jens nutzt moderne Technik, um uns durch das unbekannte Gelände zu navigieren.
Ein Packpferd war vorgesehen, aber ist leider Krankheit bedingt ausgefallen, so dass wir alles am Pferd mitnehmen mussten, was wir brauchten.
Es war vorgesehen, unterwegs Nachschub zu erwerben, was sich aber als etwas schwierig erwies.
Froh endlich auf dem Pferd zu sein und es tatsächlich bis hierhergeschafft zu haben und das bei strahlendem Himmel begaben wir uns auf die Reise. Grobes Ziel : Pullman City und dann nach Hause.
Wir ritten am Obstbaumlehrpfad entlang und Mia Mahto und Jens fotografierten jedes Storchennest, das bewohnt war (also jedes)
Ein Abstecher zum Elbdeich ließ uns brav wieder umkehren, denn dort stand ein großes Schild, Betreten der Deichanlage verboten! da wir nicht wussten, was zur Deichanlage zählt und wir nicht gleich am ersten Ärger haben wollten.
Also ritten wir weiter die Straßen entlang, bis wir vor einem alten großen Hof eine schöne saftige Wiese für unsere Ponys sahen, und ein paar Pferde auf einer Weide vor dem Deich. Wir ritten dorthin, um zu fragen, ob wir dort unser Nachtlager aufschlagen durften. Sehr freundliche Holländer erlaubten uns das und so banden wir Honka Peh und Buddy an Weidepfählen an und Birdy und Jack durften in den Winterpaddock.
Nikoletta und Kees besorgten Wasser, boten uns die Nutzung ihres Bades und ihrer Dusche an und luden uns auf einen Tee ein. Als wir dann abends s bei den Zelten saßen, kam Nikoletta und druckste etwas herum. Jeder von uns hatte eine andere Befürchtung (bitte stellt die Zelte/ Pferde um, oder so), aber sie wollte uns auf einen Abend Drink einladen. Das dann ein sehr lustiger, netter Abend, vor allem weil Jens schon sein „ Waschzeug mitgenommen hatte und sein neues Handtuch; Lendenschurz, Halstuch, Multifunktionsmikrofasertuch so schön ORANGE leuchtete. Oh oranje entfuhr es sogleich Nikolette und morgen ist doch Königinnen Tag.
Am Morgen wurden wir zu einem sensationellen Frühstück eingeladen, es gab frischen Obstsalat, frisch gepressten Saft, Ei und tolle Käsesorten. Nelkenkäse, sehr zu empfehlen..
Mit solcher Kost hatten wir ja gar nicht gerechnet, unsere Lebensmittel konnten wir noch aufsparen,
Begleitet von guten Wünschen und mit dem Tipp, dass wir sehr wohl auf der Elbseite reiten dürften nur nicht AUF dem Deich, ( wir wissen, dass man nicht auf dem Deich reitet, aber wie weit die „Deichanlage“ geht, kann unterschiedlich ausgelegt werden) begaben wir uns in die Elbauen.
Das war sooo schön dort, ein sonniger Tag Cacsi nutzte alles Wasser, was er fand. Ich denke er könnte die Etappe anhand des Wassergeschmacks wiederfinden. Die Ponys waren artig, die Störche waren immer wieder zu sehen, aber keine Menschen, Rehe weideten überall und an manchen Bäumen konnte man erkennen, wie hoch das Wasser bei Hochwasser stand. Nach ca.  20 km begannen wir uns nach einem Nachtlager und einer Möglichkeit, Pferdefutter zu erwerben umzusehen. Der einzige Bauer den wir fanden, war bereit uns Silo zu schenken, aber keinen Lagerplatz. Also zogen wir zurück an die Elbe, schlugen die Zelte auf und ließen die Pferde im üppigen Gras fressen. Das Silofutter fraßen sie nicht, obwohl Birdy zu Hause am liebsten Silo frisst. Buddy und Honka Peh wurden an ihren Seilen angebunden und für Birdy und Jack spannten wir die mitgebrachte (zu kurze) Litze zwischen drei Eichen. Jens ließ Jack mit seinem Halsband und einer langen Frei laufen, auf Zuruf kommt der Kerl ja auch einfach wieder. Birdy kann ich in Hengstnähe nicht frei laufen lassen. Sie hat dann nur ein Ziel, und das wollen wir verhindern.
Wir lagerten an einem umgestürzten Eichenbaum und legten die Sättel unter den Stamm, um sie vor Regen zu schützen. Jens zog mit Jack zur Elbe, sie wollten schwimmen gehen, aber das war Jens dann doch nur bis zu den Knien warm genug.
Ich wollte Birdy auch ein Bad in der Elbe gönnen, und fragte, ob es okay sei, wenn ich da mal zur Elbe lief. Ich wollte mit auch die Schwitzhütte näher ansehen, die dort aufgebaut war. Sehr schön gelegen.. Birdy plantschte schon eifrig und trank gutes Elbwasser, als es auf einmal hinter uns donnerte.
Honka Peh war der Meinung gewesen, dass Seine Birdy doch nicht ohne ihn gehen könnte, und war uns zusammen mit seinem Anbinde Pfahl einfach hinterher gerannt. Dann kam Tawyela auch schon, um ihn einzusammeln und Mia Mahto ließ seinen Hengst auch noch eben in die Elbe.
Nachdem langsam die Sonne untergegangen war, kochte Mia Mahto für uns ein leckeres Gulasch. Und wir krabbelten in die Zelte.
Am nächsten Morgen besuchten uns ein Storch und ein Rudel Rehe, wir sattelten die Ponys, suchten uns (alten Leuten) Aufsteighilfen um über den Gepäckberg aufsteigen zu können. Ich nahm unseren Müll mit, aber es sollte noch Stunden dauern, bis wir einen Mülleimer fanden.
Wir sahen Schäfer, Rot Milane, Fischadler, Biberspuren, und viele Störche und Rehe. Und dann sahen wir Bistroschirme. Mia Mahto meinte, dort können wir sicher ein Eis essen, und ich dachte, und einen Mülleimer finden!
Von der Deichseite sahen wir  nur ein Dach und die Schirme. Jens und ich ließen die Pferde an einem Busch angebunden bei Mia Mahto und Tawyela und gingen über den Deich in … ein vornehmes Lokal.
Ein gepflegter Kellner kam uns sogleich entgegen und bot uns einen Tisch an. Unsere Bitte nach „Coffee to go und einer Eistüte“ wollte er nicht nachkommen, aber er brachte uns die Eiskarte. Jens und mir gefiel das Mandeleis mit Mohn und Apfelkompott am besten und so bestellten. Wir wollten aber immer noch keinen Tisch, aber baten dafür um Tabletts um die Spitzendeckchen verzierten Kaffeegedecke und die Eisbecher über den Deich zu bringen. Wir versicherten, dass wir dann auch gleich zum Bezahlen wieder kommen würden.
Wir genossen unser Eis und da kam der Kellner über den Deich zu uns. und blieb wie angewurzelt stehen, So was habe in dem ganzen Jahr, dass er hier nun schon arbeitet noch nie gesehen.
Ob denn alles recht sei, und was so ein Teil kostet wollt er wissen. (er meinte ein Pferd)
Wir versicherten, dass alles Bestens sei und freuten uns über den aufmerksamen Kellner, der kurz danach wieder über den Deich kam. Wir versprachen ihm, gleich das Geschirr zurückzubringen und zu bezahlen. Er sagte, er wolle gern mal schauen, dann könne mal kurz aus dem Restaurant weg.
Gestärkt ritten wir weiter Richtung Dömitz.
Dort berieten wir uns auf, in welche Richtung wir weiterreiten wollten, als ein rasender Reporter nach dem Woher und Wohin fragte- Leider wusste er auch keinen Reiterhof in unserer Reiserichtung, also machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Deich. Er sagte, da können wir auch ruhig oben reiten, die Camper würden da ja auch alle stehen, obwohl es offiziell nicht erlaubt sei.
Wir ritten weiter bis Lenzen und wollten mit der Fähre übersetzen. Etliche Autofahrer ließen wir vor, um dann aber doch das Wagnis zu begehen, mit den Pferden Fähre zu fahren. Keiner von uns hatte was gesagt, aber alle hatten sich Sorgen gemacht, wie das wohl gehen würde. Keines unserer Pferde war je zuvor Fähre gefahren  UND drei hatten für den Ritt zum ersten Mal Hufeisen bekommen.
Aber Jack macht was Jens ihm sagt, und folgt ihm überall hin, dann sind unsere einfach hinterher gegangen. Sorgen machten mir die Autos, die sehr dicht hinter den Pferden standen, aber alle kamen heil drüben an.  Wir ritten die Schwedenschanze hoch und hatten als Tagesziel die Wanderreiterstation vorn Erika Ahnert, die von ihrem Glück gar nichts wusste.
Von der Schwedenschanze ritten wir über voreiszeitliche „Teppichfalten“  Richtung  Heubeck.
Erika war denn doch zunächst etwas überrascht über die Truppe die da auf Ihrem Hof um Einlass bat, aber sie richtete uns flugs eine Gartendusche her, die Pferde durften auf dem Spielplatz fressen und entspannen, und unsere Zelte durften wir auch aufschlagen. Sättel und Gepäck konnte unter einem Dach regensicher aufbewahrt werden. Erika wollte eigentlich gerade Mittagsschlaf machen, als wir einfielen, Aber alles klappte, sie machte verspätet Mittagschlaf, wir duschten, berieten über die nächste Etappe und genossen einen Sommertag.
Zum Abendessen grillten wir Erikas Vorräte und beim Frühstück ließ sie sich dann überreden sich zu uns zu setzten. Unseren Vorschlag uns ein Stück des Wegs zu begleiten nahm sie dann auch an, und so machten wir uns dann wieder auf die Reise ans Grüne Band. Zuvor gab sie uns noch ein Büchlein mit topografische Karten aus der Umgebung mit einigen interessanten Ausflugszielen. So eine liebe Frau. Erika fuhr mit dem Fahrrad und wir ritten in einen weiteren sonnigen Tag.
Erika hatte uns empfohlen nach Ziemendorf zu reiten, dort könnten wir Futter für die Pferde bekommen  und wir hofften darauf, irgendwo unterwegs sowohl Weidelitze, Batterien, Hundefutter sowie Hustensaft Vorräte aufnehmen zu können.
Also folgten wir unserem Jens  mit seinem Navigationsgerät und ritten durch einen riesigen Wald. Irgendwann begannen die Jungs zu tuscheln, und ich vermutete, sie hatten irgendwelche wilden Reiterspiele vor ( Man muss wissen, dass wir Flachlandtirolerinnen nicht immer begeistert sind, wenn’s ans Klettern geht, und Jens hat schon am ersten Tag davon geträumt, die Düne zu erklimmen , die etwa in Höhe Sixte zu sehen, aber nicht auf unserem Weg war, zumal ich  meinem Birdy Tier zu dem Gepäck nicht auch noch allzu große Experimente zumuten wollte.)
Wir ritten in eine Sandlichtung, in der einige riesige Pfützen volle Kaulquappen waren, Birdy wollte sich am liebsten reinlegen, aber es ging weiter. nur wohin?? Die Lichtung war begrenzt durch einen 20 M hohen Sandkessel…
Aber natürlich, da gings dann hoch.. alle haben es geschafft, kein Gepäckstück ging verloren… und Spaß hat es schon gemacht. Danach suchten wir ein Weilchen im Unterholz den Weg. leider war die falsche Jahreszeit, sonst hätten wir größere Mengen Blaubeeren ernten können.
Die Kühle im Wald war gut für meinen Sonnenbrand und die Pferde.
Im Wald gab es immer wieder Anzeichen für Pferdeverkehr, Spring Hindernisse, aber sehr zugewachsene Wege. Dann kamen wir in einen Ort, dort fragten wir nach einem Geschäft. „ Nein so was haben wir hier nicht, aber vielleicht einen Getränkemarkt…“
Den fanden wir dann, aber die hatten wirklich nichts außer ein paar Sorten Brause und sehr ausgewählte Sorten Alkohol.
Also gings nach ein paar (gefühlten ) Litern Cola weiter.
Irgendwann näherten wir uns dem Arend See, das blau des Wassers lockte, aber überall Reitverbotsschilder.
Aber wir waren fast da. Dann sahen wir eine ehemalige NVA Kaserne und ich vermutete, dass das unser Ziel sei.
Hm dachte ich, dass ist ja nicht so familiär und rustikal wie zuvor,, überall große Schilder, Pferdehotel , aber es gibt dort sicher Litze und Futter.
Wir ritten auf den Hof, misstrauische beäugt von den Anwesenden. Eine Frau fragte uns, ob wir den angemeldet seien? Ich dacht, oh nein, so sind die hier.. Mia Mahto sagte  dass wir nur einen Platz zum Zelten und Futter für unsere Pferde suchen..
Und dass wir einen Hengst dabei hätten.. Oh dann n müssen wir unseren schnell einsperren, sagte die Dame . Mia Mahtos Einwand, dass sein Hengst angebunden werde und keine Schaden anrichten würde , beantworte sie nur, mit.:. Deiner  mag ja brav sein, aber unserer nicht, der geht durch jeden Zaun, den sperre ich mal lieber in die Box, (es war ein kleiner Schetty Hengst)Okay, das gab es.. Also wieder einmal Abladen, Pferde entspannen lassen ( es gab sogar eine Pferdedusche). Und dann sind Tawyela und ich mit dem Rad nach Arend See gefahren ( immer bergrunter gings und ich dachte nur, oh je , und den Rückweg mit Einkäufen wieder hoch), um unsere Vorräte aufzufüllen. Litze könnte man eventuell im Baugeschäft bekommen, die haben auch Hundefutter.
Das mag richtig sein, aber wir waren um 17.05 Uhr da und die schließen um 17.00Uhr. Das soll mal hier im Westen einer machen. Wir fuhren dann zurück, wir hatten einen Schleckermarkt gesehen, an einem sehr schön gelegenen Altenheim, Kirche und Kloster(!) vorbei.
In dem Markt erstanden wir dann alles Notwendige ( bis auf Tabak!), und trafen eine Mitarbeiterin aus Ziemendorf, die freundlicherweise unsere Einkäufe mit zurücknahm.
Wir fuhren dann mit dem Rad zurück, ich bestaunte die Häuser und Tawyela erzählte, dass in der ehem. DDR alle Kindergärten gleich ausgesehen hatten.. und siehe da, da war dann auch gleich ein Anschauungsobjekt.. es gab eine Apotheke zu kaufen, und einen schönen Campingplatz unter Bäumen gegenüber von einem großen Badepark, direkt am See. Mit vielen Bäumen..
Und dann waren wir auch schon wieder zurück, Komischerweise ging es wieder nur bergab.
Mia Mahto und Jens hatten derweil die Pferde versorgt und die Zelte aufgebaut. Man zeigte uns die Dusche, ( um Reinigungskräfte zu sparen, schlug man vor nur die „Mädchen Dusche zu benutzen, ich sagte, dass sein schon okay, hatte aber nicht damit gerechnet, dass Jens damit ein Problem hatte.. ( Ich kann doch nicht in die Mädchendusche gehen… wer hätte das gedacht.
Abendessen gab es dann auch noch und Frühstück war auch vorgesehen!
Litze fand sich dann auch noch, gute Litze , die wir am nächsten Abend noch zu schätzen wussten.
Inzwischen war auch klar, warum wir so zurückhaltend empfangen worden waren. Die Andrea hatte uns nicht auf der Liste, und fragte sich woher wir kommen, ob da eine Information verlorengegangen sei.. Aber war nicht, wir kamen spontan.
Dann bekamen wir noch einige Informationen über Brieftauben, die dort in Ziemendorf gehalten und trainiert werden. Man erzählte uns, dass die schlimmsten Räuber nicht die Raubvögel, sondern die Krähen sind, die nicht nur Tauben töten und nur die Innereien verspeisen, sondern AUCH Rotmilane und Bussarde so langen attackieren bis die zu Boden gehen.
Am nächsten Morgen , nach einem schönen Frühstuck, zu dem sich eine weitere Wanderreiterin zu uns gesellte, machten wir uns wieder auf den Weg. Andrea gab uns den unbedingten Rat doch noch zur Pferdeschwemme zu reiten und dort die Geschichte vom Arend See zu lesen.
Das ist mal was, da wird an einem See in unmittelbare Nähe zu einem Fischer und seinem Restaurant eine Bademöglichkeit für Pferde unterhalten und gepflegt. Jens und Jack wollten das gleich testen, und dann verlor der Jack eine seiner Streichkappen. Sie schwamm im See, aber das war zu weit im See um sie vom Ufer , trockenen Fußes herausangeln zu können und beim Herunterbeugen verlor Jens seine Kamera, mit dem Foto von dem schiefen Grenzturm. Glücklicherweise war eine der Damen die gerade ihre Warmblüter hatten baden lassen im Bikini bereit, die Glocke wieder zu holen.
Weiter gings.. Irgendwann hielt Mia Mahto plötzlich , holte einen Stuhl aus dem Gebüsch(?) und zurrte Honkapehs Gepäck noch mal fest.. Dann Stellte er den Stuhl wieder auf den Weg,– zum Aufsteigen..
Ich sah in der Ferne etwas seltsames,  mehrere braune Rücken und was Weißes dazwischen ich zeigte das Mia Mahto, er meint es seien Kühe, weil da was weißes  zwischen sei,, ich sagte Du schau mal noch mal hin, da kommt ein Kopf hoch, und ich glaub ein Weißes hat ein Geweih! Ich glaub, das sind Hirsche!
Mia Mahto zückte seine Kamera, und auf den Bildern kann man deutlich sehen, dass es sich um ein Hirschrudel mit einem weißen Bullen und einem weißen Kalb handelt.. WOW.
Später erfuhren wir, dass dieses Rudel schon länger in der Gegend lebt. Hätten wir  das gewusst, wären wir traurig gewesen, wenn wir sie nicht gesehen hätten.. aber so .. war es ein weiteres Geschenk auf dem Weg..
In der nächsten Ortschaft hatten wir das Glück, dass ein älteres Ehepaar nicht hinter verschlossenen Türen verschwand , als wir uns näherten, sondern uns ansprach und sofort Wasser für unsere Vierbeiner herbei holte.. sie fragten uns nach dem Weg und gaben uns einen Tipp, der sich aber leider als ungeeignet zeigte. Wir ritten weiter, suchten einen Weg, der im Navi und auch auf den Karten eingezeichnet , aber nicht mehr vorhanden war. Auf dem Rest des Weges sind wir in eine Fuchsfamilie geritten, die leider schneller wieder weg war, als Mia Mahto die Kamera zücken konnte. Wir versuchten den Weg zum umgehen, kamen aber in sumpfige Wiesen, die dann ihren Tribut in Form eines verlorenen Hufeisens beim Hengst forderte.
Irgendwo suchten wir uns dann einen Lagerplatz, nicht ohne vorher einen Hasen zu Tode erschreckt zu haben. Wir banden die Buddy und Honka Peh an, und nutzten unsere in Ziemendorf ( im Reiterhof) erworbene lange Litze um ein Stück Wiese für Birdy und Jack abzutrennen. Die Pferde waren sehr durstig, aber es gab nur einen tiefen Graben, an den kein Pferd freiwillig herunterkletterte. Also nutzten Tawyela und ich einen Suppenteller als Schöpfkelle, und die Mampfbeutel als Wassereimer , um Wasser zu schöpfen ( das war mühsam, da es nur wenig Wasser gab und das war voller Pflanzen und Eisenschlamm)
Wir stellten diesmal keine Zelte auf sondern übernachteten in einem Viehunterstand, der aus Mauerresten gebaut war. Die abendliche Vorleserunde fand wegen Mückenalarm mit Rotlicht statt, gut dass uns da keiner gesehen hat.  Ein Rotlichtbezirk mitten auf der Wiese.
Der nächste Tag sollte der anstrengendste in der ersten Woche werden. Aufgrund des verlorenen Hufeisens musste eine Station angelaufen werden, von der wir lediglich eine Adresse, aber keine Telefonnummer hatten. Navigieren sollten diesmal wir Mädels, aber unser Kartenmaterial war nicht zuverlässig. Wir ritten wieder am ehemaligen Grenzverlauf entlang, der diesmal durchs Moor ging. Es gab sehr löcherige Beton Plattenwege, aber daneben begann sofort der Sumpf. Cacsi begann zu humpeln und musste mit auf den Hengst und Tawyela lief ein Stück ,als Honka Peh sie immer wieder anstupste.. Sie wollte aber gar nicht kuscheln, , bis sie sich dann irgendwann zu ihm umsah und feststellte, dass der ganze Sattel mitsamt Gepäck nicht mehr auf Dem Pferderücken lag, sondern seitlich am Bauch hing. Mit vereinten Kräften schoben und zogen wir den Sattel wieder in Position..
Das geschah aber noch mal wieder, erstaunlich , wie ruhig Honka Peh dabei blieb, und noch erstaunlicher, dass er gar keine Druck oder Scheuerstellen bekam.
Nun war es auch schon ein langer Tag gewesen, als wir in Dähre ankamen, unserem vermeintlichen Reiseziel.. Nur um von dort weiter ( und zurück)geschickt zu werden, nach Dahrendorf( Das liegt zwar in der Gemeinde Dähre, aber die ist groß),, also mussten wir noch 5 km weiter.
Erschwerend kam diesen Tag hinzu, dass die Raucher unter uns nichts mehr zu Rauchen hatten, da wir unterwegs nicht mal einen Kiosk gesehen hatten
. Bei Anja angekommen , die ebenso von unser Ankunft überrascht wurde, wie Erika und Andrea zuvor, wurde Jens beauftragt, mit Anja , die sich dankenswerteweise dazu bereiterklärte  in den nächsten -15km- entfernten Ort mit einem Geschäft zu fahren um Vorräte einzukaufen.
Anja rief dann auch gleich einen Hufschmied an, der im  Schein der Laterne Buddy ein neues Eisen verpasste. Auch Anja wurde  -nachdem sie über den ersten Überraschungsschreck hinweg war – sehr freundlich und bot uns jede Unterstützung , die man sich wünschen kann. Nicht zuletzt gab sie uns einen Tipp für unser nächstes Ziel.. wir sollten nach Neuenstall zu Klaus  die Maus reiten, da könne man nicht jeden hinschicken aber uns schon,
Diese Strecke sollten wir Mädels navigieren, Jeans wollt mal ohne Verantwortung für die Strecke reiten. Das war mit ohne Kartenmaterial nicht ganz einfach , aber wir sind dann doch( mit Jens Unterstützung) heil bei Bea und Klaus angekommen, die bereits von unserem Kommen unterrichtet waren.. Auf dem sehr schönen Weg , mit einem Galopp über das Grüne Band , bei dem wieder ein  Hufeisen vom Hengst verlorenging, kamen wir in Neuenstall an. Bea hatte schoneingekauft, und so wurden sowohl die Ponys als auch wir sehr gut versorgt. Allerdings hatte Bea kein Kraftfutter mehr und so baten wir Rolli, der mich am nächsten Morgen abholen sollte, darum zwei Rationen Kraftfutter mitzubringen.
Bea macht einen höllisch guten Kaffee, für alle, die mal vorbeireiten,
Der Nachbar hatte dann glücklicherweise ein passendes Eisen für Buddys zweiten Huf, so dass dem Start der Dreiergruppe am nächsten Morgen nichts im Weg stand. Birdy ging artig auf den Anhänger und für mich ging eine tolle, für Birdy eine anstrengende Woche zu Ende.
Bea begleitete die drei anderen noch ein Stück mit ihrer ungesattelten Norwegerstute.
Wanderritt Mai 2014
Sonntag morgen fuhren wir mit 4 Pferden, 1 Hund, 4 Reitern und 3 Begleitern von Beckstedt gen Osten.
Nur unser Chief Mia Mahto wusste genau wo es hingeht.
In Neu Darchau fuhren wir mit der Fähre über die Elbe, um kurz danach im Garten eines verlassenen Gehöfts die Pferde abzuladen, und anschließend zu beladen.
Wir nahmen noch gemeinsam ein Stärkung zu uns und ließen die Pferde grasen, bevor wir Reiter auf unsere hochbeladenen Pferde kletterten und unsere Begleiter mit den Anhängern wieder zurück in die Heimat reisten.
Wir, das  sind:  Mia Mahto, mit seinem Paint Hengst Buddy, seine Frau Tawyela mit ihrem unverwüstlichen Buddy Sohn Honka Peh und ihrem Australian Shepherd Cacsi, Jens M. mit  seinem treuen Paint Jack und ich mit meiner Appaloosa Stute Birdy.
Jens und Jack sind unsere Küken, aber in diesem Fall auch unsere Führer, denn Jens nutzt moderne Technik, um uns durch das unbekannte Gelände zu navigieren.
Ein Packpferd war vorgesehen, aber ist leider krankheitsbedingt ausgefallen, so dass wir alles am Pferd mitnehmen mussten, was wir brauchten.
Es war vorgesehen, unterwegs Nachschub zu erwerben, was sich aber als etwas schwierig erwies.
Froh, endlich auf dem Pferd zu sein und es tatsächlich bis hierher geschafft zu haben, und das bei strahlendem Himmel, begaben wir uns auf die Reise. Grobes Ziel : Pullman City und dann nach Hause.
Wir ritten am Obstbaumlehrpfad entlang und Mia Mahto und Jens fotografierten jedes Storchennest, das bewohnt war (also jedes)
Ein Abstecher zum Elbdeich ließ uns brav wieder umkehren, denn dort stand ein großes Schild:” Betreten der Deichanlage verboten”! denn wir wussten nicht genau, was zur Deichanlage zählt und wollten nicht gleich am ersten Tag Ärger haben.
Also ritten wir weiter die Straßen entlang, bis wir vor einem alten,großen Hof eine schöne saftige Wiese für unsere Ponys sahen, und ein paar Pferde auf einer Weide vor dem Deich. Wir ritten dorthin, um zu fragen, ob wir dort unser Nachtlager aufschlagen durften.
Sehr freundliche Holländer erlaubten uns das und so banden wir Honka Peh und Buddy an Weidepfählen an und Birdy und Jack durften in den Winterpaddock.
Nikoletta und Kees besorgten Wasser, boten uns die Nutzung ihres Bades und ihrer Dusche an und luden uns auf einen Tee ein.
Als wir dann abends  bei den Zelten saßen, kam Nikoletta und druckste etwas herum.
Jeder von uns hatte eine andere Befürchtung (bitte stellt die Zelte/ Pferde um, oder so), aber sie wollte uns auf einen Abend Drink einladen.
Das dann ein sehr lustiger, netter Abend, vor allem weil Jens schon sein „ Waschzeug mitgenommen hatte und sein neues Handtuch( 0der auch: Lendenschurz, Halstuch, Multifunktionsmikrofasertuch)so schön ORANGE leuchtete. “Oh oranje “entfuhr es sogleich Nikolette und morgen ist doch Königinnen Tag.
Am Morgen wurden wir zu einem sensationellen Frühstück eingeladen, es gab frischen Obstsalat, frisch gepressten Saft, Ei und tolle Käsesorten. Nelkenkäse, sehr zu empfehlen..
Mit solcher Kost hatten wir ja gar nicht gerechnet, unsere Lebensmittel konnten wir noch aufsparen,
Begleitet von guten Wünschen und mit dem Tipp, dass wir sehr wohl auf der Elbseite reiten dürften nur nicht AUF dem Deich, ( wir wissen, dass man nicht auf dem Deich reitet, aber wie weit die „Deichanlage“ geht, kann unterschiedlich ausgelegt werden) begaben wir uns in die Elbauen.
Das war sooo schön dort, ein sonniger Tag Cacsi nutzte alles Wasser, was er fand. Ich denke er könnte die Etappe anhand des Wassergeschmacks wiederfinden. Die Ponys waren artig, die Störche waren immer wieder zu sehen, aber keine Menschen, Rehe weideten überall und an manchen Bäumen konnte man erkennen, wie hoch das Wasser bei Hochwasser stand. Nach ca.  20 km begannen wir uns nach einem Nachtlager und einer Möglichkeit, Pferdefutter zu erwerben umzusehen. Der einzige Bauer den wir fanden, war bereit uns Silo zu schenken, aber keinen Lagerplatz. Also zogen wir zurück an die Elbe, schlugen die Zelte auf und ließen die Pferde im üppigen Gras fressen. Das Silofutter fraßen sie nicht, obwohl Birdy zu Hause am liebsten Silo frisst. Buddy und Honka Peh wurden an ihren Seilen angebunden und für Birdy und Jack spannten wir die mitgebrachte (zu kurze) Litze zwischen drei Eichen. Jens ließ Jack mit seinem Halsband und einer langen Frei laufen, auf Zuruf kommt der Kerl ja auch einfach wieder. Birdy kann ich in Hengstnähe nicht frei laufen lassen. Sie hat dann nur ein Ziel, und das wollen wir verhindern.
Wir lagerten an einem umgestürzten Eichenbaum und legten die Sättel unter den Stamm, um sie vor Regen zu schützen. Jens zog mit Jack zur Elbe, sie wollten schwimmen gehen, aber das war Jens dann doch nur bis zu den Knien warm genug.
Ich wollte Birdy auch ein Bad in der Elbe gönnen, und fragte, ob es okay sei, wenn ich da mal zur Elbe lief. Ich wollte mit auch die Schwitzhütte näher ansehen, die dort aufgebaut war. Sehr schön gelegen.. Birdy plantschte schon eifrig und trank gutes Elbwasser, als es auf einmal hinter uns donnerte.
Honka Peh war der Meinung gewesen, dass “seine” Birdy doch nicht ohne ihn gehen könnte, und war uns zusammen mit seinem Anbinde Pfahl einfach hinterher gerannt. Dann kam Tawyela auch schon, um ihn einzusammeln und Mia Mahto ließ seinen Hengst auch noch eben in die Elbe.
Nachdem langsam die Sonne untergegangen war, kochte Mia Mahto für uns ein leckeres Gulasch. Und wir krabbelten in die Zelte.
Am nächsten Morgen besuchten uns ein Storch und ein Rudel Rehe, wir sattelten die Ponys, suchten uns (alten Leuten) Aufsteighilfen um über den Gepäckberg aufsteigen zu können. Ich nahm unseren Müll mit, aber es sollte noch Stunden dauern, bis wir einen Mülleimer fanden.
Wir sahen Schäfer, Rot Milane, Fischadler, Biberspuren, und viele Störche und Rehe. Und dann sahen wir Bistroschirme. Mia Mahto meinte, dort können wir sicher ein Eis essen, und ich dachte, und einen Mülleimer finden!
Von der Deichseite sahen wir  nur ein Dach und die Schirme. Jens und ich ließen die Pferde an einem Busch angebunden bei Mia Mahto und Tawyela und gingen über den Deich in … ein vornehmes Lokal.
Ein gepflegter Kellner kam uns sogleich entgegen und bot uns einen Tisch an. Unsere Bitte nach „Coffee to go und einer Eistüte“ wollte er nicht nachkommen, aber er brachte uns die Eiskarte. Jens und mir gefiel das Mandeleis mit Mohn und Apfelkompott am besten und so bestellten. Wir wollten aber immer noch keinen Tisch, aber baten dafür um Tabletts um die Spitzendeckchen verzierten Kaffeegedecke und die Eisbecher über den Deich zu bringen. Wir versicherten, dass wir dann auch gleich zum Bezahlen wieder kommen würden.
Wir genossen unser Eis und da kam der Kellner über den Deich zu uns. und blieb wie angewurzelt stehen, So was habe in dem ganzen Jahr, dass er hier nun schon arbeitet noch nie gesehen.
Ob denn alles recht sei, und was so ein Teil kostet wollt er wissen. (er meinte ein Pferd)
Wir versicherten, dass alles Bestens sei und freuten uns über den aufmerksamen Kellner, der kurz danach wieder über den Deich kam. Wir versprachen ihm, gleich das Geschirr zurückzubringen und zu bezahlen. Er sagte, er wolle gern mal schauen, dann könne mal kurz aus dem Restaurant weg.
Gestärkt ritten wir weiter Richtung Dömitz.
Dort berieten wir uns auf, in welche Richtung wir weiterreiten wollten, als ein rasender Reporter nach dem Woher und Wohin fragte- Leider wusste er auch keinen Reiterhof in unserer Reiserichtung, also machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Deich. Er sagte, da können wir auch ruhig oben reiten, die Camper würden da ja auch alle stehen, obwohl es offiziell nicht erlaubt sei.
Wir ritten weiter bis Lenzen und wollten mit der Fähre übersetzen. Etliche Autofahrer ließen wir vor, um dann aber doch das Wagnis zu begehen, mit den Pferden Fähre zu fahren. Keiner von uns hatte was gesagt, aber alle hatten sich Sorgen gemacht, wie das wohl gehen würde. Keines unserer Pferde war je zuvor Fähre gefahren  UND drei hatten für den Ritt zum ersten Mal Hufeisen bekommen.
Aber Jack macht was Jens ihm sagt, und folgt ihm überall hin, dann sind unsere einfach hinterher gegangen. Sorgen machten mir die Autos, die sehr dicht hinter den Pferden standen, aber alle kamen heil drüben an.  Wir ritten die Schwedenschanze hoch und hatten als Tagesziel die Wanderreiterstation vorn Erika Ahnert, die von ihrem Glück gar nichts wusste.
Von der Schwedenschanze ritten wir über voreiszeitliche „Teppichfalten“  Richtung  Heubeck.
Erika war denn doch zunächst etwas überrascht über die Truppe, die da auf ihrem Hof um Einlass bat, aber sie richtete uns flugs eine Gartendusche her, die Pferde durften auf dem Spielplatz fressen und entspannen, und unsere Zelte durften wir auch aufschlagen.
Sättel und Gepäck konnten unter einem Dach regensicher aufbewahrt werden.
Erika wollte eigentlich gerade Mittagsschlaf machen, als wir einfielen, Aber alles klappte, sie machte verspätet Mittagschlaf, wir duschten, berieten über die nächste Etappe und genossen einen Sommertag.
und Erikas Kuchen ,den sie auch noch eben für uns gezaubert hatte.
Zum Abendessen grillten wir Erikas Vorräte und beim Frühstück ließ sie sich dann überreden, sich zu uns zu setzten.
Unseren Vorschlag uns ein Stück des Wegs zu begleiten nahm sie dann auch an, und so machten wir uns dann wieder auf die Reise ans Grüne Band.
Zuvor gab sie uns noch ein Büchlein mit topografische Karten aus der Umgebung mit einigen interessanten Ausflugszielen. So eine liebe Frau. Erika fuhr mit dem Fahrrad und wir ritten in einen weiteren sonnigen Tag.
Erika hatte uns empfohlen nach Ziemendorf zu reiten, dort könnten wir Futter für die Pferde bekommen  und wir hofften darauf, irgendwo unterwegs sowohl Weidelitze, Batterien, Hundefutter sowie Hustensaft Vorräte aufnehmen zu können.
Also folgten wir unserem Jens  mit seinem Navigationsgerät und ritten durch einen riesigen Wald. Irgendwann begannen die Jungs zu tuscheln, und ich vermutete, sie hatten irgendwelche wilden Reiterspiele vor ( Man muss wissen, dass wir Flachlandtirolerinnen nicht immer begeistert sind, wenn’s ans Klettern geht, und Jens hat schon am ersten Tag davon geträumt, die Düne zu erklimmen , die etwa in Höhe Sixte zu sehen, aber nicht auf unserem Weg war. Zumal ich meiner Birdy  zu dem Gepäck nicht auch noch allzu große Experimente zumuten wollte.)
Wir ritten in eine Sandlichtung, in der einige riesige Pfützen volle Kaulquappen waren.
Birdy wollte sich am liebsten reinlegen, aber es ging weiter, nur wohin??
Die Lichtung war begrenzt durch einen 20 m hohen Sandkessel…
Aber natürlich, da gings dann hoch.. alle haben es geschafft, kein Gepäckstück ging verloren… und Spaß hat es schon gemacht.
Danach suchten wir ein Weilchen im Unterholz den Weg. Leider war die falsche Jahreszeit, sonst hätten wir größere Mengen Blaubeeren ernten können.
Die Kühle im Wald war gut für meinen Sonnenbrand und die Pferde.
Im Wald gab es immer wieder Anzeichen für Pferdeverkehr, Spring Hindernisse, aber sehr zugewachsene Wege. Dann kamen wir in einen Ort, dort fragten wir nach einem Geschäft. „ Nein so was haben wir hier nicht, aber vielleicht einen Getränkemarkt…“
Den fanden wir dann, aber die hatten wirklich nichts außer ein paar Sorten Brause und sehr ausgewählte Sorten Alkohol.
Also gings nach ein paar (gefühlten ) Litern Cola weiter.
Irgendwann näherten wir uns dem Arend See, das blau des Wassers lockte, aber überall Reitverbotsschilder.
Aber wir waren fast da. Dann sahen wir eine ehemalige NVA Kaserne und ich vermutete, dass das unser Ziel sei.
Hm dachte ich, dass ist ja nicht so familiär und rustikal wie zuvor, überall große Schilder, Pferdehotel , aber es gibt dort sicher Litze und Futter.
Wir ritten auf den Hof, misstrauisch beäugt von den Anwesenden.
Eine Frau fragte uns, ob wir den angemeldet seien? Ich dachte, oh nein, so sind die hier.
Mia Mahto sagte  dass wir nur einen Platz zum Zelten und Futter für unsere Pferde suchen.
Und dass wir einen Hengst dabei hätten.
“Oh, dann  müssen wir unseren schnell einsperren”, sagte die Dame . Mia Mahto`s Einwand, dass sein Hengst angebunden werde und keinen Schaden anrichten würde , beantworte sie nur, mit: ” Deiner  mag ja brav sein, aber unserer nicht, der geht durch jeden Zaun, den sperre ich mal lieber in die Box.”, (es war ein kleiner Schetty Hengst)
Also wieder einmal Abladen, Pferde entspannen lassen ( es gab sogar eine Pferdedusche).
Und dann sind Tawyela und ich mit dem Rad nach Arend See gefahren ( immer bergrunter gings und ich dachte nur, oh je , und den Rückweg mit Einkäufen wieder hoch), um unsere Vorräte aufzufüllen. Litze könnte man eventuell im Baugeschäft bekommen, die haben auch Hundefutter.
Das mag richtig sein, aber wir waren um 17.05 Uhr da und dort schliessen die Geschäfte um 17.00Uhr.
Das soll mal hier im Westen einer machen.
Wir fuhren dann zurück, wir hatten einen Schleckermarkt gesehen, an einem sehr schön gelegenen Altenheim, Kirche und Kloster(!) vorbei.
In dem Markt erstanden wir dann alles Notwendige ( bis auf Tabak!), und trafen eine Mitarbeiterin aus Ziemendorf, die freundlicherweise unsere Einkäufe mit zurücknahm.
Wir fuhren dann mit dem Rad zurück, ich bestaunte die Häuser und Tawyela erzählte, dass in der ehem. DDR alle Kindergärten gleich ausgesehen hatten.. und siehe da, da war dann auch gleich ein Anschauungsobjekt..Es gab eine Apotheke zu kaufen, und einen schönen Campingplatz unter Bäumen gegenüber von einem großen Badepark, direkt am See mit vielen Bäumen..
Und dann waren wir auch schon wieder zurück, Komischerweise ging es wieder nur bergab.
Mia Mahto und Jens hatten derweil die Pferde versorgt und die Zelte aufgebaut.
Man zeigte uns die Dusche, ( um Reinigungskräfte zu sparen, schlug man vor, nur die „Mädchen Dusche zu benutzen, ich sagte, dass sein schon okay, hatte aber nicht damit gerechnet, dass Jens damit ein Problem hatte.
(” Ich kann doch nicht in die Mädchendusche gehen”- wer hätte das gedacht.
Abendessen gab es dann auch noch und Frühstück war auch vorgesehen!
Litze fand sich dann auch noch, gute Litze , die wir am nächsten Abend noch zu schätzen wussten.
Inzwischen war auch klar, warum wir so zurückhaltend empfangen worden waren.
Die Andrea hatte uns nicht auf der Liste, und fragte sich woher wir kommen, ob da eine Information verloren gegangen sei.
Aber die Buchhaltung stimmte, wir waren  nur einfach ohne Anmeldung spntan gekommen.
Dann bekamen wir noch einige Informationen über Brieftauben, die dort in Ziemendorf gehalten und trainiert werden.
Man erzählte uns, dass die schlimmsten Räuber nicht die Raubvögel, sondern die Krähen sind, die nicht nur Tauben töten und nur die Innereien verspeisen, sondern AUCH Rotmilane und Bussarde so langen attackieren bis die zu Boden gehen.
Am nächsten Morgen , nach einem schönen Frühstück, zu dem sich eine weitere Wanderreiterin zu uns gesellte, machten wir uns wieder auf den Weg.
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Andrea gab uns den unbedingten Rat, doch noch zur Pferdeschwemme zu reiten und dort die Geschichte vom Arend See zu lesen.
Das ist mal was, da wird an einem See in unmittelbare Nähe zu einem Fischer und seinem Restaurant eine Bademöglichkeit für Pferde unterhalten und gepflegt.
Jens und Jack wollten das gleich testen, und dann verlor der Jack eine seiner Streichkappen. Sie schwamm im See, aber das war zu weit im See um sie vom Ufer , trockenen Fußes herausangeln zu können und beim Herunterbeugen verlor Jens seine Kamera, mit dem Foto von dem schiefen Grenzturm. Glücklicherweise war eine der Damen die gerade ihre Warmblüter hatten baden lassen im Bikini bereit, die Glocke wieder zu holen.
Weiter gings.. Irgendwann hielt Mia Mahto plötzlich , holte einen Stuhl aus dem Gebüsch(?) und zurrte Honkapehs Gepäck noch mal fest.. Dann stellte er den Stuhl wieder auf den Weg,– zum Aufsteigen..
Ich sah in der Ferne etwas seltsames,  mehrere braune Rücken und was Weißes dazwischen.
Ich zeigte das Mia Mahto, er meint es seien Kühe, weil da was Weißes  zwischen sei, ich sagte : “Du schau mal noch mal hin, da kommt ein Kopf hoch, und ich glaub ein Weißes hat ein Geweih! Ich glaub, das sind Hirsche!”
Mia Mahto zückte seine Kamera, und auf den Bildern ( durch heranzoomen) kann man deutlich sehen, dass es sich um ein Hirschrudel mit einem weißen Bullen und einem weißen Kalb handelt.. WOW.
Später erfuhren wir, dass dieses Rudel schon länger in der Gegend lebt.
Hätten wir  das gewusst, wären wir traurig gewesen, wenn wir sie nicht gesehen hätten.. aber so .. war es ein weiteres Geschenk auf dem Weg..
In der nächsten Ortschaft hatten wir das Glück, dass ein älteres Ehepaar nicht hinter verschlossenen Türen verschwand , als wir uns näherten, sondern uns ansprach und sofort Wasser für unsere Vierbeiner herbei holte. Sie fragten uns nach dem Weg und gaben uns einen Tipp, der sich aber leider als ungeeignet zeigte. Wir ritten weiter, suchten einen Weg, der im Navi und auch auf den Karten eingezeichnet , aber nicht mehr vorhanden war. Auf dem Rest des Weges sind wir in eine Fuchsfamilie geritten, die leider schneller wieder weg war, als Mia Mahto die Kamera zücken konnte. Wir versuchten den Weg zum umgehen, kamen aber in sumpfige Wiesen, die dann ihren Tribut in Form eines verlorenen Hufeisens beim Hengst forderte.
Irgendwo suchten wir uns dann einen Lagerplatz, nicht ohne vorher einen Hasen zu Tode erschreckt zu haben. Wir banden  Buddy und Honka Peh an, und nutzten unsere in Ziemendorf ( im Reiterhof) erworbene lange Litze um ein Stück Wiese für Birdy und Jack abzutrennen.
Die Pferde waren sehr durstig, aber es gab nur einen tiefen Graben, an den kein Pferd freiwillig herunterkletterte.
Also nutzten Tawyela und ich einen Suppenteller als Schöpfkelle, und die Mampfbeutel als Wassereimer , um Wasser zu schöpfen ( das war mühsam, da es nur wenig Wasser gab und das war voller Pflanzen und Eisenschlamm)
Wir stellten diesmal keine Zelte auf sondern übernachteten in einem Viehunterstand, der aus Mauerresten gebaut war. Die abendliche Vorleserunde fand wegen Mückenalarm mit Rotlicht statt, gut dass uns da keiner gesehen hat.  Ein Rotlichtbezirk mitten auf der Wiese.
Der nächste Tag sollte der anstrengendste in der ersten Woche werden. Aufgrund des verlorenen Hufeisens musste eine Station angelaufen werden, von der wir lediglich eine Adresse, aber keine Telefonnummer hatten. Navigieren sollten diesmal wir Mädels, aber unser Kartenmaterial war nicht zuverlässig.
Wir ritten wieder am ehemaligen Grenzverlauf entlang, der diesmal durchs Moor ging. Es gab sehr löcherige Beton Plattenwege, aber daneben begann sofort der Sumpf. Cacsi begann zu humpeln und musste mit auf den Hengst .  Tawyela lief ein Stück ,als Honka Peh sie immer wieder anstupste.. Sie wollte aber gar nicht kuscheln, , bis sie sich dann irgendwann zu ihm umsah und feststellte, dass der ganze Sattel mitsamt Gepäck nicht mehr auf dem Pferderücken lag, sondern seitlich am Bauch hing. Mit vereinten Kräften schoben und zogen wir den Sattel wieder in Position..
Das geschah aber noch mal wieder, erstaunlich , wie ruhig Honka Peh dabei blieb, und noch erstaunlicher, dass er gar keine Druck oder Scheuerstellen bekam.
Nun war es auch schon ein langer Tag gewesen, als wir in Dähre ankamen, unserem vermeintlichen Reiseziel.
Nur um von dort weiter ( und zurück)geschickt zu werden, nach Dahrendorf( Das liegt zwar in der Gemeinde Dähre, aber die ist groß), also mussten wir noch 5 km weiter.
Erschwerend kam diesen Tag hinzu, dass die Raucher unter uns nichts mehr zu Rauchen hatten, da wir unterwegs nicht mal einen Kiosk gesehen hatten
Bei Anja angekommen , die ebenso von unser Ankunft überrascht wurde, wie Erika und Andrea zuvor, wurde Jens beauftragt, mit Anja , die sich dankenswerteweise dazu bereiterklärte  in den nächsten -15km- entfernten Ort mit einem Geschäft zu fahren um Vorräte einzukaufen.
Anja rief dann auch gleich einen Hufschmied an, der im  Schein der Laterne Buddy ein neues Eisen verpasste.
Auch Anja wurde  -nachdem sie über den ersten Überraschungsschreck hinweg war – sehr freundlich und bot uns jede Unterstützung , die man sich wünschen kann. Nicht zuletzt gab sie uns einen Tipp für unser nächstes Ziel.Wir sollten nach Neuenstall zu “Klaus,die Maus” reiten, da könne man nicht jeden hinschicken, aber uns schon.
Diese Strecke sollten wir Mädels navigieren, Jeans wollt mal ohne Verantwortung für die Strecke reiten.
Das war mit ohne Kartenmaterial nicht ganz einfach , aber wir sind dann doch( mit Jens Unterstützung) heil bei Bea und Klaus angekommen, die bereits von unserem Kommen unterrichtet waren.
Auf dem sehr schönen Weg , mit einem Galopp über das Grüne Band , bei dem wieder ein  Hufeisen vom Hengst verloren ging, kamen wir in Neuenstall an. Bea hatte schon eingekauft, und so wurden sowohl die Ponys als auch wir sehr gut versorgt.
Allerdings hatte Bea kein Kraftfutter mehr und so baten wir Rolli, der mich am nächsten Morgen abholen sollte, darum  von zu Hause zwei Rationen Kraftfutter mitzubringen.
Bea macht einen höllisch guten Kaffee, für alle, die mal vorbeireiten,
Der Nachbar hatte dann glücklicherweise ein passendes Eisen für Buddys zweiten Huf, so dass dem Start der Dreiergruppe am nächsten Morgen nichts im Weg stand.
Birdy ging artig auf den Anhänger und für mich ging eine tolle, für Birdy eine anstrengende Woche zu Ende.
Bea begleitete die drei anderen noch ein Stück mit ihrer ungesattelten Norwegerstute.
was war das für eine schöne Zeit..
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Meine Appaloosa Geschichte

von appyflash, Kategorie Mit Pferden reisen am 12. April 2016

eine Appaloosa Geschichte

1978 besuchte ich Studienfreunde meines Vaters in Houston, Texas.

Was für ein Erlebnis für jemanden aus einer Kleinstadt wie Emden.

Die Familie nahm mich mit auf eine Urlaubsreise von Houston  durch die Wüste bis nach Bandera, Texas.

Auf der Twin Elm Ranch in Bandera, Texas, begegnete ich zum ersten  Mal diesen für mich so ungewöhnlichen Pferden.

Dort wurden hauptsächlich Appaloosa für die geführten Schrittausritte in die Umgebung gehalten.

Diese Pferde wurden  für wenige Stunden am Tag mit “Stranger” geholt, ansonsten liefen sie im Herdenverband im Gebiet um die Ranch herum.

Stranger vertrug sich nicht mit den anderen Pferden , blieb deshalb auf der Ranch und musste bei den Ausritten immer als erstes Pferd gehen.

Wie stolz war ich, als ich nach ein paar Tagen Stranger reiten durfte. und dann auch noch mit einem Bosal. einer Zäumung, die ich im heimischen Ostfriesland noch nie gesehen hatte.

Mir gefielen diese bunten Pferde, deren Größe und außergewöhnliche Farbe. Bilder aus dieser Zeit habe ich leider nicht.

Wieder zu Hause in Deutschland las ich über diese Pferderasse,, was ich finden konnte. Das war damals  noch nicht sehr umfangreich, die ersten Westernpferde waren gerade erst in Europa angekommen .

Joker Cedar Autumn, der wunderschöne Hengst, der auf fast allen Rassetafeln damals abgebildet war, wurde mein Traumpferd.

Ein eigenes Pferd durfte ich nicht haben, aber träumen –das ging.

Ich ritt weiter  die Oldenburger, Hannoveraner, Trakehner und gelegentlich Norweger Ponys.

Einen Appaloosa sah ich life nicht; und meine Freunde vom Reitstall fanden das Interesse für diese Pferde äußerst befremdlich, da wir doch viel schönere Pferde im Stall haben, schön einfarbig und groß.

Im Sommer 1979 bewarb ich mich für ein Austauschjahr in den  USA.

Mein Traumziel: Texas, Montana oder Wyoming.

Gelandet bin ich in Toledo, Ohio (Ich vermute heute, weil ich angab, Heu Allergiker zu sein) und musste erstmal lernen, mitten in einer Industriestadt zu wohnen und mit 1200  Mitschülern in einem Jahrgang zur Schule zu gehen.

Pferde gab es in der Stadt nicht , auch leider keine 4 H Clubs.

Erst nach einem halben Jahr bekam ich die Gelegenheit in einem Reitstall Anfänger Unterricht geben zu können und dafür selber Unterricht zu bekommen.

Und zwischen all den Vollblütern und einfarbigen Quarter Horses gab es dann ROCKY.

Einen braunen Appaloosa mit Schabracke und großen Punkten. Er gehörte Privat Leuten und ich durfte ihn reiten. nur dreimal, weil meine Gastfamilie mich dann nicht mehr zum Stall fahren wollte, und , außer Schulbussen , der öffentliche Nahverkehr in den USA ja –außer in Großstädten – eher unterentwickelt ist.

Aber der Eindruck, den Rocky hinterließ, unterstrich meinen ersten , sehr guten Eindruck von dieser besonderen Pferderasse.

Nach Ende meines Austauschjahres erlaubten mir meine Eltern,  ein Pferd zu halten.

In der Zeitschrift ” Pferdemarkt” wurden gelegentlich Appaloosa angeboten, also suchte ich dort ; während meine Freundinnen die Lokalzeitung durchforsteten.

Natürlich wollte ich kein einfarbiges Warmblut, oder einen Norweger, es sollte schon eine bunte , gerittene Stute sein.

In Wyk auf Föhr gab es eine tragende Appaloosa Stute namens Princess, aber es war unmöglich ohne Auto an einem Wochenende dorthin zu kommen um sie auszuprobieren, ganz abgesehen von einem Transport nach Emden ohne Auto und Anhänger und Führerschein.

Ausserdem durfte ich EIN Pferd halten, nicht zwei, also suchte ich weiter.

Bei einem Pferdehändler fand ich dann ,

TIMMY

Timmy Februar 1981  Timmy- ein Jahr später

Klein, einfarbig braun, nicht eingeritten, aber im Preislimit.

Er war alles, was ich NICHT wollte: einfarbig braun, nicht eingeritten, voller Läuse und Würmer, mit völlig verklebtem Fell, aber dieser Blick…

Timmy begleitete mich über 30 Jahre,

Timmy und  ich 1983

Timmy und ich 1983

Als er so 20 wurde, sollte ein Nachwuchspferd her.

Diesmal nun aber wirklich ein Appaloosa, Timmy sollte ihn mit erziehen.

Ich suchte in ganz Deutschland nach einem bunten Hengstabsetzter oder Jährling. Angeboten wurden mir koppende Jährlinge, 4 Monate alte abgesetzte Fohlen für 5 stellige Summen ( okay,  waren noch DM, aber trotzdem weit mehr als ich bezahlen wollte) oder eben Stuten. Einmal war ich mit Züchtern verabredet, hatte meine Wünsche am Telefon geäußert, bin 3 Stunden dorthin gefahren , um vor Ort zu erfahren, daß die Jungpferde leider nicht vor Ort seien, sondern im Aufzucht Betrieb ca 300 km entfernt.

Das war doch sehr frustrierend.

Schliesslich las ich auf der ApHC Schau in Aachen eine Anzeige von einem Jährling und einem Zwei Jährigen , gar nicht weit weg von uns.

Die Pferde wuchsen in einer Jungpferdeherde mit einer Stute zur Erziehung auf, so wie ich es mir vorgestellt hatte.

Sehr brave, junge Pferde in einer natürlichen Umgebung, und ich entschied mich für Sammy Freckles Flash.

Cante 2005

Flash zog bei uns ein, er lernte schnell und begleitete uns – noch als Hengst – als Handpferd.

Bei einem Kinderbodenkurs fehlte uns ein Pferd, also versuchten wir es mit dem zweijährigen Jung-Hengst, der sich artig wie ein altes Schulpferd durch die Aufgaben leiten ließ. Traumhaft—so hatte ich mir das vorgestellt.

Zweijährig brachte ich ihn zurück zum Züchter, um dort noch ein paar Monate mit den Jungs herumzutollen, kastriert zu werden und dann wieder zurück zu kommen.

Ich war so stolz auf meinen Appaloosa, ich wollte ihn gern auf Turnieren zeigen.

Was lag näher als eine Vorstellung in der Heritage Class, die doch die  bemerkenswerte Geschichte der Pferde  zum Ausdruck bringen kann.

Auf der Suche nach Menschen , die mir bei der Erstellung der indianischen Ausrüstung helfen konnten, bekam ich Kontakt  zu einer Gruppe von Hobbyisten der Indianistik.

Diese Menschen teilen  meine Faszination von der Geschichte der Appaloosa Pferde und ihrer Züchter, der Nez Perce Indianer.

Auch sie möchten mit ihren Auftritten die Nez Perce Indianer ehren und an ihre traurige Geschichte erinnern.

Über einige Jahre hörte ich immer wieder von  „ dem Indianer „ aus Wildeshausen, der doch auch so ein “Appaloosa Verrückter “sei.

2002 lernte ich ihn und seine Frau kennen.

Mia Mahto führte seit vielen Jahren immer um den 21.September, den Todestag von Chief Joseph , einen Chief Joseph Memorial Trail Ritt

durch , und als Flash 4 Jahre alt war, nahmen wir das erste Mal daran teil.

Chief 09

Um eine lange Geschichte kurz zu machen. Flash und ich kamen am Boden wunderbar miteinander aus, beim Reiten aber nicht.

Wenig später hatte ich eine Appaloosa Stute, die zwar etwas speziell war. Ich musste sie zum Reiten regelrecht einfangen, Verladen war anfangs ein großes Problem, später sah es nur spektakulär aus.  Bequem war sie auch nicht, aber sehr schnell.

Wir kamen gut miteinander aus, und erlebten viele schöne Stunden , vor allem auf Wanderritten.

Birdy war schon etwas älter, und hatte  diverse gesundheitliche Probleme, man riet mir, sie nicht mehr zu reiten.

Ich schwankte zwischen Import eines geeigneten, bequemen Pferdes und der Idee , Birdy ein Fohlen bekommen zu lassen.

Ihre drei Stutfohlen, die sie vor der Zeit bei mir bekommen hatte , schienen charakterlich nicht so schwierig zu sein wie sie.

Daher nahm ich Kontakt mit Züchtern von Foundation Appaloosa ,Bill Wicklund und Rosa Yearout, aus den USA, auf, deren Pferde teils auch den Indian Shuffle ( eine Art Tölt) vererben.

Erst  kürzlich erfuhr ich , dass Mia Mahto Rosa Yearout vor vielen Jahren  persönlich auf einem Powwow kennen gelernt hatte.

Ein anderer meiner Appaloosa Freunde hatte vor wenigen Jahren einige Wochen auf ihrer Ranch verbracht .

Rosa Yearout ist zur Zeit die Älteste des Nez Perce Stammes, und bemüht sich um die Rückzüchtung der Appaloosa,

so wie sie einst Chief Joseph begleiteten.

Dazu wurden  alte Foundation Linien mit Achal Tekkiner Pferden gekreuzt, um die Ausdauer und Eleganz wieder zurückzubringen, die seinerzeit ein sogeschätztes Merkmal war.

Diese Nez Perce Pferde  sind  noch sehr selten. aber dazu komme ich später noch mal.

Schliesslich entschied ich mich, selber zu züchten, aber eine künstliche Besamung mit einem Hengst aus USA  kam aufgrund von Birdys schwierigem Charakter nicht in Frage.

Bill Wicklund half mir bei der Auswahl des am besten geeigneten Hengstes für meine Stute, in dem er die Pedigrees studierte und riet mir zu

Geronimos Pathfinder

Bereits als feststand, daß Birdy trächtig war, stand fest, daß das Fohlen Tonweya heißen würde ( Lakota Wort für Scout ,Pfadfinder)

Birdy brachte dann am 17.5.2009 ein braunes Hengstfohlen mit Spitzendeckchen zur Welt, direkt in meine Hände.

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Timmy und Tonweya

Timmy  Mai 2011

Timmys letzter Tag Mai 2011

Birdy musste ich im Sommer 2012 leider über die Regenbogenbrücke schicken.

Zum Glück hatte ich ja noch Tonweya.

Tonweya hatte von Geburt an einen Kehlkopfdefekt, ob er ein ausdauerndes Reitpferd werden könnte, war noch nicht absehbar.

Ich bereitete Tonweya vom Boden aus auf vieles vor, nahm ihn oft als Handpferd mit

Birdy und Tonweya 2010

Birdy und Tonweya 2010

Mit 2  wurde er kastriert,

aber zum Einreiten brachte ich ihn in in den Fehnstall, weil meine Freunde ihn für zu gefährlich hielten, um es selber zu machen.

Der Fehnstall ist ein Dressur- und Ausbildungsstall, in dem auch Tinker gehandelt werden, so daß es dort auch immer wieder zu Kundenverker kommt, und gegebenenfalls auch ein Reiter für Tonweya gefunden werden könnte.

Aber seit dem April 2013 reite ich meinen selbstgezogenen Appaloosa, der zwar keinen Indian Shuffle hat, aber ansonsten ein wahres Traumpferd für mich wurde.

Handy Silja 001

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Tonweya und ich  nehmen an Lehrgängen teil, reiten aus, machen Wanderritte, Nachtritte ,waren schon auf Neuwerk,auch Pony Express Reiter sind wir schon gewesen.  Am Wichtigsten aber ist, daß ich mit Tonweya ein Traumpferd habe, mit welchem ich alles machen kann, was mir als Reiter Spaß macht. Wir treffen uns einfach mal mit Freunden und Hunden zum gemeinsamen Ausritt, oder machen Bodenarbeit

Das einzige, was wir nicht machen, ist an Turnieren teilzunehmen..

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Nun kam es letztes Jahr durch ein  Missverständnis über Facebook zum Kontakt zu einem Menschen ,der mir anbot, am Chief Joseph Ritt in den USA teilzunehmen.

was für ein Angebot. Ich hielt Rücksprache mit Bill und Merry Wicklund, die mir versicherten, daß der Herr durchaus existiert und sein Angebot ernst zu nehmen sei.

Seit etwa einem Jahr nun schreiben wir uns über Facebook und haben die meisten Details der Reise geklärt.

Mit seiner Frau habe ich telefonisch weitere Details besprochen und nun nähert sich die Abreise.

Als Höhepunkt für einen Appaloosa Freund  wie mich( man nennt uns auch Appaholics), darf ich diesen Sommer am Chief Joseph Trail Ride 2016 in Montana teilnehmen, der dieses Jahr dort endet, wo  Chief Joseph am 5.10.1877 kapitulierte und seine berühmte Rede gehalten hat.

Handy Silja 152

Darüber möchte ich gern berichten, wenn es interessiert.

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